Die Turnerschule – die ehemals schönste Schule Münchens (Das historische Haus, Folge 25)

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Grundschule an der Turnerstraße
Bild 1: Die Turnerschule mit dem Haupteingang (03.04.2018) © Thomas Irlbeck

Unser heutiges Objekt ist ein Stückchen von Neuperlach entfernt, aber noch mit einem kleinen Spaziergang gut zu erreichen. Die „Grundschule an der Turnerstraße“ (kurz: Turnerschule) liegt in Waldtrudering. Es ist unschwer zu erraten, dass die Schule an der Turnerstraße zu finden ist (die nach dem ehemaligen „Turnerplatz“, dem heutigen Gelände der Schule, benannt ist). Aber die Tunerstraße ist lang, sie verläuft vom „Am Hochacker“ bis zur Wabula. Daher soll die Position mit „Höhe Reiherweg“ genauer angegeben werden. Von hier aus ist es nicht mehr weit zur Wabula.

Auffällig trägt der dreigeschossige Bau, für den Denkmalschutz beantragt, der aber noch nicht bewilligt wurde, die große Jahreszahl 1938 unter dem Dachgiebel.

Nationalsozialistische Geschichte

Ursprünglich hieß die Schule „Ostmark-Schule“, was auf den Anschluss Österreichs 1938 an Deutschland anspielt und natürlich nichts mit der Währung der DDR zu tun hat. Die Schule wurde errichtet, um die 1930 gebaute und schon bald zu klein gewordene Waldschule zu entlasten. Die Bauphase war von 1938 bis 1939. Der Bezug fand am 12. Juni 1939 statt, die offizielle Einweihung am 28. September 1939. Die Schule galt als schönste von ganz München, wozu die „wunderbar ausgemalten Türblätter und Trachtenfiguren der österreichischen Landschaften“ beitrugen. Damit wird klar, dass auch die malerische Gestaltung auf den Anschluss Österreichs Bezug nimmt.

Über dem Portal gab es eine Inschrift, die nach dem Krieg wenig überraschend übermalt wurde:

Dieses Schulgebäude wurde erbaut im Jahre 1938, in dem die Ostmark in das Reich heimgekehrt ist.

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges – ab dem 29. August 1943 – wurde die Schule zum Hilfskrankenhaus. Erst im April 1948 kamen die Schüler zurück. 1969 wurde die Schule um einen Anbau erweitert. 2015 wurde eine neue Mensa (Bild 5) gebaut und am 13. März 2017 eröffnet. Derzeit besuchen rund 600 Schülerinnen und Schüler in über 20 Klassen die Schule.

Der Bayerische Denkmal-Atlas weiß zu dem Gebäude Folgendes zu berichten:

Ehem. Volksschule, sog. Ostmark-Schule, jetzt Grundschule an der Turnerstraße, dreigeschossiger Satteldachbau mit weit überstehendem Dach und niedrigem Nebenflügel mit Turnhalle, im Heimat- bzw. Heimatschutzstil, von Hermann Leitenstorfer, 1937/38. Benehmen nicht hergestellt.

Grundschule an der Turnerstraße
Bild 2: Totale (03.04.2018) © Thomas Irlbeck
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 3: Eingang (03.04.2018) © Thomas Irlbeck
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 4: Jahreszahl unter dem Giebel (03.04.2018) © Thomas Irlbeck
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 5: Die neue Mensa (29.10.2016). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 6: Herbststimmung (12.11.2016). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 7: Herbststimmung (05.11.2016). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Grundschule an der Turnerstraße
Bild 8: Winterstimmung (14.01.2017). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke

3D-Ansicht der Schule (Google Maps)

Hinweis: Die neue Mensa ist in dieser Ansicht mit dem Stand April 2018 noch nicht zu sehen.

Quelle

Trudering – Waldtrudering – Riem: Münchens ferner Osten / hrsg. von Willibald Karl. Mit Beitr. von Karl Bachmair … – München: Buchendorfer Verl., 2000

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Burghausen in einer Schneenacht

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So könnte man unser Marx-Zentrum durchaus nennen, denn es ist eine Burg, in der Hunderte Menschen „hausen“, was aber aufgrund der hohen Wohn(ungs)standards fast etwas negativ klingt.

Wie auch immer, was wir hier sehen, ist eine Wahnsinns-Aufnahme von unserer Burg. Es ist übrigens die einzige Burg weltweit mit integrierter moderner Kirche (St. Monika ist auch auf dem Bild zu sehen, wie es sich gehört). Aufnahme an Samstag entstanden. Lesereinsendung, vielen Dank!

Burg bei Nacht und Schnee
Marx-Zentrum mit St. Monika (links). Die Grundschule ist auch im Bild (20.01.2018). Foto: Lesereinsendung

Weihnachtsspaziergang in Neuperlach Ost

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Auf speziellen Wunsch einer Facebook-Freundin zeige ich heute im Rahmen eines kleinen Spaziergangs eine Reihe von Fotos aus Neuperlach Ost. Ich bin aber zuversichtlich, dass auch andere, speziell, die nicht mehr in Neuperlach wohnen, etwas mit den Bildern anfangen können.

Wir beginnen mit der Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring. Unter vielen Neuperlachern ist diese Schule immer noch als „Schwarze Schule“ bekannt – nicht, weil dort schwarze Magie gelehrt worden wäre (das vielleicht auch), sondern wegen der ehemals schwarzen Fassadenplatten, die schon längst durch blaugraue ausgetauscht wurden:

Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 1: Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 2: Manschgerl auf dem Schuldach (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Ein Zoom der beiden bunten Manschgerl auf dem Schuldach darf natürlich nicht fehlen. Das Bild kann wie fast alle Bilder durch Anklicken vergrößert werden.

Ein kleiner Abstecher zum Kindergarten am Brittingweg, der sich an die Schule anschließt, darf nicht fehlen:

Kindergarten Brittingweg
Bild 3: Kindergarten am Brittingweg (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Kindergarten Brittingweg
Bild 4: Kindergarten am Brittingweg (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring
Bild 5: Kindergarten am Brittingweg (rechts) und auch ein Teil der Schule (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Es geht weiter auf dem Gerhart-Hauptmann-Ring Richtung Graf-Zentrum. Wieder einmal zeigt sich der Mond auch tagsüber:

Gerhart-Hauptmann-Ring, Mond
Bild 6: Der Mond über dem Gerhart-Hauptmann-Ring (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Mit erhöhten Kontrastwerten (damit man etwas erkennen kann) sieht unser natürlicher Satellit dann so aus:

Gerhart-Hauptmann-Ring, Mond
Bild 7: Mond (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Nun ist das Graf-Zentrum am Oskar-Maria-Graf-Ring in Sichtweite:

Graf-Zentrum, Oskar-Maria-Graf-Ring
Bild 8: Graf-Zentrum, Oskar-Maria-Graf-Ring (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Unser Aldi im Graf-Zentrum:

Aldi, Graf-Zentrum
Bild 9: Aldi im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Aldi, Graf-Zentrum
Bild 10: Aldi im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Aldi, Graf-Zentrum
Bild 11: Aldi im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Aldi, Graf-Zentrum
Bild 12: Aldi im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Schreibwarengeschäft
Bild 13: Schreibwarengeschäft im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Durchgang zum Innenhof, Graf-Zentrum
Bild 14: Durchgang zum Innenhof, Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum
Bild 15: Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Frauentreffpunkt
Bild 16: Frauentreffpunkt im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Frauentreffpunkt
Bild 17: Frauentreffpunkt im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Stadtsparkasse
Bild 18: Stadtsparkasse im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Graf-Zentrum, Hauseingang
Bild 19: Hauseingang im Graf-Zentrum (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Die nächste und auch schon letzte Station ist der Handwerkerhof, der sich an das Graf-Zentrum anschließt. Hier, am am Stemplingeranger, finden sich zunächst ein Sanitätshaus und das Café und Restaurant „Sultan“:

Sultan, Handwerkerhof
Bild 20: Sanitätshaus und „Sultan“ im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Nun vorbei am Pizzalieferdienst „Freaks“ am Stemplingeranger, Ecke Marieluise-Fleißer-Bogen:

Handwerkerhof, Stemplingeranger / Marieluise-Fleißer-Bogen
Bild 21: Pizzalieferdienst „Freaks“ im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Der Fassadenabschluss zum Dach macht bei diesem Haus nicht mehr den besten Eindruck:

Handwerkerhof, Stemplingeranger / Marieluise-Fleißer-Bogen
Bild 22: Detail Fassade (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Stemplingeranger / Marieluise-Fleißer-Bogen
Bild 23: Detail Fassade (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Stemplingeranger / Marieluise-Fleißer-Bogen
Bild 24: Das gegenüberliegende Eckhaus mit Spielsalon (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Moschee
Bild 25: Moschee im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Entgegen schlimmer Gerüchte gibt es immer noch Handwerker im Handwerkerhof. Das farbige Logo an der Fassade (Bildmitte) zeigt, hier residiert ein Malermeister:

Handwerkerhof, Maler
Bild 26: Malermeister im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof
Bild 27: Blick zurück Richtung Stemplingeranger (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Hotel
Bild 28: Hotel im Handwerkerhof (25.12.2017) © Thomas Irlbeck
Handwerkerhof, Blick Richtung Wald
Bild 29: Blick am Hotel vorbei Richtung Neuperlacher Wald. Wer genau hinsieht, erspäht auch hier noch mal den Mond. Dieses Mal verzichte ich auf den Pfeil (25.12.2017) © Thomas Irlbeck

Unser „Schulzentrum Nord“

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Schulzentrum Nord
Bild 1: Schulzentrum mit eigener Brücke  (04.11.2017) © Thomas Irlbeck

Schulzentrum Nord, das klingt so nach Münchner Norden, nach Oberföhring oder Freimann vielleicht. Doch der Begriff täuscht: Es ist der Norden Neuperlachs gemeint. Entsprechend liegt das Schulzentrum Nord an der Quiddestraße, genauer in einem Dreieck, das neben der Quiddestraße von der Albert-Schweitzer-Straße und Heinrich-Wieland-Straße gebildet wird. Direkt am Schulzentrum beginnt zudem der Karl-Marx-Ring. Der Kiosk dort, gleich schräg gegenüber auf der anderen Seite der Kreuzung (es gibt ihn heute noch bzw. wieder), war und ist entsprechend bei Schülern beliebt.

