Quidde-Zentrum: 4 Monate und nichts passiert!

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Quidde-Zentrum
Bild 1: Erst Ladenzentrum, dann der „Neuperlasch Zoo“ (Kunsttreff)  (17.10.2019) © Thomas Irlbeck

Praktisch auf den Tag genau vor vier Monaten wurden alle Zugänge zum Quidde-Zentrum gesperrt. Das mit dem Abriss solle nun sehr schnell gehen, hieß es. Und wieder einmal gewinne ich den Eindruck, dass hier übereilt gehandelt wurde. War es wirklich notwendig, dass man die Künstler und sozialen Einrichtungen schon jetzt rausgeworfen hat? Klar, die Räume sind marode – ohne funktionierende Heizung und teilweise mit Wasserschäden. Aber den Durchgang hätte man beibehalten können. Das Neuperlacher Fußwegsystem und eine wichtige West-Ost-Verbindung sind nun faktisch unterbrochen, auch wenn es eine Umleitung (Bild 6) gibt (die aber nicht jeder kennt und die nicht ausgeschildert ist) und die Brücke (Bild 5) über die Quiddestraße weiterhin prinzipiell benutzbar ist. Für Radler bedeutet es aber, auf der Umleitungsstrecke eine schmale Rampe zu befahren, was für viele Absteigen bedeutet. Möglich ist natürlich, dass sich inzwischen schon Teile der Decke selbstständig machen und es zu gefährlich wäre, was aber Spekulation sind und zumindest durch meine Beobachtung nicht gedeckt ist. Wenn es wirklich so wäre, könnte man hier sicherlich eine etwaige Gefahrenstelle durch Sicherungsmaßnahmen entschärfen.

Aber ich frage: Wie lange soll dieser unhaltbare Zustand noch anhalten?

Bereits 2011 (!) schloss der letzte Lebensmittelmarkt im Quidde-Zentrum und auch die Stadtbibliothek. Seitdem ist das Quidde-Zentrum vor allem eins: Eine Ruine ohne die früher bestandene Nahversorgungsfunktion.

Geplanter Neubau

Geplant sind ein neues Ladenzentrum, aber auch Wohnungen. Ziel ist also auch eine Nachverdichtung, die vor allem durch Nutzung des bisherigen Parkplatzes erfolgen soll. Dabei sollen ein achtgeschossiges Zeilenhauses und ein sechsgeschossiges Punkthaus realisiert werden. Pläne und Computergrafiken wurden offenbar noch keine veröffentlicht. Eine Baugenehmigung soll noch nicht erteilt worden sein. Bei einer Informationsveranstaltung für Anlieger („WSB-Mieterfest“) am 13.09.2019 gab es Kritik, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Die Mieter fühlten sich nicht gut informiert, ihre Sorgen nicht ausreichend ernst genommen. Anstelle einer Computergrafik soll der neue Bau nur als eine mit einem schwarzen Filzstift angefertigte Zeichnung präsentiert worden sein.

Quidde-Zentrum
Bild 2 (17.10.2019) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum
Bild 3 (17.10.2019) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum
Bild 4 (17.10.2019) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum
Bild 5 (17.10.2019) © Thomas Irlbeck
Quidde-Zentrum Abriss – Map
Bild 6: Umleitungsempfehlung für das Neuperlacher Fußwegsystem. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Neuperlach ohne Ständlerstraße (1969/1970)

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Blick vom Strehleranger Richtung Perlach 1969 1970
Bild 1: Blick von einem Wohnhaus am Strehleranger Richtung Perlach (1969/1970).  Wo nur ist die Ständlerstraße? Foto: Astrid Stähn; Farben aufgefrischt von neuperlach.org
Map – Nachgestellt – Blick vom Strehleranger Richtung Perlach 1969 1970
Bild 2: Umgebungskarte Nawiaskystraße mit Standort des nachgestellten Fotos, der in etwa dem ursprünglichen Standpunkt entsprechen sollte. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Was heute unvorstellbar erscheint, Neuperlach gab es einmal ohne Ständlerstraße. Astrid Stähn hat ein herrliches Foto ausgegraben, das 1969 oder 1970 entstanden ist. Es wurde von einem Wohnblock am Strehleranger aufgenommen. Der Blick geht Richtung Perlach, St. Michael Perlach ist gut zu erkennen. Die Querstraße im Bild unten ist die Nawiaskystraße. Hinter dieser wurde später der Neuperlacher Teil Ständlerstraße gebaut – das heißt, die bestehende Ständlerstraße in Harlaching wurde verlängert –, abgetrennt durch einen bepflanzten Erddamm, um den Verkehrslärm abzuschirmen. (Wann diese Verlängerung der Ständlerstraße genau eröffnet wurde, fehlt leider in meiner sonst einigermaßen kompletten Neuperlach-Chronologie. Wer bei der Komplettierung dieser und anderer Angaben helfen kann, darf sich gerne melden.)

Im historischen Foto erkennt man ganz links und ganz rechts zwei Tiefgaragenabfahrten. Die rechte existiert noch, die andere Tiefgarage wurde im Rahmen einer Nachverdichtung (Patrizia Bachquartier) abgerissen und neu gebaut (in Bild 3 ist die Tiefgarageneinfahrt mit „2“ markiert). Der Grund: Die in Neuperlach lange üblichen Tiefgaragen sind nicht so stabil, um Häuser tragen zu können. Auch benötigt man bei Nachverdichtungen zusätzliche Abstellplätze, also braucht es in solchen Fällen neue, stabilere Tiefgaragen.

Foto nachgestellt

Nachgestellt – Blick vom Strehleranger Richtung Perlach 1969 1970
Bild 3: Heutige Position – 1: Nawiaskystraße, 2: Einfahrt neu gebaute Tiefgarage, 3: bestehende Tiefgaragenabfahrt (hinter Büschen), 4a/b/c: Wohnhäuser des Patrizia Bachquartier  (26.01.2019) © Thomas Irlbeck

Nun habe ich das alte Foto nachgestellt. Dabei befinde ich mich tatsächlich wohl ziemlich genau an der Stelle, an der das alte Foto geschossen wurde. Das neue Foto entstand mit dem Rücken zu dem Wohnblock, quasi lehnend an ihm. Dabei konnte ich leider lediglich vom Erdgeschoss aus fotografieren.

Die Stelle ist natürlich nicht mehr wiederzuerkennen. Immerhin kann man die Nawiaskystraße identifizieren (mit „1“ markiert). Die rechte Tiefgaragenabfahrt (mit „3“ markiert) ist hinter Büschen versteckt. Die drei weißen Häuser (man sieht zwei ein halb davon – mit „4a/4b/4c“ markiert) mit den gemischten Hoch- und Querformatfenstern – das bereits erwähnte Patrizia Bachquartier – wurden übrigens erst 2015/2016 gebaut.

