Neuperlach Zentrum: Zwei Zugänge zur U-Bahn sind zu!

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Wie in der Lokalpresse angekündigt, wurden nun zwei Aufgänge am U-Bahnhof Neuperlach Zentrum geschlossen. Die Aufgänge werden im Rahmen der Entstehung der Neuen Mitte umgestaltet. Die Arbeiten dauern bis voraussichtlich 2022. Die anderen beiden U-Bahnaufgänge auf derselben Seite der Thomas-Dehler-Straße (Rollsteig zum Busbahnhof, am Wacker-Gebäude) sind nicht betroffen. Es entstehen damit nur kleinere Umwege.

U-Bahn-Aufgänge Neuperlach Zentrum geschlossen
Bild 1 (29.03.2019) © Thomas Irlbeck
U-Bahn-Aufgänge Neuperlach Zentrum geschlossen
Bild 2 (29.03.2019) © Thomas Irlbeck

Unsere Mitte – reich an Kontrasten

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Unser Reich der Mitte mit der großen Baustelle am Hanns-Seidel-Platz (Kultur Quadrat, Loge №1/Loge №2). ist dank der Kräne nun weithin sichtbar. Zusammen mit dem Wacker-Gebäude und der herrlichen Alpenkulisse ergibt sich ein Bild voller Kontraste. Vielen Dank für das starke Foto!

Alpen mit Kultur-Quadrat-Baustelle
Neuperlach, Mitte(n) in den Bergen (28.11.2017). Foto: Sven G. für Neuperlach.org

Neuer Asphalt in Neuperlachs Mitte

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Asphaltierungsarbeiten an der Kreuzung Fritz-Erler-Straße/Von-Knoeringen-Straße/Kafkastraße
Asphaltierungsarbeiten an der Kreuzung Fritz-Erler-Straße/Von-Knoeringen-Straße/Kafkastraße vor dem Kultur Quadrat (Bauprojekt Wohnhäuser der „Loge №1“ und „Loge №2“) und  am Hanns-Seidel-Platz. Im Hintergrund: Wacker Chemie (25.10.2017) © Thomas Irlbeck

Wenige Stunden vor unserem 50. Geburtstag: Bauvorbereitende Arbeiten am Hanns-Seidel-Platz starten

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Baubeginn Kultur Quadrat
Bild 1 (10.05.2017) © Thomas Irlbeck

Wer hätte das noch für möglich gehalten? Noch vor dem 50. Geburtstag am 11. Mai sind die ersten bauvorbereitenden Arbeiten am Hanns-Seidel-Platz gestartet, vermutlich Grundwasserbohrungen.

Dies ist wohl weniger Zufall, mehr scheint es uns bewusst zugefallen zu sein. So als wollte man sagen, wir können doch, was wir 50 Jahre nicht geschafft haben, nämlich die Bebauung von Neuperlachs Mitte, jetzt „Kultur Quadrat“ genannt (damit man Neuperlach nicht mit China, dem Reich der Mitte, verwechselt).

Gebaut werden zunächst die Wohnhäuser auf dem südöstlichen Teil des Hanns-Seidel-Platzes, der nicht als Parkfläche genutzt wird, genauer an der Von-Knoeringen-Straße.

Baubeginn Kultur Quadrat
Bild 2 (10.05.2017) © Thomas Irlbeck

Kultur Quadrat: Neuperlach wird zum Reich mit Mitte

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Kultur Quadrat
Bild 1: Verkaufspavillon, rechts im Hintergrund das alte Kulturhaus-Provisorium (24.04.2017) © Thomas Irlbeck

So langsam geht es nach fast 50 Jahren Warten endlich los mit der Bebauung von Neuperlachs Mitte am Hanns-Seidel-Platz. Am 21. April wurde vor dem Kulturhaus ein Verkaufspavillon aufgestellt. Das Ganze läuft unter der Bezeichnung „Kultur Quadrat“. Für die offizielle Website www.kulturquadrat.com hat Neuperlach.org Bilder aus seinem Foto-Pool zur Verfügung gestellt.

