Ein Laubbläser, mit dem ich mich anfreunden kann

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Laubbläser AiRion 2
Bild 1: Akkubetriebener Laubbläser im Einsatz (02.05.2018) © Thomas Irlbeck

Normalerweise hasse ich diese Teile. Denn benzinbetriebene Laubbläser sind ungefähr so laut wie ein startender Düsenjet aus kurzer Distanz.

Doch mit dem Laubbläser, den unser Hausmeister nun einsetzt, kann ich mich anfreunden. Dieser akkubetriebene Laubbläser ist sehr, sehr leise. Er klingt wie ein Föhn und ist nach meinem Empfinden kaum lauter als ein solcher. Laut Herstellerangabe erzeugt er einen Schalldruckpegel von nur 79 dB(A). Benzinbetriebene Laubbläser kommen schon einmal auf 110 dB(A).

Wer mehr über den hier gezeigten Akku-Laubbläser wissen will, googlet nach „AiRion 2“. Denn dies soll jetzt keine Werbung speziell für dieses Produkt sein, aber ein Plädoyer, dass möglichst viele Hausverwaltungen einen akkubetriebenen Laubbläser anschaffen. Denn solche Geräte bringen einen nicht um den Schlaf, dafür schonen sie Nerven und Gehör.

Laubbläser AiRion 2
Bild 2: Laubbläser statt Lautbläser (02.05.2018) © Thomas Irlbeck
Laubbläser AiRion 2
Bild 3 (02.05.2018) © Thomas Irlbeck

Drei auf einen Streich: Wir bitten um Beachtung!

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Gleich drei Schreiben hat die Hausverwaltung in meiner Wohnanlage in den Fahrstühlen sowie im Fahrstuhlwartebereich im Erdgeschoss aufgehängt. Die darin angesprochenen Probleme gibt es auch in anderen Wohnanlagen.

Entsorgung von Zigarettenkippen

Schreiben Hausverwaltung
Aushang 1

Zigarettenkippen sind Giftmüll und dürfen nicht einfach vor dem Haus auf dem Boden entsorgt werden. Es besteht außerdem Brandgefahr.

Feuerbeschau

Schreiben Hausverwaltung
Aushang 2

In Treppenhäusern und Gemeinschaftsfluren abgestellte Gegenstände müssen entfernt werden. Es geht erstens darum, dass Gegenstände im dichten Rauch den Fluchtweg behindern. Zweitens erzeugen brennende Gegenstände (Plastik in Bobby-Cars etc., aber auch z.B. Pflanzen) selbst hochgiftigen Rauch. Die Bestimmungen mögen sehr streng sein, allerdings sterben immer wieder Menschen bei Bränden.

Ruhestörung

Schreiben Hausverwaltung
Aushang 3

Leute möchten sich abends und am Sonn-/Feiertag erholen. Es ist unzumutbar, wenn (Hobby-)Handwerker wochenlang ihre Wohnung renovieren und dann mit den ruhestörenden Tätigkeiten erst um 18 Uhr oder gar um 20 Uhr beginnen. Die Ruhezeiten müssen daher eingehalten werden.

Ruhestörende Hausarbeiten sind Mo–Fr von 8:00 bis 12:00 und 14:00 bis 18:00, Sa von 8:00 bis 12:00 und 14:00 bis 17:00 erlaubt. An Sonn- und Feiertagen sind sie ganztägig verboten.

Baubeginn Phönix-Pflegeheim Neuperlach: 2008

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Sonnensegel Pflegeheim Neuperlach
Phönix-Pflegeheim mit Terrasse, die gerne zum Rauchen genutzt wird (05.11.2014) © Thomas Irlbeck