Um das Ganze etwas besser herauszuarbeiten, zeige ich weitere Fotos mit anderen Ansichten dieses Quartiers.

Rechte Tiefgarage Nawiaskystraße
Bild 4: Näher an der zweiten, rechten Tiefgaragenabfahrt (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Neue Tiefgarage Nawiaskystraße
Bild 5: Einfahrt zu der neu gebauten, ersten (linken) Tiefgarage (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Neue Tiefgarage Nawiaskystraße
Bild 6: Näher dran an der Tiefgarageneinfahrt (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße, rechte Tiefgarage
Bild 7: Die zweite, noch bestehende Tiefgarageneinfahrt von der anderen Seite aus gesehen (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße, Spielplatz nahe Tiefgarageneinfahrt
Bild 8: Spielplatz nahe Tiefgarageneinfahrt (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße, Blick Richtung Lidl und Quiddestraße
Bild 9: Blick Richtung Lidl und Quiddestraße. In das Gebäude rechts ist die neue Tiefgarageneinfahrt integriert (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße
Bild 10: Nawiaskystraße – Die Häuserdurchfahrt aus dem obigen Bild nun von der anderen Seite aus gesehen. Wir stehen hier nahe Lidl/Quiddestraße (26.01.2019) © Thomas Irlbeck
Nawiaskystraße
Bild 11: Wie Bild 10, aber näher dran (26.01.2019) © Thomas Irlbeck

Unser FestSpielHaus vor dem Abriss! (Update 25.05.2019)

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FestSpielHaus
Bild 1: Das FestSpielHaus in seinem blauen Container. Die Farbe passt gut zur ebenfalls blauen Fußgängerbrücke, die nicht im Bild ist (15.07.2018) © Thomas Irlbeck

Das FestSpielHaus an der Quiddestraße soll abgerissen werden, noch im Herbst dieses Jahres muss es geräumt werden. Auf dem Grundstück sollen Wohnungen errichtet werden. Die Verwaltung des FestSpielHaus sucht dringend nach einem neuen Standort.

Aber der Reihe nach: Unser heutiges Gebäude ist ein Container. Dass Container lange genutzt werden können, zeigt sich, dass dieser Bau schon seit ca. 1969 steht – und zwar an der Quiddestraße, Ecke Plettstraße; die Lätarekirche und die blaue Fußgängerbrücke ist hier auch ganz in der Nähe. Er war Neuperlachs erster Supermarkt. Endlich konnten die Bewohner in Neuperlach vernünftig einkaufen und mussten nicht mehr so weit fahren.

Auf dem Gelände fand auch früher der Wochenmarkt statt (ab 20. Mai 1969 bis 1983). Später wurde der Container für soziale und kulturelle Zwecke genutzt – ab 1974 als Jugendtreff und Tagesstätte für Senioren, dann zunehmend für Theateraktivitäten. Den Namen FestSpielHaus hat das Gebäude 1995 erhalten, von diesem Zeitpunkt an gab es einen regelmäßigen Theaterspielbetrieb. Ein Schwerpunkt liegt auf einem Mitmachtheater, bei dem bewusst junge Menschen ohne Schauspielerfahrung auftreten sollen. Eine professionelle Theaterschule ist aber auch angebunden.

FestSpielHaus
Bild 2 mit dem Eingangsbereich (15.07.2018) © Thomas Irlbeck

Nun aber neigt sich das Gebäude seinem Ende zu. Bis zum 30. September 2018 muss es geräumt sein, danach soll es abgerissen werden. Der Grundstückseigentümer hat Eigenbedarf angemeldet. Laut Stand der offiziellen Website hat man immer noch keine neue Unterkunft gefunden. Bereits seit 2013 ist immer wieder das alte Hackschnitzel-Heizkraftwerk in Ramersdorf als neuer Standort im Gespräch (Neuperlach.org berichtete).

Weiter unten gibt es noch ein historisches Foto von ca. 1969/1970, auf dem der Bau – wenn auch nur klein – in seiner Funktion als Supermarkt zu sehen ist. Damals war der Container noch weiß.

Mal wieder eine Nachverdichtung

Laut tz sollen auf dem FestSpielHaus-Grundstück Wohnungen gebaut werden. Eine solche Nachverdichtung ist naheliegend, zumal das Grundstück relativ groß ist, denn es gibt noch eine größere Freifläche hinter dem Haus (Bild 5), eben der Standpunkt des ehemaligen Wochenmarktes.

FestSpielHaus
Bild 3 (15.07.2018) © Thomas Irlbeck
FestSpielHaus
Bild 4: Rückansicht (15.07.2018) © Thomas Irlbeck
FestSpielHaus
Bild 5: Rückansicht – wie groß die Freifläche des ehemaligen Wochenmarktes ist, zeigt dieses Bild (15.07.2018) © Thomas Irlbeck
Quiddestraße/Ecke Plettstraße
Bild 6: Albert-Schweitzer-Straße/Plettstraße. Um 1969/1970. Im Bild fast ganz oben, leicht rechts, ist der Container zu sehen, der Neuperlachs erster Supermarkt war und in dem heute das FestSpielHaus ansässig ist. Aus der Fotosammlung von J. W. Foto: M. B.

Quelle

Offizielle Website des FestSpielHaus

Update 19.08.2018

Kein gutes Omen: Auf dem Gelände wurden zwei Container aufgestellt.

FestSpielHaus
Bild 7 (19.08.2018). Foto: Hanns Edel
FestSpielHaus
Bild 8 (19.08.2018). Foto: Hanns Edel

Update 24.02.2019

Noch steht das FestSpielHaus! Laut offizieller FestSpielHaus-Website ist ein Teil der Kulissen, Requisiten und Kostüme bereits umgezogen.

Der neue Standort wird, wie oben bereits spekuliert wurde, das alte Hackschnitzel-Kraftwerk in Ramersdorf sein.

Hackschnitzel-Heizkraftwerk Ramersdorf
Bild 9: Der neue Standort, das alte Hackschnitzel-Kraftwerk in Ramersdorf an der Rosenheimer Straße 192, Ecke Wa­­gen­­eggerstraße (13.07.2018) © Thomas Irlbeck

Update 25.04.2019

Die Außenreklame wurde abmontiert.

FestSpielHaus
Bild 10 (25.04.2019) © Thomas Irlbeck
FestSpielHaus
Bild 11 (25.04.2019) © Thomas Irlbeck

Bürohaus an der Albert-Schweitzer-Straße 62-66: Noch ein Um- und Neubau!