Offizieller Name früher wohl „Schulzentrum Perlach Nord“

Das Schulzentrum beherbergt das Werner-von-Siemens-Gymnasium (dort war ich selbst Schüler), die Werner-von-Siemens-Realschule und die Orientierungsstufe. 2007 bis 2009 wurde das Gebäude saniert. Seit 2010 heißt das Gebäude offiziell „Schulzentrum an der Quiddestraße“, was sich auf der Fassade widerspiegelt (siehe Foto), für mich ist es aber weiter das Schulzentrum Nord, wobei der Begriff wohl nie in dieser Form am Gebäude angebracht, aber im Sprachgebrauch verankert war. An der Fassade stand wohl früher gar kein Name, am Eingang, wie ein altes Foto (nicht hier zu sehen) beweist, „Schulzentrum Perlach Nord“ (sic!).

Gebaut wurde das Gebäude Anfang der 1970er-Jahre. Richtfest war am 30.11.1973. Der Schulbetrieb wurde 1975/1976 aufgenommen. Das Werner-von-Siemens-Gymnasium gab es jedoch schon seit dem 10.09.1970. In Ermangelung eines eigenen Gebäudes wurde in der Schule am Strehleranger und später (Schuljahr 1971/1972) an der Schule in der Klabundstraße unterrichtet.

Es wurde und wird im Schulzentrum Nord nicht nur unterrichtet, sondern auch mal ein Spielfilm gedreht, etwa 2017 die Komödie „Fack ju Göhte 3“.

Verbindende Architektur

Interessant am Gebäude ist die für Neuperlach so typische Brücke, die hier die Quiddestraße überspannt. Die Brücke ist derart integriert, dass man direkt ins 1. Stockwerk des Schulgebäudes und in weitere Geschosse gelangen kann. Aber dennoch kann sie von jedermann benutzt werden, auch jetzt etwa von mir, um die Fotos hier zu schießen. Zu meiner Schulzeit waren einzelne Klassen in der Schule an der Albert-Schweitzer-Straße ausgelagert (auch meine Klasse), einzelne Fächer und Stunden fanden aber im Schulzentrum Nord statt. Die Brücke übernahm damals entsprechend eine wichtige Verbindungsfunktion, und die Schule an der Albert-Schweitzer-Straße  hatte damals am Brückenende noch einen eigenen Zugang. Lehrkräfte, die von Gebäude zu „sprangen“, waren entsprechend nicht lange unterwegs, sodass die nächste Stunde zur Enttäuschung der Schüler ohne allzu lange Unterbrechung fortgesetzt werden konnte. Bei den Schülern war das Gebäude des Schulzentrum Nord in einem Punkt nicht so beliebt: Dank der Klimaanlage, die aber meiner Erinnerung nach nicht wirklich zuverlässig funktionierte, gab es offiziell kein Hitzefrei. Meine Erinnerung ist aber hier schwach, aber die Schule war sicherlich bei Eröffnung eine der modernsten Münchens, sodass auch die Klimaanlage ins Bild passt.

Erwähnenswert sind noch die eigene Mensa in einem externen Flachbau (in Bild 2 ansatzweise im Hintergrund zu sehen) sowie der Hochseilgarten (nicht im Bild), der sich auf der anderen Gebäudeseite (Nordseite) befindet. Von dort gelangt man – auch über eine Brücke – direkt zum Ostpark und zum Abenteuerspielplatz Maulwurfshausen.

Schulzentrum Nord
Bild 2 mit Mensa im Hintergrund (04.11.2017) © Thomas Irlbeck
Schulzentrum Nord
Bild 3 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck
Schulzentrum Nord
Bild 4 (04.11.2017) © Thomas Irlbeck
Schulzentrum Nord
Bild 5: Kunst verbindet – Graffiti-Kunst an der Brücke (04.11.2017) © Thomas Irlbeck

Ausstellung über Waldperlach vor dem Wahllokal an der Gänselieselschule

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Kiesgrube Roth; Panorama von Süd-Ost; Friedrich-Panzer-Weg
Bild 1: Kiesgrube Roth: Panorama von Süd-Ost (Standpunkt: Friedrich-Panzer-Weg)

Zur Bundestagswahl am Sonntag, den 24. September 2017, wird im Eingangsbereich der Grundschule an der Gänselieselstraße 33 eine kleine Bilderausstellung zur lokalen Geschichte und zu Aktivitäten in Waldperlach gezeigt. Auf dem Weg zu den Wahllokalen können sich die Wähler über das „Besondere“ in Waldperlach informieren.

Die ehemalige Kiesgrube Roth ist ein Biotop geworden und kann als „Wohnzimmer“ von Waldperlach bezeichnet werden. Viele seltene Pflanzen und Tiere können da wieder beobachtet werden.

Die Entstehung der Münchner Schotterebene mit der Kiesgewinnung im Münchner Osten wird ausführlich dargestellt.

Den „Himmel über Waldperlach“ zeigt eine Fotoimpression. Waldperlach kann bei jedem Wetter schön sein!

Bis 1930 war Perlach eine selbstständige Gemeinde, und die Siedlung Waldperlach entstand ab 1912 auf dem Gemeindegebiet. Mit einem Rückblick auf die Handwerker von Perlach im 20. Jahrhundert wird die wirtschaftliche Bedeutung des ehemaligen Dorfes dargestellt.

Die Schule macht in einer Schautafel auf ihre Aufgaben und auf das kulturelle Engagement aufmerksam.

Kiesgrube Roth; Panorama von Süd-Ost; Friedrich-Panzer-Weg
Bild 2: Kiesgrube Roth, Standpunkt wie Bild 1

Meine erste Schule (Klenzeschule an der Klenzestraße)

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Schule an der Klenzestraße
Bild 1: Ansicht vom Eck Klenzestraße/Ickstattstraße (18.08.2017) © Thomas Irlbeck

Es gibt Orte, da zieht es einen immer wieder zurück. Das ist nicht nur das alte bzw. erste Wohnhaus, auch an seine alte Schule hat man Erinnerungen. Bei mir ist es die Schule an der Klenzestraße, die Klenzeschule. In diese ging ich die ersten zwei Grundschuljahre, ab der 3. Klasse war ich dann in Neuperlach in der Schule am Karl-Marx-Ring.

Manche Dinge vergisst man nicht. Ich erinnere mich noch an den Namen meiner Grundschullehrerin. An den Pausenhof, in dem wir Wettrennen machten. Auch noch an den einen oder anderen Klassenkameraden. Oft schon wollte ich mal Bilder machen, aber entstanden sind sie erst gestern.

Heute liegt die Schule direkt an der U-Bahnstation Fraunhoferstraße (U1, U2, U7). Beim U-Bahnbau, der erst Jahre nach meiner Zeit dort stattfand, musste die Schule ein kleines Eck des Grundstücks für den U-Bahnzugang abgeben.

Immerhin, die Schule steht noch. Kein Wunder, denn sie befindet sich als Volksschule und Turnhalle unter Denkmalschutz. Der Bayerische Denkmal-Atlas sagt dazu Folgendes:

Volksschule, dreigeschossiger Eckbau mit Turnsaal, mit Fassadengliederung im Stil des klassizistischen Neubarock, von Robert Rehlen, 1910, nach dem Zweiten Weltkrieg vereinfacht.

Friedensreich Hundertwasser

An der Schulmauer haben Kinder als Hommage an den Künstler Friedensreich Hundertwasser eine ganze Reihe an farbenfrohen Werken hinterlassen. Mit einem Wortverschiebespiel erklären sie den Namen Hundertwasser. Sie bitten so nett, die Werke nicht zu zerstören. Vandalen haben sich daran gehalten, aber nicht der Straßendreck, der nun an den Bilder nagt.

Franz Karl Leopold von Klenze

Der Namensgeber von Schule und Straße ist Franz Karl Leopold von Klenze (* 29. Februar 1784 in Buchladen bei Schladen (Niedersachsen); † 27. Januar 1864 in München), der in München als Hofarchitekt von König Ludwig I. viele klassizistische Bauten errichtete.

