Frühe Kinderfreuden in Neuperlach Ost (um 1975)

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Stemplingeranger 1975
Bild 1: Am Stemplingeranger (um 1975). Foto: Sabine Kroesen

Zwei Kinder lachen und genießen ihre Pionierzeit in Neuperlach. Das Bild stammt wie auch das Foto mit den beiden Eis schleckenden Kindern vor dem Marx-Zentrum-Rohbau von Sabine Kroesen. Vielen Dank für diesen herrlichen und lebendigen Schnappschuss! Laut Fotografin ist das Bild sehr wahrscheinlich 1975 entstanden. Wir sind hier am Eck Oskar-Maria-Graf-Ring/Stemplingeranger und blicken Richtung Karl-Marx-Ring. Die Häuser im Hintergrund (linker und mittlerer) Bildteil gehören zum Annette-Kolb-Anger, das Haus ganz rechts ist ein Zeilenhaus mit Anschrift Stemplingeranger.

Trafohäuschen und Sitzmauer als Hinweisgeber

Bei der Nachstellung des Bildes waren das Trafohäuschen, die Sitzmauer und der Fußweg im rechten Bildteil eine große Hilfe. All drei sind zwar noch vorhanden, aber der Ort ist dennoch kaum wiederzuerkennen. Die Pergola ist verschwunden, und der starke Bewuchs nimmt fast die ganze Sicht, speziell auf die Häuser am Annette-Kolb-Anger, die nun praktisch vollständig vom typischen Neuperlacher Grün verdeckt sind.

Nachstellung Stemplingeranger 1975
Bild 2: Die Stelle ist heute Kaum wiederzuerkennen. Nur das Trafohäuschen, die Sitzmauer, der Fußweg und teilweise noch das Zeilenhaus im Hintergrund liefern einen Hinweis (21.09.2017) © Thomas Irlbeck

Um die Gemeinsamkeit besser herauszuarbeiten, darf eine Detailansicht auf Trafohäuschen und Sitzmauer nicht fehlen:

Nachstellung Stemplingeranger 1975, Detail
Bild 3: Diese charakteristische Stelle gibt den Hinweis, dass der Fotostandpunkt des Originalbildes mit höchster Wahrscheinlichkeit gefunden wurde (21.09.2017) © Thomas Irlbeck

Aber auch eine Totale, bei der man mehr von dem Zeilenhaus sieht, darf nicht fehlen:

Nachstellung Stemplingeranger 1975, Totale
Bild 4: Das Zeilenhaus in der Totalen (21.09.2017) © Thomas Irlbeck

Da das Originalbild nach langer Lagerung einen extremen Rotstich entwickelt hat und dort praktisch keine Farben mehr erkennbar sind  – außer Rot und Weiß versteht sich –, habe ich die Farben rekonstruiert. Da das Foto leider in einem sehr schlechten Zustand ist, gelang dies nicht nicht vollständig. Daher lege ich noch eine Schwarzweißversion bei, die vielleicht etwas natürlicher wirkt:

Stemplingeranger 1975, S/W
Bild 5: Schwarzweißversion des Originalbildes. Foto: Sabine Kroesen

Und nicht zuletzt zeige ich noch eine Montage des Originalfotos mit der Nachstellung, die einen besseren Vergleich von damals und heute ermöglichen soll:

Stemplingeranger 1975, Original und Nachstellung
Bild 6: Original und Nachstellung

Sitzbrettfahrer (Update 24.04.2017)

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Die Bretter der Bänke in meiner Gartenanlage werden erneuert. Das Material hat der Sitzbrettfahrer gebracht.

