Die Zauberwaldstraße (Unsere Straßen und Plätze, Folge 6) (Update 26.08.2018)

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Zauberwaldstraße
Bild 1 (04.08.2018) © Thomas Irlbeck

In unregelmäßigen Abständen habe ich bereits Straßen und Plätze in Neuperlach sowie im Münchner Osten respektive im Münchner Umland vorgestellt. Nun habe ich eine echte Serie daraus gemacht, womit wir bereits bei der Folge 6 angekommen sind. Außerhalb der Reihe steht noch der Artikel „Ezähl doch keine Märchen!“, der die besondere, skurrile Straßenbenennung von Waldperlach skizziert.

Unser heutiger Straßenname ist einfach zauberhaft! Es ist die Zauberwaldstraße in der Gartenstadt Trudering. Das ist ein Name, bei dem wohl kaum einer sagen dürfte, er wolle lieber einen Straßennamen, der seinen Ursprung in einem intellektuellen Schriftsteller hat.

Die Zauberwaldstraße ist eine von eher kleinen Wohnhäusern geprägte Straße. Hier ist noch die alte Gartenstadt, die durch Nachverdichtung in einem Wandel begriffen ist, teilweise erkennbar. Die Straße führt von der Batschkastraße in nordöstlicher Richtung zur Königsseestraße und kreuzt dabei die Gartenstadtstraße, auf der die Buslinie 195 verkehrt. An dieser Kreuzung liegt auch die Haltestelle Zauberwaldstraße (Bild 3).

Zauberwaldstraße
Bild 2: Kreuzung Gartenstadtstraße/Zauberwaldstraße (04.08.2018) © Thomas Irlbeck
Bushaltestelle Zauberwaldstraße
Bild 3: Bushaltestelle Zauberwaldstraße  (04.08.2018) © Thomas Irlbeck

Konkret ist die Straße nach dem Geotop Zauberwald bei Ramsau bei Berchtesgaden im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land benannt. Dabei handelt es sich um ein Gebiet von 0,75 km², das durch einen Bergsturz vor 3500 bis 4000 Jahren entstanden ist. Es sind dabei 15 Millionen Kubikmeter aus dem Blaueistal vom Hochkaltermassiv abgegangen. Das klingt jetzt zugegeben wenig romantisch. Beim dem Bergsturz wurde auch die Ramsauer Ache zum Hintersee aufgestaut. Der Zauberwald selbst ist zwischen dem Hintersee und der Marxenklamm zu finden, die Ramsauer Ache fließt hindurch.

Auch wenn ein Bergsturz natürlich etwas Destruktives hat, wurde etwas Neues geschaffen, etwas derart Idyllisches und vielleicht auch Geheimnisvolles, dass sich der Name Zauberwald etablierte. Der Name bildete sich zwischen 1920 und 1930 heraus. Noch vor diesem Zeitraum – 1896/97 – wurde ein Fußweg durch den Wald angelegt. Der Zauberwald wurde mit dem Gütesiegel Bayerns schönste Geotope ausgezeichnet.

Zauberwald
Bild 4: Zauberwald. Foto: Geolina163 / Lizenz: CC BY-SA 3.0
Ramsauer Ache, Zauberwald
Bild 5: Ramsauer Ache, Zauberwald. Foto: Nikater / Lizenz: CC BY-SA 3.0
Zauberwald
Bild 6: Baumwurzeln an Felsgeröllen des Bergsturzes. Foto: Geolina163 / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Quelle

Zauberwald bei Wikipedia

Zu den übrigen Folgen „Unsere Straßen und Plätze“

Noch ein Zauberwald in Trudering

Ein Waldstück im Truderinger Wald an der Truderinger Grenzkolonie, das etwas nördlich an der Stelle liegt, an der die Günderodestraße in die Fauststraße übergeht (das ist Höhe Friesplatz), heißt ebenfalls Zauberwald, zumindest in OpenStreetMap (Bild 7). Woher dieser Name seinen Ursprung hat, konnte ich bislang nicht in Erfahrung bringen. Interessant: Im BayernAtlas heißt das Waldstückchen abweichend Heidlüß. Quasi als „Eingang“ zum Zauberwald ist 2017 ein Spielplatz entstanden, siehe Bild 7 und Bild 8.