Schule an der Klenzestraße
Bild 2: Fassade (18.08.2017) Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 3: Logo (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 4: Wortverschiebespiel – Dafür steht also „Hundertwasser“ (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 5 (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 6: Der Blick in den Pausenhof ist durch die Mauer fast vollständig verwehrt. Wer genau hinschaut, erkennt jedoch einen Basketballkorb (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 7: Der Zoom macht aber dann doch mehr möglich (18.08.2017) © Thomas Irlbeck
Schule an der Klenzestraße
Bild 8: Noch eine weitere Ansicht – nun aus der Ickstattstraße –, die durch die Baustelle etwa getrübt wird (18.08.2017) © Thomas Irlbeck

Griechische Schule: Ein BER in München (Update 03.05.2017)

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Griechische Schule
Bild 1: Dauerbaustelle der Griechischen Schule in München (01.04.2017). Foto: J. W.

Der BER-Flughafen ist ein Dreck dagegen. Zumindest was die Bauzeit betrifft. Denn die Griechische Schule in unserem Nachbarstadtteil Berg am Laim an der Hachinger-Bach-Straße 14a (einige Quellen sagen abweichend Hausnummer 19) wird voraussichtlich nie fertig werden. 2001 übernahmen die Griechen das Grundstück, das neben dem Michaeli-Gymnasium liegt. Aber erst 2014 begannen nach langen bürokratischen Querelen und Stillständen endlich die Bauarbeiten. Im Juni 2016 sollte der Rohbau stehen, aber der Bau ist bis heute nur wenig über das Erdgeschoss hinausgekommen (Fotos). Da Griechenland sämtliche Fristen überschritten hat, gehört das Grundstück nun wieder der Stadt München. Die Stadt will das Gebäude nun abreißen, was aber nun an einem Schloss scheitert. Den Schlüssel dazu wollen die Griechen nicht rausrücken. Die Griechen sagen, sie hätten das Grundstück so lange in ihrer Hand gehabt, dass es weiterhin zu ihrem Hoheitsgebiet zähle.

Sogar der Bis-vor-kurzem-Außenminister Frank-Walter Steinmeier wurde eingeschaltet, der daraufhin den Griechen als Ersatz das Gelände der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein am Leuchtenbergring angeboten hat.

Quelle: Griechische Schule – Bauruine wird zum Krisengebiet (Abendzeitung, 02.02.2017)

Update April/Mai 2017

Nun drohen die Griechen mit dem Äußersten: vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu gehen. Die Stadt München widerspricht der Auffassung der Griechen, das wäre griechisches Hoheitsgebiet, denn es handle sich nicht um ein Botschafts- oder Konsulatsgelände.

Streit um Bauruine – Griechenland droht, München vor den Internationalen Gerichtshof zu zerren (Focus, 24.04.2017)

Griechische Schule
Bild 2 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 3 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 4 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 5 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 6 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 7 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 8 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 9 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 10 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck
Griechische Schule
Bild 11 (03.05.2017) © Thomas Irlbeck

Altbausanierung in Neuperlach

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KMR-Altbausanierung
Grundschule am Karl-Marx-Ring (14.12.2016) © Thomas Irlbeck

Wir wissen nicht, was hier genau saniert wird, ob überhaupt saniert wird. Aber es ergibt sich ein schöner sprachlicher Kontrast. Altbausanierung in Neuperlach. Mit dem Begriff Altbau assoziiere ich immer noch vor allem Häuser, die bis in die 1950er-Jahre gebaut wurden. Aber inzwischen sind die Häuser in Neuperlach, die primär in den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren entstanden sind, in die Jahre gekommen. Die Grundschule am Karl-Marx-Ring, die hier zu sehen ist, war meine Schule. Hier bin ich in die 3. und 4. Klasse gegangen (1974 bis 1976).

U-Bahnbau am Spielhaus (ca. 1972)

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U-Bahnbau am Spielhaus ca. 1972.
U-Bahnbau am Spielhaus ca. 1972. Foto: Werner Lechner

Neuperlach bekommt seine U-Bahn. Wir sehen die in Bau befindliche Röhre. Wie das Bild speziell in der Vergrößerung zeigt (Bild anklicken, um zu vergrößern), reicht die Baustelle bis praktisch unmittelbar an die Fassade des heutigen Spielhauses heran (ganz links). Das nährt die These, dass das Gebäude während des U-Bahnbaus gefährdet war.

Das Bild zeigt, dass die Albert-Schweitzer-Schule bereits fertig ist, das Schulzentrum Nord (links im Bild) befindet sich bereits im Bau.

Das Foto ist wohl um 1972 herum entstanden. 1972 ist realistisch, zumal das Schulzentrum Nord Ende 1973 Richtfest feierte. Das Bild zeigt, dass die Bauarbeiten sich noch ziemlich im Anfangstatdium befinden. Von der Jahreszeit ist zumindest nicht Sommer, die Bäume sind kahl, ein Baum scheint noch Herbstlaub zu tragen. Ob das jetzt ein Hinweis auf Anfang oder Ende 1972 ist, ist unklar. Wer das Datum noch weiter/besser einschätzen kann, darf gerne kommentieren oder mailen.

Vielen Dank an Werner Lechner, dass dieses Foto hier gezeigt werden darf!

Mitte der 1980er-Jahre sah es hier dann so aus:

Ostpark ca. 1984
Blick vom Ostpark auf das Schulzentrum Nord, das Spielhaus („Maulwurfshausen“) und Neuperlach Nord, ca. 1984. Aus der Fotosammlung von J. W.

Bunte Herbstferien mit Lilalu am Gerhart-Hauptmann-Ring

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Lilalu
Letztjährige Show in Neuperlach. Foto: Mokati
Lilalu
Showfinale in der letzten Woche der Sommerferien. Foto: Achim Schmidt

Hier werden Kinder und Jugendliche zu wagemutigen Luftartisten, lässigen Tänzern oder furchtlosen Stuntmen: Lilalu, das Bildungs- und Ferienprogramm der Johanniter, bietet in den Herbstferien (2. bis 6. November) in Neuperlach fünftägige Workshops für Drei- bis 16-Jährige an. Für Teilnehmer aus einkommensschwächeren Familien gibt es in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt München ermäßigte Tickets. Das Spektrum der von Profis angeleiteten Workshops reicht von Basis-Akrobatik in Tierkostümen (für die Jüngsten) bis Luftartistik, von Ballett bis Hip-Hop, von Parkour bis Stunt-Action und von Seiltanz bis Slackline.

Lilalu
Letztjährige Show in Neuperlach. Foto: Mokati

Die Workshops finden in der Mittelschule am Gerhart-Hauptmann-Ring 15 (umgangssprachlich „Schwarze Schule“) statt; die Trainingszeiten sind täglich von 9 bis 16 Uhr. Auf Wunsch werden die Teilnehmer täglich von 7 bis 18 Uhr betreut. Alle Informationen zum Programm und zu den ermäßigten Tickets (ab 17,50 Euro/Woche) gibt es unter www.lilalu.org oder Tel. 01801/54 52 58. Reguläre Tickets sind bei München Ticket erhältlich: www.muenchenticket.de, Tel. 0 89 / 54 81 81 81. Schöne Ferien!

Festring Perlach: Sonnenuhren in München

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Sonnenuhr Heinrich-Heine-Gymnasium
Sonnenuhr am … Foto: Dieter Birmann
Sonnenuhr Heinrich-Heine-Gymnasium
… Heinrich-Heine-Gymnasium, Neuperlach. Foto: Dieter Birmann

Vortrag mit Bildpräsentation von Dr.-Ing. Dieter Birmann, München am Donnerstag, 13. November 2014 um 19 Uhr im Pfarrsaal St. Michael Perlach, St.-Koloman-Straße 7, Eintritt frei, Spenden erbeten.

Der Vortragende führt in das Thema Sonnenuhren, das Konstruktionsprinzip, die Vielseitigkeit ihrer Gestaltung und Symbolik ein und zeigt viele Beispiele aus München, auch Ramersdorf-Perlach: „Ich habe in 30 Jahren schon über 100 Sonnenuhren erfasst!“ – Er beschreibt seine erstmaligen Untersuchungen und Funde zur Rekonstruktion der ältesten, spätgotischen Sonnenuhr Münchens am Schloss Blutenburg und berichtet über Restaurierungen an weiteren Sonnenuhren in München und Umgebung.

Sonnenkirche Leiden Christi
Sonnenuhr an der Pfarrkirche Leiden Christi, Obermenzing (in der Nähe der im Artikel erwähnten spätgotischen Sonnenuhr). Foto: Dieter Birmann

Das Kruzifix in Trudering – Mystische Orte (Teil 13)

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Kruzifix Trudering
Kruzifix in Trudering (18.10.2013) © Thomas Irlbeck

Viele Orte sind für jeden auffindbar, da man regelrecht darüber stolpert. Bei dem Kruzifix in Trudering an der Friedenspromenade, Höhe Gartenstadtstraße/Markgrafenstraße, ist dies nicht unbedingt der Fall. Wer mit dem Auto vorbeifährt, wird das Kruzifix kaum entdecken, da es hinter Bäumen in einer kleinen Parkanlage versteckt ist. Die Parkanlage befindet sich an der linken Seite der Friedenspromenade, wenn man von Neuperlach kommend Richtung Wasserburger Landstraße fährt (siehe Umgebungskarte). Die Abgeschiedenheit gibt dem Ort etwas Besonderes, Ruhiges, Idyllisches. Durch die Parkanlage führt ein Fuß- und Radweg zur Feldbergstraße. Radfahrer und Fußgänger leben nicht nur gesünder, sondern sie sehen und erleben auch mehr.

