Sicherheit für Senioren – Was gibt es Neues?

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Herbert Topfstädt
Herbert Topfstädt

Die AWO-Seniorengruppe Neuperlach lädt herzlich ein zu einem Vortrag mit Herbert Topfstädt am Freitag, den 9. März 2018, wie immer um 14 Uhr. Achtung, neues Lokal: Gaststätte zum Löwen, Peschelanger 14 (Marx-Zentrum). Buslinie 197, Innen- oder Außenring, Haltestelle Peschelanger.

Ende Geländer am LAO – Es geht endlich weiter an der Rampe (Update 10.06.2018)

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LAO Rampe
Bild 1: Das LAO mit der noch gesperrten Rampe (links). Endlich wird das Geländer montiert (29.01.2018) @ Thomas Irlbeck

Lange Zeit war Pause an der Baustelle der neuen, flacheren Rampe am LAO (Leben am Ostpark). Die neue Rampe soll den Zugang zur Brücke endlich barrierefrei machen, sodass sie von allen Menschen und nicht nur Sportlern benutzt werden kann (Neuperlach.org berichtete). In Zukunft können auch Menschen, die einen Kinderwagen oder Rollator mitführen, im Rollstuhl unterwegs oder nicht schwindelfrei sind, vom LAO zur Brücke gelangen und umgekehrt. Die alte Rampe, die mit ca. 65 % Steigung so manche Bergbahn schlägt, wird dann obsolet und kann abgebaut werden. Die Verbindung von Neuperlach Mitte (pep/Stadtbibliothek/Allianz) zum Plett-Zentrum (LAO, Life) wird damit erheblich verbessert, Umwege über die verkehrsreiche Albert-Schweitzer-Straße entfallen.

Nun endlich ist die Winterpause vorbei. Es fehlt eigentlich nur noch das Geländer sowie wohl noch die letzte Asphaltschicht. Ersteres ist das heutige Thema. Es wurde damit begonnen, das Geländer zu montieren. Montage am Montag quasi. E scheint optisch schnell zu gehen, der Bauarbeiter konnte aber nicht sagen, wann mit der Freigabe der Rampe zu rechnen ist.

Großartige Presse zur Dokumentation des Ereignisses war nicht anwesend, obwohl die ursprüngliche Rampen-Fehlplanung längst ein lokalpolitischer Aufreger ist. Es war zwar eine Person mit offenbar professioneller Fotoausrüstung zu sehen, die aber wohl nur die Baustelle passierte, ohne Aufnahmen zu machen.

Im Anschluss zeige ich hier eine Reihe von Bildern vom Baufortschritt.

LAO Rampe
Bild 2: Das erste angelieferte Geländerelement (29.01.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 3 (29.01.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 4: Positionierung eines Geländerelements (29.01.2018) @ Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 5 (29.01.2018) @ Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 6 (29.01.2018) @ Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 7 (29.01.2018) @ Thomas Irlbeck

Wer es noch nicht kennt, hier noch ein Archivbild von der bestehenden Rampe, so wie sie auch heute noch genutzt werden muss. Da die Rampe in die Feuerwehreinfahrt hineinragt, war sie gleich in mehrfache Weise eine Fehlplanung.

LAO Rampe
Bild 8: Bestehende Treppe mit Rampe (01.10.2017) © Thomas Irlbeck

Update 30.01.2018

Ein Großteil des Geländers steht schon.

LAO Rampe
Bild 9 (30.01.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 10 (30.01.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 11 (30.01.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 12 (30.01.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 13: Zaunverhau (30.01.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 14: Bestehende Rampe (30.01.2018) © Thomas Irlbeck

Update 31.01.2018

Wie zu sehen ist, ist die Rampe immer noch ein Stückchen von der Freigabe entfernt.

LAO Rampe
Bild 15 (31.01.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 16 (31.01.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 17 (31.01.2018) © Thomas Irlbeck

Update 02.02.2018

Im Vergleich zu Mittwoch erkenne ich keine Fortschritte. Heute Mittag habe ich keine Arbeiter gesehen. Dazu ein Bild:

LAO Rampe
Bild 18 (02.02.2018) © Thomas Irlbeck

Update 08.02.2018

Es sind Fortschritte erkennbar, aber noch sind längst nicht überall die Geländer sowie die in verschiedenen Höhen vorgesehenen Handläufe montiert. Also, noch Geduld! Der BER wurde auch nicht an einem Tag erbaut!

