Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön – Rund um (die) Wasserburg

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Inn-Schifffahrt
Bild 1: Das herrliche Ausflugsschiff Christine. Es hat 70 Sitzplätze, davon sind 58 unter Dach und das restliche Dutzend im Freien (14.10.2016) © Thomas Irlbeck

Münchner sind mit ihrem besseren Bach, der Isar, geschlagen, die auf ihrer gesamten Länge nicht schiffbar ist. Es gibt nur die Floßfahrten von Wolfratshausen nach München Thalkirchen – die natürlich nur in diese eine Richtung verkehren. Immerhin gibt es Recycling, die Flöße werden am Ziel zerlegt und mit dem Lastwagen nach Wolfratshausen zurückbefördert, um sie dort wieder für die nächste Fahrt zu assemblieren.

Wasserburg am Inn
Bild 2: Skyline der schmucken, historischen Altstadt. Die Anlegestelle und Brücke sind vom Standpunkt aus rechts (14.10.2016) © Thomas Irlbeck

In Wasserburg am Inn ist alles anders. Hier gibt es die Inn-Schifffahrt mit dem Ausflugsschiff Christine. Doch die Anlegestelle ist verlassen, es ist niemand zu sehen. Das Infoschild am Eingang wird mehr und mehr von der Natur zurückerobert und die Schrift ist im Auflösen begriffen. Das sieht nach Stilllegung aus, schade. Doch ein Anruf beim Betreiber bringt eine ganz andere Information: Die Inn-Schifffahrt lebt! Doch wegen des derzeit sinkenden Pegels ist es unsicher, ob im Herbst 2016 noch gefahren wird. Aber im Frühjahr – April – 2017 geht es auf jeden Fall wieder los.

Inn-Schifffahrt
Bild 3: Inn-Brücke mit dem Ausflugsschiff „Christine“ im Hintergrund (14.10.2016) © Thomas Irlbeck
Inn-Schifffahrt
Bild 4: An der Anlegestelle (14.10.2016) © Thomas Irlbeck

Laut Betreiberinformationen vermittle eine Schifffahrt auf dem Inn einen besonderen Eindruck von der Stadt Wasserburg und der landschaftlichen Besonderheit der Innschleife. Hierbei kämen die bis ans Flussufer bebauten Häuserfronten und die Innleiten besonders zur Geltung. Die einstündige Standardrundfahrt kostet für Erwachsene 12 Euro, für Kinder 6 Euro. Es gibt auch eine erweiterte Rundfahrt nach Rieden (90 Minuten, Erwachsene: 16 Euro, Kinder: 8 Euro) und nach Teufelsbruck (2 Stunden, Erwachsene: 20 Euro, Kinder: 10 Euro). Bei der letztgenannten Fahrt gehe es laut des Betreibers rund 12 Kilometer flussabwärts zum Kraftwerk in Teufelsbruck, anschließend flussaufwärts bis zum Wasserburger Kraftwerk und zurück zur Anlegestelle in Wasserburg. Dabei werde der gesamte verfügbaren Fahrbereich ausgenutzt, heißt es. Es werde ein „außergewöhnlicher Einblick in die weitestgehend unberührte Natur des Flussabschnittes unterhalb von Wasserburg“ geboten. Auch Sonderfahrten, etwa für die Geburtstagsfeier von Tante Helmtraud, sind möglich.

Inn-Schifffahrt
Bild 5: Infotafel an der Anlegestelle im Detail (14.10.2016) © Thomas Irlbeck

Für alle Fahrten ist eine vorige telefonische Reservierung notwendig. Weitere Informationen (und natürlich auch die Telefonnummern für die Buchung) hält die Betreiberwebsite „Inn-Schifffahrt in Wasserburg“ bereit.

Inn-Schifffahrt
Bild 6: Christine aus einer anderen Perspektive (14.10.2016) © Thomas Irlbeck
Inn-Schifffahrt
Bild 7: Christine, Detailaufnahme (14.10.2016) © Thomas Irlbeck

Wasserburg: Empfang ohne großen Bahnhof – Die „unterbrochene“ Altstadtstrecke und ein Experiment (Fast vergessene Bahnstrecken, Folge 1)

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Schienenbus zwischen Edling und Brandstätt
Schienenbus zwischen Edling und Brandstätt bei einer Sonderfahrt der Freunde Historischer Eisenbahn Mühldorf e. V. (14.09.2008). Foto: GeorgR (de) / Lizenz siehe: Wikipedia

