Marx-Zentrum eingerahmt von den Telekom Ten Towers

Werbung

Marx-Zentrum eingerahmt von Telekom Ten Towers
Bild 1: Eingerahmtes Marx-Zentrum (28.05.2017). Foto: Lesereinsendung

Was für ein geniales Bild, das auf dem Olympiaberg entstand: Die „Telekom Ten Towers“ am Leuchtenbergring in Berg am Laim mit ihren verbindenden Brücken scheinen gezielt so errichtet worden zu sein, dass sie das Marx-Zentrum exakt einrahmen. Lesereinsendung, vielen Dank!

Marx-Zentrum eingerahmt von Telekom Ten Towers
Bild 2: Detail

Noch ein paar Bilder aus dem Olympiapark:

Olympiapark
Bild 3: Olympiaturm mit „Schutznetz (28.05.2017). Foto: Lesereinsendung

Im Marx-Zentrum hängt ein Taubennetz, das nur von diesem Netz am Olympiaturm übertroffen wird. Wegen einer Instandhaltungsarbeiten des Turmschafts wird/wurde ein Gerüst errichtet. Das Netz dient der Sicherheit der Arbeiter.

Olympiapark
Bild 4: Olympiaturm Detail (28.05.2017). Foto: Lesereinsendung
Olympiapark
Bild 5: Bungalows und Hochhäuser im Olympiadorf/Olympiazentrum (28.05.2017). Foto: Lesereinsendung

Waschbeton am Funkmast – Langweilige Bauten (Folge 2)

Werbung

Waschbeton am Funkmast
Bild 1: Waschbeton am Funkmast. Blick von der Heinrich-Lübke-Straße (30.03.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 2: Ansicht mit dominierendem Funkmasten. Rechts die BLM, im Hintergrund ist ein Stückchen des Waschbeton-Baus zu sehen (02.04.2017) © Thomas Irlbeck

Unser heutiges Objekt in Neuperlach Mitte an der Heinrich-Lübke-Straße 25, Ecke Schumacherring, wurde von der Deutschen Bundespost errichtet. Der Telekommunikationsbereich firmiert ja heute bekanntlich unter „Deutsche Telekom“. Das Halteverbotsschild mit Ausnahmen für Fahrzeuge der Deutschen Telekom bestätigt dies. Der Bau wurde einmal um ein Geschoss aufgestockt, wohl in den 1980er-Jahren. Daneben liegt die BLM (Bayerische Landeszentrale für neue Medien) und der Telekom-Funkmast, der hier vor ein paar Tagen schon einmal vorgestellt wurde (Unser Telekom-Funkmast in Neuperlach Mitte).

Waschbeton am Funkmast
Bild 3: Detailansicht Fassade (02.04.2017) © Thomas Irlbeck

Die einzige Erwähnenswerte des Quaderbaus scheint die Waschbeton-Fassade zu sein). Irgendwelche architektonischen Spielereien hielt man bei Gewerbebauten offenbar nicht für angebracht.

Bei Waschbeton handelt es sich um Beton, dessen Gesteinskörnung durch eine besondere Oberflächenbehandlung erzeugt wird. Er wird vor allem als dekoratives Element für Fassaden eingesetzt. Die Bezeichnung kommt daher, dass nach Entfernung der Gussform die Zementschlämme mit einem starken Wasserstrahl ausgewaschen werden. Die Herstellung ist genauer auf Wikipedia beschrieben.

Nur auf den ersten Blick Langeweile

Ein genauerer Blick zeigt jedoch Außentüren im ersten und zweiten Stockwerk, die offenbar in den Abgrund führen, haben sie doch sogar eindeutig Außengriffe.

