Putzbrunn: Nach dem letzten Brannt

Werbung

Neue Brennerei, Putzbrunn
Ersatz für die alte Brennerei in Putzbrunn (10.04.2017) © Thomas Irlbeck

Die Brennerei in Putzbrunn wurde 2014 abgerissen (Neuperlach.org berichtete). Es war ein charakteristischer, nach meinem Empfinden erhaltenswerter Bau. Da die Brennerei durch eine Wohnanlage ersetzt werden sollte, konnte man vom Schlimmsten ausgehen, dass nämlich rein gar nichts mehr an die alte Brennerei erinnert. Doch immerhin wurde einer der Bauten, der etwa an der alten Position des ehemaligen Gebäudes entstanden ist, mit seiner Klinkerfassade und seiner Form (Spitzgiebel) an die alte Brennerei angelehnt. So hat man beim Vorbeifahren immer noch ein wenig Brennerei-Atmosphäre. Für das echte „Branntgefühl“ fehlt aber schon einmal ein Schornstein. Alt und Neu werden hier gegenübergestellt. Fotos von der alten Brennerei gibt es ganz unten.

Neue Brennerei, Putzbrunn
Näher dran an dem Haus, das etwas der alten Brennerei nachempfunden wurde (10.04.2017) © Thomas Irlbeck
Brennerei Putzbrunn
Die alte Brañtwein Breñerei (Februar 2010). Foto: Roman Ludwig
Brennerei Putzbrunn
Die alte Brañtwein Breñerei (Februar 2010). Foto: Roman Ludwig

Von (Kreis)-Bögen, Ringen, Angern, Straßen und Wegen (Unsere Straßen und Plätze, Folge 3)

Werbung

Putzbrunn, Philipp-Kreis-Bogen
Wir sind hier in Putzbrunn (10.04.2017) © Thomas Irlbeck
Goslar, Carl-Spitzweg-Weg
Goslar, Carl-Spitzweg-Weg. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

In vielen Orten ist man von der alten Systematik weggekommen, kleinere Straßen als „Weg“ und größere als „Straße“ zu bezeichnen, Straßen mit Bäumen am Rand vielleicht noch als „Allee“. Stattdessen wird die optische Verlaufsform der Straße in den Namen integriert und zwischen „Ring“, „Bogen“ und „Anger“ (Sackgasse) unterschieden. Das haben wir in Neuperlach, siehe Karl-Marx-Ring, Friedrich-Engels-Bogen und Peschelanger.

Das erspart den Carl-Spitzweg-Weg (den es tatsächlich in Goslar gibt) oder gar den Spitzwegweg (der wohl Phantasie bleibt).

Aber es schafft neue Skurrilitäten.

Wer „Kreis“ mit Nachnamen heißt und nach seinem Ableben wegen seiner Verdienste ausgerechnet mit einer bogenförmige Straße geehrt wird, wird zum „Kreis-Bogen“. So geschehen in Putzbrunn.

Philipp Kreis (* 1909; † 1994) und Truma

Erste Wohnwagen-Heizung Truma-matic von der Firma Truma aus dem Jahre 1961
Erste Wohnwagenheizung Truma-matic von der Firma Truma (1961). Foto: Truma Gerätetechnik / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Hierbei handelt es sich um den Gründer von Truma, einem Hersteller von Produkten für Wohnwagen und Reisemobile. Zu den Produkten gehören unter anderem Heiz- und Klimasysteme, Warmwasserboiler, Rangiersysteme sowie Systeme zur Strom- und Gasversorgung.

Der Truma-Firmensitz ist praktischerweise auch in Putzbrunn, wenngleich nicht am Philipp-Kreis-Bogen, sondern ein Stück entfernt an der Wernher-von-Braun-Straße. Hier ist sie wieder, die gute alte „Straße“.

Der Markenname Truma leitet sich vom ehemaligen US-Präsidenten Harry S. Truman ab. Kreis verehrte ihn, da Truman den Wiederaufbau Deutschlands zum Industriestaat ermöglichte.

Putzbrunn, Philipp-Kreis-Bogen
Das Schild in der Totalen: Glonner Straße, Ecke Philipp-Kreis-Bogen (10.04.2017) © Thomas Irlbeck

Zu den übrigen Folgen „Unsere Straßen und Plätze“

Alpenblick vom Parterre

Werbung

Nicht immer muss es das höhere Haus oder der Turm sein, um bei Föhn ein prächtiges Alpenpanorama zu haben.