Es ist die Bahnstrecke, an die ich aus meiner Kindheit die stärkste Erinnerung habe – der sogenannte Filzenexpress. Der Name leitet sich aus den früheren Hochmooren (bairisch: Filz) im Ebrachtal ab (nahe Ebersberg), durch das die Strecke führt. Meine Eltern hatten eine Ferienwohnung in Oberbierwang. „Ober… wie bitte“? Es wird Ihnen jetzt wahrscheinlich nicht helfen, wenn ich sage, dass es sich um einen Nachbarort des tiefer gelegenen Ortes Unterbierwang handelt. Erleuchtender ist da schon die Tatsache, dass der Ort in der Nähe von Wasserburg am Inn liegt. Dass im Ortsnamen „Bier“ enthalten ist, fand ich immer lustig. Bei der Fahrt mit dem Automobil zur Ferienwohnung wurde meistens am Burenwirt in Reitmehring gegessen, einem Ortsteil von Wasserburg. Neben dem guten Essen genoss ich es immer, dass der Biergarten unmittelbar an den Gleisen liegt, unweit des Bahnhofs Wasserburg Bahnhof (Reitmehring). Hier kreuzen sich zwei Nebenbahnlinien, eben der Filzenexpress (Grafing – Wasserburg Bahnhof (Reitmehring) – Wasserburg Stadt) und die Bahnstrecke Rosenheim – Mühldorf. Für eine Nebenbahnstrecke war da viel Verkehr, die Stelle ein regelrechter Knotenpunkt, die Schranken gingen laufend runter. Ich schaute immer den Schienenbussen zu.

Damals, in den frühen 1970er-Jahren, war das Bahnfahren nicht mehr schick. Ganz Deutschland war automobil geworden, der autogerechte Stadtteil Neuperlach (der ganz nebenbei auch fußgänger- und fahrradgerecht war, was oft übersehen wird) aus dem Boden gestampft worden. Die Bahn litt an chronischem Fahrgastmangel. Die Schienenbusse sollten die Bahn eigentlich retten, längere Züge mit höherer Kapazität konnte man vielerorts nicht mehr vertreten. Eine andere Bezeichnung für Schienenbus ist daher passenderweise Nebenbahnretter.

Wasserburg am Inn
Foto: Allie_Caulfield / Lizenz siehe: flickr

Die Bahnstrecke Grafing – Wasserburg war zudem eine richtige Bummelbahn. Die vielen unbeschrankten Bahnübergänge und unübersichtlichen Stellen ließen oft nur Mopedgeschwindigkeit und weniger zu. Es war kein Geheimnis, dass die Bundesbahn damals die Strecke am liebsten stilllegen wollte. Dabei war speziell der 1902 eröffnete Abschnitt Reitmehring – Wasserburg spektakulär. Die Bahn fuhr in einem Bogen runter ins Inntal, in die Wasserburger Altstadt. Auf der 4,4 km langen Strecke werden 55 Höhenmeter überwunden. Dabei lief der letzte Streckenabschnitt vor der Altstadt direkt neben dem Inn, kurz vor dem Bahnhof ging es durch einen kurzen Tunnel. Der Blick, die Landschaft, all dies war und ist phantastisch.

Umgebungskarte Wasserburg am Inn
Umgebungskarte Wasserburg am Inn. Die Bahnstrecke zur Altstadt ist hier als gestrichelte Linie eingezeichnet (markiert durch den roten Pfeil). Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0

1987 kam der Bundesbahn die Natur zur Hilfe. Nach einem Erdrutsch etwa 1 Kilometer vor dem Stadtbahnhof war die Bahnlinie nicht mehr befahrbar, die Schienen hingen in der Luft. Anstatt die Stelle zu reparieren, tat man: nichts. Man wollte den gesamten Filzenexpress loswerden. Doch es kam anders, auch aufgrund von Bürgerprotesten. Noch heute fährt der Filzenexpress, jetzt mit modernen Zügen der Baureihe 628. Viele Bahnübergänge wurden modernisiert oder aufgelassen. Nun soll sogar ein Stundentakt kommen, hierzu soll der Haltepunkt Steinhöring zu einem Kreuzungsbahnhof umgebaut werden. Allerdings gibt es immer noch unbeschrankte Bahnübergänge und gefährliche Stellen, was entsprechende Langsamfahrstellen bedeutet. Die größte Einschränkung ist, dass die Strecke runter zur Altstadt immer noch unterbrochen ist. Offiziell stillgelegt wurde die Strecke nie, sie gilt tatsächlich nur als „unterbrochen“.

Seit Jahrzehnten wird diskutiert, ob man die Altstadtstrecke wiederherstellen soll. Im Falle einer endgültigen Stilllegung denkt man darüber nach, die Strecke in einen Radweg umzubauen.

Pro und Contra Wiederaufbau Altstadtstrecke

Pro

  • Es ergibt wenig Sinn, eine Bahnstrecke wenige Kilometer vor dem eigentlichen Ziel enden zu lassen. Wer in die Altstadt will, muss den Bus benutzen, was wenig komfortabel ist, auch durch den Zeitverlust durch das Umsteigen, die Zwischenhalte, Umwege und Schleifenfahrten.
  • Die Altstadtstrecke macht Wasserburg für Touristen attraktiver. Es fiele ein Umsteigevorgang weg, die Fahrzeit würde sich verkürzen. Es geht aber nicht nur um eine Fahrzeitverkürzung, sondern auch um die herrliche Landschaft. Der Wert liegt also auch in einem Fahrerlebnis. Es darf nicht immer nur ums liebe Geld gehen. Ich möchte das große Wort Weltkulturerbe nicht überstrapazieren, für mich ist die Bahnstrecke aber so was Ähnliches wie ein Weltkulturerbe, das man erhalten bzw. wiederherstellen sollte. Durch die Bahnstrecke wird Wasserburg einfach in jedweder Beziehung aufgewertet.