In dem Quadrat, das im Westen von der Thomas-Dehler-Straße, im Süden von der Von-Knoeringen-Straße, im Osten von der Fritz-Erler-Straße und im Norden vom Wacker-Gebäude gebildet wird, werden Wohnungen entstehen, aber auch Läden, Gastronomie, soziale Einrichtungen und das lang ersehnte Kulturzentrum. Blickfang soll ein spektakuläres Hochhaus werden. Begonnen werden soll mit einer Wohnanlage an der Von-Knoeringen-Straße am Süden des Hanns-Seidel-Platzes. Der Bereich ist bereits mit Bauzäunen gesichert und befindet sich außerhalb der Fläche des pep-Parkplatzes. Für den Dezember ist der Abriss des Kulturhauses geplant. Im Frühjahr 2018 sollen die Erweiterung des Pep und des neuen Parkhauses Nord fertig sein. Der Pep-Parkplatz auf dem Hanns-Seidel-Platz ist dann entbehrlich und es kann richtig losgehen mit dem Bau von Neuperlachs Mitte.

Bereits jetzt können Wohnungen reserviert werden. Eine 2-Zimmer-Wohnung mit 64 m2 ist für 475.900 Euro zu haben, eine 3-Zimmer-Wohnung mit 89 m2 ist für 678.900 Euro im Angebot. Dies sind nur zwei Beispiele, im Verkaufspavillon erfährt man mehr.

Weitere Infos zum Projekt auch unter immostar.de.

Kultur Quadrat
Bild 2: Verkaufspavillon mit Wacker im Hintergrund  (24.04.2017) © Thomas Irlbeck
Kultur Quadrat
Bild 3 : Blick Richtung pep (24.04.2017) © Thomas Irlbeck

Ab in die Mitte – Neuperlach bekommt ein Zentrum

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Ich wohne seit 1974 in Neuperlach und bis heute hat mein Stadtteil kein richtiges Zentrum. Klar, es gibt das pep und die U-Bahnstation Neuperlach Zentrum, aber ein beträchtlicher Teil von dem, das man als Zentrum bezeichnen könnte, ist bis heute ein riesiges Teerfeld, das als Parkplatz genutzt wird. Quasi das Mittelfeld von Neuperlach. Dieser Mitte-lose Zustand soll nun endlich beendet werden. Für das Zentrum muss natürlich was Besonders her, kein Mittelmaß. Mittels eines Ideenwettbewerbs wurden kreative Köpfe bemüht, Neuperlach eine neue, würdige Mitte zu verpassen. Inzwischen wurde ein Sieger ermittelt, es ist der Entwurf des Münchner Planungs- und Architekturbüros Spacial Solutions (in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Brandhoff & Voss):

Video abspielen: Hier klicken

Bis Freitag, den 23.04., war im Foyer des Referats für Stadtplanung und Bauordnung (das im „Hochhaus“ an der Blumenstraße Nähe Sendlinger Tor untergebracht ist) eine Ausstellung mit dem Siegerentwurf sowie mit weiteren Entwürfen der Mitbewerber zu sehen, die es nicht bis ganz vorne geschafft haben. Man hat ja nicht immer Zeit, und so kam es, dass ich diese Ausstellung fast in letzter Minute besuchte.