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Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße 62-66
Bürohaus Albert-Schweitzer-Straße 62-66: Das Haus wird zu einem gemischten Gewerbe-/Wohnhaus umgebaut und im Erdgeschoss erweitert. Vor dem Haus wird außerdem ein weiteres Gebäude mit zwei Geschossen errichtet (19.06.2018) © Thomas Irlbeck

Für das Bürohaus an der Albert-Schweitzer-Straße 62-66 gab es schon mehrere Pläne. Erst sollte ein Wohnhaus daraus werden, später ein Hotel – inkl. Aufstockung.

Nun ist es entschieden, das Bürohaus wird umgebaut. Aus dem reinen Gewerbehaus wird nun eine Mischnutzung mit Gewerbe und Wohnungen. Die Aufstockung ist vom Tisch, da Nachbarn Sturm gelaufen sind wegen der Sorge vor der Verschattung der Wohnungen. Dafür wird das Erdgeschoss nun deutlich verbreitert. Ferner entsteht auf dem Parkplatz ein weiteres zweigeschossiges Gebäude. Der Parkplatz wird aufgegeben, die Restfläche begrünt. Die Baugenehmigung wurde bereits erteilt.

Auf der Website der Planungsbüros Paulus² kann man sich Grafiken mit dem geplanten neuen Aussehen anschauen: www.paulus-immobilien.group/mischnutzung/albert-schweitzer-strasse-62-66.html

Meine Meinung

Wohnraum ist wichtig, daher ist gut, wenn nicht genutztes Gewerbe zu Wohnraum umgebaut wird. Die bestehende Seitenpassage (als offene Galerie ausgeführt) geht zwar verloren, aber man kann als Ersatz überdacht an dem Zusatzgebäude laufen – den Plänen zu urteilen wird das eine Art neue Seitenpassage. Das neue Gebäude fungiert auch als Dach für die Tiefgaragenabfahrt und vereint damit optisch beides. Dennoch hätte man mehr daraus machen können, aber die Anwohner wollen das nicht.

Dass der Parkplatz begrünt wird und auch ein Fußweg Richtung Quide-Zentrum angelegt wird, ist positiv zu sehen, denn jetzige Weg am Life entlang ist wenig elegant auch gefährlich, da es mehrere Kreuzungen mit dem Life-Parkverkehr gibt.

Noch eine Nachverdichtung in Neuperlach Ost (Update 25.10.2019)

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Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 1 (21.05.2018) © Thomas Irlbeck

Am Oskar-Maria-Graf-Ring/Ecke Karl-Marx-Ring wird nachverdichtet. Zur Orientierung: Der Aldi ist hier ganz in der Nähe (vgl. auch untenstehende Karte). Dabei wird der Parkplatz direkt am Eck Oskar-Maria-Graf-Ring/Karl-Marx-Ring mit einem fünfgeschossigen Wohnhaus bebaut. Eine Tiefgarage ist vorgesehen, ins Parterre wird eine Kinderkrippe einziehen. Die beiden nebenliegenden Häuser (Oskar-Maria-Graf-Ring 3 und 5) werden saniert und bemerkenswerterweise auch um jeweils ein Geschoss aufgestockt.

Der Parkplatz wurde bereits gesperrt. Die Bäume wurden mit Schutzzäunen versehen. Bauherr ist die GWG AG, realisiert wird es von den Büscher Architekten (Quelle und mehr Infos dort).

Oskar-Maria-Graf-Ring – Map
Der Parkplatz wird bebaut, die beiden Häuser Nr. 3 und Nr. 5 aufgestockt. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Damit setzt sich die Reihe an Nachverdichtungen fort. Immerhin muss hier nur ein Parkplatz dran glauben, keine Grünfläche. Aber Neuperlach verändert sich, die Großzügigkeit des Stadtteils geht immer mehr verloren.

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 2 (21.05.2018) © Thomas Irlbeck

Update 26.05.2018

Es geht nun so langsam los. Ein Container wurde abgeladen, schweres Gerät angefahren.

Update 27.05.2018

Inzwischen steht einiges an Geräten auf der Baustelle.

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 3 (27.05.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 4 (27.05.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 5 (27.05.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 6 (27.05.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 7 (27.05.2018) © Thomas Irlbeck

Update 28.05.2018/29.05.2018

Heute Mittag, ca. 13 Uhr, waren noch keine Aktivitäten zu sehen. Der Parkplatz war noch nicht aufgerissen. Am 29.05, erneut ca. 13 Uhr, dasselbe.

Update 04.06.2018

Die Arbeiten haben heute begonnen.

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 8 (04.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 9 (04.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 10 (04.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 11 (04.06.2018) © Thomas Irlbeck

Update 15.06.2018

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 12: Andeutung, wie hoch das bestehende Haus nach der Aufstockung sein wird (15.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 13 (15.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 14 (15.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 15 (15.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 16 (15.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 17 (15.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 18 (15.06.2018) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 19 (15.06.2018) © Thomas Irlbeck

Update 03.06.2019

Nach längerer Pause wird nun wieder an der Baustelle gearbeitet. Heute wurde Asphalt abgetragen.

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 20 (03.06.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 21 (03.06.2019) © Thomas Irlbeck

Update 14.08.2019

Nach langer Zeit der Vorbereitungen und auch des Wartens scheint es nun endlich loszugehen mit den eigentlichen Bauarbeiten – beginnend mit dem Kelleraushub. Entsprechendes Gerät zum Setzen von Spundwänden wurde angeliefert.

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 22 (14.08.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 23 (14.08.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 24 (14.08.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 25 (14.08.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 26 (14.08.2019) © Thomas Irlbeck

 

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 27 (14.08.2019) © Thomas Irlbeck

Update 23.08.2019

Dabei wurden an den Begrenzungen der späteren Baugrube im engen Abstand Löcher gebohrt und Stahlträger in den Boden gelassen. Daraus werden später Spundwände entstehen, welche die Baugrube stabilisieren und u.a. ein Abrutschen der umliegenden Häuser verhindern. Die beiden Häuser, die aufgestockt wurden, wurden bereits vor einiger Zeit eingerüstet (wie bereits auf Bild 26 erkennbar).

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 28 (23.08.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 29 (23.08.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 30 (23.08.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 31 (23.08.2019) © Thomas Irlbeck

Update 13.09.2019

Inzwischen ist eine recht imposante Baugrube entstanden:

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 32 (13.09.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 33 (13.09.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 34 (13.09.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 35 (13.09.2019) © Thomas Irlbeck

Update 07.10.2019 (Fotos vom 28.09.2019)

Inzwischen ist die Baugrube entstanden und wurde mit Spundwänden versehen – teilweise aus Holz und teilweise aus Beton.

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 36 (28.09.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 37 (28.09.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 38 (28.09.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 39 (28.09.2019) © Thomas Irlbeck
Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 40 (28.09.2019) © Thomas Irlbeck

Update 25.10.2019

Es wurde ein Kran aufgestellt.