LAO Rampe
Bild 19 (08.02.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 20 (08.02.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 21 (08.02.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 22 (08.02.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 23 (08.02.2018) © Thomas Irlbeck

Update 15.03.2018

Heute habe ich erstmals wieder Arbeiter gesehen. Es geht weiter.

LAO Rampe
Bild 24 (15.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 25 (15.03.2018) © Thomas Irlbeck

Update 17.03.2018

Die Rampe hat nun ihren finalen Asphaltbelag erhalten, ebenso wurden die letzten Geländerstücke montiert. Optisch ist fast alles fertig. Aber eben nur fast. Derzeit muss man noch die alte Treppe benutzen, denn die Rampe ist noch per Bauzaun abgesperrt. Wir dürfen aber wohl auf eine Eröffnung nächste Woche hoffen.

LAO Rampe
Bild 26 (17.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 27 (17.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 28 (17.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 29 (17.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 30 (17.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 31 (17.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 32 (17.03.2018) © Thomas Irlbeck

Update 22.03.2018

Sich zu Ende neigen. Die vielen Wintereinbrüche haben bewirkt, dass die neue Rampe am LAO immer noch nicht eröffnet werden konnte. Heute wurde heute wieder am Geländer der Rampe gearbeitet.

LAO Rampe
Bild 33 (22.03.2018) © Thomas Irlbeck

Update 24.03.2018

Zwar wurden die Arbeiten diese Woche fortgesetzt, aber die Rampe ist immer noch nicht freigegeben.

LAO Rampe
Bild 34 (24.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 35: Noch fehlendes Geländerstrück (24.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 36 (24.03.2018) © Thomas Irlbeck

Update 30.03.2018

In den letzten Tagen wurde wieder an der Rampe gearbeitet. Optisch ist die Rampe samt Geländer nun weitestgehend fertiggestellt. Aber sie ist immer noch nicht freigegeben und weiterhin durch Bauzäune abgesperrt.

LAO Rampe
Bild 37: Die Rampe ist immer noch gesperrt (30.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 38 (30.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 39 (30.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 40 (30.03.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 41 (30.03.2018) © Thomas Irlbeck

Update 18.04.2018

In den letzten Tagen wurde immer wieder phasenweise an der LAO-Rampe gearbeitet, am Mittwoch-Nachmittag war die Rampe aber immer noch gesperrt. Dafür wurden am LAO eine ganze Reihe an Zäunen aufgestellt. Manche erscheinen sinnvoll. Einer soll verhindern, dass v.a. Kinder in den Life-Ladehof laufen und dort vom Lkw erwischt werden. Ein anderer Zaun soll verhindern, dass Leute außerhalb des Fußwegs die Life-Tiefgarageneinfahrt überqueren. Diese Kanalisierung ist wohl eine gute Idee. Aber der Zaun reicht zumindest bis an die äußerste Kante des Fußweg-Randsteins (Foto). Ich hoffe, dass das noch verbessert wird. Ich kann nicht ausschließen, dass hier v.a. im Dunkeln ein Fußgänger oder Radfahrer hängen bleibt und sich verletzt.

LAO Zaun
Bild 42 (17.04.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Zaun
Bild 43 (17.04.2018): Life-Tiefgarageneinfahrt (Bildmitte, rechts) © Thomas Irlbeck

Update 30.04.2018

Am Freitag, den 30.04.2018, ca. 16:30, war die Rampe immer noch gesperrt.

Update 02.05.2018

Die unendliche Geschichte soll am Mittwoch endlich ein Happy End finden. Seit Wochen ist die neue Rampe am LAO fertiggestellt, doch freigegeben wurde sie bis heute nicht. Dennoch benutzen immer wieder Leute die Rampe und zwängen sich am Bauzaun vorbei. Die Bauzaunelemente werden immer wieder zurückgestellt, um ein Betreten der Rampe zu verhindern. Offenbar aber verschieben Passanten die Elemente wieder, um sich Zutritt zu verschaffen. Ein auf den ersten Blick berechtigtes Interesse, wenn jemand mit einem Rollstuhl durch will, denn die alte Rampe ist nicht rollstuhltauglich. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass die Benutzung der Rampe derzeit noch verboten ist. An den Bauzäunen sind eindeutige Schilder.

Wie mir von verantwortlicher Seite heute gesagt wurde, soll die Abnahme und Freigabe der Rampe nun am Mittwoch, den 9. Mai, erfolgen. Hoffentlich klappt es!