Denn hier, kurz hinter der Stadtgrenze in Solalinden bei Putzbrunn, ist alles anders. Hier gibt es den Fernblick bereits vom Parterre aus. Aufnahmen vom letzten Sonntag.

Alpenpanorama Solalinden/Putzbrunn
Bild 1 (02.11.2014) © Thomas Irlbeck
Alpenpanorama Solalinden/Putzbrunn
Bild 2 (02.11.2014) © Thomas Irlbeck
Alpenpanorama Solalinden/Putzbrunn
Bild 3 (02.11.2014) © Thomas Irlbeck

Der unbekannte Waldfriedhof – Mystische Orte (Teil 16)

Werbung

Waldfriedhof
Bild 1 (18.09.2014) © Thomas Irlbeck

Ein „Waldfriedhof“, der auch so heißt und nur wenige Kilometer von Neuperlach entfernt ist? Vielen dürfte dieser Friedhof unbekannt sein. Es ist also keineswegs der Münchner Waldfriedhof im Stadtteil Fürstenried gemeint. Es handelt sich auch nicht um den Friedhof Perlach, der unweit des Neuperlacher Wohnrings liegt und hier schon einmal Thema war.

Waldfriedhof
Bild 2 – Glockenturm (19.09.2014) © Thomas Irlbeck

Tatsächlich geht es um den „Waldfriedhof“ in Putzbrunn, der auch als „Neuer Waldfriedhof“ bezeichnet wird. Der Zusatz deutet darauf hin, dass es sich nicht um den Friedhof im Ortszentrum handelt, den die meisten zumindest vom Vorbeifahren kennen dürften. Doch an dem abgelegenen Waldfriedhof kann man kaum zufällig vorbeifahren. Aufmerksamen Beobachtern dürfte höchstens ein Wegweiser aufgefallen sein. Genau diesem Wegweiser bin ich mal nachgegangen.

Der Waldfriedhof liegt ein Stückchen südwestlich vom Putzbrunner Ortszentrum. Der Ortsteil ist Putzbrunn Waldkolonie, die Adresse ist Niedweg 15. Der Niedweg führt Richtung Wald, dem Hohenbrunnerwegholz. Auf dem Weg dorthin gibt es noch große Felder, Gebäude sind fast völlig Fehlanzeige. Die Anfahrt zeichnet entsprechend eines aus: Ruhe und Leere.

Am Waldrand findet man dann den Eingang zu dem idyllisch gelegenen Friedhof. Auffällig ist, dass es hier schon eher die Ausnahme ist, eine Menschenseele anzutreffen. Kein Wunder, die Anzahl der Gräber ist äußerst überschaubar.

Waldfriedhof
Bild 3 (19.09.2014) © Thomas Irlbeck

Ein vorbeikommender Spaziergänger sagte mir als Erklärung, der Friedhof stünde erst seit wenigen Jahren in Betrieb. Und so viele würden bei ihnen im Ort ja auch nicht sterben, und den anderen Friedhof gebe es ja auch noch. Doch es sind doch schon ein paar Jahre mehr. Die Gemeindezeitung Putzbrunn berichtet, dass der Friedhof am 14. Februar 2004 eröffnet wurde. Ich gehe einmal den Rundweg auf dem Friedhof und schaue mich in Ruhe um. Alles scheint hier eine Nummer kleiner zu sein. Die Gebäude wirken etwas steril und sind, wie es bei einem neuen Friedhof zu erwarten ist, im modernem Stil gehalten. Der Friedhof mit seiner Waldlage hat aber dennoch eine besondere, durchaus mystische Ausstrahlung.

Park der Jahreszeiten

Waldfriedhof
Bild 4 – Hier geht es Richtung Ottobrunn (18.09.2014) © Thomas Irlbeck

Laut Infotafel am Eingang versteht sich der Waldfriedhof als „Park der Jahreszeiten“, der Gehölze biete, die entweder gerade in der Blüte stünden, Herbstlaub oder Beeren tragen würden oder deren Rinde im Winter durch den Schnee leuchte. Um dies zu betonen, seien die Gehölze jeweils einer Art in Gruppen gepflanzt. De Wechsel vom Werden, Vergehen und Wieder-Erblühen komme so zum Ausdruck.