Bänke Gartenanlage
Neue Bretter für die Bänke (19.04.2017) © Thomas Irlbeck
Bänke Gartenanlage
Das Ergebnis lässt sich sitzen! (24.04.2017) © Thomas Irlbeck

Düfte ziehen an: Steigerung der Besucherzahlen

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Die Pergola wurde vom Spielplatz entfernt (Neuperlach.org berichtete), aber leider nicht die Mülltonnen. Diese werden wohl noch ein paar Monate stehen bleiben. Einzige Ausnahme: Wenn die Tonnen geleert werden, werden sie kurzzeitig entfernt. Man schaue sich den Betrieb auf der Rutsche an: So unglaublich es klingt, aber der Spielplatz wurde früher nur selten benutzt. Seit die stinkenden Mülltonnen dort stehen (seit knapp einem Jahr), sehe ich nun aber immer wieder dort Kinder spielen. (Bild entfernt)

Zwei mögliche Erklärungen:

  • Da die Bewohner dort ihren Müll entsorgen müssen, gerät ins Bewusstsein, dass es in der Wohnanlage überhaupt einen Spielplatz gibt, und man schickt die lieben kleinen Gören zum Spielen dort hin. (Der Spielplatz liegt in einem Bereich, den man eventuell sonst gar nicht zu Gesicht bekommt, wenn man nur die Haupteingänge der Häuser benutzt, die auf der anderen Seite der Wohnanlage liegen.)
  • Es liegt eine Täuschung vor, die Spielplätze werden gar nicht häufiger benutzt. Man schaut nur genauer hin und prüft, ob Kinder diese unwürdige Umgebung aufsuchen. Früher hätte man die Kinder gar nicht bemerkt, da man dann nicht gezielt darauf achten würde.

Welche Erklärung stimmt? Oder ist es eine Mischung aus beiden Erklärungsversuchen?

Eigentümerversammlung – die Panne

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Mülltonnenaufzug außer Betrieb
Die Mülltonnenaufzüge sind außer Betrieb. Die Mülltonnen stehen seit knapp einem Jahr auf dem Spielplatz (Archivbild von 2011) © Thomas Irlbeck

Seit fast einem Jahr stehen in meiner Wohnanlage die Mülltonnen im Freien, genauer auf dem Spielplatz. Der Grund dafür ist, dass der TÜV die Mülltonnenaufzüge wegen Sicherheitsmängeln stillgelegt hat, entsprechend können die Tonnen nicht mehr von den Müllträumen im Keller an die Oberfläche transportiert werden. Aus dem gleichen Grund sind auch die Müllschlucker stillgelegt – der Müllabwurfschacht endet im Keller, und das wäre dann Endstation für den Müll (Neuperlach.org berichtete). Doch das Hauptmerkmal von Sanierungsvorgängen ist: Sie dauern lange und länger. Nur die Ewigkeit im christlichen Glauben währt länger fort. Immerhin hat man im Juli letzten Jahres eine Neuerrichtung der Mülltonnenaufzüge beschlossen. Ebenso wurde ein Beschluss gefällt für eine Abdichtung der Müllschlucker-Einwurfklappen und den Einbau einer Sprinkleranlage im Müllraum – jeweils exklusiv nur im Haus 58, weil dieses als echtes Hochhaus gilt und die aktuellen Sicherheitsvorschriften das jetzt für Hochhäuser vorschreiben. Doch bis heute laufen keine Bauarbeiten. Der Knackpunkt ist jetzt, dass alle Unternehmen, die bei der Ausschreibung ein Angebot abgaben, deutlich den Kostenrahmen sprengten – genauer um 25.000 EUR beim niedrigsten und damit favorisierten Angebot. Daher wurde zu einer außerordentlichen Eigentümerversammlung eingeladen, um eine Nachgenehmigung für diese 25.000 EUR einzuholen. Bei dieser Gelegenheit sollten auch ein paar weitere Punkte besprochen werden.

Als ich pünktlich um 17:30 eintreffe, sind weit weniger Eigentümer anwesend, als es sonst üblich ist. Die Versammlung wird eröffnet und sofort wieder geschlossen. Das ist aber ein bekanntes Ritual, das ich bislang noch immer erlebt habe. Denn die erforderliche Anwesenheitsquote wird auch bei besser besuchten Eigentümerversammlungen kaum erreicht. Aber es gibt ja dann die zweite Versammlung nach einer Wartefrist von einer halben Stunde. Bei dieser ist man dann auf jeden Fall beschlussfähig, unabhängig davon, wie viele Eigentümer noch eintreffen. Es kommt jedoch zwischen 17:30 und 18:00 fast niemand mehr. Ich gehe davon aus, dass der Grund darin liegt, dass die meisten die heutige Versammlung als reine Formsache ansehen und sie das Thema schon anödet. Ich sollte falsch liegen, was das Nichterscheinen anbelangt, wie sich später noch herausstellen wird.

