Comeback der Tram 24 nach Neuperlach? Planungsreferat will prüfen

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Bereits vor über 30 Jahren wurde die Trambahn nach Neuperlach stillgelegt. Seitdem rollt die U-Bahn nach Neuperlach. Die Route ist nur annähernd dieselbe. Einige Abschnitte, speziell auch die Feinerschließung (vor allem der Abschnitt Ostbahnhof – Ramersdorf), wurden von Autobuslinien übernommen oder ganz vergessen (etwa die Haltestelle Zehntfeldstraße).

Rund um den Ostbahnhof (hier muss natürlich ein Akronym her: ROst) entsteht ein neues Wohn- und Gewerbegebiet, genauer am Dreieck, das durch die Orleanstraße, die Rosenheimer Straße, die Anzinger Straße, die Aschheimer Straße und die Ampfingstraße begrenzt wird. Es ist das Gebiet, das im Süden optisch früher durch die Pfanni-Werke dominiert wurde. Aus dem Gelände der Pfanni-Werke wurde der Kunstpark Ost, heute als Kultfabrik bezeichnet.

Medienbrücke
Die Medienbrücke ist eines der neuen Gebäude auf dem ROst-Gelände. Foto: NiceBastard / Lizenz siehe: flickr
Medienbrücke
Oberbürgermeister Christian Ude beim Presserundgang auf der Medienbrücke an der Rosenheimer Straße. Foto: NiceBastard / Lizenz siehe: flickr

Die Buslinien M55, 145 und 155 fahren bereits jetzt 20-mal die Stunde zwischen Ostbahnhof und Karl-Preis-Platz. Die bereits jetzt hohe Auslastung wird wahrscheinlich weiter steigen.

Der Bezirksausschuss Haidhausen-Au will daher eine Reaktivierung der Trambahn 24 prüfen lassen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe (Stadtausgabe, Seite R9 oder R11). Damit würde das neue Areal besser angebunden werden. Das städtische Planungsreferat befindet die Idee für „grundsätzlich interessant“ und will untersuchen, ob die Trasse in den Nahverkehrsplan aufgenommen werden kann.

Ganz tot ist sie nicht zu kriegen, die Tram nach Neuperlach, auch wenn sie schon längst stillgelegt wurde. Denn eine Reaktivierung soll jetzt zumindest geprüft werden. Hier: Ein M/m-Zug der Linie 11 (die Liniennummer 24 wurde erst später geboren) an der Haltestelle Neuperlach Nord, die heute gar nicht mehr vom ÖPNV erschlossen ist. Zur U-Bahn Quidddestraße ist es aber nicht weit. Foto ist vom 12.09.1970 (dem Eröffnungstag!). Fotograf: Peter Wagner. Mit freundlicher Genehmigung der Freunde des Münchner Trambahnmuseums e. V.

Die Frage nach der Trassenführung

Es stellt sich die Frage nach der genauen Trassenführung. Zuletzt fuhr die Tram über die Rosenheimer Straße nach Ramersdorf. Diese Route hätte den Vorteil, dass sie nicht parallel zur U-Bahn führen würde und den M55 ersetzen könnte. Doch wie geht es ab Ramersdorf weiter? Denkbar wäre eine Führung auf der alten Trasse über die Hechtseestraße und damit durch ein eher dünn besiedeltes Gebiet. Der M55 fährt aber durch Perlach, hier aber wäre eine Führung über den Pfanzeltplatz mit seinen engen Kurven problematisch. Beide Führungen würden massive Anwohnerproteste zur Folge haben.

Offenbar soll aber die ganz alte Trasse untersucht werden. Bis zum 30.09.1973 bog die Tram auf der Rosenheimer Straße an der Volkssternwarte nach Osten ab und fuhr über die Anzinger Straße und Bad-Schachener-Straße zum Michaelibad. Diese Trasse würde den südlichen Teil des ROst-Gebiets besser anschließen. Die Anwohnerproteste würden wahrscheinlich geringer ausfallen, da die Tram durchgängig auf breiten Straßen integriert werden könnte und keine totale Umgestaltung wie etwa am Pfanzeltplatz erforderlich wäre. Allerdings wäre die Trasse sehr nahe an der U-Bahn dran. Letztendlich würde die Tram nur die Feinerschließung der U5 vom Ostbahnhof zum Innsbrucker Ring und weiter nach Neuperlach Zentrum übernehmen. Die vorhin genannte Trasse würde dagegen U2 und U5 verbinden und wäre ggf. je nach Führung ein fast vollständiger Ersatz des M55.

Es stellt sich auch generell die Frage, ob ein Gebiet, das so nahe am Verkehrskontenpunkt Ostbahnhof liegt wie ROat, eine Trambahn rechtfertigt. Jüngst hatte die CSU Perlach gefordert, die Tram 19 von der derzeitigen Endhaltestelle St.-Veit-Straße nach Neuperlach zu verlängern. Aber auch dieser Plan hat eine Menge von Haken und dem ROst-Areal würde dies gar nichts bringen. Letztendlich gibt es sicher wichtigere Trambahnprojekte, auch wenn ich mich als Neuperlacher über eine Tram nach Neuperlach freuen würde.