Umgebungskarte Trudering
Umgebungskarte Trudering mit dem Kruzifix und dem neuen Gymnasium. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

Zur wohl wichtigsten bildlichen Darstellung des Christentums, dem Kruzifix, wurde in Teil 11 der Mystischen Orte schon alles gesagt, daher möchte ich einfach auf diesen Artikel verweisen: Das Kruzifix vor Oedenstockach.

Der Widerspruch mag sein, dass nur wenige Meter vom Kruzifix entfernt das neue Truderinger Gymnasium errichtet wurde. Es befindet sich bezogen auf das Eingangsfoto hinter dem Fotografen. Es sei hier auf den Artikel Die Mauer – das neue Truderinger Gymnasium stellt sich vor verwiesen.

Die Mauer – das neue Truderinger Gymnasium stellt sich vor

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Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 1 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck

Bereits zu Beginn des neuen Schuljahres 2013/2014 wurde das neue Truderinger Gymnasium eröffnet (Neuperlach.org berichtete von der Bauphase). Höchste Zeit also, den Bau an der Markgrafenstraße (Ecke Friedenspromenade) einmal vorzustellen. Obwohl bereits Schüler unterrichtet werden, wird noch an unzähligen Stellen geschraubt und geschaufelt.

Wie eine Mauer

Der Bau ist wie in der Gegend üblich auf drei Etagen begrenzt. Dennoch wirkt das Gebäude durch seine enorme Länge – es reicht die Markgrafenstraße entlang bis fast an den Truderinger Wald – übermächtig, vereinnahmend. Wie eine Mauer. Trotz Weitwinkelbereich gelang es mir nicht, den Bau an einem Stück in voller Länge zu zeigen.

Womöglich wäre es städtebaulich verträglicher gewesen, ein höheres Gebäude hinzustellen. Dann hätten bei gleicher Gebäudekapazität mehr Freiflächen erhalten werden können. Ausnahmen von der Bauhöhe gibt es bei den Wohnhäusern nebenan an der Felicitas-Füss-Straße. Wie das Gelände früher aussah, zeigen die Bilder ganz am Ende der Bilderstrecke.

Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 2 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 3 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 4 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 5 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 6 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 7 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Trudering
Gymnasium Trudering, Bild 8 (20.10.2013) © Thomas Irlbeck

So sah es früher aus

Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände vor Beginn der Bauarbeiten (04.05.2011) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände aus einem leicht anderen Blickwinkel. Ganz rechts im Bild ist die bestehende Grundschule zu sehen (04.05.2011) © Thomas Irlbeck

Über Neuperlach ins Schwarze Meer: Der Hachinger Bach – Mystische Orte (Teil 8)

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Hachinger Bach Unterbiberg
Der Hachinger Bach bei Unterbiberg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Auf der Suche nach mystischen Orten in Neuperlach werden wir nun das erste Mal einen Ort finden, der tatsächlich (auch) in Neuperlach liegt und nicht haarscharf daneben. Genau genommen ist es kein Ort, sondern vielmehr ein linienförmiges Gebilde: der Hachinger Bach. An seinem Verlauf gibt es eine ganze Reihe mystischer Orte. Auch als Ort der Ruhe ist der Bach an vielen Stellen mindestens eine Kraftzone. Da auch Taufrituale an Gewässern durchgeführt werden, hat ein Gewässer grundsätzlich einen gewissen mystischen Charakter. Zudem ranken sich noch Sagen und Legenden um den Hachinger Bach, dazu später mehr. Schließlich soll noch ein Experiment den Bach „erfahrbar“ machen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ansichtskarte Hachinger Tal
Ansichtskarte Hachinger- und Gleißental aus der Vogelperspektive (um 1909). Urheber: unbekannt, Lizenz: Public Domain

Zunächst einmal das Wichtigste: Der Hachinger Bach fließt durch Oberhaching, Taufkirchen, Unterhaching, Unterbiberg, Perlach und dann eben auch Neuperlach. Gleich hinter Neuperlach taucht dann der Bach in den Untergrund ab, worauf später noch näher eingegangen wird. Letztlich fließt der Bach über seine Folgegewässer ins Schwarze Meer.

Ein Bach ohne eindeutige Quelle – und mit ungewöhnlicher Mündung

Das zwölf Kilometer lange Gewässer beginnt in einer ehemaligen Gletscherabflussrinne zwischen Deisenhofen und Oberhaching. Dabei zeigt sich die erste Besonderheit, der Hachinger Bach hat keine eindeutige Quelle. Die Stelle, wo der Hachinger Bach in Erscheinung tritt, liegt in einem Bereich, in dem das vom Deininger Weiher ausgehende Gleißental zum Hachinger Tal wird. Auf einer Länge von rund 100 Metern tritt stetig mehr Grundwasser aus dem Boden, sodass der Boden immer mehr Feuchtigkeit aufweist, bis tatsächlich eine sichtbare Wasserrinne und damit der Bach entsteht. Da das Grundwasser ständigen Schwankungen unterworfen ist, lässt sich kein genauer Quellpunkt ausmachen. Um zu verhindern, dass das Bachbett ganz trocken fallen kann, wurde neben einem Parkweg ein Rohr installiert, das Wasser einleitet. Die Wassermenge steigt im weiteren Bachverlauf an – durch Grundwassereintritt und Zuflüsse wie den Entenbach in Taufkirchen.

Doch nördlich von Unterhaching ist der Bach in Gefahr, da die Flinzschicht, die das Wasser hält und den Bach vor einem Versickern bewahrt, stark abfällt. Ebenso sinkt das Grundwasser. Doch die Schlammablagerungen, die der Bach selbst geschaffen hat, verschonen ihn vor diesem Schicksal. Dadurch versickerte der Bach nicht mehr wie ursprünglich irgendwo kurz nach Unterhaching in der Münchner Schotterebene, sondern schaffte es noch bis zu einer Stelle, die nördlich des heutigen Ostparks liegt. Doch heute ist alles anders. Der Bach unterquert nach dem Ostpark noch die Heinrich-Wieland-Straße und hat dann noch 120 Gnadenmeter an der Oberfläche, bevor er seit 1933 in einem Einlaufbauwerk mit automatischem Schmutzrechen abtaucht. Neben dem Einlaufbauwerk wurde ein Versickerungsbecken angelegt, das bei Hochwasser Überschwemmungen verhindern soll.

Jetzt wird es unterirdisch

Der Bach fließt ab dem Einlaufbauwerk unterirdisch durch ein profanes Betonrohr bis zum so genannten Hüllgraben, einem künstlich angelegten Kanal, der am Zamdorfer Gleisdreieck beginnt. Von dort geht es oberirdisch weiter zum sogenannten Abfanggraben, der zwischen Johanneskirchen und Aschheim liegt. Dieser führt schließlich zum Mittlere-Isar-Kanal westlich von Neufinsing. Letzterer fließt dann bei Tiefenbach, westlich von Landshut, in die Isar. Diese wiederum mündet bekanntlich in die Donau und diese fließt noch „bekannlicher“ ins Schwarze Meer.

Renaturierung

Der Bach wurde wie viele Gewässer auch an vielen Stellen begradigt. Auch heute noch fließt er an manchen Stellen schnurgerade, oft sogar in einer kanalähnlichen Betonrinne. An einigen Stellen, etwa in einem Teilabschnitt in Unterbiberg, wurde aber inzwischen eine Renaturierung durchgeführt. Inwieweit diese Renaturierungen gelungen sind, zeigen die Fotos weiter unten.

Nach oben kommen!

Forderungen, den Hachinger Bach auch in Berg am Laim, wo er ja unterirdisch fließt, an die Oberfläche zu holen, gibt es immer wieder. Man hat auch eine vorbereitende Maßnahme durchgeführt und vom Einlaufbauwerk bis zum Pavillon der U-Bahn-Station Josephsburg ein Bachbett angelegt. Doch dieses ist bis heute ungenutzt. Update: 2014 soll es nun so weit sein und der Bach hier offengelegt werden.

Legende

Früher versiegte die Quelle des Baches rund alle sieben Jahre, um dann ein Jahr später wieder aufzutauchen. Dafür und auch für das Versickern des Bachs hatte man damals keine Erklärungen. Entsprechend entstanden einige Sagen, in denen dafür dem Teufel die Verantwortung dafür gegeben wurde. Ferner ist eine Sage bekannt, in der von einem Erbschaftsstreit um eine Mühle am Bach zwischen zwei Söhnen die Rede ist. Da sich die Söhne nicht einigen konnten, soll Gott höchstpersönlich die Quelle zum Versiegen gebracht haben, um die Mühle vorübergehend sinnlos zu machen.

Wortherkunft

Der Name Hachinger Bach leitet sich von Hacho ab, einem Bajuwaren, der zwischen dem 5. und dem 8. Jahrhundert Siedlungen entlang des Bachlaufs errichtete.