Zu sehen sind schöne Modelle sowie jede Menge Tafeln mit Plänen, Texten und Grafiken. Zum Glück erlaubte mir der freundliche Pförtner, obwohl ich ihn gerade bei der Brotzeit störte, meine Kamera auszupacken und die Modelle für die Nachwelt festzuhalten. Bilder sprechen für sich, also zeige ich zunächst einmal den Sieger aus zwei Perspektiven:

Der Siegerentwurf. Zur Orientierung. Das (bestehende) Wacker-Gebäude ist hier hinten zu sehen, der Blick geht Richtung Nordost (22.04.2010) © Thomas Irlbeck
Der Siegerentwurf aus einer anderen Perspektive. Das Wacker-Gebäude findet sich nun links, der Blick ist Richtung Ost mit leichtem südlichen Einschlag (22.04.2010) © Thomas Irlbeck

Den Entwurf zeichnet viel Grün aus (mehr als doppelt so viel wie die Vorgabe), inspiriert wurden die Planer dabei vom Central Park. So viel New York schlägt sich in den Gebäuden aber nicht nieder, man begnügt sich mit einem einzigen Hochhaus, das unspektakuläre 40 Meter misst (was 12 Stockwerken entspricht), dafür aber auf Stelzen steht und so dem Marktplatz einen partiellen Regenschutz gewährt. Generell wird ein Mix aus Wohnungen, Büros, Läden, einem Hotel (im Süden der Anlage), Läden sowie einem Bürgerhaus geschaffen. Die Gebäude haben mit Ausnahme des Hochhauses 6 bis 7 Geschosse. Der Zugang der neuen Mitte ist direkt über das Sperrengeschoss des U-Bahnhofs Neuperlach Zentrum möglich.

Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Begrünter Innenhof (1). Im Hintergrund links ist das Hochhaus auf Stelzen zu sehen. Die Mitte in der Mitte ist grün © Formfest – Daniel C. Wolf. Mit freundlicher Genehmigung von Spacial Solutions
Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Begrünter Innenhof (2)  © Formfest – Daniel C. Wolf. Mit freundlicher Genehmigung von Spacial Solutions

Die Jury begründete ihre Wahl so (Auszug):

Das städtebauliche und landschaftsplanerische Konzept setzt sich mit Ort und dem Maßstab von Neuperlach auseinander und bildet mit der ruhigen Höhenentwicklung und der Fassung  der Straßenräume einen wohltuenden Kontrast zum heterogenen Umfeld.  Der Arbeit gelingt es, mit großer Selbstverständlichkeit die stadträumlichen Bezüge der Umgebung aufzunehmen, die funktionalen Anforderungen zu erfüllen und eine „Insel des Schutzes“ im Inneren mit hoher differenzierter Aufenthaltsqualität auszubilden. Bemerkenswert ist  die hohe stadträumliche Durchlässigkeit auf Grund einer regelhaften Baustruktur bei gleichzeitig wirkungsvollem Lärmschutz und der geschickten Anordnung des Marktplatzes direkt am Übergang zum PEP und am Zugang zur U-Bahn. Die Akzentuierung durch ein Hochhaus an dieser Stelle mit ca. 40 m ist gelungen und leitet die Besucher in das Zentrum hinein.  Der südliche Abschluss weitet den städtebaulichen Raum, reagiert wohltuend auf die Struktur des Bürohauses gegenüber und stellt richtige Fußgängerbezüge her. Das Bürgerzentrum im Norden an der zentralsten Stelle liegt richtig und gliedert durch seine Sonderform auch die südliche Begrenzung des Hanns-Seidel-Platzes (Busbahnhof). Die übrigen Nutzungen, wie Einzelhandel, Büro, Wohnen und Kindertagesstätte sind grundsätzlich schlüssig angeordnet. […]
Die Umsetzung des Projektes in einzelnen Bauabschnitten ist möglich. Insgesamt stellt die Arbeit eine speziell für diesen Ort entwickelte Lösung dar, mit großem Potenzial für eine neue, außergewöhnliche Mitte in Neuperlach.[…]
Um einen deutlichen Abstand des ersten Ranges zu den weiteren Plätzen zu dokumentieren, entschied die Jury […] keinen zweiten Preis zu vergeben, und zwei dritte Preise […] zu verteilen. […]

Quelle: Goldmann Public Relations, Jurybegründung zum Wettbewerbsentwurf des Münchner Architektur- und Planungsbüros Spacial Solutions GmbH