Kostensteigerung bei den Mülltonnenaufzügen

Die Versammlung wird dann um 18:00 eröffnet. Ich erfahre den Grund, warum das Ganze teurer wird. Zu einem geringen Teil liegt es daran, dass Aufzüge allgemein teurer geworden sind. Zu einem großen Teil ist die Ursache aber darin zu suchen, dass man beim Korrosionsschutz nachbessern will. Schließlich sollen die Plattformen der Müllaufzüge nicht schon nach zwei Jahren ein Opfer des Rosts werden. Im Raum regt sich kaum Widerstand. Die Erhöhung des Kostenrahmens wird schließlich einstimmig genehmigt. Nun also können die Arbeiten beauftragt werden. Wohl noch im Sommer wird der Zustand, dass die Kinder neben den Mülltonnen spielen, endlich beendet.

Pergola – ohne ist man noch weniger zufrieden

Ein weiterer Punkt ist die Pergola. Diese wurde inzwischen entfernt, da sie nicht mehr zu retten war. Ein Eigentümer wählt sehr deutliche Worte, dass die Parkanlage ohne Pergola nun sehr schlimm aussehe. Die Verwalterin weist darauf hin, dass im Dezember letzten Jahres ausdrücklich nur die Entfernung der Pergola beschlossen wurde, ein Neubau der Pergola jedoch abgelehnt wurde. Der Eigentümer kann sich die Bemerkung nicht verkneifen, er habe ja für einen Neubau gestimmt. Die Verwalterin schlägt vor, er solle einen Antrag auf Neuerrichtung einer Pergola einreichen, im Dezember könne dann bei der regulären Eigentümerversammlung darüber abgestimmt werden. Ein weiterer Eigentümer weist noch darauf hin, dass ja auf dem Nachbargrundstück ein Bauvorhaben umgesetzt werde und eine optische Abgrenzung daher umso wichtiger sei.

Zustand vor der Demontage

Pergola
Der Zustand der Pergola … (Archivbild von 2011) © Thomas Irlbeck
Pergola
… ist so schlecht, dass da … (Archivbild von 2011) © Thomas Irlbeck
Pergola
… nichts mehr zu retten war (Archivbild von 2011) © Thomas Irlbeck

Vorher vs. nachher

Betrieb auf dem Mülltonnenspielplatz
Vorher: Mülltonnenspielplatz mit Pergola (Archivbild von 2011) © Thomas Irlbeck

Ohne Pergola sieht die Parkanlage aber auch nicht schöner aus, ganz im Gegenteil:

Mülltonnenspielplatz ohne Pergola
Nachher: Mülltonnenspielplatz ohne Pergola (16.03.2012) © Thomas Irlbeck
Ohne Pergola
Der traurige Rest der Pergola (16.03.2012) © Thomas Irlbeck

Dreckspatz in der Wohnanlage – Müllabwurf von der Loggia

Und es soll noch einen Aufreger geben: Frau B. (Name geändert), die in einem Stockwerk ziemlich weit unten wohnt, berichtet davon, dass mindestens ein Bewohner Zigarettenkippen, Obstreste und weiteren Müll einfach von der Loggia werfe. Diese Abfälle würden in ihrem Blumentrog landen, den sie als Kräutergarten nutze. Diese Verwendung sei nun nicht mehr möglich. Selbst eine Damenbinde habe sie schon bei der Ernte gefunden. Der Täter sei bislang nicht zu lokalisieren. Die Verwalterin schlägt vor, per Rundschreiben alle Bewohner zu Ordnung und Anstand aufzurufen. Aber ob das reicht? Nach kurzer Überlegung verkneife ich mir den Vorschlag, eine Überwachungskamera anzubringen. Frau B. wirft auch mir einen Blick zu. Ob sie mich in Verdacht hat? Ich rauche nicht und auch hält sich mein Verbrauch an Damenbinden als Mann eher in Grenzen. Ein Eigentümer meint, mit der Wiederinbetriebnahme der Müllschlucker im Sommer werde sich die Situation wieder verbessern. Er kann damit nicht überzeugen, es gibt Widerspruch im Raum. Wer einen fehlenden Müllschlucker als Freibrief sieht, den Müll nun von der Loggia zu werfen, der hat generell ein Defizit.