Das Experiment – Entlang am Hachinger Bach

In dem angekündigten Experiment möchte ich den gesamten Hachinger Bach mit dem Fahrrad abfahren und auch das ominöse Wasserrohr an der Quelle lokalisieren. Der Grundgedanke ist, dass wenn ich nach Deisenhofen auf der normalen Straße fahre, ich möglicherweise gar nichts finde, da das Wasserrohr gut versteckt und der Bachverlauf unklar sein könnten. Also fange ich lieber auf der sicheren Seite an (im wahrsten Wortsinne!), das heißt beim Einlaufbauwerk am Michaelibad. Von dort aus taste ich mich gewissermaßen zum anderen Ende der Schnur. Meine selbst gesetzte Vorgabe ist, möglichst immer am Ufer zu fahren, zumindest aber in Sichtnähe zum Bach. An Stellen, wo der Bach durch Privatgrundstücke fließt, sind Ausnahmen möglich, aber zu weit sollte ich mich nicht vom Bach wegbewegen. Alle Bilder sind übrigens in der Reihenfolge streng von der Mündung in Richtung Quelle angeordnet. Der Blick wechselt aber mitunter und geht mal in die eine und mal die andere Richtung (je nachdem, was es zu sehen gibt und auch um Gegenlichtaufnahmen möglichst zu vermeiden). Das Experiment kann beginnen. Werde ich die Aufgabe meistern und am Ende vor dem erwähnten Rohr stehen?

Noch ein Hinweis: In dem nachfolgenden Text mag man mir verzeihen, dass ich den Verlauf Richtung Quelle beschreibe und dabei immer mal wieder die Formulierungen der „Bach unterquert, schlängelt sich (oder ähnlich)“ verwende, obwohl das ja dann quasi flussaufwärts wäre. Natürlich kann selbst der Hachinger Bach nicht Richtung Quelle und auch nicht bergauf fließen. Aber es ließe sich anders nur sehr kompliziert ausdrücken, daher diese sprachliche Ungenauigkeit.

Das Einlaufbauwerk

Hachinger Bach Einlaufbauwerk
Der Hachinger Bach verschwindet im Einlaufbauwerk (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Josephsburg
Das kurze oberirdische Stück des Bachs in Josephsburg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Ich starte am Einlaufbauwerk, das sich an der Kampenwandstraße befindet. Das Kleine Brauhaus Wilder Mann ist hier ganz in der Nähe. Das Gelände mit dem Einlaufbauwerk ist eingezäunt und durch Bewuchs nur schlecht einsehbar. Lediglich den Bach sieht man deutlich verschwinden, der dann auf der anderen Seite nicht mehr auftaucht und sich unterirdisch auf seine Reise gen Norden begibt. In dem kurzen Stück zwischen Einlaufbauwerk und Heinrich-Wieland-Straße hat der Bach immerhin ein würdevolles Bett.

Im Ostpark

Heinrich-Wieland-Straße
Der Bach überquert die Heinrich-Wieland-Straße. Hier ein Blick auf das kurze Stück (Blick nach Norden), das der Bach hier noch bis zum Einlaufbauwerk hat (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Nachdem der Bach die Heinrich-Wieland-Straße unterquert hat (Bild links), geht es ziemlich idyllisch durch den Ostpark. Es gibt diverse Brücken, auch Stellen, wo man nur mit Mühe auf einem kleinen Trampelpfad dem Gewässer folgen kann. Aber es lohnt sich. Ich zeige einfach mal einige der schönsten und typischsten Stellen. Bei einigen Bildern kann man kaum glauben, sich im künstlich angelegten Ostpark zu befinden. Es lohnt sich aber, die offensichtlichen Wege zu verlassen und dem Bach haut-, besser wassernah zu folgen.

Hachinger Bach Ostpark
Der Ostpark: So künstlich angelegt … (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Ostpark
… sieht der Park hier gar nicht aus (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Ostpark
Im Ostpark: Eine der vielen Brücken über den Bach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

In Neuperlach West

Nachdem der Hachinger Bach die Staudingerstraße unterquert hat, fließt er am Adolf-Baeyer-Damm durch Neuperlach West. Das Ufer ist hier schön grün angelegt, aber das Ufer ist nicht so natürlich und wild wie im Ostpark. Hier steht jedoch das Erholungserlebnis der Bürger im Vordergrund, so führen an einer Stelle z.B. Betonstufen runter zum Bach (siehe die ersten drei Bilder). Unter der Ständlerstraße verlässt der Bach schließlich Neuperlach (letztes Bild).

Hachinger Bach Neuperlach West
Der Hachinger Bach in Neuperlach West (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Neuperlach West
Hier führen Stufen runter zum Ufer (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Neuperlach West
Die Stufen nun von der anderen Seite (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Neupelach West
Hier lässt es sich wirklich gut aushalten (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Neupelach West
Auch das gibt es: eine der winzigen Inseln (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Neuperlach West
Hier unterquert der Bach die Ständlerstraße (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Perlach – hier ist die Zeit stehen geblieben

St. Michael, Perlach
St. Michael am Pfanzeltplatz. Foto: Rufus46 / Lizenz siehe: Wikipedia

Nach der Ständlerstraße schlängelt sich das Bächlein durch Perlach, also gewissermaßen Altperlach. Hier findet sich ein extrem abwechslungsreicher Verlauf. Es gibt wilde Stellen, aber auch gezähmte, bei denen der Bach fast schon trostlos in einer schnurgeraden Betonrinne dahinplätschert. Auffällig sind die vielen Brücken, von denen manche speziell nur für den Zugang von Einfamilienhäusern gebaut wurden. Einige der Brücken sind sehr simpel, andere aufwändiger und auch mit schwerem Gerät befahrbar.

St. Paulus Perlach
St. Paulus in der Nähe vom Pfanzeltplatz ist die älteste evangelische Kirche Münchens. Foto: Donaulustig at de.wikipedia / Lizenz siehe: Wikipedia

Die Häuser weisen meist sehr dörflichen Charakter auf, aber auch Neubauarchitektur, die verdächtig nach Einheitsarchitektur von der Stange aussieht, hat sich stellenweise breit gemacht. Einöde wechselt sich mit belebten Stellen ab. Das Zentrum ist natürlich der Pfanzeltplatz, wo auch ein Marktplatz und die meisten Läden angesiedelt sind. Viele der Geschäfte haben ihren ursprünglichen Charakter behalten, bei manchen scheint die Zeit in den 1960er-Jahren stehen geblieben zu sein.

Am Pfanzeltplatz treffen wir auch auf den ersten echten mystischen Ort, die 1728 errichtete barocke römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael (siehe Bild links). Etwas weiter stadtauswärts – der Sebastian-Bauer-Straße folgend – kommen wir noch einmal an einer Kirche und damit an einem weiteren wirklichen mystischen Ort vorbei, der evangelisch-lutherischen St.-Paulus-Kirche (siehe Bild rechts).Es ist keine Kirche wie jede andere, es ist vielmehr die älteste evangelische Kirche Münchens. Sie wurde 1849 nach Plänen des Architekten Georg Friedrich Ziebland (* 1800; † 1873) gebaut. Von ihm stammen unter anderem auch die Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz.

Unter den S-Bahn-Gleisen verlässt der Bach schließlich das eigentliche Perlach. Jetzt geht es weiter durch Perlach Süd (nicht zu verwechseln mit Neuperlach Süd!).

Hachinger Bach Perlach
Eine natürlich wirkenden Stelle mit Insel (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach
Hier wirkt der Bach arg kanalmäßig eingezwängt (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hofangerstraße Perlach
Hier in Perlach fühlt man sich noch fast wie auf dem Dorf (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Pfanzeltplatz Markt
Pfanzeltplatz mit Marktplatz (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach
Besonderes Haus am Bach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Perlacher Hof, Perlach
Der Perlacher Hof – natürlich – in Perlach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Perlach Süd – Idylle und eine geheimnisvolle Kapelle

Obwohl es in Perlach Süd ein Gewerbegebiet gibt, befinden sich am Bach die vielleicht idyllischsten Punkte überhaupt. Der Bach fließt dabei westlich der Unterbiberger Straße und parallel zu ihr. Am Ufer führt ein einfacher Pfad. An einigen Punkten läuft der Bach fast schon spektakulär durch Privatgrundstücke und ganz nah an Privathäusern vorbei. Es gibt viel zu entdecken – interessante Brücken, ein Baumhaus und ganz besonders geformte Bäume.

Am südlichsten Zipfel von Perlach kann ein weiterer echter mystischer Ort bestaunt werden, eine Kapelle gleich neben dem Bach. Leider ist „bestaunen“ schon fast zu viel versprochen, denn das Gotteshaus steht auf einem nicht zugänglichen, eingefriedeten Privatgrundstück. Das Wohnhaus und die Einrichtungen um das Haus herum machen nicht mehr den frischsten, ja fast schon einen verlassenen Eindruck. Dem Besucher bleibt leider nur ein Blick auf die Kapelle (siehe letztes Bild). Vielleicht weiß ja einer der Neuperlach.org-Leser mehr über die Kapelle.

