Um ein Haar übersehen – Noch ein Waldfriedhof – Mystische Orte (Teil 17)

Werbung

Waldfriedhof Haar
Bild 1: Der Waldfriedhof in Haar mit seiner Aussegnungshalle (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 2: Blick vom Haupteingang in den Friedhof (22.05.2016) © Thomas Irlbeck

Der Waldfriedhof in Großhadern dürfte jedem Münchner bekannt sein. Dass es unweit von Neuperlach noch einen weiteren Waldfriedhof gibt, wissen Neuperlach.org-Leser spätestens seit der Folge 16 der Mystischen Orte. Doch nicht allzu weit davon entfernt liegt ein weiterer Waldfriedhof, nämlich der von Haar.

Es ist ein idyllischer Friedhof, auch wenn es ein paar Stellen gibt, an denen Wohnhäuser sehr nahe an den Gräbern stehen (zu sehen speziell in Bild 9).

Eine Besonderheit ist, auf dem Haarer Waldfriedhof ist Radfahren ganz offiziell erlaubt – wenngleich nur auf den Hauptwegen und nur in Schrittgeschwindigkeit.

Waldfriedhof Haar
Bild 3: Haupteingang (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 4 (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 5: Die Bereiche im Friedhof haben Namen, die durch künstlerisch gestaltete Wegweiser gekennzeichnet sind (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 5: Nebeneingang im Wald (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 7: Schilderparade am Nebeneingang (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 8: Am Haupteingang mit Blick auf das Leben draußen. Wer genau hinsieht, erkennt Wohnblöcke, die optisch an die Wohnanlagen von Neuperlach erinnern (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 9: Eine etwas weniger waldartige Stelle – das Wohnhaus scheint fast zum Urnenhaus zu werden (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 10: Aus dem Blick wirkt die Kulisse vielleicht etwas unaufgeräumt, sie ist aber dennoch durchaus idyllisch (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 11 (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 12: Totenglocke (22.05.2016) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof Haar
Bild 13: Schild am Haupteingang (22.05.2016) © Thomas Irlbeck

Anfahrt

Umgebungskarte Waldfriedhof Haar
Umgebungskarte Waldfriedhof Haar. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Die Parkplätze am Haupteingang erreicht man über den Jagdfeldring, der die Münchner Straße (eine Fortsetzung der Wasserburger Landstraße) zweimal kreuzt. Die Autobuslinie 243 (erreichbar u.a. an der Haltestelle Hans-Stießberger-Straße (Verknüpfung zum Autobus 193) und dem S-Bahnhof Haar) hat eine eigene Friedhofshaltestelle, die „Ferdinand-Kobell-Straße/Waldfriedhof“ heißt.

Sanieren statt ruinieren

Werbung

Im Jagdfeld-Zentrum, einem Ladenzentrum im Münchner Umland, genauer in Haar, stand man vor ähnlichen Problemen, wie sie sich heute in Neuperlach stellen, etwa beim Quidde-Zentrum (Neuperlach.org berichtete) und Sudermann-Zentrum (Neuperlach.org berichtete natürlich auch darüber): Ladenzentren kommen irgendwann in die Jahre. Sie entsprechen nicht mehr den Standards, die man heute erwartet. Konkret sollte ein Ladenzentrum barrierefrei sein und vollständig überdacht, ggf. auch voll klimatisiert. Man soll sich wohlfühlen. Auch der Branchenmix sollte stimmen, sodass man mindestens die Dinge des täglichen Bedarfs auch vorfindet und nicht auf einmal nur noch Spielhallen, wo sich vorher noch Lebensmittelgeschäfte befanden.

Bei den Ladenzentren aus den 1970er-Jahren, in einer Zeit, in der das Wort „barrierefrei“ vermutlich noch nicht einmal erfunden war, stellt sich die Frage – abreißen oder modernisieren? In Haar entschied man sich für eine umfassende Sanierung. Aber nicht nur das, es wurde auch eine Nachverdichtung vorgenommen. Das Haarer Hochhaus – ein Gewerbebau – wurde ebenso integriert wie weitere Bauten, etwa das Kino. Der neue Hauteingang bietet Barrierefreiheit durch einen Fahrstuhl. Die anderen Eingänge sind ebenso zumindest größtenteils barrierefrei und wurden überwiegend mit automatischen Türen versehen. Das gesamte Ladenzentrum wurde überdacht. Ein Problem war die Grünanlage, in der sich hohe Bäume befinden. Aber wie überdacht man einen riesigen Baum? Die Antwort: gar nicht. Der Außenbereich wurde durch riesige Glaswände abgetrennt und wurde gewissermaßen zu einem ganz echten, isolierten Außenbereich, den man nicht mehr so ohne weiteres betreten kann. Sicherlich eine Notlösung, immerhin fühlt man sich weiterhin im Freien, auch wenn Glas dazwischen ist. Im Sommer werden die Glaselemente offensichtlich geöffnet, dann haben die Besucher noch mehr von der Anlage.

