Der ehemalige Wasserturm von Potzham (Das historische Haus, Folge 9)

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Wasserturm Potzham
Bild 1 (07.05.2016) © Thomas Irlbeck

Mit Neuperlach hat unser heutiges Gebäude wenig zu tun. Aber er liegt immerhin nicht allzu weit von Neuperlach entfernt, und der Autobus 222 fährt daran vorbei – mit Ziel „Neuperlach Süd“ versteht sich.

Zu finden ist das Gebäude in Taufkirchen, Ortsteil Potzham, in der Hochstraße. Letzterer Name dürfte daher kommen, dass die Straße auf dem Hochufer des Entenbachs verläuft, und dieser mündet weiter nördlich in Taufkirchen in den Hachinger Bach, der jedem Neuperlacher ein Begriff sein sollte.

Bei dem Gebäude handelt sich um einen ehemaligen Wasserturm. Die größeren Fenster wurden erst eingebaut, nachdem die Nutzung als Wasserturm beendet worden war. Gebaut worden ist der Wasserturm um 1928. Beim Bau wurde ein Trinkbecher aus der Römerzeit mit der Aufschrift „Lebet glücklich“ gefunden.

Nach der Nutzung als Wasserturm wurde Anfang 1977 von einem DARC (Deutscher Amateur-Radio-Club)-Ortsverein mit dem Umbau des Gebäudes begonnen und im obersten Raum Rohre und Schieber entfernt. Hohe Sicherheitsauflagen für den Umbau in puncto Treppen und Sanitäreinrichtungen ließen den Ortsverein schließlich entmutigt aufgeben. Der Turm wurde dann an einen Privatmann verkauft. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt. Ein Denkmalschutz besteht ausdrücklich nicht.

Zu den übrigen Folgen „Das historische Haus“

Quellen:

Wasserturm Potzham
Bild 2 (07.05.2016) © Thomas Irlbeck
Wasserturm Potzham
Bild 3 (07.05.2016) © Thomas Irlbeck

Das Kruzifix vor Oedenstockach – Mystische Orte (Teil 11)

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Kruzifix vor Oedenstockach
Kruzifix vor Oedenstockach (06.06.2013) © Thomas Irlbeck

Ich bin keineswegs katholisch oder anderweitig religiös erzogen worden, auch heute würde ich mich nicht als religiös bezeichnen, vielleicht bestenfalls noch als Agnostiker. Dennoch faszinieren mich die Themen Religion und alle damit verbundenen Bauwerke, Kultstätten und sonstigen Einrichtungen, vor allem, wenn sie älter sind und auf mich in irgendeiner Weise mystisch wirken. Es geht von ihnen irgendetwas Unfassbares, Unheimliches, Faszinierendes aus.

Oedenstockach Kapelle, Wasserturm
St.-Anna-Kapelle und Wasserturm in Oedenstockach (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Die wohl wichtigste bildliche Darstellung des Christentums ist das Kruzifix (von lateinisch cruci fixus; „ans Kreuz geheftet“), also die Darstellung des gekreuzigten Jesus Christus. Solche Kruzifixe finden sich nicht nur in Kirchen sowie in deutschen Gerichtssälen und Klassenzimmern (in letzteren beiden Orten sind sie nicht unumstritten, man beachte die juristischen Auseinandersetzungen dazu), sondern auch z.B. in Gestalt von Flur- und Wegekreuzen in katholischen Landstrichen. Auch für Nichtgläubige bieten solche Flurkreuze oft einen Ort zum Verweilen und dienen auch häufig als Markierungen an Weggabelungen. Nicht nur solche Orte werden als Aufstellorte auserwählt, sondern auch Orte, an denen schwere Unfälle oder Verbrechen geschehen sind. Es ist also keinesfalls eine neuzeitliche Modeerscheinung, Unfallkreuze aufzustellen.

Bank bei Kruzifix vor Oedenstockach
Bank neben dem Kruzifix (06.06.2013) © Thomas Irlbeck

Zurück zu den traditionellen Flurkreuzen: Direkt am Truderinger Wald, der bekanntlich an Neuperlach grenzt, allerdings genau an der gegenüberliegenden Seite, steht solch ein Flurkreuz. Es liegt vor den Toren von Oedenstockach, einem kleinen Dorf ein paar Meter vor der Gemeinde Putzbrunn, zu der es verwaltungsrechtlich gehört. Radfahrer und Spaziergänger finden hier eine Route, die weit abseits von der hektischen Hauptstraße durch den Truderinger Wald führt. In Oedenstockach sind die St.-Anna-Kapelle aus dem 19. Jahrhundert mit dem markanten hölzernen Turm (der allerdings aus dem 20. Jahrhundert stammt) sowie der Wasserturm (1905) erwähnenswert.

Kruzifix vor Oedenstockach
Näher dran am Kruzifix (06.06.2013) © Thomas Irlbeck
Umgebungskarte Kruzifix Odenstockach
Umgebungskarte Kruzifix Oedenstockach. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0