Contra

  • Der Altstadtbahnhof hat nur einen geringen Erschließungscharakter. Die Altstadt wird zwar erreicht, aber die hauptsächlichen Wohnquartiere liegen abseits, ebenso das beliebte Spaßbad BADRIA, das Gymnasium und die Spitäler. Für all das braucht man also weiterhin den Bus. Viele der angefahrenen Ziele sind sogar von Wasserburg Bahnhof, also Reitmehring, besser zu erreichen als vom Altstadtbahnhof aus, selbst wenn man Letzteren zu einem optimalen Umsteigebahnhof macht. Zwischen Wasserburg Stadt und Reitmehring führt die Bahnlinie zudem nicht durch erschlossenes Gebiet. Es gibt kaum Wohnhäuser und andere Einrichtungen. Entsprechend würde auch kein Zwischenhalt großartigen Erschließungscharakter aufweisen, dennoch wurde auch eine Variante mit Zwischenhalt in der Antoniussiedlung untersucht (1 km vom Reitmehringer Bahnhof entfernt).
  • Die Bahnstrecke führt durch das Betriebsgelände von MEGGLE, einem milch- und molkeverarbeitenden Konzern in Reitmehring. MEGGLE hat sich gegen eine Wiederinbetriebnahme ausgesprochen, auch weil man Erweiterungspläne habe, die Bahn wäre dann hinderlich. Die Bahnstrecke im Betriebsgelände ist aber Bahneigentum, MEGGLE muss faktisch kooperieren. Es wurde aber auch schon geprüft, ob das Betriebsgelände umfahren werden kann.
  • Die Strecke wird als nicht wirtschaftlich angesehen. Bei einer standardisierten Bewertung ergab sich nur ein enttäuschender NKF (Nutzen-Kosten-Faktor) von 0,13 bis 0,2, je nach Szenario. Der Schwellenwert für die Wirtschaftlichkeit liegt bei 1,0. Ein NKF von 1,1 bedeutet z.B., dass der Nutzen 1,1 Mal höher ist als die Kosten. Ein Faktor von >1,0 ist auch Voraussetzung für die Gewährung von staatlichen Fördermitteln.

Der aktuelle Stand

Bahnstrecke Grafing – Wasserburg
Bahnstrecke Grafing – Wasserburg. Bild: Vuxi / Lizenz siehe: Wikipedia

Noch diesen Herbst könnte es eine Entscheidung geben, ob die Strecke reaktiviert wird. Die Reaktivierung würde laut Gutachten (Untersuchung der Reaktivierungsmöglichkeiten der Bahnstrecke Wasserburg Stadt – Wasserburg Reitmehring mit vereinfachtem Projektdossierverfahren zur Standardisierten Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des öffentlichen Nahverkehrs) vom Dezember 2010 etwa 11 Millionen EUR kosten. 2011 beschloss der Wasserburger Stadtrat in Anbetracht der geringen Wirtschaftlichkeit einer Reaktivierung, ein Stilllegungsverfahren einzuleiten. Eine Stilllegung ist aber rechtlich nur möglich, wenn sich kein Unternehmen für den Betrieb der Strecke findet. Inzwischen haben aber zwei Unternehmen Interesse für einen Betrieb bekundet. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass die Stadt Wasserburg nun die Strecke auf eigene Kosten instandsetzen muss. Einer der Interessenten ist die Bayernbahn, die bereits ein grobes Konzept hat: einen Wochenendbetrieb mit den alten Schienenbussen, vor allem für Touristen. Später wäre dann eventuell auch ein täglicher Betrieb möglich.

Das Experiment

Vor zwei Wochen habe ich mir mal die Strecke bzw. das, was von ihr noch übrig ist, im Rahmen einer Radtour angeschaut. Ich wurde gewarnt, die Strecke sei kaum zugänglich, schon gar nicht mit dem Rad abfahrbar. Immerhin sei sie ja 1987 wieder der Natur überlassen worden. Aber Herausforderungen sind ja nicht schlecht. Schaffe ich es vom alten Stadtbahnhof bis zum Firmentor von Meggle?

Bei der Gelegenheit habe ich natürlich auch auf die bestehende Strecke Ebersberg – Wasserburg Bahnhof einen Blick geworfen. Also geht es mit dem Rad erst einmal nach Ebersberg und von dort weiter an der Bahnstrecke entlang.

Bahnstrecke Ebersberg – Wasserburg Bahnhof (Reitmehring)

Die Reihenfolge der Bilder entspricht dem Streckenverlauf in Richtung Wasserburg Bahnhof.