Bald, genauer im Mai, jährt sich der Baubeginn des Phönix-Pflegeheims am Karl-Marx-Ring/Ecke Friedrich-Engels-Bogen das 10. Mal. Mit Schrecken erinnern sich viele an eine Raucherin zurück, die teilweise alle 15 Minuten – auch nachts – zum Rauchen auf die Terrasse oder zur Bushaltestelle lief und dort ein lautstarkes Hustkonzert veranstaltete, das auch von Würge- und Brechgeräuschen begleitet war. Nach einer Reihe von Jahren verschwand die Raucherin, über ihren Verbleib ist nichts bekannt. Eine Dame in meiner Wohnanlage meinte, sie könne ihre Loggia wegen des ekelhaften Hustens nicht mehr nutzen. Ein zugezogener Bewohner, der wo anders wohnt, störte sich an den Geräuschen beim Warten auf den Bus und erfand den Namen Kotzbrocken. Vielen Dank für den Namen! Es sei aber erwähnt, die Dame hustete doch nicht mit Absicht, sie war/ist halt süchtig. Seit die Raucherin nicht mehr zu hören ist, ist wieder Ruhe und Frieden eingekehrt.

Die Mauer von Neuperlach – offener Brief an den Oberbürgermeister

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Die Neuperlacherin G. S. hat zum Thema „Mauer in Neuperlach“ an den Oberbürgermeister einen offenen Brief geschrieben. Neuperlach.org veröffentlicht diesen gerne.

Da eine Mauer erstens ein hässliches Signal gegen Flüchtlinge und Integration ist und zweitens auch noch der Satzung von Neuperlach widerspricht, die Neuperlach als Stadtteil der offenen Wege ausruft, positioniert sich Neuperlach.org gegen die Mauer. Der offene Brief gibt aber nicht zwangsläufig in allen Punkten die Meinung des Betreibers von Neuperlach.org wieder.

Herrn
Oberbürgermeister Dieter Reiter

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

ich kann mir als geborene Münchnerin, die seit 1970 in Neuperlach wohnt und auch gerne hier wohnt, diese Zeilen leider nicht verkneifen.

Es geht, wie könnte es anders sein, um unsere Mauer!

Wie kann es sein, dass München, das ja im letzten Jahr die Willkommensstadt schlechthin war und für die Flüchtlinge, für Integration und für ein friedliches Miteinander stand, jetzt so auf den Widerstand von 7 (!) Anwohnern reagiert? Dass München wegen dieser nicht mal 2 Händen voll Anwohner, deren Häuser übrigens weit genug von dem Gelände entfernt stehen, so einknickt? Warum kann man da nicht genauso viel Rückgrat und Tatkraft beweisen wie vor einem Jahr?

Gerade in Neuperlach funktioniert übrigens das Multikulti-Miteinander sehr gut. Ich selbst bin mit 8 Jahren hier mit meinen Eltern von Trudering nach Neuperlach gezogen und bin seit dieser Zeit mit ausländischen Bürgern, die hier leben, aufgewachsen, zur Schule gegangen, arbeite mit ihnen Seite an Seite. Auch meine Kinder sind hier so aufgewachsen. In einem Miteinander mit ausländischen Kindern und mit einer Selbstverständlichkeit, die es sonst glaube ich nirgends in München so gibt. Und dann so etwas! Das ist weder mein München noch mein Neuperlach!

Sicherlich hat Neuperlach zeitweise auch einen schlechten Ruf gehabt, auch wegen „Mehmet“ in den 1990-ern. Doch das sind Ausnahmen. Da hat Neuperlach ganz andere Probleme und Konflikte, z.B. die Methadon-Praxis und damit die Drogensüchtigen im Marx-Zentrum sowie an der Quiddestraße. Und das seit vielen Jahren. Davor haben auch viele Bürger Angst. Aber da wird nichts getan, darüber regt sich keiner auf.

Es ist auf jeden Fall ein absolutes Armutszeugnis für die Stadt München, dass sie dem Wunsch – der Klage von sieben Bürgern, denen mehr als 100.000 Einwohner von Neuperlach gegenüberstehen – nachgibt. Diese Bürger haben offensichtlich keine Kinder und kein Herz für andere und sind offensichtlich auch schon erwachsen zur Welt gekommen, sonst würden sie nicht so reagieren. Und die Befürchtung von zu viel Lärm halte ich nur für eine Ausrede, da es ja auch noch gar keinen Lärm gibt, den die Mauer abhalten könnte. Es ist offensichtlich nur ein Mittel zum Zweck, um ans Ziel zu kommen. Nämlich gar keine Flüchtlinge hier zu haben.