Waschbeton am Funkmast
Bild 4: Türen in den Abgrund? (30.03.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 5 (30.03.2017) © Thomas Irlbeck

Funktion des Gebäudes

Die niedrigen Fenster lassen auf ein Betriebsgebäude mit technischen Telekommunikationseinrichtungen schließen, weniger auf Büros. Die Außentüren wurden sehr wahrscheinlich dafür vorgesehen, Telekommunikations-Komponenten im Falle von Defekten oder bei Austausch durch leistungsstärkere Versionen auf einfache Weise – mithilfe eines mobilen Lkw-Krans – an- bzw. abliefern zu können. Das Schild mit der Warnung vor schwebenden Lasten weist darauf hin. Ein fest installierter Kran ist nicht vorhanden, auch zeigt Google Maps keine Reste einer solchen Einrichtung auf dem Dach. Aber für das unterste Stockwerk, für das auch ein paar Zentimeter Höhenunterschied zu bewältigen sind, wurde eine Hebebühne im Boden vor dem Gebäude eingelassen. Dort ist auch die allgemeine Anlieferung.

Waschbeton am Funkmast
Bild 6: Ladetüre im Erdgeschoss (02.04.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 7: Das Schild warnt vor der Gefahr. Der Aufenthalt bzw. Verkehr unterhalb von schwebenden Lasten ist verboten! (02.04.2017) © Thomas Irlbeck

Über eine heute abweichende Nutzung ist nichts Näheres bekannt. Laut Werbeplakat am Gebäude sind in dem Gebäude Büros/Gewerbeflächen, die alle vermietet sind.

Waschbeton am Funkmast
Bild 8: Das Gebäude vom Anfang des Schumacherring aus gesehen (30.03.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 9: Ein Stückchen dem Schumacherring gefolgt (30.03.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 10: Eingangsbereich (02.04.2017) © Thomas Irlbeck
Waschbeton am Funkmast
Bild 11: Anfahrtsbereich (02.04.2017) © Thomas Irlbeck

Zu den übrigen Folgen „Langweilige Bauten“

World Wide Wait reloaded – Telekom führt drastische DSL-Drosselung auf 384 Kbit/s ein (Update 22.04.2013)

Werbung

Update 22.04.2013: Nun ist es amtlich. Für Neuverträge wird ab 2. Mai bei Volumenüberschreitung eine Drosselung auf lächerliche 384 Kbit/s eingeführt. Bei VDSL 50 liegt das Limit bei 200 GB pro Monat. Mehr dazu: Hier klicken.

Vielen dürfte es noch in Erinnerung sein: Beim Surfen im Web musste man früher sehr geduldig sein. Alleine der Aufbau einer Seite konnte schon mal ein paar Minuten dauern. Diese Schreckenszeiten aus den späten 1990er-Jahren könnten bald in bestimmten Fällen wieder Realität werden.

Noch ist zwar nichts entscheiden, aber die Deutsche Telekom hat inzwischen bestätigt, dass man plane, eine drastische Drosselung von DSL einzuführen. Ist das Monatskontingent verbraucht, setzt die Drosselung ein. Erst ab dem Monatsanfang steht dann wieder die volle Geschwindigkeit zur Verfügung, es sei denn, man kauft weitere Kontingente dazu, falls das möglich sein wird. Damit würde das, was bereits bei Mobilfunktarifen in aller Regel Standard ist, auch für das Festnetz gelten.

Slow Internet
Langsames Web. Ganz so schlimm wird es nicht kommen. Aber vielleicht schlimm genug. Foto: Phil Denton / Lizenz siehe: flickr

Das freie Monatskontingent wird nach den Plänen von der Anschlussart abhängen. 75 GB könnten bei einem DSL-Anschluss frei sein und 200 GB bei VDSL mit 25 oder 50 Mbit/s. Das klingt zwar viel, dürfte aber selbst dem Weniguser nicht reichen. Alleine die automatisch durchgeführten Sicherheitsupdates sind groß. Da können durchaus schon einmal einzelne Pakete von 1 GB darunter sein. Eine halbe Tagesration wäre nach wenigen Minuten verloren. Spiele, die online gekauft werden, können im Extremfall durchaus bis zu 30 GB betragen. Das halbe Monatskontingent könnte dann für einen einzigen Download draufgehen. Schaut man HD-Filme als Stream an, wäre ebenso ein komplettes Monatskontingent innerhalb weniger Stunden aufgebraucht. Das normale Surfen, die Nutzung von Cloud-Diensten, Videotelefonie, all das kommt noch obendrauf. Auch Privatanwender haben ihre Daten – etwa Fotos und Musikdateien – inzwischen in der Cloud. Jeder Zugriff darauf knabbert dann am Monatskontingent.