Bahnübergang nahe Steinhöring
Ein Bahnübergang zwischen Ebersberg und Steinhöring (nahe Steinhöring). Hier hat der Feldweg, der beim Einmünden auf die Fahrbahn die Schienen schon fast berührt, eine eigene Warnblinkanlage. Sicher nicht einzigartig, aber auch nicht gerade oft zu sehen (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Stillgelegter Bahnübergang zwischen Tulling und Steinhöring.
Ein offenbar stillgelegter Bahnübergang zwischen Tulling und Steinhöring. Die Stelle ist sehr unübersichtlich (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Unbeschrankten Bahnübergang in Tulling
Neben beschrankten Bahnübergängen gibt es immer noch solche Konstruktionen, nur das Andreaskreuz weist auf die Gefahr hin, eine Warnblinkanlage fehlt. Wir befinden uns direkt im Ortsgebiet von Tulling (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
628 zwischen Tulling und Forsting
Auf der Strecke verkehren Triebwagen der Reihe 628. Zischen Tulling und Forsting kommt uns einer entgegen (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Wasserburg Stadttor
In Wasserburg angekommen, über die Inn-Brücke gefahren und Richtung Altstadt geblickt. Wird diese herrliche Stadt bald wieder einen Schienenanschluss haben? (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Wasserburg Stadttor
Näher dran: das Stadttor, genauer das „Brucktor“(17.08.2012) © Thomas Irlbeck

Bahnstrecke Wasserburg Stadt – Wasserburg Bahnhof (Reitmehring)

Jetzt schauen wir uns nun die alte Strecke beginnend vom Stadtbahnhof an.

Stadtbahnhof Wasserburg
Wir starten am alten Bahnhof. Von der Bahnstrecke ist hier fast gar nichts mehr zu erkennen (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Stadtbahnhof Wasserburg
Ein Blick zurück zum alten Bahnhof. Hier irgendwo lief die Strecke. Man kann den Verlauf nur noch erahnen (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Tunnel Wasserburg
Hier kommen wir der Sache schon näher, denn durch den Tunnel musste das Bähnle ja durch. Aber wo sind die Schienen? (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Tunnel Wasserburg
Der Tunnel wir nun als Rad- und Fußweg genutzt, noch immer sind keine Schienen zu sehen (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Tunnel mit Gleisstück, Wasserburg
Endlich erscheint das erste Stück Schiene. Im Tunnel ragt doch tatsächlich ein Gleisstück aus dem Boden (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Tunnel Wasserburg
Im Tunnel mit Blick Richtung Inn-Ufer, also stadtauswärts. Auch hier kann man die Strecke kaum mehr erahnen (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Tunnel Wasserburg
Der herrliche Tunnel noch einmal mit einem Blick zurück (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Inn-Ufer, Wasserkraftwerk Wasserburg
Hier im Bild rechts lief die Strecke. Man sieht aber fast nichts mehr von ihr. Dafür ist das „Wasserwerk Wasserburg“ unübersehbar (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Inn-Ufer, Wasserwerk Wasserburg
Links das Wasserwerk, rechts sollte irgendwo die alte Strecke sein. An dieser Stelle bin ich mir nicht sicher, ob sie nicht vielleicht wenige Meter weiter rechts ist, da das Gestrüpp praktisch undurchdringlich ist. Laut den alten Karten lief/läuft die Strecke sehr nahe am Inn-Ufer (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Inn-Ufer
Hier wäre es aber nun tatsächlich zu eng für die Bahn. Tatsächlich führt die Strecke unmittelbar neben dem Randstein im Bild rechts. Die Natur hat sich alles zurückerobert. Die Stelle, die man hier sieht, soll eine Art Verladerampe auf freier Strecke gewesen sein, um Großteile, etwa Turbinen oder Transformatoren, zum Inn-Kraftwerk zu bekommen oder von dort wegzutransportieren. Die Kranbahn des Wasserwerks reicht weit genug nach außen, um mit dem Kraftwerkskran Dinge an diese Stelle heben zu können (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Inn-Ufer, Wasserkraftwerk Wasserburg
Inn-Ufer, Wasserkraftwerk Wasserburg (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Gleise Wasserburg
Zwängen wir uns doch mal rein in das Dickicht. Tatsächlich liegen hier Gleise! (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Wasserburg Erdrutsch, schwebende Gleise,
Man könnte dies für die Stelle mit dem Erdrutsch halten. Doch es handelt sich nicht um die Hauptstelle, wie wir noch sehen werden. Die Stelle hier hat es aber ziemlich gleichzeitig erwischt. Neben dieser Stelle soll es noch zwei weitere kleinere Stellen geben, wo sich das Gleisbett verflüchtigt hat (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Wasserburg Erdrutsch, schwebende Gleise
Auf den Gleisen. Zumindest mich tragen sie, ohne dass etwas sichtbar/fühlbar ins Schwingen gerät (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Schild Wasserburg Inn Bank
Regelmäßige Neuperlach.org-Leser kennen dieses Foto bereits aus einem anderen Beitrag). Die Bahnstrecke verlief nur wenige Meter weiter hinten. Das Schild hat mit der Bahnstrecke nichts zu tun, es gehört zur Inn-Schifffahrt und warnt vermutlich vor dem nahen Wasserkraftwerk. Das Schild ist so groß, damit es die Kapitäne auch aus größerer Entfernung sehen können (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Gleise, Wasserburg
Die Gleise in der Nähe der Bank, die wir gerade sahen. Doch sie enden hier. Hier war der eigentliche Erdrutsch. Man hat die Gleise auf einem Teilabschnitt abgetrennt und entfernt (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Gleise, Wasserburg
Hier ist die Abtrennstelle sehr gut zu sehen (17.08.2012) © Thomas Irlbeck
Schlucht, Wasserburg
Jetzt das eigentliche Problem. Vor uns liegt eine recht tiefe Schlucht. Die Stelle ist unüberwindbar, es geht fast senkrecht runter, unten plätschert ein Bach. Auch zu Fuß käme ich hier nicht weiter, es sei denn, ich hätte eine  Bergsteigerausrüstung (17.08.2012) © Thomas Irlbeck

Der Erdrutsch

Wer das vorige Bild ganz genau betrachtet, sieht auf der anderen Seite der Schlucht die Schienen weitergehen (Bildmitte). Da möchte ich eigentlich hin. Aber, das war’s! Das Vorhaben, die ganze Strecke abzufahren, ist erst einmal gescheitert.