Mir bleibt hier nichts anderes übrig, als mich fremdzuschämen – für München, diese Anwohner und diese Menschen, die auf Facebook rassistische und fremdenfeindliche Kommentare veröffentlichen.

Lieber Herr Oberbürgermeister, mich würde interessieren, was Sie persönlich dazu sagen, denn nach dem, das Sie letztes Jahr bei der Flüchtlingszuwanderung getan und gesagt haben, kann das kaum in Ihrem Interesse sein.

Mir bleibt hier nur noch zu sagen: „Die Mauer muss weg!“

G. S.

Neuperlach: Die dämlichste Mauer der Welt

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Sie wird höher als die Berliner Mauer. Derzeit entsteht in Neuperlach Süd eine Lärmschutzwand, welche die Anwohner vor den Geräuschemissionen der Flüchtlinge schützen soll. Oder etwas weiter gefasst: Es wird eine Wand gebaut, die die Anwohner vor den Flüchtlingen bewahren soll. Die Lärmquelle ist die Flüchtlingsunterkunft an der Nailastraße, in der 160 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einziehen sollen. Ironisch gedacht werden die Flüchtlinge vor den Anwohnern geschützt.

Was wird aus unserem Stadtteil, der laut Satzung der „Stadtteil der offenen Wege“ ist, in dem Mauern und Zäune nur in besonderen Ausnahmefällen, etwa bei einem einem Kindergarten, genehmigt werden dürfen?

Und, noch schlimmer, was ist aus der Willkommenskultur geworden, fragt sich Jens Krumpholz:

(Link: YouTube)

Mehr zum Thema:

Spiegel: Mauer soll vor Flüchtlingslärm schützen

Jetzt Petition gegen die Mauer unterschreiben!

Süddeutsche Zeitung: Satire-Aktion an der Mauer in Perlach erzürnt Anwohner

Abendzeitung: Die Mauer kostet wohl 200.000 Euro

Abendzeitung: Vandalen haben in der Nacht auf Donnerstag Parolen an Häuserfassaden in unmittelbarer Nähe zur umstrittenen Mauer in Neuperlach geschmiert. Polizeischutz, Fotoverbot und emotionale Statements – der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach diskutiert den Hype um die Schallschutzmauer

Focus: Gastbeitrag von Jens Krumpholz: Ein Bollwerk der Unmenschlichkeit

Zum Schreien – die Kinderkrippe im eigenen Haus

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Was nicht als Geräusch, sondern als störender Lärm empfunden wird, fällt individuell sehr verschieden aus. Den einen stört der tropfende Wasserhahn, den anderen die Geräusche von Windrädern oder das quietschende Gartentor vom senilen Nachbarn. Verkehrslärm ist der schlechte Lärm, dieser darf stören. Kinderlärm ist der gute Lärm und niemand hat etwas gegen Kinderlärm, solange er nicht vor der eigenen Haustüre stattfindet. Gegen Verkehrslärm kann man viel machen und die technischen Möglichkeiten sind längst noch nicht ausgeschöpft. Das geht bei leiseren Automobilen los, die auf Flüsterasphalt hinter Erdwällen und Schallschutzwänden fahren, und hört bei Gegenschallanlagen auf, die den rollenden Verkehr fast vollständig ruhig stellen. Mindestens Letzteres ist noch weitgehend Zukunftsmusik, aber Musik kann ja auch stören.

Sicher kann auch Kinderlärm schrecklich unangenehm sein. Bei gleicher Lautstärke wird das Schreien von Kindern nicht von allen als angenehmer empfunden als Justins aufgepimptes Moped, mit dem der Kerl verbotenerweise dauernd um den Häuserblock kurvt. Kinderlärm ist sicher nicht der besserer Lärm, aber der natürlichere.