Hachinger Bach Perlach Süd
Jetzt wird es ziemlich privat (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach Süd
Noch mal sehr privat (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinge Bach Perlach Baumhaus
Eine Brücke und ein Baumhaus (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach
Baumhaus und Brücke aus der Nähe (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach in Perlach Süd
Jetzt wird es wirklich ländlich (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach in Perlach Süd
Der Hachinger Bach in Perlach Süd (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach Süd
Zäune sind doch keine Hindernisse für einen Bach! (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach
Ein ganz besonderer Baum (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Perlach Süd
Auch Brücken der einfachsten Art verbinden (06.12.2012) © Thomas Irlbeck
Kapelle am Hachinger Bach
Kapelle am Hachinger Bach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Unterbiberg

Nun führt der Bachverlauf mich nach Unterbiberg, einem Ortsteil von Neubiberg. Hier hat der Bach richtig viel Platz. Es gibt einen Park und große Felder und es ist alles nicht so zugewachsen. Das erleichtert es auch, Bilder zu machen, die nicht wie die bisherigen den Bach vor einem eher unruhigen, grünen Hintergrund zeigen. Als Erstes komme ich an der Grundschule Unterbiberg vorbei, ein sehr farbenfrohes Gebäude, das bezeichnenderweise an der Straße „Am Hachinger Bach“ liegt. Als Nächstes führt mich mein Weg an der barocken römisch-katholischen Kirche St. Georg vorbei, dem bereits vierten mystischen Ort. Das dürfte rekordverdächtig für diese Reihe auf Neuperlach.org sein! Der Bau von St. Georg wurde 1725 begonnen und rund 20 Jahre später abgeschlossen. Der Friedhof ist übrigens noch viel älter, etwa 600 Jahre. Kurz hinter St. Georg verlasse ich den bebauten Teil von Unterbiberg. Nun wird es zunächst auf ein paar Metern fast so was wie wildromantisch, wenn man mal über die steinerne schnurgerade Kanalrinne hinwegsieht. Etwas weiter hinten wird der Bach begradigt über riesige Felder geführt. Hier sind noch keine Baumaschinen angerückt, um eine Neubausiedlung aus dem Boden zu stampfen, immerhin. Der Bach ist Hauptakteur in der Szenerie, ein Blick zurück auf St. Georg darf nicht fehlen. Nur das Rauschen der A8 im Hintergrund trübt die Stimmung.

Bald nähert sich der Bachverlauf der Autobahn. Und der Bach fließt unter der Autobahn durch. Das wäre eigentlich nicht schlimm, doch das Tunnelbauwerk hat nur einen engen Notdurchgang. Natürlich weiß ich, dass es noch andere Unter-/Überquerungsmöglichkeiten in der Nähe gibt, aber ich will ja direkt dem Bach folgen. Nur mit Mühe schaffe ich es, mein Rad in den schmalen Tunnel mit den scharfen abknickenden Mauern einzufädeln. Zum Glück leide ich nicht unter Klaustrophobie. Das gerade Stück lege ich sogar fahrend zurück, am Ende muss ich das Rad wieder ausfädeln. Geschafft!

Hachinger Bach Grundschule Unterbiberg
Die Grundschule Unterbiberg am Hachinger Bach (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterbiberg
Der Hachinger Bach in Unterbiberg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach St. Georg Unterbiberg
St. Georg in Unterbiberg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterbiberg
Unterbiberg: Hier wird es fast wildromantisch (06.10.2012)
Hachinger Bach Unterbiberg
Südlich von Unterbiberg, Blick zurück auf St. Georg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterbiberg
Unterbiberg, im Hintergrund die A8 (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterbiberg
Begradigter Hachinger Bach in Unterbiberg (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach
Kurz vor der Autobahnunterführung ein Blick zurück (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
Nicht vertrauenerweckend, aber da „muss“ ich durch (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
Unterführung unter der A8: Bequem ist was anderes (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
Schon etwas knapp (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Unterhaching

Nach der unbequemen Tunnel-Tour bin ich nun auf der anderen Seite, die zu Unterhaching gehört. Hier führt der Bach erstmals durch einen Ort, wo sich der Name des Baches auch im Ortsnamen findet. Doch die Freude währt nur kurz, der Bach verschwindet nach wenigen Metern in einem sehr gut eingezäunten Grundstück. Da geht es endgültig nicht mehr weiter, auch nicht so einfach an der Seite vorbei. Ich schaue mich ein wenig um. Ich befinde mich auf einem riesigen Parkplatz, auf dessen Ende das Geothermiekraftwerk Unterhaching liegt. Über den Parkplatz komme ich zu einer Hauptstraße, der Biberger Straße. Würde ich dieser folgen, würde ich sicherlich bald wieder auf den Bach treffen. Doch mir läuft die Zeit davon. Viel zu lange habe ich für die vielen Fotostopps gebraucht. Auch schlägt das Wetter nun so langsam um.

Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
Unterführungsbauwerk für Schlanke: Da kam ich … (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Autobahn A8 Unterführung
… tatsächlich raus. Jetzt aber weiter! (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Unterhaching
Hier geht’s nicht mehr weiter. Und nun? (06.10.2012) © Thomas Irlbeck
Hachinger Bach Geothermiekraftwerk Unterhaching
Endstation Geothermiekraftwerk Unterhaching (06.10.2012) © Thomas Irlbeck

Fazit

Das Projekt Wasserrohr-Lokalisierung ist daher erst einmal gescheitert, aber gesehen habe ich dennoch eine Menge Interessantes. Einen mystischen Ort auf Neuperlacher Gebiet habe ich allerdings, wenn man strengste Maßstäbe anlegt, wieder nicht gefunden, es sei denn, man lässt den Bach als Ganzes durchgehen, wie ich es am Anfang angedeutet habe. Aber es wird sicherlich eines Tages noch einen 9. Teil der Serie geben. Dann werden die Karten neu gemischt.

Am Ende noch ein kleines Zuckerl:

Das Michaeli-Gymnasium hat gleich zweimal einen Bezug zum Hachinger Bach

Michaeli-Gmynasium
Michaeli-Gmynasium. Foto: Rufus46 (de) / Lizenz siehe: Wikipedia

Das 1971 gegründete staatliche Michaeli-Gymnasium im Stadtteil Josephsburg, der zum Stadtbezirk Berg am Laim gehört, liegt nicht nur in der Nähe des Hachinger Bachs, genauer an dem erwähnten Einlaufbauwerk, sondern hat auch eine passende postalische Adresse. Man würde sich für eine Schule von Weltruf, die rund 1.300 Schüler und rund 100 Lehrkräfte beheimatet, einen Straßennamen wie etwa Heinrich-Mann-Straße oder Albert-Einstein-Allee wünschen, doch der Betonbau liegt an der Hachinger-Bach-Straße 25. Mit etwas Augenzwinkern betrachtet nimmt der verniedlichende Name dem renommierten Gymnasium etwas von seinem Weltstadtflair. Aber München ist ja vielleicht gar keine Weltstadt, sondern eher ein Weltdorf und durch den Straßennamen wird die Schule wiederum etwas Besonderes. Sicherlich wird schon der eine oder andere mit angelsächsischen Wurzeln die Adresse falsch als „Häjtschinger Bach“ ausgesprochen haben.

Eine weitere Eigenheit des Gebäudes ist, dass man aus Gründen der Kostenersparnis das gleichzeitig im Stadtteil Fürstenried entstandene Thomas-Mann-Gymnasium nach exakt den gleichen Bauplänen errichtetet hat. Ähnliches findet man auch in Neuperlach – auch dort sehen sich die meisten Schulen zum Verwechseln ähnlich, etwa die Grundschule am Karl-Marx-Ring, die Grundschule an der Kafkastraße und (früher, vor dem Umbau) die Wilhelm-Röntgen-Realschule an der Klabundstraße. Effizienz ist alles.

Quellen

Über den Wolken – oder: „Lügen brauchen keine Startbahn“

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Wenige Male im Jahrzehnt hat der Bürger die Möglichkeit, nicht nur Parteien zu wählen, sondern auch bei Sachentscheidungen mitzureden. Heute war es mal wieder so weit. Soll der Flughafen „Franz Josef Strauß“ eine dritte Start- und Landebahn erhalten? Das ist sicherlich eine Frage, die ganz Bayern betrifft, mindestens aber den Großraum München, noch mehr die betroffenen Bürger in den Gemeinden, die durch die dritte Startbahn an Lebensqualität verlieren werden. Doch gerade Letztere dürfen nicht abstimmen. Die Gemeinde Berglern, die besonders negativ von der dritten Start- und Landebahn betroffen wäre und wahrscheinlich bald in „Berglärm“ umbenannt werden muss, darf also nur hilflos zusehen, wie sich die Münchner entscheiden. Doch selbst wenn man in Berglern stimmberechtigt wäre, zeigt sich der Haken an jeder Bürger- oder Volksabstimmung: Betroffene Minderheiten habe auch nur eine einzige Stimme und können von der großen Masse überstimmt werden.

Flughafen München
Flughafen „Franz Josef Strauß“. Foto: Markus Wichmann / Lizenz siehe: flickr

Der ganze Bürgerentscheid ist eine Hilfskonstruktion. Abgestimmt soll nämlich nicht darüber werden, ob die dritte Start- und Landebahn gebaut wird, sondern ob die Stadt München dem Bau der dritten Start- und Landebahn zustimmt. Die Stadt erhält somit einen Auftrag vom Bürger. Ohne die Stadt München als einen der drei Flughafen-Anteilseigner wird nichts gehen. Denn die Abstimmung muss im Gremium einstimmig erfolgen.