Drosselung auf 384 Kbit/s ein schlechter Witz

Die geplante Drosselung soll bei allen Anschlussarten einheitlich 384 Kbit/s betragen, also kaum mehr 0,3 Mbit/s. Damit hat man bei VDSL mit 50 Mbit/s noch gerade einmal 1/150 (!) der normalen Kapazität zur Verfügung. Das darf mit Recht als schlechter Witz bezeichnet werden. Es ist in etwa die Hälfte des allerersten DSL-Produktes um das Jahr 2000 herum. Selbst für das normale Surfen wäre dies kaum mehr akzeptabel, da die Seiten heute nicht mehr in dem Maß optimiert sind, wie es früher der Fall war.

Was steckt dahinter? Laut der Aussage des roten Riesen steige das Datenvolumen exponentiell an. Der Ausbau der Netzinfrastruktur koste Milliarden, daher müssten andere Ansätze her, die gewohnte Flatrate könnte es dann nicht mehr geben, sondern nur noch eine mit viel Kleingedrucktem – vom Benutzer sicherlich als Mogelpackung verstanden.

Nun liegt es aber sicher nicht an dem bösen Anwender, der womöglich auch noch illegal große Dateimengen tauscht oder es mit dem Anschauen von HD-Videos auf YouTube übertreibt. Tatsächlich propagiert die Telekom ihr Entertain Internet-TV (IPTV). Die Kunden besitzen nun auch noch die Frechheit, diese Dienste tatsächlich zu buchen und auch – jetzt wird es richtig frech – noch umfassend zu nutzen! Solche Dienste sind im großen Maße mitverantwortlich für die Engpässe. Inwieweit es sinnvoll ist, das Internet als Rundfunkersatz zu nutzen, sei dahingestellt. Meines Erachtens ergibt zwar Video on Domand Sinn, da es eine Individualisierung ist. Zur Übertragung eines normalen TV-Programms hingegen reicht auch die Satellitenschüssel oder ein herkömmlicher Kabelanschluss, zumindest solange die Netzinfrastruktur nicht entsprechend ausgebaut ist.

Öffentliches BTX-Terminal
Online in Vor-Internet-Zeiten. Ein öffentliches BTX-Terminal. Die Datenraten waren damals noch herrlich gering. Foto: KlausNahr / Lizenz siehe: flickr

Die Motive der Telekom liegen sicherlich in einer Umsatzerhöhung. Die Konkurrenz hat längst entsprechende Drosselungs-Klauseln, wenngleich die Geschwindigkeit nach Einsetzen der Drosselung längst nicht so weit heruntergefahren wird, wie es jetzt die Telekom vorhat. Auch in den Verträgen der Telekom finden sich schon bereits seit Längerem solche Klauseln. Interessanterweise wird hier eine Drosselung auf 6 Mbit/s nach 200 GB Monatsverbrauch bei einem VDSL-Anschluss genannt. Dies wäre ja noch annehmbar. Technisch umgesetzt wurde dies aber offenbar nie. Warum nutzt man nicht erst diese Klausel, sondern geht gleich so weit mit der Geschwindigkeit runter? Sicherlich wird bei einer moderaten Drosselung kaum einer teure Zusatzkontingente kaufen. Erst bei 384 Kbit/s tut es so richtig weh, sodass der Benutzer zähneknirschend darauf zurückgreifen dürfte.

Angriff auf die Netzneutralität

Es ist davon auszugehen, dass die anbietereigenen volumenhungrigen Dienste nicht angerechnet werden. Wer sein Monatskontingent verbraucht hat, wird wahrscheinlich weiterhin wie gewohnt IPTV nutzen können, wenn es ebenso von der Telekom bzw. vom selben Anbieter ist. Dies ist keine reine Kundenbindung, die verständlich wäre, sondern ein Angriff auf die Netzneutralität. Der Kunde könnte faktisch nicht mehr sinnvoll auf Streamingdienste anderer Anbieter zurückgreifen. Selbst das Anschauen von YouTube-Videos wäre kaum mehr interessant. Hier geht es nicht um eine höhere Wartezeit, sondern eher darum, dass das Video alle paar Sekunden stocken wird und dann viele Sekunden „nachgepuffert“ werden muss. Wer das früher erlebt hat, weiß, dass dies an den Nerven sägt und keinen Spaß macht. Hier sind aber zusätzliche Geschäftsmodelle denkbar – etwa eine YouTube-Pseudoflat mit 100 GB extra Volumen für sosundsoviel Euro versteht sich.