Oskar-Maria-Graf-Ring – Nachverdichtung
Bild 40 (25.10.2019) © Thomas Irlbeck

Kafkastraße: Danke, Föhn!

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Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Kafkastraße 62/54 Aufstockung (11.09.2017) © Thomas Irlbeck

Blick von meiner Loggia von heute. Man erkennt sogar einzelne Bäume in den Bergen. Mehr zum Thema: Nachverdichtung nach oben: An der Kafkastraße wird aufgestockt

Nachverdichtung nach oben: An der Kafkastraße wird aufgestockt (Update 18.12.2017)

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Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 1: Montage eines Fußbodenelements des neuen Geschosses. Die schwarzen Elemente (Bildmitte) sind Dämmmaterial (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 2 (18.06.2017) © Thomas Irlbeck

Bei Sanierungen kann man meist auf einen Kran verzichten. Doch in Neuperlach Ost ist von weitem schon ein Kran zu sehen. Es scheint sich also um etwas Größeres zu handeln. Nein, es ist kein Neubau. Vielmehr werden in der Kafkastraße, Höhe Tucholsykstraße, gegenüber der Kirche St. Philipp Neri, zwei derzeit achtstöckige Wohnhäuser (Baujahr 1972) um ein Geschoss aufgestockt. Es entstehen insgesamt vier zusätzliche Dachterrassenwohnungen mit jeweils rund 100 m² in gemischter Ziegel- und Betonbauweise. Es gibt dabei auch eine soziale Komponente. Mit der vereinbarten Mietpreisgarantie müssen die Bewohner keine unerwarteten, drastischen Mieterhöhungen befürchten.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 3: Wachsen sollt ihr! Hier wird aufgestockt. Die Häuser links sind schon höher, sie haben 12 Stockwerke (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Vier zusätzliche Wohnungen entstehen

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 4: Die Häuser nebenan kriegen ein wenig Konkurrenz, auch wenn es nur ein Stockwerk ist (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Man darf sich fragen, ob der enorme Aufwand der Aufstockung für nur vier zusätzliche Wohnungen gerechtfertigt ist. Aber da das Dach ohnehin undicht und damit sanierungsbedürftig war, entstand die Idee, die Gelegenheit zu nutzen und noch ein Geschoss aufzusetzen. Schließlich ist der Bedarf an Wohnraum enorm. Da die beiden Häuser damit zu echten Hochhäusern werden (bei der üblichen Neuperlacher Geschosshöhe ist die Grenze in der Regel mit dem 9. Stockwerk, also dem 10. Geschoss, überschritten), sind verschärfte Vorschriften insbesondere beim Brandschutz zu beachten. Auch gibt es inzwischen bei der Wärmedämmung erhöhte Anforderungen. Dies alles bedeutete sehr intensive Verhandlungen. Oft scheitern solche Projekte am Widerstand von Eigentümern, Bewohnern, Nachbarn und Behörden. Doch hier hat es geklappt. Damit findet nun eine der ganz wenigen Aufstockungen statt, die es bislang in Neuperlach gegeben hat.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 5: Herrlicher Blick von hier oben. Wer genau hinsieht, erkennt auch das Marx-Zentrum links neben dem Fahrstuhl-Maschinenraum (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Das Projekt ist so spannend, dass ich mir das vor Ort mal anschaue. Der Projektleiter der ausführenden Planungsgruppe Hochbau empfängt mich. Auf dem Rasen liegen vormontierte Platten aus Ziegeln. Sie sehen aus wie Wände, doch ich werde aufgeklärt, dass diese der neue Boden des zusätzlichen Geschosses werden.

Mit dem Behelfslift am Gerüst geht es auf das Dach. Die oberste Schicht des alten Daches wurde abgetragen. Das Dach war wie erwähnt undicht und war bereits mehrfach notdürftig geflickt worden. Tragfähig für ein zusätzliches Geschoss wäre es ohnehin nicht gewesen.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 6: Phantastische Sicht auf die Zwillingstürme (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Die Umrisse der Wohnungen sind bereits zu sehen. In die Aussparungen wird schwarzes Dämmmaterial, das an Kohle erinnert, eingefüllt. Tatsächlich handelt es sich um Foamglas (Schaumglas), das extrem leicht ist. Die neuen Böden werden dann darauf gesetzt und mit Beton vergossen. An einigen Stellen ist es bereits passiert, wie die Bilder zeigen. Die bestehende Attika als Abschluss der entstehenden Dachterrassen muss erhöht werden, die Vorschriften wollen das so.

Die Aufzüge werden bis ins neue oberste 9. Stockwerk fahren. Heutige Aufzüge benötigen keinen Maschinenraum mehr, der ein Geschoss über das Dach hinaussteht. Daher muss der bestehende Maschinenraum nur minimal erhöht werden, um ein zusätzliches Geschoss zu bedienen.

Bewohner profitieren: Neuer Aufzug schneller und halbe Treppe im Erdgeschoss entfällt

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 7: Blick auf das Marx-Zentrum (19.06.2017) Thomas Irlbeck

Für die bestehenden Bewohner hat der Umbau Vorteile: Denn es wird ein neuer, schnellerer Lift eingebaut. Und nicht nur das: Bislang musste man im Erdgeschoss ein halbe Treppe nach oben steigen. Erst von dort – im Hochparterre – startete der Lift. Nun wird er auch auf Straßenniveau halten. Gerade für Ältere, Familien mit kleinen Kindern und Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist das eine erhebliche Verbesserung.

Wenn man derzeit das Haus betritt, steht man zunächst vor dem Aufzugschacht, aber letztlich nur vor einer Wand. Man muss erst ein paar Stufen raufsteigen und steigt dann von der gegenüberliegenden Seite in den Lift.

Das bedeutet aber, dass der bestehende Aufzugsschacht wie gemacht ist für einen Umbau, so als hätte der Architekt Visionen gehabt. Man fräst vorne – auf Straßenniveau – eine zusätzliche Türe rein. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, da an dieser Wand das Gegengewicht der Fahrstuhlkabine läuft. Niemand möchte von so etwas geköpft werden. Daher muss das Gegengewicht an die Seite verlegt werden. Die Fahrstuhlkabine bekommt logischerweise zwei gegenüberliegende Türen, die zusätzliche ist dann für den neuen Halt im Erdgeschoss (Straßenniveau) vorgesehen.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 8 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 9: Blick Richtung Graf-Zentrum (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 10 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 11: Detail Bodenplatte (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 12 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 13: Für die Bewohner geht es nicht ganz ohne Einschränkungen. Der Weg ist hier unterbrochen (18.06.2017) © Thomas Irlbeck

Update (29.06.2017)

Nach nur einer Woche stehen die ersten Mauern in einer Kombination aus Beton (Außenwände) und Ziegel (Innenwände).