Die Panne

Kurz vor dem Ende der Versammlung kommt unerwartet Besuch. Die Person berichtet, sie habe beobachtet, dass sich vor der Kirche (die Versammlung findet immer in der Kirche statt) ein Grüppchen von Leuten gebildet habe, die dann wieder abgezogen seien, da sie wegen verschlossener Türen nicht in die Kirche gelangen konnten. Darunter sollen Eigentümer gewesen sein, die dann wieder nach Hause gegangen seien. Es wird vermutet, dass ein Kirchenmitarbeiter die Außentüre irgendwann zwischen 17:30 und 18:00 abgesperrt hat, da ihm wohl entgangen war, dass im Versammlungsaal getagt wurde. Tatsächlich fehlten zahlreiche Gesichter, die man sonst bei jeder Versammlung sah. Nach meinem Verständnis können die betroffenen Eigentümer den Beschluss in puncto Mülltonnenaufzüge nun anfechten, trotz Einstimmigkeit. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass jemand Gebrauch davon macht, da es keine Alternative zum Beschluss gibt. Die ausgesperrten Eigentümer werden es wohl mit Humor nehmen (müssen).

Fotospaziergang in nächster Nähe

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Man sollte beim Spazierengehen immer eine Kamera dabei haben, denn es gibt immer was zu sehen. Meistens ergeben sich besten Motive aber dann, wenn man die Kamera vergessen hat. Heute war alles anders, ich hatte sie dabei.

Die Pergola in meiner Wohnanlage ist nicht mehr zu retten. Auf der Eigentümerversammlung wurde ihr Abriss beschlossen. Es wird wegen der hohen Kosten keine neue Pergola aufgestellt. Wie aus der Nähe zu sehen, ist die Konstruktion nur noch Holzabfall, den es zu entsorgen gilt.

Pergola
Das war mal eine Pergola (11.12.2011) © Thomas Irlbeck
Pergola
Näher dran: Pergola (11.12.2011) © Thomas Irlbeck

Auch beim Blick Richtung Ost macht die Pergola nicht mehr den Eindruck, als wäre sie fabrikneu. In der Wohnanlage gibt es wunderschöne Flecken zu entdecken. Versteckt liegt ein herrlicher Rasen, ein Platz zum Erholen und Ballspielen.

Pergola
Die Pergola mit Blick Richtung Ost (11.12.2011) © Thomas Irlbeck
Versteckter Platz
Versteckter Platz (11.12.2011) © Thomas Irlbeck

Weniger idyllisch sind die Mülltonnenstandplätze. Bis voraussichtlich zum Sommer 2012 werden die Tonnen noch permanent im Freien stehen. Immerhin hat man nun auf die neuen Plastikmülltonnen umgestellt (EU-Norm!). Ist das kräftige, helle Blau nicht herrlich?

Mülltonnen am Spielplat
Mülltonnen am Spielplatz (11.12.2011) © Thomas Irlbeck
Mültonnen vor dem Haus
Neuer Standplatz für die Mülltonnen vor dem Haus (11.12.2011) © Thomas Irlbeck

Ein Teil der Mülltonen steht nun am Fahrradständer vor dem Haus. Damit sollen die Wege im Winter verkürzt werden (Neuperlach.org berichtete). Es wird davon ausgegangen, dass im Winter ein Teil der Fahrradparkplätze nicht benötigt werde, da es zum Fahrradfahren viel zu kalt und zu glatt ist. Die unerschrockenen Radfahrer müssen mit den wenigen verbliebenen Fahrradparkplätzen auskommen.

Ein Luftschloss bauen – die Pergola

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Pergola in Polen
Pergola in Wrocław, Niederschlesien, Polen. Foto: Rantes / Lizenz siehe: flickr

Allen, die von einem Bauwerk funktionalen Charakter erwarten, dürfte diese Art einer Konstruktion mindestens suspekt, wenn nicht gar sinnlos erscheinen: die Pergola. Sie steht hauptsächlich in Gärten und Parkanlagen. Der Name kommt aus dem Lateinischen: pergula steht für Vor-/Anbau, aber auch für Observatorium und nicht zuletzt – was jetzt zum Weiterlesen motivieren sollte – für Bordell. Es sei aber fairerweise gesagt, dass die Bedeutung Vorbau die treffendere ist.