Eine erzieherische Maßnahme wäre eine Drosselung ebenso. Man wird sich besser überlegen, was man noch genau nutzt. Im Zweifelsfall wird man nur noch Dinge initiieren, die einen subjektiven oder sofort erkennbaren Vorteil haben. Damit das Monatskontingent länger hält, werden wahrscheinlich viele Kunden die vielen Sicherheitsupdates abschalten, eine Katastrophe für das ohnehin unter Dauerbeschuss von Hackern stehende Netz. Auch das neue Aufsetzen eines Rechners – nach einer bewiesenen oder vermeintlichen Infektion – ginge nicht mehr so sorglos. Allein die Neuninstallation bedeutet, dass nach Installation des Betriebssystems und weiterer Software von DVD viele GB Sicherheits- und funktionale Updates nachgeladen werden. Wenn das Monatskontingent fast schon erschöpft ist, werden solche sinnvollen Aktionen vermutlich erst einmal hinten angestellt.

Bestandskunden nicht betroffen – wirklich?

Die Telekom weist darauf hin, dass Bestandskunden nicht betroffen seien. Dies würde bedeuten, dass diese noch eine Zeit lang unbeschwert surfen könnten und allenfalls die moderate Drosselung ertragen müssten. Doch Verträge haben eine gewisse Laufzeit (meiner läuft noch bis Oktober dieses Jahres), wenngleich sie sich dann automatisch verlängern. Bei nachteiligen Änderungen der Konditionen hätte der Kunde zwar ein Sonderkündigungsrecht. Fraglich ist aber, ob er bei der Konkurrenz viel bessere Konditionen erhält. Außerdem bedeutet die Umstellung oft einen ziemlich hohen Aufwand. Ggf. wird andere Hardware (Router) gebraucht, die dann erst einmal installiert werden muss. All das ist machbar, aber ärgerlich. Die Frage ist nur, ob auch andere Anbieter auf die 384 Kbit/s heruntergehen werden. Falls nein, dürfte die Telekom viele Kunden verlieren.

Die Telekom hat auch viel Unsicherheit gesät. Auf Fragen besorgter User, die sogar bereit sind, Kontingente dazuzukaufen, reagiert die Telekom auf der offiziellen Facebook-Seite auffällig verhalten. Ein Benutzer wollte wissen, was 1 TB pro Monat koste (das würde einem Poweruser reichen, eventuell auch einer Wohngemeinschaft, die das Internet nicht exzessiv nutzt). Doch die Antwort der Telekom war nur, dass man nicht plane, solche vergleichsweise großen Kontingente anzubieten.

Noch sind es nur Überlegungen, aber schon sehr konkrete. Es spricht viel dafür, dass die Zeit der Sorglos-Internettarife bald zu Ende geht und auch eine unbeschwerte Nutzung des Internets in naher Zukunft bald der Vergangenheit angehört.

Ich beispielsweise habe Internet-Pay-Radio abonniert, das mit moderaten 256 Kbit/s auskommt. Doch bei einer Drosselung auf 384 Kbit/s läuft auch dieses nicht mehr stabil, da die Bandbreite anteilsmäßig aufgeteilt wird, wenn man z.B. noch nebenbei surft. Störungsfrei läuft der Dienst ab ca. 1 Mbit/s. Da es sich um einen kleinen US-amerikanischen Anbieter handelt, wird dieser sicherlich nicht vom Monatskontingent ausgenommen. Ich müsste den Anbieter dann kündigen. Vergleichbare Dienste von der Telekom gibt es nicht, da es sich hierbei um sehr spezielle Musikkanäle handelt, die in ihrer Zusammenstellung weltweit einmalig sein dürften.