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 14 : Flach war gestern – das neue Dach bekommt eine sanfte Schräge. Das Wasser bedankt sich dafür, dass es leichter abfließen kann (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 15 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 16 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 17 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 18 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 19 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 20 (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Update (30.06.2017)

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 21: Teleaufnahme von meiner Loggia aus (19.06.2017) © Thomas Irlbeck

Update (10.07.2017)

Das Dach ist inzwischen in großen Teilen gedeckt.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 22 (10.07.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 23 (10.07.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 24 (10.07.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Fenster werden eingesetzt (19.07.2017)

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 25 (19.07.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 26 (19.07.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Wärmedämmung abgeschlossen (28.08.2017)

Das zusätzliche Geschoss hat nun seine Wärmeplatten erhalten. Der Winter kann kommen.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 27 (28.08.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 28 (28.08.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Fassade verputzt (04.09.2017)

Die Außenwände sind nach der angebrachten Wärmedämmung nun verputzt.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 29 (04.09.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Neue Farbe (ab 06.09.2017)

Ein neues Stockwerk kommt, die alte Farbe geht.

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 30 (06.09.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 31 (08.09.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 32: Danke an den Föhn! (11.09.2017) © Thomas Irlbeck

Update: Gerüstabbau, Weitblick aus Neubiberg (04.11.2017)

Das Gerüst wurde bereits teilweise abgebaut:

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 33 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 34 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck

Sogar aus Unterbiberg kann man das aufgesetzte Geschoss sehen. Man muss genau hinschauen, es ist links, oberhalb des weißen Schriftzugs:

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 35: Aufstockung gesehen aus Unterbiberg. Foto: Lesereinsendung (04.11.2017)

In der Vergrößerung ist es besser zu sehen, linker Bildbereich:

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 36: Aufstockung gesehen aus Unterbiberg. Foto: Lesereinsendung (04.11.2017)

Update 18.12.2017

Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 37 (18.12.2017) © Thomas Irlbeck
Kafkastraße 62/54 Aufstockung
Bild 38 (18.12.2017) © Thomas Irlbeck

Noch ein neues Neubaugebiet in Neuperlach (Update 16.06.2018)

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Patrizia Bachquartier
Patrizia Bachquartier (05.09.2014) © Thomas Irlbeck

Nachverdichtung ist das Stichwort. Wohnungen werden in München dringend gebraucht, um die bald 1,5 Millionen Münchner allesamt unterzubringen. Normalerweise verhindern die vielen Tiefgaragen, die unter den Grünflächen untergebracht sind, eine Nachverdichtung. Denn aufgrund der dünnen Betondecke sind diese nicht einmal mit schwerem Gerät befahrbar, geschweige denn bebaubar.

Natürlich könnte man diese Tiefgaragen abreißen und durch stabilere Neubauten ersetze. Bei Eigentumsanlagen werden die Eigentümer dem aber kaum zustimmen. Bei Mietswohnungen kann sich dies aber anders verhalten.

Nawiaskystraße OpenStreetMap
Neubaugebiet Nawiaskystraße. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Die Nawiaskystraße in Neuperlach West ist ein Beispiel, bei dem tatsächlich eine Tiefgarage einem Neubau weicht. Ganz am Ende der Straße (Sackgasse), die südlich an die Ständlerstraße grenzt (siehe nebenstehende Karte), wird der Parkplatz samt darunterliegender Tiefgarage durch drei 8-geschossigen Wohngebäude ersetzt. Es entsteht das Patrizia Bachquartier mit 2- bis 4-Zimmerwohnungen für Kapitalanleger oder Selbstnutzer. Auch hier wird mit „Nähe zum Ostpark“ geworben, der aber ein Stückchen entfernt ist. Der Hachinger Bach liegt aber immerhin gleich um die Ecke, eine eigene Grünanlage ist auch vorgesehen.

Google Maps zeigt, wie es derzeit dort aussieht: Google Maps, Nawiaskystraße

Update 16.06.2018

So sieht es jetzt aus:

Patrizia Bachquartier
Einer der 8-Geschosser (16.06.2018) © Thomas Irlbeck

Bilder einer („anderen“) Ausstellung – Jan Deichmann eröffnet sein Atelier im Quidde-Zentrum

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Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung. Der Künstler ist im Bild(e)! (11.05.2013) © Thomas Irlbeck

Allenfalls dem Begriff nach bedeutet Ausstellung, etwas ins Aus zu stellen. Doch wer sich den Ort anschaut, an dem der Graffiti- und Streetart-Künstler Jan Deichmann alias CAZ132 (zur Website von CAZ132) sein neues Atelier hinverlagert hat, der findet mit dem Quidde-Zentrum ein schrecklich heruntergekommenes Ladenzentrum, das schon vor Jahren hätte abgerissen werden sollen, aber irgendwie von den Verantwortlichen bislang vergessen wurde. Einst war es der Stolz Neuperlachs mit Supermärkten, Schreibwarengeschäft, Apotheke, Wienerwald und Stadtsparkasse, später dann auch mit der legendären Stadtteilbibliothek. Läden im eigentlichen Sinn gibt es dort nicht mehr, heute kann man einen Teil der Räume nicht einmal mehr mieten, weil sie nicht mehr „verkehrssicher“ sind oder ein undichtes Dach haben.

Kunstausstellung CAZ132
Ausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck

Ein total marodes Zentrum mit „Einstürzende Neubauten“-Flair ist aber eine Chance für Kunst und Kultur fernab vom Mainstream, weil eben einige Räume doch noch zu haben und auch entsprechend günstig sind. Entsprechend hat CAZ132 hier ins Schwarze getroffen. Seine Räume gehören zu den besseren, da diese vor kurzem noch ein Café und eine Bar beherbergten und somit nicht einfach verfielen. Etwas Laufkundschaft ist hier auch zu finden, da das Quidde-Zentrum auf dem Neuperlacher Fußwegsystem liegt. Heute – zufälligerweise hat Neuperlach Geburtstag und ist stolze 46 geworden (Grundsteinlegung Neuperlach 11. Mai 1967), wir gratulieren –, ist offiziell Eröffnung des neuen Ateliers. Neues und Altes – Totes und Lebendiges –, die Gegensätze könnten kaum größer sein.

Heute ging es nicht darum, Werke zu verkaufen – Preise waren entsprechend auch keine auf den Werken angebracht –, sondern mit interessierten Bürgern, mit Kunstliebhabern, Presse und einfach mit Menschen von nebenan ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Entsprechend kam quasi Hinz und Kunst (o.k., Kunz 😉 ) in die neuen Räume – zum Staunen und Plaudern. Tatsächlich war neben dem Fachpublikum auch die nette, liebe Familie aus dem Nachbarblock zum Schauen da. Immer wieder treffen neue Gäste ein.