Mit dem Rad weiter nach Ottobrunn

Bei der Rückfahrt fahre ich nicht wieder zurück Richtung Putzbrunn, sondern folge dem Niedweg Richtung Ottobrunn. Das Ortsende-Schild wirkt für die sehr bescheidene, nicht asphaltierte Straße regelrecht überdimensioniert (Bild 4). Für den motorisierten Verkehr ist hier Endstation, aber ich bin ja mit dem Rad unterwegs.

Bilderstrecke

Waldfriedhof
Bild 5 (19.09.2014) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof
Bild 6 (19.09.2014) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof
Bild 7 (19.09.2014) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof
Bild 8 (19.09.2014) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof
Bild 9 (19.09.2014) © Thomas Irlbeck
Waldfriedhof
Bild 10 (19.09.2014) © Thomas Irlbeck

Anfahrt

Waldfriedhof Anfahrt
Umgebungskarte Waldfriedhof. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Die Karte zeigt die Anfahrtsmöglichkeiten. Mit dem Auto ist eine Anfahrt nur von Nordosten aus möglich.

Auf dem letzten Parkplatz im Ortsbereich Putzbrunn wird per Schild darauf hingewiesen, dass auf dem dem eigentlichen Friedhofsparkplatz nur wenige Parkmöglichkeiten zur Verfügung stünden und dass daher gegebenenfalls hier geparkt werden müsse.

Per ÖPNV ist der Friedhof nicht angebunden, was ob der wenigen Besucher wenig verwunderlich ist. Wer dennoch mit dem Bus anfahren möchte, steigt an der Haltestelle „Hohenbrunner Straße“ aus (Linie 212, 221) und läuft den Rest (ca. 1 km).

Der letzte Brannt – die Brennerei in Putzbrunn ist nicht mehr (Update 23.08.2015)

Werbung

Brennerei Putzbrunn
Bild 1: Brañtwein Breñerei (Februar 2010). Foto: Roman Ludwig

Wer öfter durch die Nachbargemeinde Putzbrunn fährt, der kennt das Gebäude: die Brañtwein Breñerei Putzbrunn e.G., die sehr prominent an der Hauptstraße des Orts liegt (genauer Münchner Straße/Übergang Glonner Straße) – übrigens gegenüber dem Haus, das ich wegen der Ähnlichkeit mit dem Extraterrestischen gerne E.T.-Hochhaus nenne. Die Bushaltestelle, die sich dort befindet, heißt bezeichnenderweise Brennerei. Oft geben so markante Gebäude ganzen Ortsteilen ihren Namen (wie die Michaeliburg etwa).

Brennerei Putzbrunn
Bild 2: Brañtwein Breñerei (Februar 2010). Foto: Roman Ludwig

Nun aber wurde die Brañtwein Breñerei abgerissen (Bild 3), nur der Schornstein steht noch. Das Gebäude hatte nach meinem Empfinden durchaus Charme, war nicht unästhetisch. Das Problem ist, es stand nicht unter Denkmalschutz. Laut Wikipedia sind in Putzbrunn nur die Kirche St. Stephan und das Kleinbauernhaus denkmalgeschützt.

Brennerei Putzbrunn
Bild 3: Nur der Schornstein steht noch (02.08.2014) © Thomas Irlbeck

Da ich das Gebäude der Brañtwein Breñerei nicht näher kenne, möchte ich mir kein Urteil anmaßen, ob der Abriss sinnvoll oder notwendig war, ob man nicht aus dem Gebäude durch einen Umbau noch etwas hätte machen können. Aber es ist dennoch schade, da eine Identifikationsmerkmal verlorengegangen ist. Gebäude geben Orten ein Gesicht, sie liefern Halt und Orientierung. Zu viel Veränderung lässt Orte fremd werden, zumal oft Einheitsarchitektur nachkommt, die überall in Deutschland und darüber hinaus stehen könnte.

Brañtwein Breñerei – Schreibfehler?

Brennerei Putzbrunn
Detailansicht von Bild 1: Keine Rechtschreibfehler!

