„Entschuldigung“

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Zugeparkt
Ziemlich schlecht geparkt. Hier kommt man zumindest mit Mühe noch durch. Das Bild zeigt keine Szene aus dem Artikel, sondern dient rein der Illustration. Foto: Michael_Lehet / Lizenz siehe: flickr

Vorhin fuhr ich in Neuperlach mit dem Rad, natürlich auf dem benutzungspflichtigen Radweg. Ein Taxi stand halb auf dem Radweg, halb auf dem Bürgersteig. Ein Ausweichen war kaum möglich, weder auf die Fahrbahn noch auf den Bürgersteig, noch auf den Grünstreifen. Es war verdammt eng. Nur mit Mühe kam ich mit durch und musste kurz stehenbleiben.

Ein Meckern bringt in diesem Fall erfahrungsgemäß wenig, meist hat dies nur eine heftige Gegenreaktion zur Folge. Ich war leicht genervt. Der Taxifahrer kurbelte die Scheibe herunter und rief ein unglaubliches Wort, das ich schon lang nicht mehr gehört habe: „Entschuldigung“. Im ersten Moment dachte ich, er wolle etwas fragen, doch erst dann begriff ich, der will sich entschuldigen. Ansätze von Aggressionen meinerseits waren augenblicklich verschwunden.

Manche Probleme im Straßenverkehr würden gar keine sein oder zumindest nicht eskalieren, wenn die Leute sich entschuldigen würden, statt nach einem Fehlverhalten auch noch den Stinkefinger zu zeigen oder A… zu rufen. Klar, dass ein verlassenes Fahrzeug, das den Weg blockiert, sich nicht entschuldigen kann, es sei denn, es ist KITT aus Knight Rider.

Warum mich das Taxi zum Sonne fressenden Hund brachte

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Der Begriff „Taxameter“ (und damit auch das Wort „Taxi“) kommt aus dem Lateinischen (taxare=im Wert abschätzen). Denn das Taxameter schätzt ab, was ich löhnen muss. Manchmal ist dies ganz schön viel, aber es ist gerecht, wie wir noch erfahren werden © P. Kirchhoff / Pixelio

Als ich jüngst einen guten Bekannten darauf hinwies, dass mir das Taxi für den täglichen Gebrauch zu teuer sei und speziell das Zusehen-Müssen, wie der EUR-Wert auf dem Taxameter raufgezählt wird, bei mir fast einen Herzinfarkt verursachen würde, erwiderte er, ich wäre beim Taxi aber pingelig, die Damen und Herren verdienten doch nur, wenn ich fahren würde.

Ich konterte dann, dass die Taxilenker schon eine Grundgebühr nehmen würden, obgleich sie mich noch keinen Meter bewegt hätten. Daraufhin klärte mich der Bekannte auf, dass die Tarife der Taxen von der Stadt vorgeschrieben seien. Die übliche Grundgebühr gehöre dazu. Argumentiert werde hier mit der Anfahrt zum Kunden, auch wenn es sich um „Einsteiger“ an einem Taxistand handele.

Nur war und ist mir das alles durchaus bekannt. Der Bekannte konnte dies nicht unbedingt wissen, vielleicht auch deshalb, da ich mich mit dem Ausdruck „die Taxilenker nehmen“ schwammig ausgedrückt hatte. Dass der Bekannte ehemaliger Taxilenker ist, spielte vielleicht auch eine Rolle, dass er ein wenig in die Konkretisierung und Rechtfertigung hineinging.

Für die Ungenauigkeit der Sprache gibt es viele weitere Beispiele:

Blätter bewegen sich z.B. nicht im Wind, sie werden eher durch den Wind bewegt. Einen Motor oder Muskeln haben sie ja nicht.

Die Sonne geht nicht auf oder unter. Stattdessen führt die Erddrehung dazu, dass wir uns aus dem Bereich, in dem wir Blickkontakt zur Sonne haben, hinaus- oder in diesen hineinbewegen. Aber wer drückt dies schon so aus?

Die Sonne versinkt im Meer. Oder etwa doch nicht? © Wilhelm Suhr / Pixelio

Die Sonne verschwindet oder versteckt sich auch nicht hinter den Wolken, sie macht ja das nicht selbst. Als Stern hat sie ja kein Düsentriebwerk, mit dem sie mal schnell irgendwohin fliegt. Vielmehr werden die Wolken durch den Wind so bewegt, dass sie – von unserem Standpunkt betrachtet – vor die Sonne geschoben werden und damit den direkten Sichtkontakt zur ihr einschränken oder unterbinden.

Wenn wir schon beim vermeintlichen Verschwinden der Sonne sind: Die Chinesen sprachen im Rahmen der Sonnenfinsternis gestern sogar davon, dass ein Hund die Sonne verschlingen will. Daher müsste man ihn durch Krach vertreiben. So sagt es zumindest die Legende. In diesem Fall ist es keine Ungenauigkeit der Sprache, sondern der Hund existiert schlicht nicht. Entsprechend kann er aktiv nicht irgendwas wollen, schon gar nicht die Sonne fressen. Außerdem ist sie viel zu heiß und viel zu groß.

Aber das hier Geschriebene trägt nicht viel dazu bei, die Genauigkeit der Sprache zu erhöhen. Dafür ist es selbst viel zu ungenau. Wer in aller Welt sind z.B. die Chinesen? Alle Chinesen ja wohl kaum.