Dass man nicht viel sieht, liegt logischerweise daran, dass im Sommer das Grünzeug besonders stark wuchert. Michi Greger aus dem Eisenbahnforum war dagegen 2008 zu einer günstigeren Jahreszeit an dieser Stelle. Vielen Dank an ihn für die Erlaubnis, seine Bilder hier zu zeigen. Auch stammen viele wertvolle Informationen für diesen Artikel von ihm.

Erdrutsch Wasserburg
Die Stelle mit dem Erdrutsch. Da oben geht es weiter nach Reitmehring (10.03.2008) © Michi Greger
Erdrutsch Wasserburg
Die gleiche Stelle oben von der Reitmehringer Seite aus gesehen (10.03.2008) © Michi Greger

Die Gleise sollen nach dem Erdrutsch noch eine Weile in der Luft gehängt sein, dann aber schnell abgetrennt und von der Reitmehringer Seite hochgezogen worden sein. Aufgestapelte, verbogene Gleise sollen oberhalb der Abbruchstelle davon zeugen. Das rechte Bild zeigt übrigens das abgerissene Fernsprechstreckenkabel, es hängt von der rechten Schiene nach unten.

Die Stelle mit dem Erdrutsch demonstriert auch, wieso es überhaupt zu der Zerstörung der Bahnstrecke gekommen ist. Hier fließt ein Bach, nicht mal 50 cm breit und tief, der aber bei Schneeschmelze und heftigem Regen stark anschwellen kann. Nach damals üblicher billiger Lokalbahnmanier hat man auf ein Brückenbauwerk verzichtet und nur einen Damm aufgeschüttet, der unten mit einem kleinen Wasserdurchlauf versehen war. Es ist klar, dass der Durchlauf durch Äste, Blätter, angeschwemmte Erde etc. verstopfen kann. Aus dem Damm wurde dann am Unglückstag ein Staudamm, der den Wassermassen irgendwann nachgab. Mit einem vernünftigen Brückenbauwerk wäre es wohl kaum zu der Zerstörung des Streckenteils gekommen. Bei einem Wiederaufbau sollte daher ein adäquates Brückenbauwerk realisiert werden. Das Gutachten geht auch von einem Brückenbauwerk aus und sieht einen Damm mit Durchlass nur als mögliche Option, die noch zu überprüfen wäre.

Wie auch immer, für mich war an der Stelle mit dem Erdrutsch Endstation, hoffentlich kein schlechtes Omen für die Bahn.

Update 15.10.2016

Gestern bin ich das erste Mal in meinem Leben mit dem Filzenexpress gefahren. Auch wenn ich was darüber geschrieben habe (wie man an diesem Artikel sieht), waren es immer Beobachtungen von außen, aber drin war ich nie.

Ich muss sagen, dass er sehr schnell geworden ist. Man ist gefühlt sehr schnell in Wasserburg. An einigen Stellen fährt er sogar jetzt 80 km/h! Leider gibt es immer noch einige ungesicherte Übergänge an Feldwegen.

Beschleunigt und Stundentakt

Der Einbau eines Ausweichgleises Bahnhof Steinhöring der Strecke ermöglicht jetzt den Stundentakt. (Ab Dezember dieses Jahres wird dieser auch am Wochenende eingeführt.)

Die Fahrt ist landschaftlich sensationell, auch die endlosen lang gezogenen Kurven ermöglichen einen guten Blick nach vorne von den Seitenfenstern aus.

Im MVV!

Das Filzenexpress seit einem Jahr im MVV ist, brauchte ich mir nur eine MVV-Tageskarte für den Außenraum für 6,40 Euro zu kaufen. (Für den Innenraum habe ich eine IsarCard im Abo.)

Das große Problem ist die nach wie vor unterbrochene Altstadtstrecke. Also in Wasserburg Bahnhof auf den Stadtbus warten, da geht viel Zeit verloren. Auch kurvt der Bus überall herum, nur nicht auf direktem Weg in die Altstadt.

Stadtbus Wasserburg Bahnhof-Wasserburg Stadtbahnhof

Der Bus kostet pro Fahrt 1,50 Euro, egal wie weit man fährt. Obwohl die Bahnstrecke zum Stadtbahnhof theoretisch im MVV ist, muss man blechen. Ein Fahrgast versuchte sich, mit einem MVV-Ticket am Buslenker vorbeizuschummeln. Der war aber aufmerksam und rief ihn mit den Worten „Das ist MVV-Ticket. Das habe ich ganz genau gesehen!“ zurück.