Ich erfahre einiges. Da wird die Wohnungsbaugesellschaft WSB auch schon einmal lobend erwähnt, weil sie Stellen im Stadtteil, die in der Vergangenheit immer wieder mit Schmierereien verunstaltet wurden, nun von Künstlern verschönern lässt. Das Konzept geht auf: Mehrere von CAZ132 neu gestaltete Flächen sind seit Jahren kein Opfer von Vandalismus mehr geworden. Auch über den Verfall Neuperlachs wird gesprochen, über neue Tendenzen und über das hässliche Wort Nachverdichtung. Bis in alle Unendlichkeit wird auch das Quidde-Zentrum nicht mehr stehen. Ein Jahr könnte es durchaus noch so weitergehen, dann oder auch etwas später aber kommt der Neubau. Neben Läden (genauer darüber) wird es viele, viele Wohnungen geben, die ach so dringend gebraucht werden. Bis dahin wird vor allem eines hier zu Hause sein: die Kreativität.

Was Sie schon immer wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten: Was bedeutet NPL83? Wohl jeder Neuperlacher ist schon mal auf den Begriff NPL83 gestoßen. Doch was steckt dahinter? NPL83 ist eine Künstlervereinigung, die von Hakan K., Grosses K, ENZ und eben CAZ132 gegründet wurde. Schwerpunkte sind Musik und bildende Kunst.
NPL steht keinesfalls für Neurolinguistisches Programmieren, das wäre dann ja NLP, sondern schlicht für Neuperlach. Die 83 ist nicht das Gründungsjahr, sondern der alte Postleitzahlzusatz für Neuperlach (8000 München 83). Gegründet wurde NPL83 auch „erst“ 1986.

Link

Website von Jan Deichmann/CAZ132

Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck
Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck
Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck
Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck
Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck
Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck
Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck
Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck
Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) © Thomas Irlbeck
Kunstausstellung CAZ132
Kunstausstellung CAZ132 (11.05.2013) Foto: Jan Deichmann
Kunstausstellung CAZ132
Das Atelier von außen (11.05.2013) © Thomas Irlbeck

Plett-Zentrum: Ayinger Hof wehrt sich (noch)

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Pletz-Zentrum Abriss
Plett-Zentrum – es steht noch mehr, als es den Anschein hat (25.04.2012). Foto: Benedikt Bast
Plett-Zentrum Ayinger Hof
Plett-Zentrum: Ayinger Hof (25.04.2012) © Thomas Irlbeck

Vom Haupteingang betrachtet steht fast nichts mehr vom Plett-Zentrum. Doch auch heute trotzt der Ayinger Hof noch dem Abrissbagger. Danke an Benedikt für die Fotoeinsendung! Informationen zu den Planungen für das neue Plett-Zentrum gibt es unter Neues vom alten Plett-Zentrum.

Mehr zum Plett-Zentrum (Geschichte des Baus)

Abstecher zum Quidde-Zentrum

Quidde-Zentrum
Quidde-Zentrum aus seltener Perspektive. Die Räume der ehemaligen Stadtbibliothek sind im Bereich Bildmitte bis rechter Bildrand zu finden, gewissermaßen im 1. Stockwerk, also eine Ebene höher als die Autostellflächen (25.04.2012) © Thomas Irlbeck

Noch eine andere Aufnahme, auch von heute, aber nun vom Quidde-Zentrum. So sieht man das Quidde-Zentrum fast nie. Aber der Bau macht auch aus dieser Perspektive eine gute Figur. Also noch mal festhalten, wer weiß, wie lange das Zentrum noch steht. Ende nächsten Jahres soll das Gebäude abgerissen werden (Neuperlach.org berichtete). Ich appelliere an alle Verantwortlichen, noch mal als Alternative eine Sanierung – ggf. mit Nachverdichtung – zu prüfen. Einkaufen kann man übrigens im Zentrum fast nichts mehr, die meisten Läden stehen leer oder die Räumlichkeiten werden anderweitig genutzt. In den Räumen der Stadtbibliothek ist nun vor kurzem das „Deutsch-Islamische Kulturzentrum“ eingezogen.

Sanieren statt ruinieren

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Im Jagdfeld-Zentrum, einem Ladenzentrum im Münchner Umland, genauer in Haar, stand man vor ähnlichen Problemen, wie sie sich heute in Neuperlach stellen, etwa beim Quidde-Zentrum (Neuperlach.org berichtete) und Sudermann-Zentrum (Neuperlach.org berichtete natürlich auch darüber): Ladenzentren kommen irgendwann in die Jahre. Sie entsprechen nicht mehr den Standards, die man heute erwartet. Konkret sollte ein Ladenzentrum barrierefrei sein und vollständig überdacht, ggf. auch voll klimatisiert. Man soll sich wohlfühlen. Auch der Branchenmix sollte stimmen, sodass man mindestens die Dinge des täglichen Bedarfs auch vorfindet und nicht auf einmal nur noch Spielhallen, wo sich vorher noch Lebensmittelgeschäfte befanden.

Bei den Ladenzentren aus den 1970er-Jahren, in einer Zeit, in der das Wort „barrierefrei“ vermutlich noch nicht einmal erfunden war, stellt sich die Frage – abreißen oder modernisieren? In Haar entschied man sich für eine umfassende Sanierung. Aber nicht nur das, es wurde auch eine Nachverdichtung vorgenommen. Das Haarer Hochhaus – ein Gewerbebau – wurde ebenso integriert wie weitere Bauten, etwa das Kino. Der neue Hauteingang bietet Barrierefreiheit durch einen Fahrstuhl. Die anderen Eingänge sind ebenso zumindest größtenteils barrierefrei und wurden überwiegend mit automatischen Türen versehen. Das gesamte Ladenzentrum wurde überdacht. Ein Problem war die Grünanlage, in der sich hohe Bäume befinden. Aber wie überdacht man einen riesigen Baum? Die Antwort: gar nicht. Der Außenbereich wurde durch riesige Glaswände abgetrennt und wurde gewissermaßen zu einem ganz echten, isolierten Außenbereich, den man nicht mehr so ohne weiteres betreten kann. Sicherlich eine Notlösung, immerhin fühlt man sich weiterhin im Freien, auch wenn Glas dazwischen ist. Im Sommer werden die Glaselemente offensichtlich geöffnet, dann haben die Besucher noch mehr von der Anlage.

