Drei auf einen Streich: Wir bitten um Beachtung!

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Gleich drei Schreiben hat die Hausverwaltung in meiner Wohnanlage in den Fahrstühlen sowie im Fahrstuhlwartebereich im Erdgeschoss aufgehängt. Die darin angesprochenen Probleme gibt es auch in anderen Wohnanlagen.

Entsorgung von Zigarettenkippen

Schreiben Hausverwaltung
Aushang 1

Zigarettenkippen sind Giftmüll und dürfen nicht einfach vor dem Haus auf dem Boden entsorgt werden. Es besteht außerdem Brandgefahr.

Feuerbeschau

Schreiben Hausverwaltung
Aushang 2

In Treppenhäusern und Gemeinschaftsfluren abgestellte Gegenstände müssen entfernt werden. Es geht erstens darum, dass Gegenstände im dichten Rauch den Fluchtweg behindern. Zweitens erzeugen brennende Gegenstände (Plastik in Bobby-Cars etc., aber auch z.B. Pflanzen) selbst hochgiftigen Rauch. Die Bestimmungen mögen sehr streng sein, allerdings sterben immer wieder Menschen bei Bränden.

Ruhestörung

Schreiben Hausverwaltung
Aushang 3

Leute möchten sich abends und am Sonn-/Feiertag erholen. Es ist unzumutbar, wenn (Hobby-)Handwerker wochenlang ihre Wohnung renovieren und dann mit den ruhestörenden Tätigkeiten erst um 18 Uhr oder gar um 20 Uhr beginnen. Die Ruhezeiten müssen daher eingehalten werden.

Ruhestörende Hausarbeiten sind Mo–Fr von 8:00 bis 12:00 und 14:00 bis 18:00, Sa von 8:00 bis 12:00 und 14:00 bis 17:00 erlaubt. An Sonn- und Feiertagen sind sie ganztägig verboten.

Ottobrunn: Ständige Pflanzenausstellung

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Die Straßen in Ottobrunn
Bild 1 (28.08.2014) © Thomas Irlbeck
Die Straßen in Ottobrunn
Bild 2 (28.08.2014) © Thomas Irlbeck

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte unsere Nachbargemeinde Ottobrunn noch nicht einmal einen befestigten Straßenrand. Die Stromversorgung erfolgte über Stromleitungen, die zwischen simplen Holzmasten gespannt waren. Man wähnte sich eher in einem Ort irgendwo in den USA und nicht in einem reichen Münchner Vorort. Die Strommasten sind verschwunden und es gibt inzwischen gut ausgebaute Straßen mit Fuß- und Radwegen. Das System entspricht etwa dem, was man aus München und Neuperlach gewohnt ist. Nur die Bepflanzung ist eine andere. In München gibt es Rasen und Bäume auf den Mittel- und Seitenstreifen. In Ottobrunn ist es anders. Man kann es so ausdrücken: Neuperlach ist grün, Ottobrunn ist bunt!

Die Straßen in Ottobrunn
Bild 3 (28.08.2014) © Thomas Irlbeck
Die Straßen in Ottobrunn
Bild 4 (28.08.2014) © Thomas Irlbeck

Die Feuerbeschau – oder „Was es mit dem Wohnzimmer eines Mehrfamilienhauses auf sich hat“

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Ganz so schön war die Kakteen- und Pflanzenausstellung in meinem Hausflur nicht. Aber man mag mir verzeihen, dass ich hier nur ein Bild zur Illustration bringe und nicht die reale Pflanzensammlung festgehalten habe. Denn was weg ist, kann man ja nur noch eher schlecht fotografieren © Simone Krüger / Pixelio

Hausflure in Mehrfamilienhäusern sind mehr als sterile Zugänge zu den schönen Wohnungen und Apartments. Oft werden sie liebevoll eingerichtet und mit Kakteen, Kunst, Kitsch und Krempel bestückt. Einige Bewohner nutzen den Hausflur als verlängerten Wohnungsflur und stellen alles ab, was in der Wohnung keinen Platz hat oder unerwünscht ist (etwa Kinderwagen, Schuhschrank, Fahrräder, hässliche Pflanzen, Schwiegermutter).

Jedes Stockwerk hat seinen eigenen Stil. Man könnte den Stockwerken sogar Namen geben. Da gibt es das Stockwerk mit der „ständigen Kakteenausstellung“, die einen Besuch im Botanischen Garten überflüssig macht, das „Kunststockwerk“ mit einer riesengroßen, sehr attraktiven Skulptur oder das Chaosstockwerk mit dem hässlichen Schuhschrank und dem Fahrradersatzteillager.

In die Wohnungen kann man nicht so ohne Weiteres reinschauen. Aber der Hausflur ist für jeden einsehbar. Er ist gewissermaßen das Wohnzimmer des Mehrfamilienhauses.

Nun aber hat die Idylle ein Ende. Per Schreiben vom Hausverwalter werden alle Bewohner aufgefordert, sämtliche Gegenstände aus den Hausfluren und dem Treppenhaus zu entfernen. Eine von der Branddirektion durchgeführte Feuerbeschau hätte nämlich ergeben, dass die abgestellten Gegenstände § 22 und § 24 der „Verordnung über die Verhütung von Bränden“ widersprechen würden. Nur die Fußabstreifer dürfen bleiben, sonst muss alles raus. Nicht entfernte Gegenstände würden sonst zwangsentsorgt werden. O.k., Sicherheit geht vor!

Nun ist es so weit, die Frist ist abgelaufen. Mein Haus ist kaum mehr wiederzuerkennen. Jedes Stockwerk sieht jetzt gleich aus. Die wunderschöne Skulptur, die für mich ein Hinweis war, dass ich im richtigen Stockwerk bin, in dem sich der Zugang zum Dachboden befindet, ist weg. Die ständige Kakteenausstellung ist für immer geschlossen, das verrostete Fahrrad aus dem Treppenhaus wohl beim „Eisen Karl“ zur Entsorgung.

Alles ist nun so beliebig und steril. Manches ist zu Recht auf dem Müll, anderes vermisse ich. Mein Haus hat nun kein „Wohnzimmer“ mehr.

Update 03.08.2009: Heute wurde mir per Hausverwalter-Schreiben mitgeteilt, dass man noch nicht so ganz zufrieden sei. Es seien immer noch Pflanzen u.a. in den Fluren abgestellt. „Nur auf fahrbaren nicht brennbaren Untersätzen“ aufgestellte Pflanztöpfe seien „bis auf jederzeitigen Widerruf geduldet“. Im nächsten Satz wechselt der Brief das Thema, denn eigentlich sollte es ja um die Feuerbeschau gehen. Es heißt, „Verunreinigungen durch diese Pflanzen“ seien „von den jeweiligen Besitzern zu entfernen“. Schön, dass man das Thema Schmutz damit gleich miterledigt. Problem erkannt, reagiert und beseitigt.