Kurios wirkt im Zeitalter der Rationalisierung, dass der Buslenker selbst kassiert. Das gibt es in München seit Urzeiten nicht mehr. Automaten für Busfahrkarten gibt es wohl keine, ich habe zumindest keine gesehen.

Kaum noch Hoffnung für die Altstadtstrecke

Leider gibt es für einen Wiederaufbau der spektakulären Strecke zum Stadtbahnhof seit dem Stilllegungsbescheid des Bayerischen Verkehrsministeriums Anfang 2016 kaum mehr Hoffnung.  Es war eine der schönsten Bahnstrecken Bayerns.

Auch wenn ich weiter oben geschrieben habe, dass der Altstadtbahnhof etwas abseits liegt, muss ich das relativieren. Man ist zu Fuß in wenigen Minuten im Zentrum und erreicht zumindest in der Altstadt alles ausreichend. Das Badria am anderen Inn-Ufer ist natürlich ausgenommen, da bräuchte man den Bus.

Einzige bekannte Zug-Abfahrt aus Wasserburg Stadt (Szene aus TV-Film)

(Link: YouTube)

Zu den übrigen Folgen „Fast vergessene Bahnstrecken“

Schilder in Schilda

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Schilder begegnen uns überall. Verkehrsschilder, Namensschilder, Hinweisschilder. Es gibt amtliche und weniger amtliche. Sinnvolle, unsinnige und groteske.

Etymologisches

Woher kommt aber der Ausdruck „Schild“? In Bedeutung der Schutzwaffe („der Schild“, Plural: die Schilde) hat der Ausdruck seine Wurzeln im indogermanischen Begriff „skel“, was Schneiden, Spalten, Aufreißen bedeutet. Im Altenglischen findet sich „scielian“ für „trennen“. Die Schilde der Germanen waren nach Überlieferungen aus (geschnittenen) Brettern hergestellt, daher der Ursprung. Verwandt mit „Schild“ ist auch das nordenglische Fremdwort „skalpieren“, bekanntlich das Abtrennen der Kopfschwarte vom Schädel.

Repliken römischer Schilde
Repliken römischer Schilde. Foto: redwinegums / Lizenz: CC BY-NC 2.0

Schon sehr früh war der Schild nicht nur Verteidigungswaffe, sondern verriet durch die Bemalung einiges über den Schildträger und seine Absichten (daher auch die Redensart „im Schilde führen“). Nur logisch erscheint es, dass „Schild“ später eine weitere Bedeutung kam, nämlich die des Erkennungszeichens (Wirtshausschild, später Hausschild und dann noch allgemeiner), also losgelöst von der Verteidigungswaffe. Das Wort in dieser Bedeutung wird seit dem 18. Jahrhundert als Neutrum geführt („das Schild“, Plural jetzt „die Schilder“).

Auch der Ausdruck „schildern“ findet seinen Ursprung in dieser Wurzel, ursprünglich war es die Tätigkeit des Wappenmalers (16. Jahrhundert), später verstand man ein allgemeines „Beschreiben“ und „ausführliches Darstellen“ (in textlicher Form) darunter (ab dem 18. Jahrhundert).

Wirkung und Beachtung von Schildern

Bei der Beachtung von Schildern gibt es zwei Trends: Einerseits werden Schilder nur als Empfehlung gesehen, selbst wenn sie amtlich sind (Stoppschild etwa), oder sogar bewusst missachtet. Andererseits haben ausgesprochen viele Bürger Respekt vor Schildern, gerade den Deutschen wird es nachgesagt. Ich hatte vor vielen Jahren in Neuperlach einen Stellplatz an der Oberfläche gemietet. Nutzen konnte ich ihn nur selten. An der Einfahrt hieß es zwar „Privatparkplatz – unberechtigt parkende Fahrzeuge werden kostenpflichtig abgeschleppt“ (oder so ähnlich), aber es stellten sich fast täglich Fremde darauf. Ich reagierte mit einem Schild „Parken verboten“, das ich an dem Stellplatz selbst anbrachte. Ich durfte laut Schild nun dort zwar selbst nicht mehr parken (zumindest theoretisch nicht), aber zu meiner großen Überraschung stellte sich nun fast nie mehr ein Fremder auf den Stellplatz. Gezählt habe ich höchstens einen Falschparker pro Monat statt täglich mindestens einen.

Schilder stellen sich vor

In letzter Zeit habe ich einige besondere Schilder fotografiert – auch in Neuperlach –, die ich hier nun präsentiere und kommentiere.

Privatgrundstück und „Hundegeschäft verboten“

Hunde - "Geschäft verboten"
Privatgrundstück / Hunde – Geschäft für Hunde verboten (21.08.2012) © Thomas Irlbeck

Gleich zwei Schilder verschönern einen der Zugänge zu meiner Neuperlacher Wohnanlage. Das obere Schild hängt schon lange da. Es ist eine reine Farce, mit der versucht wird, sich störende Bürger vom Leib zu halten.Tatsächlich handelt es sich hier um ein Privatgrundstück, das aber per Satzung zum öffentlichen Fußgängerverkehr freizuhalten ist. Neuperlach ist schließlich der Stadtteil der offenen Wege. Das Schild ist natürlich nicht amtlich, diverse Stadtteilpolitiker empfehlen, es einfach zu ignorieren.

