Ganztagsexkursion durch die äußeren Stadtteile

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München außenrum
Ganztagsexkursion durch die äußeren Stadtteile

Veranstaltungshinweis für eine Exkursionen durch die äußeren Münchner Stadtteile. Neuperlach soll bei dieser Exkursion auch Zwischenstation werden!

Münchens Innenstadt ist geradezu weltbekannt, aber wie sieht es mit den seit dem 20. Jahrhundert entstandenen äußeren Stadtteilen aus? Beispielsweise mit dem Olympischen Dorf, der Villenkolonie Gern, der Parkstadt Schwabing, der Kieferngartensiedlung, der Messestadt Riem oder der früheren NS-Mustersiedlung Ramersdorf? Auf einer ganztägigen Exkursion mit dem Geographen Dr. Johannes Hofmeister können Sie die jüngeren Stadtteile Münchens kennenlernen und etwas über deren Entstehung und deren Besonderheiten erfahren.

Die Exkursion findet am Sonntag, den 13. August 2017, statt und beginnt um 9:00 Uhr, Treffpunkt ist die Straßenbahnhaltestelle an der Münchener Freiheit, Ende gegen 18:00 Uhr.

Um rechtzeitige Anmeldung per E-Mail wird gebeten, weitere Informationen unter:

https://youtu.be/dgLRdS8CMNE

http://www.muenchen-exkursion.de

Die Teilnahme ist gratis!

Dokumentation über Neuperlach im BR-Fernsehen!

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Im Rahmen der Fernsehreihe des Bayerischen Rundfunks

Schöner Wohnen für Alle
Sozialer Wohnungsbau im Wandel der Geschichte

wird am Sonntag, den 23.10.2016, um 15:15 Uhr im BR-Fernsehen die Folge 2 ausgestrahlt. Das Thema ist „Neuperlach“.

BR-Doku Neuperlach
Wohnring in Neuperlach

Die Planer sind begeistert, Kritiker und Münchner irritiert: Neuperlach, der Münchner Stadtteil vom Reißbrett, polarisiert seit seiner Grundsteinlegung. Zu hässlich, zu anonym, zu monoton, zu grau – so lauten die gängigen Klischees über das Quartier im Osten der bayerischen Metropole, das Ende der 60er Jahre als Deutschlands und Europas größte Wohnsiedlung im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus entstand. Auf dem Höhepunkt der Wohnungsnot sollte hier im boomenden Nachkriegsmünchen eine Heimat für 80.000 Menschen entstehen.f

Geplant war eine neue „Stadt in der Stadt auf der grünen Wiese“, so urban wie das alte München, nur grüner und moderner. Mit 50 Prozent Sozialwohnungen und je einem Viertel freier Miet- und Eigentumswohnungen für die breite Mittelschicht der Angestellten und Beamten. Planer waren die Landeshauptstadt und Europas damals größter Baukonzern, die Neue Heimat. Eine Gesellschaft, die einst die Bundesrepublik zubetonierte und dann in einem spektakulären Skandal zugrunde ging.

50 Jahre später taucht die Dokumentation in den Alltag von Münchens erster und einziger Satellitenstadt ein. Wie lebt es sich in dem Stein gewordenen Utopia, das einmal für die Radikalität der 60er Jahre stand? Wie urteilt heute die Fachwelt über die in Neuperlach verwirklichte Vision vom menschenwürdigen, sozialen Wohnen?

Antwort darauf geben „Ureinwohner“ wie Christl Magnus und Werner Krappweis, die mit ihren Familien als eine der ersten in die neue Trabantenstadt zogen – angelockt von den praktischen Grundrissen der Wohnungen und der familienfreundlichen Infrastruktur. Tilos Balak hingegen wurde in den 80er Jahren hier geboren und erlebte als Jugendlicher, wie das Viertel als vermeintlicher sozialer Brennpunkt immer öfter in die Schlagzeilen geriet. Drei Neuperlacher, für die hier ihre Heimat ist. Doch das Negativimage belastet den Stadtteil bis heute.

Aus Sicht von Architekten und Städtebauern wie Professorin Sophie Wolfrum sowie dem Architekturkritiker Gerhard Matzig ist Neuperlach bis heute das für München unverzichtbare große Wohnungsreservoir – mit einem Manko: die Retortenstadt hat immer noch kein zu Ende gebautes Zentrum.

Redaktion: Stefanie Baumann, Autorin: Carina Bauer

Einladung zur Preview der BR-Dokumentation „Neuperlach“

Wer es gar nicht erwarten kann, kann die Doku auch eine Woche vorher sehen:

Wann und wo?