Auf dem Firmenschild fällt auf, dass Branntwein und Brennerei mit nur einem „n“ geschrieben sind, was man als klaren Rechtschreibfehler deuten könnte. Wenn man aber genauer hinsieht, ist ein Strich auf dem „n“ (ñ). Diese heute nicht mehr sonderlich verbreitete Kennzeichnungsform (in Gestalt eines Beizeichens in Form eines Überstrichs) bedeutet schlicht eine Verdopplung des Buchstabens. Man nennt diese Linien auch Nasal- oder Reduplikationsstriche. Verdoppelt werden können mit dem Nasal-/Reduplikationsstrich (Nasal bedeutet schlicht Nasenlaut) entsprechend nur die Buchstaben „m“ und „n“, da diese – etwas vereinfacht ausgedrückt – die einzigen Nasenlaute sind.

Hinweis: Tilde (~) oder waagrechte Linie (-)?

Korrekt ist als Nasal-/Reduplikationsstrich im Deutschen eigentlich nur eine waagrechte gerade Linie über dem „n“ oder „m“. Der Webbrowser ist dazu in der Lage, dies darzustellen, aber es kann Probleme geben. Daher wird hier eine Tilde verwendet (ñ), das ist die spanische Variante. Aber ein Test. Sehen Sie jetzt die korrekte Form: n̄?

Update (13.08.2014)

Jetzt wurde auch noch der Schornstein abgerissen. Ein Video zeigt den Moment. Auch ein Bild vom eigentlichen Gebäudeabriss liegt vor. Vielen Dank an die Leserin für die Einsendung des Videos und des Fotos!

(Link: YouTube)
Abriss Brennerei Putzbrunn
Bild 4: Abrissarbeiten (30.07.2014)

Update (30.08.2014)

Demos wird auf dem Grundstück eine Wohnanlage errichten.

Update (07.10.2014)

Bilder von der Baustelle mit Bautafel.

Bautafel Brennerei Putzbrunn
Bild 5: Baustelle (07.10.2014) © Thomas Irlbeck
Bautafel Brennerei Putzbrunn
Bild 6: Bautafel (07.10.2014) © Thomas Irlbeck

Update (23.08.2015)

Nachfolgebauten vor der Fertigstellung.

Nachfolger Putzbrunn Brennerei
Bild 7: Nachfolgebauten (23.08.2015) © Thomas Irlbeck
Nachfolger Putzbrunn Brennerei
Bild 8: Nachfolgebauten (23.08.2015) © Thomas Irlbeck

Das Kruzifix vor Oedenstockach – Mystische Orte (Teil 11)

Werbung

Kruzifix vor Oedenstockach
Kruzifix vor Oedenstockach (06.06.2013) © Thomas Irlbeck

Ich bin keineswegs katholisch oder anderweitig religiös erzogen worden, auch heute würde ich mich nicht als religiös bezeichnen, vielleicht bestenfalls noch als Agnostiker. Dennoch faszinieren mich die Themen Religion und alle damit verbundenen Bauwerke, Kultstätten und sonstigen Einrichtungen, vor allem, wenn sie älter sind und auf mich in irgendeiner Weise mystisch wirken. Es geht von ihnen irgendetwas Unfassbares, Unheimliches, Faszinierendes aus.

Oedenstockach Kapelle, Wasserturm
St.-Anna-Kapelle und Wasserturm in Oedenstockach (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Die wohl wichtigste bildliche Darstellung des Christentums ist das Kruzifix (von lateinisch cruci fixus; „ans Kreuz geheftet“), also die Darstellung des gekreuzigten Jesus Christus. Solche Kruzifixe finden sich nicht nur in Kirchen sowie in deutschen Gerichtssälen und Klassenzimmern (in letzteren beiden Orten sind sie nicht unumstritten, man beachte die juristischen Auseinandersetzungen dazu), sondern auch z.B. in Gestalt von Flur- und Wegekreuzen in katholischen Landstrichen. Auch für Nichtgläubige bieten solche Flurkreuze oft einen Ort zum Verweilen und dienen auch häufig als Markierungen an Weggabelungen. Nicht nur solche Orte werden als Aufstellorte auserwählt, sondern auch Orte, an denen schwere Unfälle oder Verbrechen geschehen sind. Es ist also keinesfalls eine neuzeitliche Modeerscheinung, Unfallkreuze aufzustellen.

