„Am Ostpark“ – Vom Namen her unser schönster Penny

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Penny am Ostpark
Penny am Ostpark  (29.01.2018) © Thomas Irlbeck

Zumindest vom Namen her („Am Ostpark“) ist das unser schönster Penny. Im Unterschied zum LAO (Leben am Ostpark) liegt der Markt an der (Quiddestraße, /Höhe Staudingerstraße, tatsächlich am Ostpark.

Früher war hier übrigens eine Tankstelle. Wer erinnert sich? Die Zwillingstankstelle auf der anderen Straßenseite existiert noch heute.

Zwei Pechnasen tanken Super (Update 11.07.2013)

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Pechnasen
Auskragung am Penny-Flachdach mit nun angebrachtem Regenrohr (02.07.2013) © Thomas Irlbeck

Die geschwungenen Auskragungen im Marx-Zentrum erinnern ein wenig an die Wehrerker oder Gusserker einer Burg. Vor allem früher wurden sie auch als „Pechnasen“ bezeichnet, auch wenn nicht klar ist, ob neben siedenden Flüssigkeiten wie Wasser oder Öl auch tatsächlich Pech zur Verteidigung der Burg abgelassen wurde. Aber „super“ ist hier gar nichts. Um bei stärkerem Regen mehr Wasser sofort abzuleiten, sollen nun „schwebende“ Rohre im Rahmen der derzeit durchgeführten Flachdachsanierung am Penny-Markt bewirken, dass das Wasser gar nicht erst im Kies versickert. Ästhetisch schaut das überhaupt nicht aus. Hierbei ist aber auch zu befürchten, dass bei Luftverwirbelungen oder bei Undichtigkeiten das Wasser nicht aus dem Rohr senkrecht abfließt, sondern eher an der Fassade herunterläuft und diese beschädigt. Auch Fußgänger und Raucher, die sich hier unterstellen, dürfen sich hier freuen, in Zukunft an eigentlich geschützten Stellen eine Ladung Feuchtes abzukriegen.

Dass das herablaufende Wasser bei ähnlichen Regenwasser-Abflusskonstruktionen neue Schäden verursachen kann, zeigt sich im Marx-Zentrum nur ein Haus weiter an der Max-Kolmsperger-Straße. Bereits wenige Monate nach der beendeten Flachdachsanierung sieht man, dass sich das Wasser nun zumindest teilweise seinen Weg über die asbesthaltigen Eternit-Platten bahnt und entsprechende Spuren hinterlässt (siehe Abbildung weiter unten). Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist hier bereits ein Teil der Schutzschicht der Platten abgetragen worden. Als Folge einer solchen Beschädigung können die gefährlichen Asbestfasern freigesetzt werden. Neben einer möglichen Gesundheitsgefahr und einer noch schnelleren Alterung der Asbestplatten macht das Ganze aber auch hier einen extrem hässlichen Eindruck. Wer kommt auf solche Ideen und wer zahlt respektive haftet für neue Schäden, die dann einen Rückbau und Nachbesserungen erforderlich machen?

Pechnasen
Weitere … (02.07.2013) © Thomas Irlbeck
Pechnasen
… Ansichten … (02.07.2013) © Thomas Irlbeck
Pechnasen
… (02.07.2013) © Thomas Irlbeck

Nur ein Haus weiter: Das Wasser fließt hier nicht, wie es soll. (Bild entfernt)

Solche Sorgen hatte man im Mittelalter nicht, zumal es damals bekanntlich noch keine Eternit-Platten gab. Die Abbildung zeigt das 1422 erstmals erwähnte Einersheimer Tor im unterfränkischen Iphofen. Deutlich zu sehen ist die Pechnase mit ihrer schießschartenförmigen Öffnung.

Einersheimer Tor /Pechnasse
Einersheimer Tor mit Pechnase. Foto: Margret Pirzer / Lizenz siehe: flickr
Einersheimer Tor/Pechnase
Pechnase vergrößert. Foto: Margret Pirzer / Lizenz siehe: flickr

Update (11.07.2013)

Marx-Zentrum Sanierung Penny-Flachdach/Pechnasen
Marx-Zentrum mit dem weitgehend sanierten Penny-Flachdach (09.07.2013) © Thomas Irlbeck

Wie die Aufnahme im rechten unteren Bereich zeigt, ist die Flachdachsanierung nun weitgehend abgeschlossen.

Süddeutsche Zeitung: „Gefangen im Marx-Zentrum“

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Marx-Zentrum
Ringförmig angelegtes Marx-Zentrum (Archivbild) © Thomas Irlbeck

In der Süddeutschen Zeitung vom Samstag, den 15. September 2012, ist auf Seite R7 (Stadtausgabe Süd) ein Artikel über das Marx-Zentrum erschienen (Titel: Gefangen im Marx-Zentrum). Aufhänger ist, dass die Penny-Einkaufswagen seit März dieses Jahres mit einer Wegfahrsperre ausgestattet sind (siehe Bild weiter unten), wodurch man sie nur noch innerhalb des Ladens benutzen kann. Die Süddeutsche Zeitung vergleicht diese Einrichtung mit einer „elektronischen Fußfessel“, die ja bekanntlich manche Straftäter tragen müssen. Einkaufswagen, die nicht mehr zurückgebracht und wieder mühsam vom Personal eingesammelt werden müssen oder gar für immer verschwinden, gehören somit der Vergangenheit an. Für ehrliche Kunden mag das ärgerlich sein. Für diejenigen, die viel schleppen müssen und das nur noch mit Mühe können, wenn überhaupt, ist das auch nicht angenehm.