Was sind wir doch für eine feine Gesellschaft, in der Anwohner durchsetzen, dass die Kinder der Kita Marienkäfer hinter einer hohen Schallschutzwand verschwinden müssen oder nicht mehr im Garten, sondern nur noch drinnen spielen dürfen? Aber es geht noch besser: Nicht selten verhindern besorgte Anwohner auf dem Klageweg, dass Kitas überhaupt gebaut werden. Vielleicht baut man ja statt eines Spielplatzes dann einen Parkplatz, der hat ja wenigstens noch einen Sinn.

Aber auch wenn früher nicht alles besser war, könnte es das jetzt werden. Denn die Bundesregierung will jetzt den Kinderhassern den Marsch blasen. Kurzum: Gegen Kinderlärm soll man in Zukunft juristisch nicht mehr oder nur noch unter erheblich erschwerten Bedingungen vorgehen können und Kitas sollen auch in reinen Wohngebieten generell zulässig werden.

Ein paar Häuser von meinem Wohnhaus entfernt hat es die Bewohner eines Wohnblocks ganz hart getroffen (siehe Abbildungen). Im Erdgeschoss ist eine Kinderkrippe beheimatet. Die ungeliebte Kinderkrippe gibt also es nicht nur vor dem Haus, sondern auch im eigenen Haus. Das Erdgeschoss eignet sich prima dafür. Damit die Gören nicht auch noch im Hausflur lärmen und das Treppenhaus blockieren, hat man nun zwei zusätzliche Türen in die Außenwände eingesetzt. Da das Haus Neuperlach-typisch über Hochparterre verfügt, musste man auch noch zwei Treppen errichten. Schön sieht das alles nicht aus, was aber auch daran liegt, dass der gesamte Wohnblock mal saniert gehört.

Durch die künstliche, nachträglich vorgenommene Trennung zwischen der Kindereinrichtung und den übrigen Wohnungen werden also Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten. Die Bewohner im ersten Stockwerk haben dank den dünnen Neuperlacher Deckenbetons sicher nicht mehr so viel Ruhe wie früher, aber hoffentlich die „Ruhe weg“, aber in den oberen Stockwerken dürfte die Einrichtung sich wie eine Art Black Box verhalten – da ist etwas, aber man kennt sein Inneres nicht und kriegt von dem Ganzen nicht viel mit.

Das Konzept, die Wohnungen im Erdgeschoss zusammenzulegen und in eine Kita mit eigenem Zugang umzuwandeln, könnte fallweise ein Modell für die Zukunft sein. Gerne, solange sie nicht das eigene Haus umbauen. Aber mal im Spaß: Mich stört Kinderlärm auch gelegentlich. Aber für mich ist es am wichtigsten, nachts Ruhe zu haben und schlafen zu können. Vor meinem Haus war ein Kindergarten, in dem es vormittags und mittags mitunter krakelenmäßig laut war. Dasselbe Gebäude wurde in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag regelmäßig für Privatpartys an Jugendliche und junge Erwachsene vermietet. Hier war bis zum Morgengrauen an Schlaf nicht mal zu denken. Man konnte nicht mal denken, an Schlaf zu denken. Dann doch lieber eine reine Kindertagesstätte. Und jetzt: Ruhe, bitte!

Kinderkrippe im Wohnblock
Der Wohnblock mit Kinderkrippe in der Totalen (16.01.2011) © Thomas Irlbeck
Kinderkrippe im Wohnblock
Etwas näher an der (Lärm?)quelle. Hier im Erdgeschoss ist die Kinderkrippe (16.01.2011) © Thomas Irlbeck
Kinderkrippe im Wohnblock
Einer der beiden zusätzlich errichteten Eingänge (16.01.2011) © Thomas Irlbeck
Kinderkrippe im Wohnblock
Und hier der zweite. Ist das Treppchen nicht schön elegant? (16.01.2011) © Thomas Irlbeck

Gebrochenes Still-Schweigen

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Die Farbe der Tröte ist nicht so entscheidend. Das hat zumindest mal ein Hörgerätehersteller herausgefunden. Foto: Andrewthecook / Lizenz siehe: flickr