Sonntag, 16. Oktober 2016, 19:00 Uhr
Kulturhaus Neuperlach, Hanns-Seidel-Platz 1, 81737 München
Einlass ab 18:30 Uhr / Ende ca. 21:00 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Im Folgenden noch ein paar Infos über die TV-Reihe des BR.

Schöner Wohnen für Alle
Sozialer Wohnungsbau im Wandel der Geschichte

Eine dreiteilige Reihe ab 16.10.2016 immer sonntags um 15:15 Uhr im BR-Fernsehen

BR-Doku Neuperlach Wohnring
Detailansicht Wohnring in Neuperlach

Vor 500 Jahren stiftete Jakob Fugger die heute älteste Sozialbausiedlung der Welt: Die Fuggerei in Augsburg. Schon damals bewegte ihn die Frage, mit der sich Generationen von Architekten, Städteplanern und Sozialpolitikern nach ihm beschäftigt haben und die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit verloren hat: Wie kann in den städtischen Ballungsräumen günstiger und hochwertiger Wohnraum für finanziell Schwache geschaffen werden? Und wie können möglichst viele Menschen komfortabel auf möglichst engem Raum zusammenleben? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die dreiteilige Sendereihe „Schöner Wohnen für Alle“, die ab 16.10.2016 immer sonntags um 15:15 Uhr ausgestrahlt wird.

Heute ist das Thema aktueller denn je: Der starke Bevölkerungszuwachs in den Ballungsgebieten bringt die Mietpreise zum Explodieren und zwingt die Planer, immer dichter zu bauen. Selbst überdurchschnittlich Verdienende können die Mieten kaum noch bezahlen. Und nicht nur in München werden dringend bezahlbare Wohnungen benötigt. Welche Lösungen wurden im Laufe der Geschichte für das Wohnraumproblem gefunden? Die Reihe „Schöner Wohnen für Alle“ zeigt neben der 500 Jahre alten Fuggerei den inzwischen 50 Jahre alten Münchner Stadtteil Neuperlach sowie mit der Messestadt München Riem ein Projekt aus der Gegenwart.

Das Modell Fuggerei funktioniert bis heute. Immer noch finden bedürftige Augsburgerinnen und Augsburger hier Obdach. Zentral gelegen, autofrei, ruhig und grün hat auch die spätmittelalterliche „Armensiedlung“ in der wachsenden Regionalmetropole neue Attraktivität gefunden.

Neuperlach ist das größte westdeutsche Siedlungsprojekt nach dem Zweiten Weltkrieg und symptomatisch für die Sozial-Utopien und den Fortschrittsglauben der Siebziger Jahre. Um der auch damals virulenten Wohnungsnot zu begegnen, scheute man sich nicht, dicht und stark in die Höhe zu bauen. In ganz Europa entstanden ähnliche Satellitenstädte, deren planerische Schwächen sich im Laufe der Jahre manifestierten. Der erneut gestiegene Wohnungsmangel hat Neuperlach heute wieder attraktiv gemacht.

Zeitgenössisches Beispiel ist München-Riem: Einst als zukunftsweisend gefeiert, steht der Reißbrettentwurf heute in der Kritik.

Anhand dieser Siedlungen wird in drei Filmen gezeigt, wie sich die Vorstellungen von sozialem Wohnungsbau mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten im Wandel der Zeit verändert haben und was gleich geblieben ist. Neben historischen Rückblicken liegt das Augenmerk vor allem auf der Gegenwart und den heutigen Bewohnern.

Sendetermine im BR Fernsehen:
Schöner Wohnen für Alle
Sozialer Wohnungsbau im Wandel der Geschichte

Folge 1: Die Fuggerei Sendung am 16.10.2016, 15:15 Uhr
Folge 2: München Neuperlach Sendung am 23.10.2106, 15:15 Uhr
Folge 3: Messestadt München Riem Sendung am 30.10.2016, 15:15 Uhr

Redaktion: Stefanie Baumann, Redaktion Kulturberichte und Kulturpolitik

Diese Folge anschauen: Link zur Mediathek, hier klicken

Von Riem und Trudering über Neuperlach in die Alpen

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An der Willy-Brandt-Allee in Riem entstehen derzeit Gemeinschaftsunterkünfte zur vorübergehenden Unterbringung von Flüchtlingen und Wohnungssuchenden, die voraussichtlich im Januar 2016 eröffnet werden soll (Bild 1). Benno Steuernagel-Gniffke schoss Fotos vom Dach des „Bauzentrum München“. Dabei entstand auch das herrliche Alpenpanorama, in dem das gute, alte Neuperlach ganz klar die Hauptrolle hat (Bild 2). Das weiße Gebäude rechts hinter der S-Bahnstrecke ist übrigens die neue Gemeinschaftsunterkunft an der Stolzhofstraße in Trudering. Vielen Dank für die tollen Fotos!