Umgebungskarte Friesplatz/Zauberwald
Bild 7: Umgebungskarte Friesplatz/Zauberwald. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0
Spielplatz Günderodestraße
Bild 8: Spielplatz an der Günderodestraße/Fauststraße kurz vor seiner Eröffnung. Das Waldstück hinter dem Spielplatz heißt „Zauberwald“ (09.06.2017) © Thomas Irlbeck

Der Alfred-Neumann-Anger (Unsere Straßen und Plätze, Folge 5)

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Alfred-Neumann-Anger
Alfred-Neumann-Anger (01.05.2017) © Thomas Irlbeck

Mit dem Alfred-Neumann-Anger, einer Abzweigung an der Putzbrunner Straße in Neuperlach Mitte, ehrt München den berühmten Coverboy der Satirezeitschrift Mad.

Die vielleicht prominenteste Zahnlücke der Welt steht symbolisch für die Baulücke am Hanns-Seidel-Platz, denn Neuperlach hat bis heute keine Mitte.

Es ist schön, dass Straßen nicht nur Politikern und ernsten Schriftstellern gewidmet werden, sondern auch fiktiven Darstellern der Jugendkultur. Das war selbstverständlich nur ein Spaß. Gemeint ist natürlich der ernste Schriftsteller Alfred Neumann (* 1895; † 1952).

Alfred E. Neumann
Damals noch namenloser Vorläufer von Alfred E. Neumann. Lizenz: Public Domain
Alfred-Neumann-Anger
Alfred-Neumann-Anger (01.05.2017) © Thomas Irlbeck

Zu den übrigen Folgen „Unsere Straßen und Plätze“

Die Kasperlmühlstraße (Unsere Straßen und Plätze, Folge 4)

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Kasperlmühlstraße
Bild 1 (30.04.2017) © Thomas Irlbeck

Nein, wir sind nicht in Waldperlach, dem vielleicht märchenhaftesten Stadtteil der Welt, sondern in Neuperlach Süd an der Putzbrunner Straße. Die Straße ist nach dem Kinderheim der Stadt München Kasperlmühle bei Weyarn im Mangfalltal benannt.

Kasperlmühlstraße
Bild 2: Putzbrunner Straße, Ecke Kasperlmühlstraße (30.04.2017) © Thomas Irlbeck
Kasperlmühlstraße
Bild 3: Gartenmauer mit Zieröffnung (30.04.2017) © Thomas Irlbeck

Zu den übrigen Folgen „Unsere Straßen und Plätze“

Von (Kreis)-Bögen, Ringen, Angern, Straßen und Wegen (Unsere Straßen und Plätze, Folge 3)

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Putzbrunn, Philipp-Kreis-Bogen
Wir sind hier in Putzbrunn (10.04.2017) © Thomas Irlbeck
Goslar, Carl-Spitzweg-Weg
Goslar, Carl-Spitzweg-Weg. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

In vielen Orten ist man von der alten Systematik weggekommen, kleinere Straßen als „Weg“ und größere als „Straße“ zu bezeichnen, Straßen mit Bäumen am Rand vielleicht noch als „Allee“. Stattdessen wird die optische Verlaufsform der Straße in den Namen integriert und zwischen „Ring“, „Bogen“ und „Anger“ (Sackgasse) unterschieden. Das haben wir in Neuperlach, siehe Karl-Marx-Ring, Friedrich-Engels-Bogen und Peschelanger.

Das erspart den Carl-Spitzweg-Weg (den es tatsächlich in Goslar gibt) oder gar den Spitzwegweg (der wohl Phantasie bleibt).

Aber es schafft neue Skurrilitäten.

Wer „Kreis“ mit Nachnamen heißt und nach seinem Ableben wegen seiner Verdienste ausgerechnet mit einer bogenförmige Straße geehrt wird, wird zum „Kreis-Bogen“. So geschehen in Putzbrunn.