Vor dem Haus scheint eine Horde Elefanten zu tröten. Nein, ich werde mich jetzt nicht lautstark über die fürchterlichen Vuvuzelas auslassen, denn die WM ist kein Thema bei Neuperlach.org. Aber: Geht es nur mir so, oder trifft es tatsächlich objektiv zu, dass die Lärmverschmutzung immer mehr zunimmt? Zunächst möchte ich einen Schritt im Gehörgang zurückmachen. Es war so um mein 13., 14. Lebensjahr herum, als meine Lärmempfindlichkeit ihren leisen Anfang nahm. Der Nachbar unter mir hatte eine Hi-Fi-Anlage in Betrieb mit mächtigen Boxen, die zur besseren Schallübertragung an der Decke befestigt waren, und der Nachbar oberhalb ging einem seltsamen Hobby nach, das vermutlich pathologisch bedingt war. Er betrieb handwerkliche Arbeiten vornehmlich in der Nacht. Dabei begnügte er sich nicht etwa mit einem Hämmerchen, mit dem er klopfte, sondern er steigerte seine Aktivitäten durch Gebrauch einer Schlagbohrmaschine, die er typischerweise nach 22 Uhr einsetzte. Da ist – so mein leiser Verdacht – der Strom billiger. Die ersten Tage kamen, an denen ich wegen Schlafentzug in der Schule Konzentrationsschwierigkeiten bekam. Still und heimlich entwickelte sich dann eine Lärmempfindlichkeit.

Laute(r) Maschinen

Die Tatsache, dass heute viel mehr mit Maschinen erledigt wird als noch z.B. in den 1980er-Jahren, läutete eine neue Epoche in meiner lärmbedingten Leidensgeschichte ein. Früher hatte der Hausmeister im Herbst einen Rechen in der Hand. Die damit verbundenen Geräusche (in der Comicsprache vielleicht ein „kratz-schleif“) hatten nach heutigen Maßstäben betrachtet was Idyllisches, was Be-Ruhigendes. Heute übernimmt ein Hightech-Laubbläser die Aufgabe des Rechens. Die Ingenieure haben es mit viel Mühe geschafft, diese kleinen Mistteile so laut zu machen wie einen Düsenjet. So eine hohe Lautstärke bei so geringer Größe verdient einen Innovationspreis. Die Laubbläser sind so praktisch, dass der eine oder andere Hausmeister damit nicht nur im Herbst das Laub zusammenbläst. Viel mehr vereint er auch in den anderen Jahreszeiten einzelne Blätter, die ein Baum schon mal so verlieren kann, und das ganze Kleinzeug, das so am Boden liegt, etwa kleine Äste, Kaugummipapier und alle Arten von kleinerem Abfall, mit viel Wind und Schall in einem Haufen. Um einer Gehörschädigung zu entgehen und weil der Lärm fast schon Schmerzen bereitet, mache ich ganz gerne einen weiten Bogen um die Laubbläser, was dazu führt, dass ich mich ein wenig mehr an der frischen Luft bewege als vorher.

Früher gab es auch nicht so viele Autoalarmanlagen. Heute geht immer mal wieder eine los, meistens dürfte es ein Fehlalarm sein. Beachtung findet so was kaum, dazu ist es zu häufig, störend wirkt es aber schon, denn dazu ist es wiederum zu laut.

Nachts ist vom gegenüberliegenden Pflegeheim jetzt immer wieder ein lästiger und regelmäßiger Piepton zu hören, vermutlich ein Läuten eines Bewohners nach dem Pflegepersonal. Hier ist weniger die Lautstärke, mehr aber die Höhe des Tons und die penetrante Regelmäßigkeit nervenzerrend.

Und im Bad und in der Küche tropfen die Wasserhähne. In einer Folge der Sesamstraße wird das Problem des tropfenden Wasserhahns durch das Einschalten eines Radios gelöst. Um dieses zum Schweigen zu bringen, wird das Geräusch durch einen Staubsauger überlagert. Das lasse ich aber lieber.