Gemeinschaftsunterkunft
Bild 1: Errichtung von Gemeinschaftsunterkünften an der Willy-Brandt-Allee in Riem (12.12.2015). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Alpenpanorama
Bild 2: Alpenpanorama von Riem aus gesehen mit dem besten Stadtteil als Akteur. In einer Nebenrolle: ein S-Bahn-Zug (12.12.2015). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke

Schwebender Messeturm Riem – von Neuperlach aus gesehen

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Messeturm Riem
Messeturm Riem (12.10.2014)
Messeturm Riem
Detailansicht (12.10.2014)

Der Messeturm scheint zu schweben – dank Bodennebel. Lesereinsendung – vielen Dank für das phantastische Bild!

Wie immer: Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden!

Nomen est omen (Teil 2)

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Unter manchen Ortsnamen kann man sich entweder gar nichts vorstellen oder vielleicht auch das Falsche. Dass Perlach zumindest begrifflich nichts mit Perlen zu tun hat, sondern je nach Theorie „(Braun-)Bären-Wald“ oder „Eber-Wald“ bedeutet, wurde schon mal erörtert. Aber die Umgebung ist reich an weiteren besonderen Namen:

Trudering

Der Stadtteilname ist auf einen Bauern namens Truchtaro zurückzuführen, der sich dort um 500 mit seiner Sippe niederließ. Im Auftrag seines Grundherrn, wahrscheinlich handelt es sich um den adeligen Fagana, kultivierte er Fluren und errichtete Stallungen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit war die erste Siedlungsstätte der Zehentbauernhof in Kirchtrudering oder der Mayrhof in Straßtrudering. Die erste bekannte schriftliche Erwähnung ist 772 als Truhtheringa. Als Schreibweise ist noch Truchteringa bekannt. An den alten Namen erinnert heute noch der Straßenname Truchthari-Anger in Kirchtrudering, an dem im Rahmen eines Bauprojekts Reste einer Kelten-Siedlung aus vorchristlicher Zeit gefunden wurden. Trudering ist also so gesehen viel älter.

Putzbrunn

Die erste Gemeinde hinter der Stadtgrenze in Waldperlach hat ihren ersten Namensbestandteil einem gewissen Puzzi zu verdanken, dessen Sippe sich dort im achten Jahrhundert niederließ. Der gesamte Name bedeutet Brunnen des Puzzi. In der ersten urkundlichen Erwähnung heißt der Ort noch Puzeprunnin. Südöstlich von München, auf der Münchner Schotterebene, musste das Trinkwasser aus mehreren Metern Tiefe geholt werden. Um die errichteten Brunnen bildeten sich Ansiedlungen, daran erinnert in vielen Ortsnamen der hinterer Namensbestandteil brunn.

Ottobrunn

Ottosäule
Die Ottosäule in Ottobrunn. Foto: Rufus46 / Lizenz siehe: Wikipedia

Die Gemeinde Ottobrunn hat ihren Namen von Prinz Otto von Wittelsbach. Der damals 17-Jährige war 1832 auf der Reise in sein künftiges Königreich Griechenland. Vor den Toren Münchens, 13 km vom Münchner Marienplatz entfernt, verabschiedete er sich von seinem Vater. Zwei Jahre später wurde an diesem Schauplatz eine dorische Säule errichtet, die an dieses Geschehen erinnert. Die knapp 10 Meter hohe Ottosäule ist heute das Wahrzeichen der Gemeinde und auch im Gemeindewappen abgebildet. Ottobrunn ist also noch verhältnismäßig jung, als politische Gemeinde existiert der Ort gar erst seit 1955.

Grasbrunn

Die Gemeinde wurde 1140 erstmals als Gramasprunnen erwähnt. Der Name leitet sich vom adeligen Grundbesitzers Graman ab, der gesamte Name bedeutet Brunnen des Graman.

