„Der gestiefelte Kater“ kommt ins Kulturhaus

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Liebe Besucherinnen und Besucher vom Kulturhaus in Neuperlach,

„Der gestiefelte Kater“ kommt zu uns. Das Märchen nach den Brüdern Grimm wird nicht nur von Thomas Braun, sondern auch musikalisch-klassisch von einem Streichquartett erzählt.

Es ist ein ganz besonderes Konzert nicht nur für die ganze Familie ab 6 Jahre, sondern auch für alle – ob Groß oder Klein. Die Ohren der Kleinen und Großen werden hören und staunen, wie sich das Märchen in Wort und Musik anhört und was auf der Bühne so alles passiert in der faszinierenden, zeitlosen, phantastischen und grenzenlosen Welt der Töne.

Um 14:30 Uhr gibt es eine Einführung in das musikalische Märchen für Erzähler und Streichquartett. Zeit für Kaffee, Saft, Wasser und Donuts gibt es auch.

Um 15:30 Uhr geht es dann „richtig“ los: „Der gestiefelte Kater“ kommt. Kommen Sie auch? Die Veranstalter – das sind das Kulturhaus Neuperlach und 3klang e. V. – würden Sie gerne begrüßen.

Ihr Carlheinz Zobel
vom Kulturhaus Neuperlach
Hanns-Seidel-Platz 1
81737 München

Alle Daten zur Veranstaltung

Wann und wo? Am Sonntag, den 18. Oktober, um 14:30 Uhr im Kulturhaus Neuperlach

14:30 Uhr: Workshop und Einführung ins Stück
15:00 Uhr: Zeit für Kaffee und Kuchen
15:30 Uhr: Der gestiefelte Kater – Ein musikalisches Märchen

Ein musikalisches Märchen für Erzähler und Streichquartett nach den Brüdern Grimm sowie Ludwig Tieck.

Streichquartett Carabas
Carabas-Streichquartett

Komposition: Tristan Schulze (2010)
Textfassung: Chris Pichler
Sprecher: Thomas Braun
Carabas-Streichquartett: Claudia Bahr und Mirjam Behrendt (Violine), Matthias Lichtenfeld (Viola) sowie Wolfgang Fink (Violoncello)

Tickets: 5 Euro für Kinder / 8 Euro für Erwachsene

Inhalt

Der Müllersohn Gottlieb befindet sich in einer hoffnungslosen Situation. Statt aber nur das Beste daraus zu machen, wird er am Ende gar König, wohnt in einem Schloss und heiratet die Prinzessin. Die ganze Zeit hindurch ist Gottlieb nichts als erstaunt. Er versteht nichts von dem, was um ihn herum geschieht. Was ihn auszeichnet, ist sein grenzenloses Vertrauen in den Kater, den er aufgezogen hat und den er von ganzem Herzen liebt.

Flyer "Der gestiefelte Kater"
Flyer „Der gestiefelte Kater“

Erzähl doch keine Märchen!

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Märchen
Der wohl märchenhafteste Stadtteil Münchens: Waldperlach! Lizenz: Public Domain

Es war einmal … Nein, den Stadtteil gibt es immer noch. Die Rede ist vom wohl märchenhaftesten Stadtteil Münchens: Waldperlach. Die Straßen heißen dort

    • Aschenbrödelstraße
    • Däumlingstraße
    • Dornröschenstraße
    • Drosselbartstraße
    • Elfenstraße
    • Erlkönigstraße
    • Eulenspiegelstraße
    • Frau-Holle-Straße
    • Froschkönigweg
    • Gänselieselstraße
    • Heinzelmännchenstraße
    • Isegrimstraße
    • Koboldstraße
  • Märchenweg
  • Nixenweg
  • Puppenweg (gemeint ist das Marionetten-, Puppen- oder Kasperlspiel)
  • Robinsonstraße (gemeint ist Robinson Crusoe)
  • Rotkäppchenplatz
  • Rotkäppchenstraße
  • Rübezahlstraße
  • Rumpelstilzchenstraße
  • Schneewittchenstraße
  • Sterntalerstraße
  • Struwelpeterstraße
Szene aus Frau Holle. Beim Betten-Ausschütteln schneit es – zumindest im Märchen. Foto: Christian Heindel / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Damit hat ein Großteil der Straßen dort einen Bezug zu Märchen, Sagen und ähnlichen phantastischen Geschichten.

Eine Frage in einem Forum brachte mich heute auf das Thema. Woher kommen diese Namen? War hier ein Scherzbold am Werk? Ein Märchenpapst? Die Antwort, dass thematische Schwerpunkte die Orientierung vereinfachen würden und z.B. für Taxifahrer eine Erleichterung seien, geht etwas am Thema vorbei. Genauso gut könnte man auch Maler, Dichter, Gebirge oder Kräuterarten bemühen.