Bank bei Kruzifix vor Oedenstockach
Bank neben dem Kruzifix (06.06.2013) © Thomas Irlbeck

Zurück zu den traditionellen Flurkreuzen: Direkt am Truderinger Wald, der bekanntlich an Neuperlach grenzt, allerdings genau an der gegenüberliegenden Seite, steht solch ein Flurkreuz. Es liegt vor den Toren von Oedenstockach, einem kleinen Dorf ein paar Meter vor der Gemeinde Putzbrunn, zu der es verwaltungsrechtlich gehört. Radfahrer und Spaziergänger finden hier eine Route, die weit abseits von der hektischen Hauptstraße durch den Truderinger Wald führt. In Oedenstockach sind die St.-Anna-Kapelle aus dem 19. Jahrhundert mit dem markanten hölzernen Turm (der allerdings aus dem 20. Jahrhundert stammt) sowie der Wasserturm (1905) erwähnenswert.

Kruzifix vor Oedenstockach
Näher dran am Kruzifix (06.06.2013) © Thomas Irlbeck
Umgebungskarte Kruzifix Odenstockach
Umgebungskarte Kruzifix Oedenstockach. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

E.T.-Hochhaus

Werbung

Hochhaus Putzbrunn
Hochhaus in Putzbrunn (15.04.2013) © Thomas Irlbeck
Hochhaus Putzbrunn
In der verkleinerten Ansicht noch näher an E.T. dran

Fast wie in Neuperlach. Auf den ersten Blick ist das Gebäude Putzbrunns einziges Hochhaus. Auf den zweiten Blick dürfte das Gebäude mit neun Geschossen knapp unter der Grenze für echte Hochhäuser bleiben. (Ferner gibt es in Putzbrunn zwei weitere Wohnhäuser, die in etwa dieselbe Höhe haben, aber nicht ganz so prominent platziert sind.) Laut allgemeiner Definition muss der Fußboden des höchstgelegenen Aufenthaltsraums mehr als 22 Meter über der festgelegten Geländeoberfläche liegen, damit ein Haus als Hochhaus gilt (Quelle: Brockhaus Wissenschaft und Technik). Geht man von einer üblichen Raumhöhe aus, muss ein Gebäude etwa mindestens 10 Geschosse haben, um die Bedingung zu erfüllen.

Der Kopf des Hauses mit dem Penthouse da oben erinnert mich an E.T. Ein sehr markantes Gebäude mit Bushaltestelle „Brennerei“ unmittelbar vor dem Haus und mit Direktverbindung unter anderem zum pep in Neuperlach (Autobuslinie 55).

Nomen est omen (Teil 2)

Werbung

Unter manchen Ortsnamen kann man sich entweder gar nichts vorstellen oder vielleicht auch das Falsche. Dass Perlach zumindest begrifflich nichts mit Perlen zu tun hat, sondern je nach Theorie „(Braun-)Bären-Wald“ oder „Eber-Wald“ bedeutet, wurde schon mal erörtert. Aber die Umgebung ist reich an weiteren besonderen Namen:

Trudering

Der Stadtteilname ist auf einen Bauern namens Truchtaro zurückzuführen, der sich dort um 500 mit seiner Sippe niederließ. Im Auftrag seines Grundherrn, wahrscheinlich handelt es sich um den adeligen Fagana, kultivierte er Fluren und errichtete Stallungen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit war die erste Siedlungsstätte der Zehentbauernhof in Kirchtrudering oder der Mayrhof in Straßtrudering. Die erste bekannte schriftliche Erwähnung ist 772 als Truhtheringa. Als Schreibweise ist noch Truchteringa bekannt. An den alten Namen erinnert heute noch der Straßenname Truchthari-Anger in Kirchtrudering, an dem im Rahmen eines Bauprojekts Reste einer Kelten-Siedlung aus vorchristlicher Zeit gefunden wurden. Trudering ist also so gesehen viel älter.

Putzbrunn

Die erste Gemeinde hinter der Stadtgrenze in Waldperlach hat ihren ersten Namensbestandteil einem gewissen Puzzi zu verdanken, dessen Sippe sich dort im achten Jahrhundert niederließ. Der gesamte Name bedeutet Brunnen des Puzzi. In der ersten urkundlichen Erwähnung heißt der Ort noch Puzeprunnin. Südöstlich von München, auf der Münchner Schotterebene, musste das Trinkwasser aus mehreren Metern Tiefe geholt werden. Um die errichteten Brunnen bildeten sich Ansiedlungen, daran erinnert in vielen Ortsnamen der hinterer Namensbestandteil brunn.