Appell zum Erhalt des Quidde-Zentrum

Beim Quidde-Zentrum hält man nichts von einer Sanierung. Zu teuer. Also muss der Bau weg. Ein neues Einkaufszentrum muss her und viele, viele Wohnungen. Doch jetzt hat man Zweifel bekommen, ob der Bau das Gelbe vom Ei werden würde. Es soll noch mal alles umgeplant werden. Das wäre doch eine gute Gelegenheit, auch noch einmal das Modell einer Sanierung und Modernisierung zu untersuchen. Einige Konzepte könnte man aus dem Jagdfeld-Zentrum klauen, etwa die komplettierte Überdachung, die verglaste Grünanlage (das Problem stellt sich im Quidde-Zentrum ebenso) und automatische Türen. Thema Barrierefreiheit: Vom Osten ist das Zentrum bereits barrierefrei, ebenso, wenn man von der Brücke über die Quiddestraße kommt (vom Hachinger Bach aus). Bleiben der Parkplatz und die Bushaltestelle. Die Treppe von dort aus ist sehr, sehr steil. Wie wäre es denn, wenn man auf den Parkplatz ein Hochhaus stellt? Mit einem Fahrstuhl gelangt man dann auf die Höhe des Quidde-Zentrum. Mit einer überdachten Brücke würde man dann ins Quidde-Zentrum gelangen. In den unteren Stockwerken könnte man Gewerbe ansiedeln, in den oberen Wohnungen unterbringen. Genau das soll ja das Ziel sein. Bliebe das Parkproblem, das man mit einer Tief- oder Hochgarage lösen könnte. Man hätte eine Nachverdichtung, aus der dringend benötigte Wohnungen sprießen, ein modernes Einkaufszentrum und zur Abwechslung mal einen markanten Bau aus der Anfangszeit Neuperlachs gerettet. Aber will man das überhaupt? Der Denkmalschutz fehlt, also werden die meisten nichts Erhaltenswertes finden. Aber das Neue ist nicht immer schöner und besser.

Jagdfeld-Zentrum

Haupteingang

Jagdfeld-Zentrum
Das Haarer Hochhaus markiert den Haupteingang an der Münchner Straße, eine Verlängerung der berühmten Wasserburger Landstraße (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Der Haupteingang, links das Hochhaus, rechts das Kino (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Haupteingang: barrierefrei durch den Fahrstuhl (20.03.2012) © Thomas Irlbeck

Ladenpassage

(Bild entfernt)

Die Passage ist voll … (20.03.2012)

(Bild entfernt)

… überdacht (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Das ist der Metzger (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Noch mehr Läden (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Und auch Restaurants (20.03.2012)

Die Grünanlage

(Bild entfernt)

Diese ist durch eine Glaswand abgetrennt (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Aber man fühlt sich zu jeder Jahreszeit wie im Freien (20.03.2012) ©

(Bild entfernt)

Zumindest optisch (20.03.2012)

Leerstände

Auch solche gibt es, wenngleich es nicht überrascht, dass sich der Schlecker verabschiedet hat.

(Bild entfernt)

Leerstand 1 (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Leerstand 2 (20.03.2012)

Nebeneingang

Jagdfeld-Zentrum
Einer der Nebeneingänge. Er hat auch … (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
… eine automatische Türe. Zigaretten und Fahrräder müssen draußen bleiben (20.03.2012) © Thomas Irlbeck

Der See-Eingang

Jagdfeld-Zentrum
Vor dem See-Eingang (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Das Restaurant Iseo (20.03.2012) © Thomas Irlbeck

Der künstliche See

Jagdfeld-Zentrum
Natürlich sieht er nicht aus, eher wie ein Schwimmbecken (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Eine Rampe – das ist begehbare Kunst! (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Wasser und … (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
… noch mehr Wasser (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Und noch viel mehr! (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Gewerbe-Hochhaus (links) und Wohnhochhaus (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Ein Wohnhochhaus, fast wie in Neuperlach (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Mit mehr Abstand aus der Seen-Perspektive (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Und wieder näher dran (20.03.2012) © Thomas Irlbeck