Gasthaus zur Post (Das historische Haus, Folge 17)

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Gasthaus zur Post / Perlach
Gasthaus zur Post (27.03.2017) © Thomas Irlbeck

Unser „Gasthaus zur Post“ im Herzen Perlachs. Die meisten dürften hier schon mal drin gewesen sein, zum Essen oder vielleicht auch zu einer Versammlung. Das Gebäude mag jetzt vielleicht keine so besondere Form haben, aber es steht unter Denkmalschutz. Der Bayerischer Denkmal-Atlas sagt zu dem Bau:

Ehemalige Tafernwirtschaft, jetzt Gasthaus, zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach, bez. 1840.

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Neue Sonderausstellung im Perlacher Heimatarchiv – Gartenstadt München Perlach 1910

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Gartenstadt Perlach 1910
Bild: Festring Perlach

Der Schweizer Künstler und Jugendstil-Architekt Hans Eduard von Berlepsch-Valendas entwarf 1910 ein detailliertes Konzept zur „Gartenstadt Perlach“. Berlepsch-Valendas Ziel war es, billige und gute Wohnungen vor allem für ärmere Bevölkerungsschichten zu schaffen. Eine Ghettobildung sollte aber vermieden werden. Dazu plante er unterschiedliche große Haustypen für alle Gesellschaftsschichten ein. Über 30.000 Menschen sollten am Perlacher Forst eine bezahlbare, gesunde Wohnstätte finden.

Um Kosten zu reduzieren, bevorzugte Berlepsch-Valendas einfache Serienfabrikate für Fensterrahmen, Türen und die Inneneinrichtung. „Pflanzen sind die schönste Dekoration, aufgesetzte Ornamente dagegen unnötig“ betonte Berlepsch-Valendas, „die Vegetation der Gärten und Baumgruppen, die Bewachsung der Häuser mit Zier- und Nutzpflanzen, das ist Dekoration genug.“

Zur Versorgung mit frischem Gemüse – und auch zur Reduzierung der finanziellen Belastung – war zu jedem der Mehrfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser ein Nutzgarten von 80-150 m² für jede Familie vorgesehen.

Obwohl der Münchner Industrielle Reichsrat Theodor Freiherr von Cramer-Klett jun. für das Projekt 200.000 Mark zur Verfügung gestellt hatte, scheiterte die Umsetzung letztlich an lokalpolitischen Querelen und dem Verkehrsministerium, die eine Entscheidung über die nötige Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Bahnanschluss, Wasserleitung usw.) verzögerten, sodass Cramer-Klett seine finanzielle Unterstützung 1913 zurückzog.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 brachte dann das Projekt endgültig zum Scheitern.

Wann und wo?

Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, den 14. September 2014, von 10 bis 16 Uhr.

Die Sonderausstellung (plus „Das grüne Waldperlach – die Kiesgrube Roth“) ist noch bis zum Frühjahr 2015 zu den Öffnungszeiten des Perlacher Heimatarchivs in der Sebastian-Bauer-Straße 25 zu besichtigen. Die nächsten Termine für 2014 sind am Samstag, den 11. Oktober, und Samstag, den 8. November, jeweils von 13 bis 16 Uhr.

Der Festring Perlach im Internet: www.festring-perlach.de