Es kann nur an die Telekom appelliert werden, die Pläne noch einmal zu überdenken. Das Vorhaben würde den Nutzen des Internets erheblich reduzieren. Vielleicht bewirkt ja der viel zitierte Shitstorm, den die Telekom derzeit erleben darf, etwas.

Update – DSL-Drosselung auf 384 Kbit/s nun amtlich (22.04.2013)

Die Pläne sind nun amtlich. Für Neuverträge wird ab 2. Mai bei Volumenüberschreitung eine Drosselung auf lächerliche 384 Kbit/s eingeführt. Bei VDSL 50 liegt das Limit bei 200 GB pro Monat (Infos siehe folgende Tabelle). Bestimmte Telekom-eigene Dienste (Entertain, DSL-Telefonie*) werden nicht auf das freie Volumen angerechnet (Unterscheidung gute/schlechte Daten). Es soll die Möglichkeit geben, Zusatzkontingente hinzuzubuchen. Die technische Umsetzung soll angeblich nicht vor 2016 erfolgen. Quelle: SPIEGEL

Anschluss Mbit/s Limit pro Monat in GB
16 75
50 200
100 300
200 400

* Das ist auch das Mindeste, was man erwarten kann, sonst könnten die Kunden nach Volumenüberschreitung faktisch nicht mehr fernsehen und telefonieren.

Vieles mag sich jetzt noch nicht so beunruhigend anhören, aber es ist anzunehmen, dass ausgelaufene Bestandsverträge als Neuverträge gewertet werden. Auch ist nicht bekannt, wann die Drosselung wirklich eingeführt wird. Wenn es so weit ist, ist es durchaus möglich, dass es keine Kunden mehr oder nur noch wenige gibt, die sich auf ihre ursprüngliche Regelung (keine Drosselung oder moderate Drosselung auf 6 Mbit/s) berufen können. Dennoch bleibt Zeit, Druck auf die Telekom zu machen. Viele sind sicher bereit, ein paar EUR mehr zu zahlen, wenn sie eine echte Flatrate erhalten. Doch genau so ein Angebot soll es ja nicht geben. Die Möglichkeit, weitere Volumina hinzuzukaufen ist nicht dasselbe und im Allgemeinen kein annähernder Ersatz, auch wenn die genauen Konditionen noch nicht bekannt sind. Es gilt auch abzuwarten, ob andere Anbieter mitziehen werden.

Der VoIP-Anschluss wider Willen – oder „Das Echo“

Werbung

Auch Mütter surfen inzwischen leidenschaftlich und machen z.B. ihre Bankgeschäfte online. Auch wenn sie schon in Rente sind, ist das heutzutage kein Hindernis mehr. Aber es sollte ein Notebook als Ersatz für den alten Desktop-Rechner her, damit das Internet kabellos in der ganzen Wohnung und auch auf den Balkonen genutzt werden kann. Dazu muss auch ein WLAN-Router her, ein schnellerer Internetanschluss wäre auch nicht verkehrt.

Also bestellte ich bei der Deutschen Telekom VDSL 50 Universal mit Internetflatrate und Telefonflatrate fürs deutsche Festnetz. Praktischerweise wird da auch ein WLAN-Router mitgeliefert und eine schöne Gutschrift gibt es auch. Also ein verlockendes Angebot, bei dem man monatlich kaum mehr zahlt als vorher, dafür aber viel schneller surfen kann, mit bis zu 50 Mbit/s beim Download. Damit lässt sich im Idealfall der Inhalt einer gut gefüllten CD-ROM in rund 2 Minuten übertragen und Internet-TV ist sogar in HDTV möglich. Vor einiger Zeit habe ich auch auf VDSL 50 Universal umgestellt, was problemlos lief.

Internet Open
Das Internet ist geöffnet. Ohne geht heute nichts mehr. Foto: balleyne / Lizenz siehe: flickr

Nun also wieder eine Änderung eines bestehenden Anschlusses. Besonders viel falsch machen kann man bei der Onlinebestellung nicht. Ein Knackpunkt ist nur ISDN. Muttern hat eine ISDN-Anlage mit zwei Mobilteilen. Also habe ich penibel darauf geachtet, VDSL 50 Universal zu bestellen, wobei man wissen muss, dass ISDN nun Universal heißt. Klingt irgendwie besser, steigert aber die Konfusion. Darauf zu achten, ist ganz wichtig, da ISDN-Telefone nicht an einem Standard(Analog)-Anschluss betrieben werden können.