Tatsache aber ist, dass Perlach (inklusive Waldperlach und Fasangarten) 1930 nach München eingemeindet wurde. Bei Eingemeindungen stellt sich das Problem, dass leider dann ein paar Straßen Dubletten bilden. Zweimal „Marienplatz“ geht einfach nicht in München (ja, liebe Pasinger, ich weiß, ihr habt dennoch euren Marienplatz behalten). Also müssen jede Menge Straßen umbenannt wurde.

Laut  einem Artikel auf der Webseite der Katholischen Gemeinde St. Michael mit St. Georg (Seite nicht mehr verfügbar) wurden nicht nur Dubletten entfernt, sondern alle an die Monarchie (die bekanntlich 1918 endete) erinnernden Straßennamen. Sehr detailreich ist hier WAPE Bürger IG und verrät folgende Namensanpassungen:

    • Äussere-Prinz-Rupprecht-Str. → Rotkäppchenstraße
    • Finkenstraße → Rübezahlstraße
    • Hirschenstraße → Rumpelstilzchenstraße
    • Hohenzollernstraße → Frau-Holle-Straße
    • Innere-Prinz-Rupprecht-Str. → Schneewittchenstraße
    • Kaiser-Wilhelm-Straße → Erlkönigstraße
    • Otto-Rieger-Straße → Gänselieselstraße
    • Prinz-Arnulf-Straße → Isegrimstraße
    • Prinz-Franz-Straße → Robinsonstraße
    • Prinz-Heinrich-Straße → Aschenbrödelstraße
    • Prinz-Leopold-Straße → Heinzelmännchenstraße
    • Prinzregentenstraße → Däumlingstraße
    • Waldperlachstraße → Waldperlacher Straße
    • Wittelsbacherstraße → Eulenspiegelstraße
    • Zeppelinstraße → Koboldstraße

Nicht alle der märchenhaften Namen sind aus der Umbenennung 1930 hervorgegangen. Auch bei neu gebauten Straßen wurde die Tradition teilweise fortgesetzt. Die Struwelpeterstraße etwa wurde erst 1953 errichtet.

Einfach märchenhaft (04.08.2010) © Thomas Irlbeck

Auffallend ist auch, dass einige neu gebaute Straßen einen Bezug zur germanischen Götter- und Sagenkultur bekamen, so der Asenweg und die Beowulfstraße. Auch weitere Waldperlacher Straßennamen haben indirekt mit Sagen zu tun, Friedrich Panzer etwa war unter anderem ein bayerischer Sagenforscher und wurde 1955 mit der Benennung einer Straße geehrt.

Bis heute schwingt die Tradition in Waldperlach fort. Wer glaubt, die jüngeren Namensvergaben wären im kommunalpolitischen Kleinmief untergegangen, wird eines Besseren belehrt: 2000 etwa wurde eine Straße nach Klara Ziegler benannt, eine Schauspielerin, die als Deutschlands letzte Heldendarstellerin gilt und u.a. die Brunhild in den „Nibelungen“ spielte. Dies passt gut zur Straßenvergabe in der angrenzenden Gemeinde Neubiberg:

Fortsetzung in Neubiberg: Hier findet der sagenhafte Stadtteil nahtlos seine Fortsetzung in Gestalt der Nibelungensage. Die Straßen heißen hier Brunhildenstraße, Nibelungenstraße, Rheingoldstraße, Siegfriedstraße, Walkürenstraße und Wotanstraße.

Hänsel und Gretel
Hexenhaus aus Hänsel und Gretel. Das  Märchen kommt zwar nicht als Straßennamen in Waldperlach vor, ist aber durch den „Märchenweg“ abgedeckt. Lizenz: Public Domain

Die Frage nach dem Grund für den Hang zu den Märchen und Sagen wurde aber immer noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Möglicherweise war Waldperlach einfach immer schon märchenhaft. Und wenn nicht, ist es das durch die Straßennamen vielleicht inzwischen geworden. Aber vielleicht weiß ja ein Leser mehr … 2012 feierte Waldperlach übrigens 100-Jähriges. 100 Jahre, das ist der Zeitraum, den Dornröschen schlafen sollte.

Leiberheim in Waldperlach 1920
Leiberheim in Waldperlach um 1920. Lizenz: Public Domain
Leiberheim
Wirtshaus/Biergarten Leiberheim am Eck Schneewittchenstraße/… (29.08.2017) © Thomas Irlbeck
Leiberheim
…Nixenweg (29.08.2017) © Thomas Irlbeck
Waldperlach, Koboldstraße
Koboldstraße (18.09.2019) © Thomas Irlbeck