LAO Rampe
Bild 44 (02.05.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 45 (02.05.2018): © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 46 (02.05.2018) © Thomas Irlbeck

Update 09.05.2018

Heute am sehr frühen Nachmittag fand wie angekündigt der Versuch statt, die neue Rampe am LAO freizugeben. Ich durfte die Rampe Rollstuhl schiebend passieren. Diese Fahrt wurde in einer Weise kommentiert, die ich förderlich für die Freigabe bewerte. Am späten Nachmittag dann die Enttäuschung: Die Rampe ist immer noch gesperrt. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass etwas der Abnahme im Wege stand. Vielleicht müssen ja jetzt nur noch die Bauzaunelemente abgeholt werden.

Update 14.05.2018

Zwei Bauzaunelemente sind um 180 Grad umgeklappt, sodass die Rampe derzeit benutzt werden kann, auch  mit einem etwas breiteren Gefährt. Allerdings befinden sich nach wie vor Schilder auf dem Bauzaun, die ein Betreten der Baustelle verbieten. Streng genommen darf man diese „Baustelle“ also nicht passieren.

Update 17.05.2018

Endlich geschafft! Die Rampe ist offiziell freigegeben, der Bauzaun wurde entfernt. In den letzten Wochen war die Rampe bereits faktisch offen, da meistens eine Lücke im Zaun war. Offiziell benutzen darf man die Rampe aber erst seit heute!

LAO Rampe
Bild 47 (17.05.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 48 (17.05.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 49 (17.05.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Rampe
Bild 50 (17.05.2018) © Thomas Irlbeck

Update 10.06.2018

Der Zaun wurde immer noch nicht gekürzt. Siehe auch unter Bild 42 und 43. Die nun angebrachten Plastikfähnchen als Warnung sind nicht überzeugend, da man diese im Dunkeln kaum sehen dürfte. Eine mögliche Verletzungsgefahr bleibt.

LAO Zaun
Bild 51 (10.06.2018) © Thomas Irlbeck
LAO Zaun
Bild 52 (10.06.2018) © Thomas Irlbeck

Seniorenbeirat und Sicherheit

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Herbert Topfstädt
Herbert Topfstädt

Über zwei Themen wird Herbert Topfstädt am Freitag, den 25. November, 2016 um 14 Uhr im Neuperlacher Sportwirt, Bert-Brecht-Allee 17, im Rahmen des „AWO-Seniorenclub“ berichten: Informelles aus dem Seniorenbeirat; Neues zum Thema Sicherheit für Senioren. Eintritt frei; jedermann(frau) ist herzlich willkommen.

AWO-Seniorenclub: Sicherheit im Stadtteil Neuperlach

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Herbert Topfstädt spricht über Sicherheit im Stadtteil Neuperlach am Freitag, den 23. September 2016, um 14 Uhr im Neuperlacher Sportwirt, Bert-Brecht-Allee 17 (AWO-Seniorenclub). Eintritt frei; jedermann(frau) ist herzlich willkommen.

Geknickt statt abgenickt

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Die Dachterrasse sollte geschlossen werden. Dieses Archivbild wäre eine Erinnerung an alte Zeiten gewesen. Foto: Thomas Irlbeck

Die alte Hausordnung ist rund 40 Jahre alt, also muss eine neue her. Diese sollte auf der gestrigen Eigentümerversammlung abgenickt werden. Die neue Hausordnung wurde als Entwurf vom Verwaltungsbeirat erstellt. Offenbar geschah dies ohne große Rücksprache, zumindest wurde im Vorfeld keine Tendenz unter den Eigentümern ausgelotet. Denn die Stimmung im Saal war nicht gut. Einer der Redner meinte, die Hausordnung gehöre auf den Müll und komplett neu gemacht. Der Verwaltungsbeirat meinte geknickt, er habe Tage an der Hausordnung gearbeitet. Mein Vorschlag war, dass wir nicht über die Hausordnung als Ganzes, sondern über jeden strittigen Punkt gezielt abstimmen. Dies wurde dann auch gemacht. Später sollte sich dann herausstellen, dass dies die Versammlung beträchtlich nach hinten verzögerte und vom Feierabend dann fast nichts mehr übrig blieb.

Strittig war zunächst einmal die Schließung unserer schönen Gemeinschaftsdachterrasse, formuliert als „Die Dachterrasse darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden“. Ob man sich daran hält, ist was anderes. Aber wenn die Türe zur Dachterrasse so umgebaut wird, dass man diese mit dem normalen Hausschlüssel nicht mehr öffnen kann, dann nützt das alles nichts.