Genau ist eine Pergola ein Bauwerk aus Säulen oder Pfeilern, die eine Art Gang bilden. Das Baumaterial ist meist Holz, oft werden aber auch Metall und andere Materialien eingesetzt. Das Fundament ist in der Regel massiv, um ein Umkippen bei starkem Wind zu verhindern. Statt eines geschlossenen Daches sind Balken oder Verstrebungen angebracht. Somit hat eine Pergola weitestgehend eine rein optische Funktion. Einen Regen- oder Windschutz bietet die Pergola nicht, in Einzelfällen wird durch die typische Bewachsung mit Kletterpflanzen zumindest ein Sicht- und Sonnenschutz erzielt. Ein Bauwerk überwiegend aus Luft, geben wir dem Luftschloss eine weitere Bedeutung und bezeichnen wir die Pergola als solches.

In meiner wunderschönen Wohnanlage gibt es auch eine Pergola, die derzeit zur Unterstellung der Mülltonnen missbraucht wird, was aber auch relativ sinnlos ist, da wie eben dargelegt kein Regenschutz gegeben ist. Auch die optische Kaschierung der ungeliebten Mülltonnen hält sich in Grenzen.

Nun ist unsere Pergola schon sehr alt, die Balken werden langsam morsch. Daher war die Pergola auch Thema in der außerordentlichen Eigentümerversammlung. Zur Abstimmung standen Entfernung, Reparatur und Neubau der Pergola. Die Entfernung nebst Entsorgung ist nicht viel billiger als die Sanierung. Die Mehrheit hatte ein Einsehen und entschied sich für Letzteres. Somit lässt sich ableiten, dass man auch für die reine Optik ein paar Ocken übrig hat, wohingegen sonst eher geringstmögliche Kosten und die Funktion im Vordergrund stehen. Manchmal sind Eigentümerversammlungen also doch für eine Überraschung gut, zumindest die außerordentlichen.

Pergola in England
Eine 100 Meter lange Pergola in England. Foto: denvilles_duo / Lizenz siehe: flickr
Pergola in Chiswell Green, St. Albans, England
Eine Pergola in Chiswell Green, St. Albans, England. Foto: ukgardenphotos / Lizenz siehe: flickr

Dem Müll (k)eine Abfuhr erteilen

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Seit knapp 7 Wochen stehen die Mülltonnen in meiner Wohnanlage am Karl-Marx-Ring nun Tag und Nacht auf dem Spielplatz, da die Mülltonnenaufzüge vom TÜV Süd stillgelegt wurden und die Mülltonnen entsprechend nicht mehr von den Müllräumen im Keller an die Oberfläche befördert werden können (Neuperlach.org berichtete). Doch der Spielplatz wird weiter benutzt – Hygiene, Gerüche und Optik zum Trotz. Der Zustand wird wohl noch länger anhalten, da es noch nicht einmal einen Termin für die außerordentliche Eigentümerversammlung gibt, auf der dann etwas beschlossen werden könnte, was dann (irgendwann) mal umgesetzt werden könnte. Es ist kein Geheimnis, dass Baugenehmigungen nur im Märchen von heute auf morgen erteilt werden.

Betrieb auf dem Mülltonnenspielplatz
Betrieb auf dem Mülltonnenspielplatz (12.06.2011) © Thomas Irlbeck

Update

Mit einem halben Jahr Verzögerung hat es nun die Hausverwaltung endlich geschafft, einen Termin für die außerordentliche Eigentümerversammlung anzuberaumen. Am 05.07. soll nun entschieden werden, wie es weitergeht. Es gibt sechs verschiedene Lösungen, darunter sind auch einfache Müllstellplätze, die nur per Tor vor Fremdbenutzung geschützt werden, aber kein Dach haben. Der Vorteil ist neben der geringen Kosten, dass offenbar dafür keine Baugenehmigung erforderlich ist. Aber man kann dann den Müll ohne Regenschutz einwerfen, aber daran haben sich ja einige schon gewöhnt.