Philipp Kreis (* 1909; † 1994) und Truma

Erste Wohnwagen-Heizung Truma-matic von der Firma Truma aus dem Jahre 1961
Erste Wohnwagenheizung Truma-matic von der Firma Truma (1961). Foto: Truma Gerätetechnik / Lizenz: CC BY-SA 3.0

Hierbei handelt es sich um den Gründer von Truma, einem Hersteller von Produkten für Wohnwagen und Reisemobile. Zu den Produkten gehören unter anderem Heiz- und Klimasysteme, Warmwasserboiler, Rangiersysteme sowie Systeme zur Strom- und Gasversorgung.

Der Truma-Firmensitz ist praktischerweise auch in Putzbrunn, wenngleich nicht am Philipp-Kreis-Bogen, sondern ein Stück entfernt an der Wernher-von-Braun-Straße. Hier ist sie wieder, die gute alte „Straße“.

Der Markenname Truma leitet sich vom ehemaligen US-Präsidenten Harry S. Truman ab. Kreis verehrte ihn, da Truman den Wiederaufbau Deutschlands zum Industriestaat ermöglichte.

Putzbrunn, Philipp-Kreis-Bogen
Das Schild in der Totalen: Glonner Straße, Ecke Philipp-Kreis-Bogen (10.04.2017) © Thomas Irlbeck

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„Neue Heimat“ anderswo (Unsere Straßen und Plätze, Folge 2)

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Neue Heimat (Straßenschild, Neukeferloh)
„Neue Heimat“ (16.11.2015) © Thomas Irlbeck
Neue Heimat (Straßenschild, Neukeferloh)
„Neue Heimat“ (16.11.2015) © Thomas Irlbeck

Wer sagt denn, dass es die „Neue Heimat“ nicht mehr gibt? Gesehen unweit von Neuperlach in Neukeferloh. Hier ist „Neue Heimat“ aber im wörtlichen Sinn zu sehen, es ist also nicht die legendäre Wohnungsgesellschaft gemeint. Die Straße erinnert an den alten Namen einer Siedlung in Neukeferloh, die Vertriebenen aus Tschechien, Oberschlesien und Serbien eben eine „neue Heimat“ bot.

Die ganze Geschichte kann man hier nachlesen: Die Geschichte der Straßennamen in Grasbrunn – Neue Heimat.

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Der Pflanzeltplatz (Unsere Straßen und Plätze, Folge 1)

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St. Michael , Perlach
St. Michael. Foto: Rufus46 / Lizenz siehe: Wikipedia

Raus auf die Straße und Platz genommen! Heute geht es in einer neuen Reihe um den Pfanzeltplatz, der wahrscheinlich bekanntesten Adresse in Perlach, da sie zentral im alten Dorfkern von Perlach liegt (dort steht auch St. Michael) und nach der auch eine Autobushaltestelle benannt ist. Diese wird von der Metrobuslinie 55, von der Stadtbuslinie 139 und von der Nachtbuslinie N45 bedient.

St. Michael, Perlach
St. Michael: Gewagte, aber beeindruckende Perspektive. Foto: PriKo8 / Lizenz siehe: flickr

Der Irrtum

St. Michael, Perlach
Ein Innen gibt es auch in St. Michael. Foto: PriKo8 / Lizenz siehe: flickr

Ein hoher hoher Bekanntheitsgrad schützt aber nicht vor Fehlern. Der Irrtum liegt darin, dass der Name Pfanzeltplatz sehr oft als als P – F – L – A – N – Z – E – L -platz ausgesprochen wird. Quasi von Hinz und Kunz. Früher, in der guten alten Zeit, als die Haltestellenansagen noch nicht vom Computerchip kamen, auch von Busfahrern. Eines der Münchner Branchenbücher führt die Eisdiele „Il Gelato Italiano“ am Pflanzelplatz (sic!).

