Wahl ohne Qual

Werbung

Der „Andrang“ vor dem Wahllokal (27.09.2009) © Thomas Irlbeck

Die Ausübung meines Wahlrechts für die Bundestagswahl lief heute für mich ohne große Qualen ab, denn der Andrang war lau, die Wartezeit null. Auch wenn ich es hier schon mal im Rahmen einer anderen Wahl berichtete, dieses Mal musste ich ebenso bezeichnenderweise in einer Schule wählen, an welcher der Lügenbaron Münchhausen an der Wand hängt. Ob es hier eine Verbindung zur aktuellen Politik gibt?

Münchhausen
„Münchhausen“, Bronzeskulptur, 1971 von Marlene Neubauer-Woerner geschaffen (Aufnahme vom 21.05.2009) © Thomas Irlbeck

Ramersdorf – Perlach hat gewählt

Werbung

Europawahl 2009

Ergebnis Stadtbezirk 16 – Ramersdorf – Perlach

CSU: 37,3 %

SPD: 18,4 %

Grüne: 15,7 %

FDP: 11,0 %

Freie Wähler: 3,5 %

Linke: 3,7  %

ÖDP: 1,9 %

Bayernpartei: 1,2 %

Tierschutzpartei: 1,1 %

Piratenpartei: 1,1 %

REP: 1,0 %

Weitere Parteien <1 %: siehe Quelle

Stand: 07.06.2009, 22:13:30

Quelle:muenchen.de (Seite nicht mehr verfügbar)

Na, was wählen wir denn? (Archivbild / kein Bild von der heutigen Europawahl) © Alexander Hauk – www.alexander-hauk.de / Pixelio

O.k., zugegeben, das Bild eben hat mit der Europawahl nichts zu tun. Untersuchungen haben aber ergeben, dass bebilderte Artikel häufiger gelesen werden und mehr Werbeklicks bringen – und damit mehr Geld in die Kasse spülen. Daher also das Bild.

Aber, nun gut, ich habe ein weiteres Bild, das jetzt etwas mehr die Europawahl berührt. Zur Europawahl durfte ich nämlich heute meine Stimme an der Schule abgeben, an der diese Skulptur hängt. Kein Scherz und keine Lüge, auch wenn es der Lügenbaron ist, den hier vor langer Zeit mal jemand an die Mauer geschraubt hat:

Münchhausen
„Münchhausen“, Bronzeskulptur, 1971 von Marlene Neubauer-Woerner geschaffen (Aufnahme vom 21.05.2009) © Thomas Irlbeck

Was das Hochparterre mit dem Lügenbaron Münchhausen verbindet

Werbung

Barrierefreiheit mal anders. Gesehen an einem Wohnhaus am Karl-Marx-Ring (21.05.2009) © Thomas Irlbeck

Auf das Hochparterre wird heute in vielen neu gebauten Wohnhäusern verzichtet. Nicht wegen der Barrierefreiheit, sondern wohl eher deshalb, um bei der erlaubten Bebauungshöhe eine zusätzliche Etage unterbringen zu können. Es geht also nur ums liebe Geld.

Dabei waren früher Wohnhäuser ohne Hochparterre typische Arme-Leute-Häuser, die besseren Häuser hatten Hochparterre. Schließlich schützt das Hochparterre vor neugierigen Blicken vom Bürgersteig in die Zimmer.

Neuperlach ist ja, wie hier immer wieder gepredigt wurde, architektonisch gar nicht so schlecht. Folglich ist das Hochparterre hier – im „anderen“ München – weit verbreitet. Doch wie kommen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen in ihre Wohnungen, wenn es erst ein paar Stufen zu erklimmen gilt?

Ganz einfach: Ein zusätzliche Fahrstuhl muss eingebaut werden, der die ersten 1,50 Meter überwindet. Mit dem Stemmeisen wird ein Teil vom Eingang weggeschlagen (frei nach Torfrock: Ratatazong, ratatazong – weg ist der Beton), dann kommt der freundliche Monteur und errichtet die Vertikalbeförderungseinrichtung.

Münchhausen
„Münchhausen“, Bronzeskulptur, 1971 von Marlene Neubauer-Woerner geschaffen, gesehen an der Außenfassade der Grundschule an der Max-Kolmsperger-Straße (21.05.2009) © Thomas Irlbeck

Es geht übrigens auch anders: Man kann Häuser bauen, die Hochparterre haben, und dennoch den normalen Fahrstuhl so konstruieren, dass er sowohl im normalen Parterre als auch im Hochparterre hält. Dazu braucht man natürlich einen (zusätzlichen) Eingang auf Straßenhöhe. Auch braucht die Fahrstuhlkabine konstruktionsbedingt zwei Türen.

Ein ebenso ungewöhnliches Beförderungsmittel hat der berühmte Lügenbaron Münchhausen gewählt. Er lässt sich auf einer Kanonenkugel aus einer belagerten Festung herausschießen. Das Haus mit dem Rollstuhlaufzug und die Münchhausen-Skulptur sind übrigens nur wenige Meter voneinander entfernt. Sie verbindet damit mehr als nur die Entscheidung für ein spezielles Beförderungsmittel.

Mehr Kunst gibt es in der Kunst-Rubrik von Neuperlach.org.