Marx-Zentrum
Schiefe Laterne im Marx-Zentrum (Archivbild) © Thomas Irlbeck

So weit, so gut. Mit dem Marx-Zentrum hat das nur peripher was zu tun, zumal das in diversen anderen Filialen – auch anderer Ladenketten – auch schon längst praktiziert wird (siehe z.B. Aldi: Einkaufswagen mit Wegfahrsperre, einem Artikel von 2003).

Aber in dem Artikel werden alle Klischees bedient (Häuserfassaden mit Asbestplatten bekleidet, Substitutionspraxis, der Vinzenzmurr schloss, da er, so wörtlich, sein Fleisch schon länger dort (gemeint ist das Marx-Zentrum, der Verfasser) nicht mehr verkaufen wolle, Nagelstudio, Goldankauf, fast ungenutzte Laderampen). Mit den Einkaufswägen hat dies aber kaum etwas zu tun. Im Übrigen wurde das Marx-Zentrum so konstruiert, dass die Läden mit lastenintensiver Anlieferung ringförmig liegen und daher mit Laderampen ausgestattet sind, die übrigens sehr wohl auch heute noch rege genutzt werden. In der Mittelinsel (wo es keine Laderampen gibt) wurden dagegen bevorzugt Läden und Einrichtungen angesiedelt, die keine intensive Warenanlieferung haben. Hier haben die Planer mitgedacht.

Einkaufswagen mit Wegfahrsperre
Einkaufswagen mit Wegfahrsperre. Das rechte Vorderrad wird bei Verlassen des Ladens blockiert (18.09.2012) © Thomas Irlbeck

Doch inzwischen wurden die Läden der Mittelinsel zum Teil zweckentfremdet. Der frühere Frisör, der eher kleinere Mengen an Shampoo und Haarspray benötigte, ist gewichen. Der Lebensmittelmarkt, der dann dort eingezogen ist, hat ein hohes Lieferaufkommen. Die Lieferung erfolgt per Lkw durch die Fußgängerzone. Auch weitere Läden auf der Mittelinsel werden durch Lkw beliefert. Durch die zu schweren Lkw kommt es immer wieder zu Schäden, da die Fußgängerzone nicht dafür ausgelegt ist. Viele der Schäden wurden nie repariert, so gibt es nicht nur gebrochene Bodenplatten, sondern es wurden auch inzwischen fast alle Laternen und weiteren Masten mehrfach vom Lieferverkehr angefahren, wodurch sie immer krummer und verbeulter werden. Die Schäden haben sich über Jahrzehnte angesammelt und wurden meist nur notdürftig beseitigt, wenn überhaupt. Man darf hier fragen, warum sich die Hausverwaltung nicht darum kümmert. Auch die Tiefgarage, die sich direkt unterhalb der Fußgängerzone befindet, wird durch den Lieferverkehr über Gebühr belastet, auch hier sind Schäden und vorzeitige Abnutzungen vorprogrammiert.

Einkaufswagen mit Wegfahrsperre, Hinweis
Vergrößerung Hinweisschild im Wagen (18.09.2012) © Thomas Irlbeck

Trotz diverser Mängel halte ich das Marx-Zentrum weiterhin für sehr lebenswert. Was ich an dem Artikel kritisiere, ist die assoziierte Negativdarstellung. Bei Aussagen wie, dass der Vinzenzmurr dort kein Fleisch mehr verkaufen wolle, entsteht beim Lesen der Eindruck, das Marx-Zentrum müsse ja der schlimmste soziale Brennpunkt sein. Und das stimmt definitiv nicht.

Der Artikel aus der Süddeutschen Zeitung ist nicht online erhältlich, zumindest nicht in einer kostenlosen Variante, deswegen gibt es hier keinen Link.

Wenn Schluss ist, ist Schluss

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Wir sind extralange für Sie da
Der Arzt darf länger öffnen, will aber (verständlicherweise) nicht. Der Penny will (verständlicherweise) länger öffnen, darf aber nicht (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Heute erlebte ich bei einem Neuperlacher Arzt, dass wenige Minuten nach Ende der Öffnungszeiten noch eine Patientin an der Türe klopfte. Die Sprechstundenhilfe wies darauf hin, dass die Praxis schon geschlossen habe und dass man beim Penny um 20:30 auch keine Milch mehr kaufen könne. Die Patientin wurde ins nächste Spital – Bereitschaftspraxis im Klinikum Neuperlach – verwiesen.

Selbstverständlich muss ein Arzt außerhalb den Öffnungszeiten niemand mehr behandeln, zumindest dann nicht, wenn er nicht unmittelbar Hilfe benötigt. Auch ein Arzt hat mal Feierabend. Aber ob der Vergleich mit dem Penny wirklich so treffend ist? Immerhin würde der Penny gerne noch nach 20:00 verkaufen, aber täte er es, auch wenn es nur 20:01 wäre, würde ein hohes Bußgeld drohen. Der Arzt hingegen dürfte um 17:01 noch einen Patienten hereinlassen. Die gesetzlichen Regelungen sind (zurecht) andere. Der Arzt darf eine Ausnahme machen. Der Penny nicht. Daher hinkt der Vergleich etwas.