Ganz neu ist das runde Schild weiter unten. Hunde dürfen also hier kein großes und wohl auch kein kleines Geschäft machen. Ob sich die Hunde daran halten?

Schild mit Bank

Schild Wasserburg Inn Bank
Schild mit Bank Wasserburg am Inn (17.08.2012) © Thomas Irlbeck

Nun ein Schild mit Bank in Wasserburg am Ufer des Inns, das durch seine Größe besticht. Hier gebe ich zu, dass ich erst zweifelte, ob dies nun ein Schild ist, das vor der Bahnstrecke warnt (die hier gleich ein paar Meter weiter hinten ist; die Bahnstrecke ist nach einem Erdrutsch seit 1987 „unterbrochen“; immerhin sieht man mit dem „x“ so was Ähnliches wie ein Andreaskreuz) oder ein Schifffahrtsschild. Die Größe des Schildes spricht dagegen, das Schild ist so groß, weil es die Kapitäne auch von größerer Entfernung aus erkennen müssen. Auch sieht ein Bahnübergang-Warnschild anders aus, es hat die Spitze nach oben. Also ein Schifffahrtsschild. Vermutlich warnt es vor dem Wasserkraftwerk, das hier ganz in der Nähe ist. Genaueres war nicht rauszufinden. Die Stelle hier ist übrigens sehr idyllisch. Das Schild könnte man aber mal putzen.

Modernes Buswartehäuschen

Buswartehäuschen Linden
Buswartehäuschen in Linden (22.08.2012) © Thomas Irlbeck

Ein herrliches Buswartehäuschen. Hier sind die Kinder gerne Fahrgäste, die den denkbar modernsten Unterstand haben. Gesehen in Linden (bei Edling) zwischen Ebersberg und Wasserburg am Inn. Manchmal sagen Schilder nicht, um was sich für ein Objekt handelt, sondern um welches Objekt es nicht handelt. Hier bringt das Schild zum Ausdruck, dass das Häuserl kein WC-Häuserl ist. Deftiger Ausdrücke spare ich mir, im Englischen ist das WC ohnehin viel vornehmer ein „rest room“.

Der Zustand des Buswartehäuschens ist übrigens so modern gar nicht, wie ich anfangs behauptete. Eher „modernd“ im Sinne von „Moder“, also Fäulnis. Der Boden ist nämlich teilweise durchgebrochen, was man in der Vergrößerung (Bild anklicken, gilt für alle Bilder) durchaus erahnen kann.

FSK 21

American Marx-Zentrum
American im Marx-Zentrum (23.08.2012) © Thomas Irlbeck

FSK 21 ist ein Mythos oder ein Marketing-Gag. Es gibt keine Filme in Deutschland, die erst ab 21 Jahren freigegeben sind. Aber es gibt durchaus Dinge, die erst ab 21 sind: der Besuch der Spielbank und der Lkw-Führerschein etwa.

Spielhöllen sind aber ab 18, und ein Lokal mit Spielbankkonzession dürfte es in Marx-Zentrum kaum geben, die findet man eher in Urlaubs- und Kurorten. Der Luftkurort Neuperlach muss aber erst noch erfunden werden. Dennoch darf man ins American laut Schild erst ab 21 rein und nur mit Personalausweis. Ob das eine freiwillige Maßnahme, rechtlich tatsächlich erforderlich oder ein Behördenirrtum ist, bleibt unklar.

Der Benutzer DumbShitAward hat im Eisenbahnforum einige interessante Thesen zu dieser Frage aufgestellt, die ich hier zitiere. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von ihm. Es handelt sich hier ausdrücklich nicht um die Stellungnahme eines Juristen, sondern um eine rein persönliche Einschätzung. Kleinere Schreibfehler wurden beseitigt, auch handelt es sich um eine Aneinanderreihung mehrerer Zitate:

Bin ich ganz ehrlich gesagt überfragt, zumindest sehe ich keinen offensichtlichen Grund, weshalb man für solche Läden 21 sein müsste.

Die einzigen Formen des Glücksspiels (im allgemeinen Verständnis), bei denen die Altersgrenze 21 sein KANN (Glücksspiel im rechtlichen Verständnis ist dummerweise Ländersache, es scheint jedenfalls Bundesländer zu geben, die nur Volljährigkeit voraussetzen – überflüssig zu erwähnen, dass Bayern nicht dazu gehört), sind die klassischen Casinospiele und Automaten, theoretisch auch Lotterien (aber da wäre mir kein Bundesland bekannt). Die bekannten Groschengräber aus den Kneipen („Spielautomaten mit Gewinnmöglichkeit“) werden über Bundesrecht behandelt, hier ist die Altersgrenze immer 18 Jahre.

Dass in einer Spelunke Casinospiele stattfinden oder tatsächliche Glücksspielautomaten hänge,n halte ich für relativ unwahrscheinlich – denn das wäre in allen Fällen grundsätzlich illegal, da könnte einem so eine Lappalie wie „Jugendschutz“ (wir sprechen hier ja gar nicht mal mehr von Jugendlichen) herzlich egal sein.