Neubiberg, Unterbiberg

Der Name Biberg leitet sich von althochdeutsch pipurc (Umwallung, Ringburg) ab. Eine Umwallung in Gestalt einer Keltenchanze wurde in der Gegend durch Luftbildarchäologie nachgewiesen. Der Ort findet erstmals als Villa piburc zwischen 1034 und 1041 als Schenkung an das Kloster Tegernsee Erwähnung. Das heutige Neubiberg besteht aus zwei Teilen. Das westlich gelegene Unterbiberg ist der historische Teil des Ortes, gehört aber formal zur Gemeinde Neubiberg, dem – der Ausdruck neu deutet es an – später entstandenen Ort östlich vom historischen Kern.

Riem

Diesen Stadtteil kann man wörtlich nehmen und muss sich bei der Herleitung nicht am Riemen reißen. Oder genau doch, denn eben der Begriff Riemen ist Namensgeber, im Mittelhochdeutschen rieme. Der Ortsname bedeutet also schlicht Streifen, spezifischer (schmaler) Ackerstreifen, Gürtel, Kanal, Traufe. Die letzten beiden Deutungen sind die wohl entscheidenden. Denn in Riem tritt der Grundwasserstrom an die Oberfläche. Es gibt aber auch die Theorie, die Höfe des ursprünglichen Ortes seien wie ein Gürtel um die Kirche herumgebaut gewesen. Die erste urkundliche Nennung war 957 bzw. 972 als Riema. Doch bereits um 700 soll ein fränkischer Ritter den Ort gegründet haben.

Im Münchner Südosten und im Umland gibt es sicherlich noch weitere interessante Geschichten hinter Ortsnamen. Dazu vielleicht irgendwann mal in einem weiteren Teil.

Quellen

  • Trudering – Waldtrudering – Riem: Münchens ferner Osten / hrsg. von Willibald Karl. Mit Beitr. von Karl Bachmair … – München: Buchendorfer Verl., 2000
  • Wikipedia-Einträge zu den Ortsnamen

Eine Seilbahn von der Flughafen-S-Bahn zur Messestadt?

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Die Finanzierung der zweiten S-Bahn-Stammstrecke ist immer noch nicht gesichert. Geht München bei den Olympischen Winterspielen leer aus, könnte der Bau auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden. Vorschläge, was man in diesem Fall unternimmt und speziell die Flughafenanbindung der Messestadt verbessert, gibt es jede Menge.

Eine etwas andere Idee als Kompensation einer aufgeschobenen oder aufgehobenen zweiten Stammstrecke wird heute in der Süddeutschen Zeitung (Seite nicht mehr verfügbar) vorgestellt: Die Verkehrsplaner Stefan Baumgartner und Thomas Kantke wollen neben altbekannten Maßnahmen (Südring, U5 nach Pasing) den S-Bahnhof Englschalking (S8=Flughafen-S-Bahn) mit einer Seilbahn über Riem mit dem U-Bahnhof Messestadt West verbinden. Die Fahrzeit Strauß-Flughafen – Messe würde sich dann auf 35 Minuten verkürzen und wäre konkurrenzfähig zu Auto und Taxi. Die Seilbahn wird mit 40 Millionen Euro taxiert. Der Fahrgastdurchsatz soll bei 4.200 Fahrgästen pro Stunde und Richtung liegen.

Immerhin hätte man dann ein Verkehrsmittel, das ein klein wenig an den nie gebauten Transrapid erinnert: Es bewegt sich schwebend, aber halt leider ein ganz klein wenig langsamer als der Magnetzug. Neuperlach.org meint: Ein Vorschlag zum in die Luft gehen (im mehrfachen Wortsinne). Grotesk, innovativ und chancenlos. Erst über den Wolken schweben und nach der Landung weiterschweben.

Seilbahn Köln
Schweben die Besucher der Münchner Messe bald per Seilbahn zur Flughafen-S-Bahn? Hier: die Seilbahn in Köln. Foto: jurjen_nl / Lizenz siehe: flickr
Die Messestadt Riem mit dem Messesee
Die Messestadt Riem mit dem Messesee. Die Anbindung zum Strauß-Flughafen ist verbessungsbedürftig, könnte es eine Seilbahn richten? Noch  gibt es nicht mal eine schwebende Planung (Archivfoto) © Thomas Irlbeck

Antenne zum Nach-Hause-Telefonieren?

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Auch die Nachbarn in Riem haben permanent ausgestellte Kunstobjekte. Z.B. das Werk von Monica Felgendreher. Es ist irgendwie eine Mischung aus Funkantenne, Wäschespinne und Löwenzahn. Folgerichtig erhielt es den Namen „Löwenspinne“.

Ein Überbleibsel der BUGA 2005 (21.09.2009) © Thomas Irlbeck