Dann kam der Tag der Umstellung. Der Router wurde ein paar Tage verspätet geliefert, aber auch Senioren haben heutzutage ein Handy, um weiter an der Kommunikation teilhaben zu können, wenn das Festnetz mal tot ist. Doch es gab dann unerwartet Probleme. Der Internetzugang funktioniert zwar. Beim Telefon bekommt man einen Wählton, aber jeder Nummer wird als besetzt gemeldet. Da es unwahrscheinlich ist, dass alle Leute gerade zufällig 24 Stunden am Tag telefonieren, muss da der Wurm drin sein. Die Recherche ergab dann, dass ein VDSL 50 IP-Anschluss geschaltet wurde statt VDSL 50 Universal/ISDN. Das ist so was wie ein reiner DSL-Anschluss, man kann also auch kein analoges Telefon an den Anschluss klemmen, zumindest nicht, wenn man will, dass es funktioniert. Also muss der Kundendienst heran. Der sah keinen Fehler bei sich. Aber ich habe ja eine Bestellbestätigung. Dort steht allerdings lapidar nur VDSL 50, ohne „IP“, aber auch ohne „Universal“. Somit ist diese als Beweismittel ungeeignet. So vermute ich einen Fehler im Bestellprozess. Vielleicht ist dieser durch einen Softwarefehler entstanden, oder der Bestellprozess ist nur halbautomatisch, sodass eine Person aus Fleisch und Blut hier die Bestelldaten mindestens bestätigen muss und es hierbei zu einem Fehler gekommen  ist. Theoretisch kann es auch mein Fehler sein, ich schließe es aber fast aus, da ich mich mit meiner jahrzehntelangen ISDN-Erfahrung noch erinnern kann, Universal ausgewählt zu haben und das bis zum Absenden der Bestellung mehrfach überprüft zu haben.

Wer auch immer schuld ist, man könnte das ja einfach noch mal umstellen. Die Deutsche Telekom riet jedoch ab davon, das sei ja so was wie eine Neubestellung und würde erhebliche Wartezeiten verursachen, hieß es. Ich sollte daher VoIP nutzen. Das bedeutet Voice over IP und heißt ganz einfach, dass die Telefongespräche in Datenpakete zerteilt, über das Internet transportiert und dann wieder zusammengesetzt werden. Man nennt das auch Internet-Telefonie oder DSL-Telefonie. Dummerweise kann der Router zwar VoIP, aber er hat nur Anschlüsse für Analogtelefone. Die Lösung bestand dann darin, Mutterns Router mit meinem zu tauschen. Beide sind technisch sehr ähnlich, meiner hat aber einen zusätzlichen internen S0-Bus zum Anschluss von ISDN-Geräten.

Router-Katze
Katzen würden Router kaufen. Da die eigene Katze schon längst das Zeitliche gesegnet hat, wird hier eine Fremdkatze gezeigt. Foto: mamarati / Lizenz siehe: flickr

Nun, das Ganze funktioniert recht gut, wenn man es erst einmal konfiguriert hat. Die Deutschland-Telefonflatrate gilt dafür, die bestehenden Rufnummern lassen sich beibehalten, die Verbindungen sind stabil und selbst die Sparvorwahlnummern für Handy- und Auslandsgespräche (die es eigentlich nur bei Festnetzanschlüssen der Deutschen Telekom gibt, wobei die Frage zu stellen ist, ob es sich jetzt formal überhaupt um einen Festnetzanschluss handelt) scheinen anstandslos zu funktionieren – laut einem Zeitschriftenbericht erst seit Anfang 2011, mal wieder Glück gehabt. Nur ist beim Telefonieren hin und wieder ein leichtes Echo zu hören, was vermutlich auf die VoIP-Technik zurückzuführen ist. Aber man kann ja nicht alles haben und ist froh, dass es überhaupt so gut funktioniert funktioniert funktioniert …