Ein weiterer Blick Richtung von der Dachterrasse. So ein Blick ist auch weiterhin möglich. Zumindest wenn das Wetter mitspielt. Foto: Thomas Irlbeck

Ich ging davon aus, dass es eine Auflage der Stadt sei, die hinter dem Betretungsverbot steckt. Zum Beispiel wegen zu niedrigerer oder wackelnder Geländer. Doch ich lag falsch. Laut Verwaltungsbeirat würden immer wieder Partys auf der Dachterrasse gefeiert. Wenn dann jemand angetrunken wäre, könnte was passieren. Es wurde nicht ausgesprochen, aber es war sicher ein Sturz vom Dach gemeint. Als zusätzlicher Grund wurde angegeben, dass man durch eine Schließung die Abnutzung des Bodenbelags verzögern könnte.

Jetzt platzte mir der Kragen. Ich sagte sinngemäß, für was wir denn die Dachterrasse hätten, wenn wir uns selbst verbieten, diese zu nutzen. Und das ohne Not. Das mit dem Bodenbelag sei ein Witz, denn wenn man etwas schont, indem man es nicht mehr benutzt, verliere die ganze Einrichtung ihren Sinn. Der Antrag auf Streichung des Betretungsverbots wurde mit großer Mehrheit angenommen, die Dachterrasse bleibt offen.

Nächster Punkt war das Verbot von Möbeltransporten in den Fahrstühlen. Ich führte aus, dass dies nicht praktikabel wäre, da kein Möbellieferant Möbel in den 9. Stock schleppe, wenn sie in den Fahrstuhl passen. Es sei aber dazu gekommen, dass Fahrstühle durch Möbeltransporte verkratzt wurden, wurde entgegnet. Dies überzeugte aber die Masse nicht. Der Antrag auf Streichung des Möbeltransportverbots in Fahrstühlen wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Viele weitere Punkte wurden gestrichen oder umformuliert. Beispielsweise darf man auch weiterhin seinen Fußboden austauschen, ohne dies zunächst genehmigen zu lassen. Alles andere wäre ja bodenlos.

Sicherererer

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Airbags kann man falsch bedienen. Foto: Taekwonweirdo / Lizenz siehe: flickr

Mit diesem kreativ gesteigerten Komparativ wirbt der Onlinebezahldienst PayPal. Treffender könnte man es gar nicht ausdrücken, um eine Krankheit zu beschreiben, die nicht nur die deutsche Politik und die deutschen Behörden befallen hat. Zunächst einmal ist ja nichts dagegen einzuwenden, wenn die Welt immer sicherer wird. Der Sicherheitsgurt etwa hat unzählige Leben gerettet. Bei seiner Einführung hat man noch leidenschaftlich diskutiert, ob eine Anschnallpflicht nicht dem Selbstbestimmungsrecht zuwiderläuft. Da nicht angeschnallte Leute beim Crash aus dem Wagen geschleudert werden können und damit nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere eine Gefahr darstellen – andere Verkehrsteilnehmer müssen ggf. den Herausgeschleuderten ausweichen –, ist die Anschnallpflicht sicherlich gerechtfertigt.

Münchner J-Wagen (Heidelberger) am 11.09.2010. Die alten Wagen dürfen nur ohne hohen Auflagen wieder fahren – schließlich könnten bei den ungesicherten Türen Fahrgäste aus dem Zug fallen (11.09.2010) © Thomas Irlbeck

Der Luftsack, auf Neudeutsch auch Airbag, hat ebenso viele Leben gerettet und Leute vor schlimmeren Verletzungen bewahrt. Oft wird aber der Fehler gemacht, sich nicht anzuschnallen, da ja der Airbag da ist. Nur verpufft die Wirkung des Airbags dann im wahrsten Sinne des Wortes. Der Airbag kann nämlich eine Person gar nicht auffangen; ohne die Unterstützung des Sicherheitsgurtes ist der Airbag ein Sprungtuch ohne haltende Helferhände. Es gibt aber noch einen weiteren „Bedienungsfehler“: Mehr Sicherheit verleitet zu riskanteren Fahrweisen. Damit wird mindestens ein Teil, im Extremfall der gesamte Sicherheitsgewinn wieder verspielt. Ähnliches gilt für das Antiblockiersystem (ABS) und die Stabilitätsprogramme (ESP). Mit ABS bremst es sich auf Schnee und generell glatten Straßen besser, also wird schneller gefahren. ESP kann so manchen Fahrfehler ausgleichen, folglich wird mehr Gas gegeben. Immerhin ging die Anzahl der Verkehrstoten in Deutschland seit den 1970er-Jahren kontinuierlich zurück. Waren es 1970 in Westdeutschland noch dramatische 13.000 Tote, lag die Zahl 2009 bei entschärften 4.150 Toten, wobei im letzteren Fall auch die Neuen Bundesländer enthalten sind. Wenn man sich aber den immensen Aufwand an Technik anschaut, der betrieben wurde, müsste die Anzahl der Verkehrstoten mathematisch gesehen schon längst unter null liegen.