Genau gibt es zwei Bürgerentscheide. Die Stadt will sich mit einem „Ratsbegehren“ die Zustimmung für ein Großprojekt von den Bürgern holen, die Gegner der dritten Start- und Landebahn wollen den Bau verhindern und die Stadt beauftragen, gegen den Bau zu stimmen.

Nun könnte die groteske Situation eintreten, dass beide Bürgerbegehren mehrheitlich eine Zustimmung oder aber eine Ablehnung erfahren, obwohl sich beide unmittelbar widersprechen. Daher gibt es noch eine Stichfrage. Also muss man gleich drei Kreuze setzen. Aber es wird noch ein wenig komplizierter: Es ist nicht nur die Mehrheit, die zählt, es gilt auch ein Quorum von mindestens 10 % der Stimmberechtigten. Anders ausgedrückt muss der jeweilige Entscheid neben der absoluten Mehrheit auch die Zustimmung von mindestens 10 % aller Stimmberechtigten erhalten – ungeachtet der Frage, ob diese nun zur Wahl gehen oder nicht –, um Gültigkeit zu erlangen.

Doch auch, wenn die Startbahngegner entweder keine Mehrheit erhalten oder das Quorum verfehlen, ist der Bau keinesfalls sicher. Es laufen zahlreiche Klagen gegen die Flughafen-Ausbaupläne, welche die dritte Startbahn verhindern könnten.

Münchhausen
Baron Münchhausen am Wahllokal verrät, um was es heute geht: nein, nicht ums Lügen, sondern ums Fliegen (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Ich muss ehrlich sagen, ich habe mich noch nie so schwer getan bei einer Entscheidung.

Ich bin selbst lärmgeplagt und lärmgeschädigt und möchte den Bürgern nicht noch erheblich mehr Lärm zumuten. Auch eine Zerstörung von Natur und Umwelt ist nicht erstrebenswert. Mit steigendem Ölpreis könnte der Boom beim Fliegen irgendwann zu Ende gehen, zumindest Steigerungen beim Flugverkehr ausbleiben. Auch werden die Maschinen immer größer, sodass ein Wachstum bei den Passierzahlen möglich ist, ohne dass es einer weiteren Start- und Landebahn bedarf. Das spricht alles gegen den Ausbau.

Doch möchte ich es mir nicht zu einfach machen und nur „dagegen“ sein. Das fehlende Weltstädtische an München zu beweinen und gleichzeitig gegen Großprojekte zu stimmen, widerspricht sich auch. Der Flughafen ist außerdem schon jetzt an mehreren Stunden am Tag an seiner Kapazitätsgrenze.

Also stimme ich für die dritte Start- und Landebahn. Das Wahllokal ist eine Grundschule in der Nähe des Neuperlacher Marx-Zentrum. Die Stufen zum Hochparterre sind marode, da haben ganze Ecken und Teile schon einen Abflug gemacht. Auch die gesamte Schule wirkt nicht mehr frisch. Draußen hängt der Baron Münchhausen auf der Kanonenkugel. Er fliegt – Lügen brauchen keine Startbahn.

Wahllokal Max-Kolmsperger-Straße
Das Wahllokal (17.06.2012) © Thomas Irlbeck

Ich betrete die Schule. Ich bin alleine, es sind keine weiteren Wähler zu sehen. Zwar darf man von Einzelbeobachtungen nicht auf das große Ganze schließen, aber meine Stimmung ist keine, die ich jetzt mit „Take off“ beschreiben möchte.

Unklar ist mir übrigens, wie sich die Stadt München verhalten wird, wenn entweder die Befürworter oder die Gegner der dritten Startbahn die Mehrheit erhalten, aber das Quorum verfehlt wird. Gibt es hierzu eine klare Aussage?

Der lupenreine Demokrat Horst Seehofer (CSU) will übrigens laut Zeitungsberichten den Bürgerentscheid nicht akzeptieren, wenn er nicht so ausfällt, wie er sich das wünscht. Wäre ja noch schöner, einfach den Bürgerwillen umzusetzen! Im Fall der Fälle will er die bayerische Landtagswahl im Herbst nächsten Jahres zu einer Abstimmung über die dritte Start- und Landebahn machen. Das entscheidende Wort dürfte aber dessen ungeachtet die Stadt München haben. Oder es haben die Richter das Sagen.

Update

Inzwischen liegt das Ergebnis vor: Die Gegner des Flughafen-Ausbaus haben gewonnen. Das notwendige Quorum wurde überschritten. Es wird keine dritte Startbahn geben.

Fotoschatzfund Neuperlach (3): Die späten 1960er und frühen 1970er

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J. W. hat wieder ein paar super Fotos ins digitale Zeitalter gerettet. Vielen Dank! Das erste Bild zeigt die Quiddestraße mit der abzweigenden Plettstraße. Dort ist das heutige FestSpielHaus zu erkennen, das damals der erste Supermarkt in Neuperlach war.

Quiddestraße/Ecke Plettstraße
Albert-Schweitzer-Straße/Plettstraße. Um 1969/1970. Aus der Fotosammlung von J. W. Foto: M. B.

Die anderen beiden Fotos sind seltene Dokumente des U-Bahnbaus und wurden an der Quiddestraße, Ecke Albert-Schweitzer-Straße, auf Zelluloid gebannt. Die U-Bahn ist damals in offener Bauweise entstanden, eine heute unübliche Vorgehensweise. Deutlich ist im Hintergrund die Albert-Schweitzer-Schule zu erkennen.

U-Bahnbau Quiddestraße/Albert-Schweitzer-Straße
U-Bahn-Bau Quiddestraße/Albert-Schweitzer-Straße. 1972. Aus der Fotosammlung von J. W. Foto: M. B.
U-Bahnbau Quiddestraße/Albert-Schweitzer-Straße
U-Bahn-Bau Quiddestraße/Albert-Schweitzer-Straße. 1972. Aus der Fotosammlung von J. W. Foto: M. B.

Nachtrag: Dank der auf dem letzten Bild sichtbaren Wahlplakate gelang J. W. eine genaue zeitliche Einschätzung. Die Wahlplakate hingen 1972:

Wahlplakate 1972
Wahlplakate 1972

Einen Kopf kleiner machen – Die Wilhelm-Röntgen-Realschule wird modernisiert und gestutzt (Update 10.09.2012)

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Zu seiner alten Schule hat man im Allgemeinen ein besonderes Verhältnis. Tausende Erinnerungen sind damit verbunden. Wie berichtet, wird meine alte Penne, die Wilhelm-Röntgen-Realschule an der Neuperlacher Klabundstraße, umfassend saniert. Die Besonderheit liegt darin, dass es mehr als nur eine normale Sanierung ist, wo ein paar marode Betonstücke entfernt werden. Nein, es ist ein umfassender Umbau, aber auch ein Rückbau, denn das komplette zweite Stockwerk wird abgetragen. Die nun fehlenden Klassenzimmer werden in das nun frei werdende Treppenhaus verlagert, denn in Zukunft braucht man nur eine Verbindungstreppe ins erste Stockwerk. Das Gebäude erhält auch einen Fahrstuhl, mit dem dann die meisten Räume barrierefrei erreicht werden können. Der Unterricht findet in der Umbauphase in einem auf dem Gelände errichteten Containerdorf statt. Da jetzt die Arbeiten so richtig begonnen haben, ist es Zeit, mal ein paar Bilderchen anzufertigen. Leider versperren überall Bäume und Grünzeug den Blick auf den Gebäudekomplex, ein paar Details konnte ich aber dann doch einfangen.

Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Deutlich zu sehen: Das zweite Stockwerk der Wilhelm-Röntgen-Realschule wird abgetragen (04.08.2011) © Thomas Irlbeck
Wilhelm-Röntgen-Realschule
Auch von dieser Seite hat man leider nicht den besten Blick. aber man sieht hier noch die charakteristische Fassade (04.08.2011) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Das Containerdorf stellt sicher, dass der Unterricht nicht ausfallen muss. Jetzt gerade sind aber ohnehin Sommerferien (04.08.2011) © Thomas Irlbeck

Update 10.09.2012

Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten, das Gebäude gibt sich völlig verändert. Würdet ihr eure alte Schule noch wiedererkennen?

Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck
Renovierung Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Sanierungsarbeiten sind weit fortgeschritten (09.09.2012) © Thomas Irlbeck

Fotoschatzfund Neuperlach: Von der grauen Maus zur grünen Lunge Münchens (Update)

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Fotos kann man unter anderem in ihrem historischen Wert bemessen. Wenn Fotos etwas zeigen, was man heute so nicht mehr sehen kann, ist das von Wert. Neuperlach gilt heute zu Unrecht als grauer Stadtteil, dabei sind die meisten Stellen inzwischen so grün, dass man sich eher in einem Wald fühlt als in einer Hochhaussiedlung. Doch Neuperlach war wirklich mal grau. Aus dieser Anfangszeit in Neuperlach Nord hat uns J. W. freundlicherweise ein paar sehr interessante Fotos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

Update 01.07.2011: Die Bilder gibt es nun noch mal fast alle neu eingescannt in höherer Auflösung und noch ein paar zusätzliche Bilder! Wo möglich, wurde vom Negativ eingescannt!