Viele schauen nicht genau hin und schon werden ein paar Wechselbuchstaben verbuchselt. Der Platz wird dann gewissermaßen zu einem Fleischpflanze(r)l-Platz. Vermutlich spielt der Nahrungstrieb hier eine große Rolle, der zu der Fixierung auf das Essbare führt und mitverantwortlich für den Fehler ist. Das Fleischpflanzerl (die Schreibweise Fleischpflanzel hat ebenso eine gewisse Verbreitung) ist aber in Bayern auch beliebt. Im Ausland ist das leckere Gericht aus einem gebratenem Hackfleischkloß als Frikadelle, Bulette, Klops, Fleischküchle oder Brisolett bekannt.

Es sei darauf hingewiesen, dass der Platz als „Pfan-Zelt“ gesprochen (und auch so geschrieben) wird. Die Merkhilfe besteht darin, dass der zweite Wortbestandteil Zelt ist. Für den ersten Wortbestandteil fällt mir nichts Gescheites ein. Der Panflöte fehlt das „f“ und die „Fahne“ ist in Ermangelung des Buchstabens „p“ auch nicht wirklich hilfreich.

Der Namensgeber

Pfanzeltplatz, Hachinger Bach
Der Hachinger Bach am Pfanzeltplatz. Foto: Rufus46 / Lizenz siehe: Wikipedia

Der Platz ist nach Martin Pfanzelt (* 1825; † 1912) benannt, der von 1869 – 1912 Pfarrer in Perlach war. Am Pfanzeltplatz steht die bereits erwähnte Pfarrkirche St. Michael, der beliebte Hachinger Bach fließt hier durch und es gibt Läden, das Wirthaus „Zur Post“, weitere Lokale, ein Hotel und den „Geschichtsbrunnen“. Historische, denkmalgeschützte Architektur steht auch jede Menge rum. Trotz des starken Verkehrs ist es ein Platz zum Verweilen, mit Fußgänger- und Grünbereichen. Wenige Meter entfernt, am Hachinger Bach stadtauswärts, wird es ruhiger und noch idyllischer. Hier kann man leben!

Trotz des Neustarts dieser beiden Artikelreihen war die Bedeutung von Straßennamen in (Wald-/Neu-)Perlach hier schon einige Male Thema. Es sei hier insbesondere der Artikel Erzähl doch keine Märchen erwähnt, der über Waldperlach berichtet mit seinen märchenhaften, vielleicht in dieser Form einmaligen Straßennamen. Märchen gibt es also nicht nur im Märchen.

Zu den übrigen Folgen „Unsere Straßen und Plätze“

Erzähl doch keine Märchen!

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Es war einmal… Nein, den Stadtteil gibt es immer noch. Die Rede ist vom wohl märchenhaftesten Stadtteil Münchens: Waldperlach. Die Straßen heißen dort

  • Aschenbrödelstraße
  • Däumlingstraße
  • Dornröschenstraße
  • Drosselbartstraße
  • Elfenstraße
  • Erlkönigstraße
  • Eulenspiegelstraße
  • Frau-Holle-Straße
  • Froschkönigweg
  • Gänselieselstraße
  • Heinzelmännchenstraße
  • Isegrimstraße
  • Koboldstraße
  • Märchenweg
  • Nixenweg
  • Puppenweg (gemeint ist das Marionetten-, Puppen- oder Kasperlspiel)
  • Robinsonstraße (gemeint ist Robinson Crusoe)
  • Rotkäppchenplatz
  • Rotkäppchenstraße
  • Rübezahlstraße
  • Rumpelstilzchenstraße
  • Schneewittchenstraße
  • Sterntalerstraße
  • Struwelpeterstraße
Szene aus Frau Holle. Beim Betten ausschütteln schneit es – zumindest im Märchen. Foto: Christian Heindel / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Damit hat ein Großteil der Straßen dort einen Bezug zu Märchen, Sagen und ähnlichen phantastischen Geschichten.