Denkbar wäre aber, dass dort Glücksspiel nach ausländischem Recht stattfindet (Vermutung: UK, evtl. versucht noch jemand den Stunt mit der DDR-Konzession abzuziehen, weiß allerdings nicht, ob das nicht inzwischen rechtlich wasserdicht gemacht wurde) und dieses das Alter 21 vorschreibt. Ein ziemlich heikles Thema, da sich hier das recht rigorose deutsche Recht mit Grundsätzen des EU-Rechts beißt (Stichwort Dienstleistungsfreiheit) – da ist wohl definitiv noch die eine oder andere Rechnung offen.

Ich habe mich da mal etwas tiefer hineinbegeben, wirklich mehr als eine unbegründete Theorie habe ich aber nicht vorzuweisen.Es gibt in meinen Augen keinen rechtlichen Grund, weshalb das Ding plötzlich erst ab 21 Jahren betreten werden kann. Das Mindestalter beträgt bundesweit in meinen Augen 18 Jahre, ausnahmslos. Einzig die Spielbanken und „echten“ Casinos haben je nach Bundesland da eine Sonderregelung, weiter ist da nichts geregelt. Wenn der Betreiber Großjährigkeit verlangt, tut er das auf Basis seines eigenen Hausrechts (und das natürlich völlig unstrittig), so zumindest mein Eindruck.

Meine Theorie ist nun folgende: Hier wird mit Gewerberecht Druck auf die Betreiber ausgeübt. Man hat in der aktuellen Situation als Spielhallenbetreiber das Problem, dass die Konzessionen nur mit ziemlich kurzen Laufzeiten (je nach Situation zwischen 1 und 5 Jahren, Genaueres regelt das kommunale Gewerberecht) vergeben werden, die Ordnungsämter der Kommunen halten so den Druck recht hoch. Da zusätzlich derzeit ja noch diese etwas emotionale, aber mit wenig tatsächlichen Argumenten ausgestattete Diskussion über die Spielhallen im Speziellen und die Wirrungen des GlüStV im Allgemeinen tobt, könnte ich mir Folgendes vorstellen: Das KVR hat dem Betreiber wohl mehr oder weniger direkt gesagt, dass er sich seine Konzession an den Hut stecken kann, wenn er ihnen, trotz anderslautender Rechtslage, nicht entgegenkommt.

Erschwerend hinzu kommt, dass gerade auf kommunaler Ebene sich das Gerücht, diese Schuppen seien erst ab 21 freigegeben, erstaunlich hartnäckig hält – und wie schwer gerade konservative Kommunalpolitiker sich damit tun, zuzugeben, dass sie völligen Blödsinn erzählen, ist ja bekannt.

Denkbar wäre natürlich auch, dass sich der Betreiber so eine gewisse Klientel vom Leib halten will.

Gemäß den Fall, die Heraufsetzung sei wirklich freiwillig, geht’s da wohl um die Öffentlichkeitsarbeit.

Wie wir ja auch hier sehen, ist die Meinung, der Zutritt sei erst ab 21 erlaubt, weit verbreitet. Nehmen wir weiter an, ein Betreiber eines solchen Ladens würde das Alter einfach mal auf 27 oder 33 legen. Da merkt schon ein Blinder mit Krückstock, dass das gemacht wurde um gewisse Gruppen fernzuhalten. Würde ich da rein wollen und quasi „grundlos“ rausgeworfen werden, gehe ich da auch garantiert nicht mehr hin, wenn ich alt genug bin.

Klar ist das legal, kann ja jeder selbst entscheiden (sofern mit Art. 3 Nr. 3 GG vereinbar), wen er reinlässt und wen nicht. Ich erinnere mich da an einen Wirt in Westdeutschland, der Kinder unter einem bestimmten Alter den Zutritt zu seinem Restaurant verweigerte. Gab einen üblen Shitstorm und das obwohl die Beweggründe hier sogar absolut plausibel waren.

Quelle: Eisenbahnforum

Auch … muss gelernt sein

WC-Anleitung
WC-Anleitung. Foto: James Nash (aka Cirrus) / Lizenz siehe: flickr

Und weil es so schön ist, zum Abschluss noch ein WC-Anleitungsschild. Genauer ein Schild, das zeigt, wie es nicht geht. Laut Quelle aus einem koreanischen Restaurant in London.

Kunst-liches am Inn

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Permanente Kunstausstellungen gibt es natürlich in Neuperlach, aber auch z.B. in Wasserburg am Inn.

Diashow von der ganzen Tour zeigen – hier klicken

Direkt am Inn steht dieses … (24.08.2009) © Thomas Irlbeck
… aber auch dieses und … (24.08.2009) © Thomas Irlbeck
… … dieses Kunstwerk (24.08.2009) © Thomas Irlbeck

Neuperlach ist überall (1)

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Im Ort „Hochhaus“ ist das höchste Wohnhaus offenbar zwei Geschosse plus die Satellitenantenne auf dem Dach hoch. Gesehen in der Nähe von Wasserburg am Inn.

"Hochhaus", wo bist du? (24.08.2009) © Thomas Irlbeck