Appell zum Erhalt des Quidde-Zentrum

Beim Quidde-Zentrum hält man nichts von einer Sanierung. Zu teuer. Also muss der Bau weg. Ein neues Einkaufszentrum muss her und viele, viele Wohnungen. Doch jetzt hat man Zweifel bekommen, ob der Bau das Gelbe vom Ei werden würde. Es soll noch mal alles umgeplant werden. Das wäre doch eine gute Gelegenheit, auch noch einmal das Modell einer Sanierung und Modernisierung zu untersuchen. Einige Konzepte könnte man aus dem Jagdfeld-Zentrum klauen, etwa die komplettierte Überdachung, die verglaste Grünanlage (das Problem stellt sich im Quidde-Zentrum ebenso) und automatische Türen. Thema Barrierefreiheit: Vom Osten ist das Zentrum bereits barrierefrei, ebenso, wenn man von der Brücke über die Quiddestraße kommt (vom Hachinger Bach aus). Bleiben der Parkplatz und die Bushaltestelle. Die Treppe von dort aus ist sehr, sehr steil. Wie wäre es denn, wenn man auf den Parkplatz ein Hochhaus stellt? Mit einem Fahrstuhl gelangt man dann auf die Höhe des Quidde-Zentrum. Mit einer überdachten Brücke würde man dann ins Quidde-Zentrum gelangen. In den unteren Stockwerken könnte man Gewerbe ansiedeln, in den oberen Wohnungen unterbringen. Genau das soll ja das Ziel sein. Bliebe das Parkproblem, das man mit einer Tief- oder Hochgarage lösen könnte. Man hätte eine Nachverdichtung, aus der dringend benötigte Wohnungen sprießen, ein modernes Einkaufszentrum und zur Abwechslung mal einen markanten Bau aus der Anfangszeit Neuperlachs gerettet. Aber will man das überhaupt? Der Denkmalschutz fehlt, also werden die meisten nichts Erhaltenswertes finden. Aber das Neue ist nicht immer schöner und besser.

Jagdfeld-Zentrum

Haupteingang

Jagdfeld-Zentrum
Das Haarer Hochhaus markiert den Haupteingang an der Münchner Straße, eine Verlängerung der berühmten Wasserburger Landstraße (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Der Haupteingang, links das Hochhaus, rechts das Kino (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Haupteingang: barrierefrei durch den Fahrstuhl (20.03.2012) © Thomas Irlbeck

Ladenpassage

(Bild entfernt)

Die Passage ist voll … (20.03.2012)

(Bild entfernt)

… überdacht (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Das ist der Metzger (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Noch mehr Läden (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Und auch Restaurants (20.03.2012)

Die Grünanlage

(Bild entfernt)

Diese ist durch eine Glaswand abgetrennt (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Aber man fühlt sich zu jeder Jahreszeit wie im Freien (20.03.2012) ©

(Bild entfernt)

Zumindest optisch (20.03.2012)

Leerstände

Auch solche gibt es, wenngleich es nicht überrascht, dass sich der Schlecker verabschiedet hat.

(Bild entfernt)

Leerstand 1 (20.03.2012)

(Bild entfernt)

Leerstand 2 (20.03.2012)

Nebeneingang

Jagdfeld-Zentrum
Einer der Nebeneingänge. Er hat auch … (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
… eine automatische Türe. Zigaretten und Fahrräder müssen draußen bleiben (20.03.2012) © Thomas Irlbeck

Der See-Eingang

Jagdfeld-Zentrum
Vor dem See-Eingang (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Das Restaurant Iseo (20.03.2012) © Thomas Irlbeck

Der künstliche See

Jagdfeld-Zentrum
Natürlich sieht er nicht aus, eher wie ein Schwimmbecken (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Eine Rampe – das ist begehbare Kunst! (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Wasser und … (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
… noch mehr Wasser (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Und noch viel mehr! (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Gewerbe-Hochhaus (links) und Wohnhochhaus (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Ein Wohnhochhaus, fast wie in Neuperlach (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Mit mehr Abstand aus der Seen-Perspektive (20.03.2012) © Thomas Irlbeck
Jagdfeld-Zentrum
Und wieder näher dran (20.03.2012) © Thomas Irlbeck

Mehr als nur eine Zahl – die Hausnummer

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Hausnummern-Mosaik
Hausnummern-Mosaik. Foto: azrael74 / Lizenz siehe: flickr

Hausnummern sollen uns den Weg weisen. Ist man erst einmal in der richtigen Straße gelandet, findet man auch ohne Navi das Haus mit der Nummer 177 meist ganz einfach. Am stärksten verbreitet, nicht nur in Deutschland, ist dabei das Orientierungsnummernsystem. Bei diesem finden sich bei radialen Straßen die ungeraden Nummern links und die gerade rechts, wenn man in stadtauswärtige Richtung blickt. Richtung stadtauswärts werden die Nummern höher. Bei tangentialen Straßen orientiert sich das System am Uhrzeigersinn. Bewegt man sich in diesem, sind die ungeraden Nummern links, die geraden rechts und die Hausnummern werden höher.

Das System hat aber auch Nachteile, da die wirkliche Entfernung unbestimmt bleibt. Ist man bei der Hausnummer 1 und möchte zu Hausnummer 177, kann diese sehr weit entfernt sein oder auch nicht, abhängig davon, ob durchgängig Häuser auf der entsprechenden Straßenseite (hier also der linken) stehen oder nicht, wie breit die Häuser sind und ob es Sprünge oder nachträglich eingefügte Hausnummern mit Buchstabenzusatz (dazu später mehr) gibt. Auch liegen links- und rechtsseitig vergebene Hausnummern oft weit auseinander. Fast jeder hat es schon mal erlebt, eine Hausnummer fast gefunden haben. So steht man vor dem Haus 123, will aber zu 124. Auf der rechten Seite ist auf gleicher Höhe aber dann vielleicht die Hausnummer 60, wie ärgerlich.

Daher gibt es auch andere Systeme. Im Kanton Zürich etwa arbeitet man mit einer Art virtuellen Hausnummern. Alle 5 Meter wird eine solche gedachte Hausnummer vergeben. Ein Haus, genauer dessen Eingang, bekommt dann die Nummer, die den gedachten Hausnummern am nächsten kommt. Aus den Hausnummern wird somit eine annähernde Entfernungsangabe. Es gibt aber auf der Welt noch viele andere Systeme, z.B. das Mannheimer System mit seinen Quadraten. Alle haben sie ihre Vor- und Nachteile.