Ottobrunn

Ottosäule
Die Ottosäule in Ottobrunn. Foto: Rufus46 / Lizenz siehe: Wikipedia

Die Gemeinde Ottobrunn hat ihren Namen von Prinz Otto von Wittelsbach. Der damals 17-Jährige war 1832 auf der Reise in sein künftiges Königreich Griechenland. Vor den Toren Münchens, 13 km vom Münchner Marienplatz entfernt, verabschiedete er sich von seinem Vater. Zwei Jahre später wurde an diesem Schauplatz eine dorische Säule errichtet, die an dieses Geschehen erinnert. Die knapp 10 Meter hohe Ottosäule ist heute das Wahrzeichen der Gemeinde und auch im Gemeindewappen abgebildet. Ottobrunn ist also noch verhältnismäßig jung, als politische Gemeinde existiert der Ort gar erst seit 1955.

Grasbrunn

Die Gemeinde wurde 1140 erstmals als Gramasprunnen erwähnt. Der Name leitet sich vom adeligen Grundbesitzers Graman ab, der gesamte Name bedeutet Brunnen des Graman.

Neubiberg, Unterbiberg

Der Name Biberg leitet sich von althochdeutsch pipurc (Umwallung, Ringburg) ab. Eine Umwallung in Gestalt einer Keltenchanze wurde in der Gegend durch Luftbildarchäologie nachgewiesen. Der Ort findet erstmals als Villa piburc zwischen 1034 und 1041 als Schenkung an das Kloster Tegernsee Erwähnung. Das heutige Neubiberg besteht aus zwei Teilen. Das westlich gelegene Unterbiberg ist der historische Teil des Ortes, gehört aber formal zur Gemeinde Neubiberg, dem – der Ausdruck neu deutet es an – später entstandenen Ort östlich vom historischen Kern.

Riem

Diesen Stadtteil kann man wörtlich nehmen und muss sich bei der Herleitung nicht am Riemen reißen. Oder genau doch, denn eben der Begriff Riemen ist Namensgeber, im Mittelhochdeutschen rieme. Der Ortsname bedeutet also schlicht Streifen, spezifischer (schmaler) Ackerstreifen, Gürtel, Kanal, Traufe. Die letzten beiden Deutungen sind die wohl entscheidenden. Denn in Riem tritt der Grundwasserstrom an die Oberfläche. Es gibt aber auch die Theorie, die Höfe des ursprünglichen Ortes seien wie ein Gürtel um die Kirche herumgebaut gewesen. Die erste urkundliche Nennung war 957 bzw. 972 als Riema. Doch bereits um 700 soll ein fränkischer Ritter den Ort gegründet haben.

Im Münchner Südosten und im Umland gibt es sicherlich noch weitere interessante Geschichten hinter Ortsnamen. Dazu vielleicht irgendwann mal in einem weiteren Teil.

Quellen

  • Trudering – Waldtrudering – Riem: Münchens ferner Osten / hrsg. von Willibald Karl. Mit Beitr. von Karl Bachmair … – München: Buchendorfer Verl., 2000
  • Wikipedia-Einträge zu den Ortsnamen

Kein Rad ab, sondern Lob: So geht es auch

Werbung

Fahrradspur
Fahrradspur (26.04.2011) © Thomas Irlbeck

Nachdem ich letztes Jahr viel über die Radpolitik der Kommunen gemeckert habe, gibt es jetzt mal ein Lob. Ich bin ein Anhänger von Fahrradspuren, wobei sie natürlich nur punktuell Sinn ergeben. An vielen Stellen sind sie aber besser als manche unübersichtlichen, vollgeparkten, schmalen, unerwartet beginnenden und endenden Radwege mit Slalomkurs.

Hier in Putzbrunn hat man eine Fahrradspur und nicht nur das: Vor der Ampel wird die Fahrradspur zu einer Fahrradzone, die über die gesamte Fahrbahn der Fahrtrichtung geht. Damit wird bei Rot den Radlern ein leichteres und sichereres Einordnen zum Linksabbiegen ermöglicht. Andere Fahrzeuge müssen bei Rot vor der Fahrradzone warten.