Heinrich-Wieland-Straße/Neuperlach Nord
Wir befinden uns zwischen der Kreuzung Karl-Marx-Ring/Heinrich-Wieland-Straße und der späteren Trambahnwendeschleife Neuperlach Nord, die im Hintergrund entsteht. Der Blick geht Richtung Süden, rechts ist das Gervais Danone-Haus zu sehen. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Heinrich-Wieland-Straße/Karl-Marx-Ring
Blick auf die Kreuzung Heinrich-Wieland-Straße/Karl-Marx-Ring (ganz rechts). Blick geht Richtung Nordwest. Im Bild links die Albert-Schweitzer-Schule. Im Bild rechts noch der Info-Pavillon, der später abbrannte und an dessen Stelle sich heute das Schulzentrum Nord befindet. Der Ostpark ist bereits im Bau, allerdings sind noch keine Aufschüttungen zu sehen. Im Hintergrund meine ich, das heutige Spielhaus (Maulwurfshausen) zu erkennen und auch ein paar Nachbarhäuser. Das Spielhaus blieb aber als einziges stehen. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Heinrich-Wieland-Straße/Karl-Marx-Ring
Leicht anderer Blickwinkel des vorigen Fotos. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Karl-Marx-Ring
Wohnhäuser am Eck Heinrich-Wieland-Straße/ Karl-Marx-Ring. Wir befinden uns leicht östlich von der Heinrich-Wieland-Straße, im Hintergrund ist schwach der Karl-Marx-Ring zu sehen. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Karl-Marx-Ring
Leicht anderer Blickwinkel des vorigen Fotos. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Kurt-Eisner-Straße
Häuser an der Kurt-Eisner-Straße. Heute führt dort der Fußweg vom Marx-Zentrum Richtung U-Bahnstation Quiddestraße durch. Im Hintergrund sind die Max-Kolmsperger-Schule zu sehen und auch die Stelle, an der später das Marx-Zentrum entstehen wird. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Kurt-Eisner-Straße
Noch einmal Kurt-Eisner-Straße, jetzt ein weniger weiter Richtung Fußgängerunterführung Heinrich-Wieland-Straße. Unverkennbar sind die atelierähnlichen Dachwohnungen. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Neuperlach Nord Schleife
Das Gelände, an dem die Trambahnschleife Neuperlach Nord entsteht (im Hintergrund). Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Neuperlach Nord Schleife
Selber Blick wie voriges Bild ein paar Jahre später. Jetzt mit LVA-Gebäude (Bildmitte, Hintergrund). Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.

Neuperlach heute

Grüne Plettstraße im Wald
Heute sieht es in Neuperlach so aus. Waldähnlicher Grünzustand an der Plettstraße (Archivfoto) © Thomas Irlbeck
Heinrich-Wieland-Straße/Ecke Karl-Marx-Ring
Neuperlach ist grün. Ausblick von einem Haus an der Heinrich-Wieland-Straße/Ecke Karl-Marx-Ring auf das Schulzentrum Nord. Gleicher Fotostandpunkt wie bei dem Bild oben mit der Albert-Schweitzer-Schule und dem Info-Pavillon (zweites Bild von oben) und nicht wiederzuerkennen (27.06.2011). Foto: J. W.

Zugaben

Noch zwei Fotos von der Heinrich-Wieland-Straße in Neuperlach Nord.

Heinrich-Wieland-Straße/Neuperlach Nord
Heinrich-Wieland-Straße in Neuperlach Nord. Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.
Heinrich-Wieland-Straße/Neuperlach Nord
Und noch einmal die Heinrich-Wieland-Straße in Neuperlach Nord. Da solche Fotos so selten sind, wäre es schade, wenn eine leicht veränderte Perspektive, aus der hier fotografiert wurde, aussortiert werden würde, Um Mitte 1970. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.

Und noch was in Farbe:

Karl-Marx-Ring
Heinrich-Wieland-Straße/Ecke Karl-Marx-Ring. Ähnliche Perspektive wie das vierte Foto von oben. Um 1975. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von J. W.

Schule machen (Update 07.09.2012)

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Gymnasium Markgrafenstraße
Hier an der Markgrafenstraße entsteht das Gymnasium Trudering (04.05.2011) © Thomas Irlbeck
Gymnasium Markgrafenstraße
Das Baugelände aus einem leicht anderen Blickwinkel. Ganz rechts im Bild ist die bestehende Grundschule zu sehen (04.05.2011) © Thomas Irlbeck

Im Frühjahr 2011 verschwindet eine der wenigen letzten Freiflächen im Münchner Stadtgebiet. Dieses Mal aber für etwas wirklich sehr Sinnvolles, ein dringend benötigtes Gymnasium in Trudering. Es entsteht an der Markgrafenstraße, einer Querstraße der Friedenspromenade, kurz vor dem Truderinger Wald. Die Bauarbeiten haben eben begonnen. Ab dem Schuljahr 2013/2014 sollen hier rund 1.000 Schüler die wunderbare Welt der komplexen Zahlen und vieles mehr erlernen. Weichen musste auf dem Gelände die Pädagogische Farm von Berufsschullehrer Peter Ruch mit Pony-Farm und Indianerzelt. Die Einrichtung hat an der Thomas-Hauser-Straße in Berg am Laim eine neue Heimat gefunden.

Update 07.09.2012

Jetzt, über ein Jahr später, wird klar, wie eng heutzutage gebaut wird. In der Markgrafenstraße fühlt man sich regelrecht von dem Bau, der nun die endgültige Höhe erreicht hat, erschlagen. Die Anwohner, die aus ihren schmucken Häuschen treten, stehen regelrecht vor einer Betonwand. Alle folgenden Bilder sind in der Markgrafenstraße entstanden, nur das letzte Bild zeigt das Gebäude von der anderen Seite – von der Neubausiedlung an der Friedenspromenade aus.

Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck
Bau Gymnasium Trudering an der Markgrafenstraße
Bau Gymnasium Trudering (07.09.2012) © Thomas Irlbeck

Für kleine Jungs oder „Der Sonntagsausflug“

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Wilhelm-Röntgen-Realschule
Die Wilhelm-Röntgen-Realschule an der Klabundstraße. In der bereits errichteten Containerstadt werden bald Schüler und Pauker Unterschlupf finden, denn das Gebäude wird saniert und auch rückgebaut (19.12.2010) © Thomas Irlbeck

Besuche im Spital sind sicher nicht angenehm. Fragt sich, für wen – für die, die zu Besuch kommen, oder für jene, die Besuch kriegen. Auf jeden Fall ging es heute ins Spital. Natürlich ins Klinikum Neuperlach. Auf dem Weg dorthin wird noch schnell meine alte Schule – die Wilhelm-Röntgen-Realschule – geknipst. Genauer die Container, denn der Unterricht findet ab dem Frühjahr in solchen statt, da das marode Gebäude umfassend saniert wird.

Es wird aber keine Sanierung wie jede: Vielmehr wird das zweite Stockwerk komplett abgetragen und die nun fehlenden Klassenzimmer werden in das frei werdende Treppenhaus verlagert. Aber auch Heizung, Sanitär-, Lüftungs- und Elektroanlagen werden saniert und der Brandschutz verbessert. Auf das Flachdach kommt eine Photovoltaikanlage. Die Sporthalle wird so umgebaut, dass sie auch als Versammlungsraum dienen kann. Auch erhält das Gebäude einen Fahrstuhl, sodass die meisten Räume in Zukunft barrierefrei erreicht werden können.

O.k., nun aber ins Spital. Zimmer 9901* soll ich aufsuchen. Haha, sehr witzig. Das Ganze entpuppte sich als Griff ins Klo, denn Raum 9901 ist die Toilette. Nun sind zwar die Räume überbelegt, aber so weit geht man dann doch nicht, dass man Patienten im Klo unterbringt. Das Klo müsste aber doch aber eher die Raumnummer 00 haben. Die Bezeichnung Null-Null soll ja daher kommen, dass das WC normalerweise keine Raumnummer hat, also gewissermaßen Raum Null-Null darstellt. Aber was bedeutet schon „normalerweise“?

Klinikum Neuperlach
Direkt daneben ist das Klinikum Neuperlach, das früher „Krankenhaus Neuperlach“ hieß. Hier ist der Haupteingang zu sehen (19.12.2010) © Thomas Irlbeck
Wilhelm-Röntgen-Realschule
Wilhelm-Röntgen-Realschule. Eine riesige Baustelle (19.12.2010) © Thomas Irlbeck
Wilhelm-Röntgen-Realschule
Wilhelm-Röntgen-Realschule. Vom alten Gebäude (im Hintergrund rechts, das ockerfarbene Gemäuer) ist nur wenig zu sehen, es dominieren die Container (19.12.2010) © Thomas Irlbeck
Röntgenbild
Ein Röntgenbild. Beide Besuche haben heute indirekt etwas mit dem Röntgen zu tun. Foto: erix! / Lizenz siehe: flickr

* Nummer aus datenschutzrechtlichen Gründen geändert