Es soll nicht auf alle Systeme eingegangen werden, denn hier geht es ja primär um Neuperlach. Aber auf eines soll hingewiesen werden. Das hierzulande verbreitete System hat den Nachteil, dass bei einer Nachverdichtung oft keine Hausnummern mehr frei sind. Pflanzt man etwa zwischen Haus 1 und 3 weitere Häuser, so behilft man sich mit Buchstaben: 1a, 1b … 1z. Das erspart den Anwohnern, dass ganze Straßen neu durchnummeriert werden, was ein lästiges Ummelden zur Folge hätte, den Druckereien aber Zusatzaufträge für neues Briefpapier und Visitenkarten bescheren würde. Buchstabenbereiche haben für mich immer was Provinzielles. Ich denke an die biederen Reihenhäuser in Gartenstadtsiedlungen, an denen ich die Buchstaben besonders oft sehe. Dabei gibt es die Buchstabenzusätze auch in echten Metropolen. Vor kurzem bekam ich eine E-Mail mit einer Adresse an der Karl-Marx-Allee. Ich sah erst nicht richtig hin und wollte schon der Absenderin schreiben, sie würde in der gleichen Straße wie ich wohnen. Stutzig machte mich aber die Hausnummer, die nach der Ziffer noch ein „a“ enthielt.

In Neuperlach

Hausnummer
Auch künstlerische und kitschige Hausnummernschilder gibt es. Foto: Gertrud K./ Lizenz siehe: flickr

In Neuperlach waren mir Buchstaben in Hausnummern bis dato unbekannt (zumindest in Neuperlach Nord/Mitte der Beobachtung nach) da man Lücken vorsah, die zum späteren Auffüllen gedacht sind. Somit merkte ich, dass etwas nicht stimmt, und ich erkannte meinen Irrtum. Erst dann sah ich, die Mail ist ja aus der Hauptstadt (bevor Proteste kommen, München ist natürlich auch ganz offiziell eine Hauptstadt), und es heißt dort „Allee“ und nicht „Ring“.

Buchstabenbereiche erinnern mich daran, dass man früher in der Programmiersprache Basic Zeilen nicht so ohne weiteres nachträglich einfügen konnte. Man behalf sich meist eines Tricks und schrieb das Programm mit Zeilennummern in einer gewissen Schrittfolge, typischerweise Zehnerschritten: 10, 20, 30… So hatte man Platz und konnte ggf. zwischen Zeile 10 und 20 noch eine Zeile 15 und noch weitere einbauen. Die Ästhetik blieb aber dabei auf der Strecke, die Abstände waren unregelmäßig, hässlich. Und zwischen Zeile 11 und 12 bekam man nichts mehr rein. Aber es gab zumindest keine Buchstaben in Zeilennummern, was ich als noch weniger elegant empfinden würde.

Nun aber endgültig zur Neuperlacher Realität: Der Peschelanger ist eine der bekanntesten Straßen in Neuperlach. Schauen wir uns diesen also mal an: Einen Peschelanger 1 gibt es nicht. Hier hat man auf der linken Straßenseite bei der Hausnummer 3 angefangen, die für das rostfarbene Bürohaus gleich am Eck zum Karl-Marx-Ring, das eine Bank und eine Apotheke im Erdgeschoss beherbergt, vergeben wurde. Platz für ein nachträglich hingepflanztes Haus ist nicht vorhanden, aber man weiß ja nie, für was man die Lücke (genauer den verschobenen Anfang) später noch brauchen kann. Komischerweise kommt als nächstes Haus auf der linken Seite (in Richtung Marx-Zentrum gesehen) gleich das Haus Nummer 11, das Ärztehaus (in dem sich auch passenderweise eine Bar befindet, mit separatem Eingang, aber auch der Hausnummer 11). Dann erst folgen die Hochhäuser 7 und 9, durch die sich beide der Penny-Supermarkt zieht. Die letzte der ungeraden Nummern hat die Mittelinsel mit ihren vielen Läden, die unter Peschelanger 13 firmiert. Auf der rechten Straßenseite finden sich die geraden Nummern, die mit 8 starten: Peschelanger 8, 10, 12 und 14. Quer durch 8, 10 und 12 geht der Rewe-Supermarkt, in Haus Nummer 14 ist die Gaststätte „Zum Löwen“, die früher einen Namen mit Absolutheitsanspruch trug: „Gaststätte Neuperlach“. Peschelanger 2, 4 und 6 sind nicht existent, ebenso wenig, wie bereits erwähnt bzw. angedeutet, die Hausnummern 1 und 5. Speziell bei den ungeraden Nummern ist die Zählweise also nicht so ganz schlüssig.

Eine Erklärung hierfür könnte die Anfahrt sein  – wer zum Haus 11 will, fährt am Ende des Peschelanger eine spezielle Straße weiter, die das Haus 11 halb umrundet und in einer Hochgarage mündet. Von der Zufahrt gesehen liegt das Haus 11 dann doch weiter weg als die Häuser 7 und 9. Die Mittelinsel wiederum ist direkt nur über die Fußgängerzone erreichbar (für schwere Lkws tabu, wobei es aber laufend Verstöße gibt!) und liegt demnach auch „hinten“, ganz hinten gewissermaßen. Es hat also alles irgendwie seine Logik.

Gestern erlebte ich jedoch einen Kulturschock. Man hat vor langer Zeit an der Kurt-Eisner-Straße nachverdichtet. Mit Wohnhäusern. Und ich sah, als ich einen Brief am nahe gelegenen Briefkasten einwerfen wollte, dass das erste Haus an der Kurt-Eisner-Straße die Hausnummer „1a“ trägt. Ich wurde mal wieder daran erinnert, dass Neuperlach doch provinziell ist, da München eben ein Millionendörfchen ist.

Redewendung

Sogar in eine Redewendung hat es der Begriff „Hausnummer“ geschafft. Eine „Hausnummer nennen“ bedeutet bekanntlich, eine ungefähre Größenordnung zu nennen, was natürlich bei der üblichen groben Hausnummernvergabe recht passend ist.

Berühmte Hausnummern

4711

4711
Logo und (streng genommen ehemalige) Hausnummer in einem. Foto: gaetanku / Lizenz siehe: flickr

Die wohl berühmteste Hausnummer in Deutschland darf natürlich nicht fehlen. Es ist die 4711 in Köln, die durch eine Köln-weite Hausnummerierung entstand. Ja, in dem Haus mit der Nummer wurde tatsächlich das Wässerchen 4711 verkauft, das erst offiziell als Heilwasser galt und später zum weltberühmten Parfüm wurde. Mit der späteren straßenspezifischen Nummerierung erhielt dann das Haus in der Glockengasse die unspektakuläre Hausnummer 12.

2583 ½

Wir bleiben in Köln. Der Kölner Dom erhielt ursprünglich die grotesk anmutende Hausnummer 2583 ½. Wer nun meint, hier habe man noch eine Hausnummer zwischen 2583 und 2584 reingeschummelt, liegt falsch. Der Zusatz ½ bedeutet schlicht, dass auf dem Grundstück ein öffentliches Gebäude steht, sodass es nicht steuerpflichtig war. Den Küster mit seiner kleinen Wohnung im Nordturm traf es nicht ganz so gut. Seine Wohnung firmierte unter der vollen Hausnummer 2583, sodass Steuern zu entrichten waren. Die Welt ist aber auch ungerecht.