Kommentar

Siegerentwurf Hanns-Seidel-Platz – Bürgerzentrum © Formfest – Daniel C. Wolf

Als Fan spektakulärer Bauten trifft der Entwurf nur teilweise meinen Geschmack. Das wirklich Typische für Neuperlach sind Hochhäuser. So hätte ein echter Wolkenkratzer eher das Zentrum markiert und das „Neuperlachige“ ausgedrückt. Mehr als 100 Meter wären zwar nicht drin gewesen, da sich die Stadt weiterhin an ein Bürgerbegehren halten will, das Hochhäuser ausschließt, die höher als die Münchner Frauenkirche sind. Da ändert auch die Tatsache nichts daran, dass das Bürgerbegehren formal längst nicht mehr bindend ist, da es bereits 2004 stattfand. Aber 100 Meter wären weit mehr als die jetzigen 40 Meter. Neuperlach hat jetzt schon Häuser zu bieten, die sich höher gen Himmel strecken, das höchste Gebäude kommt immerhin auf 17 Stockwerke, aber es wurde in einer Zeit gebaut, als man noch auf Wohnhochhäuser setzte.

Ein Entwurf eines Mitbewerbers hat sich immerhin an ein 78 Meter hohes Hochhaus herangetraut, das mit einer für die Allgemeinheit zugänglichen Aussichtsplattform einen sicher interessanten Ausblick ermöglicht hätte. Ich vermisse auch eine weitergehendere Verschmelzung mit dem pep, was z.B. mit einer Überbauung der Thomas-Dehler-Straße möglich gewesen wäre. Das heißt mittels einer Art überdachten Brücke oder eines echten Gebäudes, der Individualverkehr würde dann gewissermaßen im Erdgeschoss passieren. Man muss allerdings berücksichtigen, dass die Vorgaben die Möglichkeiten der Architekten einengten. Genauer waren ein „Bürgerzentrum, eine multifunktionale Marktfläche, Büro-, Gewerbe-, Dienstleistungs- und Einzelhandelsflächen, öffentliche Grünflächen sowie ein eigenes Konzept für Wohnbebauung“ vorgeschrieben, ein Korsett, dem sich nicht entziehen kann, und der Lärmschutz muss auch berücksichtigt werden, die Erschließung, der Anteil an Freiflächen und mehr.

Eine Art „Neuperlach World“ mit Rekord-Wolkenkratzern oder die „hängenden Gärten von Neuperlach“ schieden so gesehen durch dieses Pflichtenheft aus. Vielleicht wäre eine vertikale Stadt im Stadtteil auch dem Stadtviertel, dessen Ruf nicht der Beste ist, nicht angemessen. Die stiefmütterliche Behandlung Neuperlachs schlägt sich auch dergestalt nieder, dass man die Bebauung trotz einiger Anläufe im Grunde genommen über Jahrzehnte hat schleifen lassen. Anderes war wichtiger. Man könnte im Herzen Neuperlachs sicher eine der Hauptattraktionen von München realisieren, aber sie würde wahrscheinlich nicht zum Stadtteil passen. Jetzt schon stehen viele Büros in München leer, also dürfen nicht zu viele neue her, und Luxuswohnungen wollen die Millionäre und Milliardäre offenbar nicht in Neuperlach kaufen, auch wenn sie dann über dem Stadtteil thronen würden. Schade.

Noch müssen wir ohnehin ein wenig warten, die Baumaschinen werden wahrscheinlich erst in drei Jahren anrücken, vorausgesetzt, dass es keine weiteren Verzögerungen mehr gibt. Aber noch mal will ich keine 40 Jahre warten.

Update: Alle ausgestellten Modelle (das heißt die prämierten und angekauften Entwürfe) sind nun online auf meinem flickr-Auftritt.

Update 01.02.2014: Die Pläne sind nicht mehr aktuell. Ich werde in Kürze über die neuen Pläne berichten.