Eine Frage in einem Forum brachte mich heute auf das Thema. Woher kommen diese Namen? War hier ein Scherzbold am Werk? Ein Märchenpapst? Die Antwort, dass thematische Schwerpunkte die Orientierung vereinfachen würden und z.B. für Taxifahrer eine Erleichterung seien, geht etwas am Thema vorbei. Genauso gut könnte man auch Maler, Dichter, Gebirge oder Kräuterarten bemühen.

Tatsache aber ist, dass Perlach (inklusive Waldperlach und Fasangarten) 1930 nach München eingemeindet wurde. Bei Eingemeindungen stellt sich das Problem, dass leider dann ein paar Straßen Dubletten bilden. Zweimal „Marienplatz“ geht einfach nicht in München (ja, liebe Pasinger, ich weiß, ihr habt dennoch euren Marienplatz behalten). Also müssen jede Menge Straßen umbenannt wurde.

Laut  einem Artikel auf der Webseite der Katholischen Gemeinde St. Michael mit St. Georg (Seite nicht mehr verfügbar) wurden nicht nur Dubletten entfernt, sondern alle an die Monarchie (die bekanntlich 1918 endete) erinnernden Straßennamen. Sehr detailreich ist hier WAPE Bürger IG und verrät folgende Namensanpassungen:

  • Äussere-Prinz-Rupprecht-Str. → Rotkäppchenstraße
  • Finkenstraße → Rübezahlstraße
  • Hirschenstraße → Rumpelstilzchenstraße
  • Hohenzollernstraße → Frau-Holle-Straße
  • Innere-Prinz-Rupprecht-Str. → Schneewittchenstraße
  • Kaiser-Wilhelm-Straße → Erlkönigstraße
  • Otto-Rieger-Straße → Gänselieselstraße
  • Prinz-Arnulf-Straße → Isegrimstraße
  • Prinz-Franz-Straße → Robinsonstraße
  • Prinz-Heinrich-Straße → Aschenbrödelstraße
  • Prinz-Leopold-Straße → Heinzelmännchenstraße
  • Prinzregentenstraße → Däumlingstraße
  • Waldperlachstraße → Waldperlacher Straße
  • Wittelsbacherstraße → Eulenspiegelstraße
  • Zeppelinstraße → Koboldstraße

Nicht alle der märchenhaften Namen sind aus der Umbenennung 1930 hervorgegangen. Auch bei neu gebauten Straßen wurde die Tradition teilweise fortgesetzt. Die Struwelpeterstraße etwa wurde erst 1953 errichtet.

Einfach märchenhaft (04.08.2010) © Thomas Irlbeck

Auffallend ist auch, dass einige neu gebaute Straßen einen Bezug zur germanischen Götter- und Sagenkultur bekamen, so der Asenweg und die Beowulfstraße. Auch weitere Waldperlacher Straßennamen haben indirekt mit Sagen zu tun, Friedrich Panzer etwa war unter anderem ein bayerischer Sagenforscher und wurde 1955 mit der Benennung einer Straße geehrt.

Bis heute schwingt die Tradition in Waldperlach fort. Wer glaubt, die jüngeren Namensvergaben wären im kommunalpolitischen Kleinmief untergegangen, wird eines Besseren belehrt: 2000 etwa wurde eine Straße nach Klara Ziegler benannt, eine Schauspielerin, die als Deutschlands letzte Heldendarstellerin gilt und u.a. die Brundhild in den „Nibelungen“ spielte.

Die Frage nach dem Grund für den Hang zu den Märchen und Sagen wurde aber immer noch nicht zufriedenstellend beantwortet. Möglicherweise war Waldperlach einfach immer schon märchenhaft. Und wenn nicht, ist es das durch die Straßennamen vielleicht inzwischen geworden. Aber vielleicht weiß ja ein Leser mehr … 2012 feierte Waldperlach übrigens 100-Jähriges. 100 Jahre, das ist der Zeitraum, den Dornröschen schlafen sollte.

Leiberheim
Wirtshaus/Biergarten Leiberheim am Eck Schneewittchenstraße/… (29.08.2017) © Thomas Irlbeck
Leiberheim
…Nixenweg (29.08.2017) © Thomas Irlbeck