Teufelsrad auf der Wiesn. Hier soll sich schon mal jemand blaue Flecken geholt haben. Wie furchtbar! Foto: Traveller_40 / Lizenz siehe: flickr

Der staatlich verordnete Schutz greift in alle Lebensbereiche hinein. Neue Personenumlaufzüge – auf Altlateinisch Paternoster – etwa werden wegen der Verletzungsgefahr in Deutschland allenfalls noch unter hohen Sonderspezialauflagen genehmigt. So musste bei einem 2009 neu in Betrieb genommenen Paternoster in Berlin eine Ampel eingebaut werden, die signalisiert, wann ein Zustieg und Abstieg gefahrlos möglich ist. Bei einem Rotlichtverstoß wird die Anlage, die übrigens gegenüber früheren Paternostern deutlich gedrosselt ist, per Lichtschranke automatisch gestoppt.

Früher mussten die Fahrgäste noch selbst aufpassen. Ähnliches gilt z.B. bei der Trambahn. Am 11.09 dieses Jahres feierte man 115 Jahre Elektrische Trambahn in München. Die alten Wagen, die nicht über automatische Türen, sondern über rein per Hand bediente Schiebetüren verfügen, erhielten ihre Zulassung für den Einsatz bei Sonderveranstaltungen nur unter der Auflage, dass 2 (!) Zugbegleiter pro (!) Türe das Öffnen und Schließen der selbigen überwachen. Damit dürfen die Züge aber nicht im normalen Fahrgasteinsatz rollen, hier würde die Auflage sicherlich auf vier Zugbegleiter pro Türe erhöht werden.

Velodrom auf der historischen Wiesn 2010. Stürze und Zusammenstöße lassen sich nicht vermeiden. Unerhört! Foto: sanfamedia.com / Lizenz siehe: flickr

Neue Bahnübergänge werden in Deutschland in der Regel nicht mehr genehmigt, wegen der vielen meist selbst verschuldeten schweren Unfällen. Zuerst gab es die Vollschranken, die jedoch zur Falle werden konnten. Dann kamen die Halbschranken. Diese lassen einen Fahrzeugführer mit abgestorbenem Motor wieder aus dem Gefahrenbereich rausfahren, aber geben anderen die Möglichkeit, einen Bahnübergang trotz geschlossener Schranken zu passieren. Manche scheinen nicht zu wissen, wie unfassbar groß der Bremsweg eines Zuges ist und dass auch die stabilste Automobilkarosserie von einem Zug zermanscht wird wie ein Modell aus Pappmaché. Nun werden bei neuen Bahnstrecken als Ersatz für die Bahnübergänge millionenteure Unterführungen und Brücken gebaut. Die hohen Kosten verhindern so manche Neubau-Regionalbahnstrecke (bei Hochgeschwindigkeitsstrecken sind Bahnübergänge freilich nicht angebracht). Aber wenn es der Sicherheit dient.

Auch das Gehör wird geschützt, die Lautstärkebegrenzung – deren Umgehung immer besser abgesichert wird – von MP3-Playern macht es möglich.

Bei so viel Sicherheit und Gängelung blickt man erstaunt auf die Wiesn (auf Alt- und Neupreußisch: Oktoberfest). Dort gibt es Parcours mit rotierenden Trommeln, bei der gefühlt jeder zweite stürzt und sich verletzten könnte. Da ist das Teufelsrad, das die Leute spätestens per Boxattacke vom Rad schleudert. Im Velodrom kann man mit merkwürdigen Fahrrädern seine Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Man liest verwundert, dass sich „Zusammenstöße und Stürze nicht vermeiden lassen“. Ja, äh, wo bleibt hier die Sicherheit?

Wann kommt die Schaumstoff- und Helmrepublik, in der jede Anhöhe mit einem Schutzgitter versehen ist? Wo selbst Treppen nur noch als Feuerfluchtweg erlaubt sind, unter strengsten Auflagen versteht sich? In der man sich ohne Hirn und Verstand gefahrlos frei bewegen kann und vor allem und vor allem vor sich selbst geschützt wird? Wir sind auf dem Weg dahin. Aber sicher.