Wie auch immer entschieden wird, so schnell werden wohl die Mülltonnen nicht vom Spielplatz verschwinden. Planung und Bau der Mülltonnenhäuser werden nicht wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Das neue Highlight in Neuperlach: Mülltonnenspielplatz

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Mülltonnen im Freien
Die Mülltonnen stehen nun Tag und Nacht im Freien (29.04.2011) © Thomas Irlbeck

Bislang hatten die Bewohner einer Wohnanlage am Karl-Marx-Ring, in welcher der Autor übrigens selbst wohnt, Müllräume in den Kellergeschossen, in denen der Müll bequem ohne weite Wege entsorgt werden konnten, sowie Müllabwurfschächte. Nun hat der TÜV Süd eine sofortige Stilllegung der Mülltonnenaufzüge wegen erheblicher Sicherheitsmängel veranlasst. Da die Tonnen nicht mehr befördert werden können, wurden sie nun im Freien neben dem Spielplatz sowie neben der Tischtennisplatte aufgestellt, was beide Plätze ungemein „aufwertet“. Die Mülltonnen sind dem Regen ausgesetzt. Die Pergola beim nordwestlichen Standplatz bietet nur eine minimale optische Kaschierung, aber keinen Wetterschutz, da sie nicht über ein Dach, sondern nur über Querbalken verfügt. Der nordöstliche Müllplatz hat nicht mal diese optische Kompensation. Die Müllabwurfschächte, die in den Müllräumen im Keller enden, mussten auch aus dem gleichen Grund außer Betrieb genommen werden.

Mülltonnen im Freien
Der Spielplatz wird durch die Mülltonnen ungeheuer „aufgewertet“. Das stinkt! (29.04.2011) © Thomas Irlbeck

Wie konnte es so weit kommen, dass Kinder nun keine zwei Meter neben den Mülltonnen spielen dürfen? Dass die Mülltonnenaufzüge Sicherheitsmängel haben, ist länger bekannt (Neuperlach.org berichtete). Im November letzten Jahres wurde bei der Eigentümerversammlung kein Beschluss gefasst, weil als TOP faktisch nur ein Bau von Müllhäusern in der Gartenanlage angeboten wurde und noch keine Alternativen umfassend ausgelotet wurden (Modernisierung der Mülltonnenaufzüge etwa). Anfang dieses Jahres sollte eine außerordentliche Eigentümerversammlung zu dem Thema einberufen werden. Passiert ist aber bislang nichts. Warum muss es erst immer zu einer Ausnahmesituation kommen, bevor gehandelt wird? Wer hat hier versagt?

Mülltonnen im Freien
Der zweite Standplatz. Das Tischtennisspielen … (29.04.2011) © Thomas Irlbeck
Mülltonnen im Freien
… ist sicherlich jetzt ein besonders gerunchssensorisches Erlebnis (29.04.2011) © Thomas Irlbeck

Updates

Noch ein paar zusätzliche Bilder:

Mülltonnenaufzug außer Betrieb
Mülltonnenaufzug außer Betrieb. Wahrscheinlich für immer, da eine Nachrüstung der Sicherheitsmerkmale wohl nicht möglich ist. Auch ein Neubau ist angeblich an derselben Stelle nicht zulässig bzw. würde sehr teuer kommen, etwa doppelt so viel wie Mülltonnenhäuschen (30.04.2011) © Thomas Irlbeck
Müllschlucker außer Betrieb
Müllschlucker außer Betrieb (Bildmitte). Der Griff wurde abmontiert und die Klappe zugeklebt. Selbst wenn der Mülltonnenaufzug wieder in Betrieb genommen werden würde, dürfte der Müllschlucker wegen der Brandschutzvorschriften wohl nicht wieder in Gang gesetzt werden (30.04.2011) © Thomas Irlbeck
Mülltonnen-Rutsche
Mülltonnen-Rutsche (30.04.2011) © Thomas Irlbeck
Verschmutzter Mülltonnenplatz
Langsam verschmutzt der Platz: (04.05.2011) © Thomas Irlbeck