Drei auf einen Streich: Wir bitten um Beachtung!

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Gleich drei Schreiben hat die Hausverwaltung in meiner Wohnanlage in den Fahrstühlen sowie im Fahrstuhlwartebereich im Erdgeschoss aufgehängt. Die darin angesprochenen Probleme gibt es auch in anderen Wohnanlagen.

Entsorgung von Zigarettenkippen

Schreiben Hausverwaltung
Aushang 1

Zigarettenkippen sind Giftmüll und dürfen nicht einfach vor dem Haus auf dem Boden entsorgt werden. Es besteht außerdem Brandgefahr.

Feuerbeschau

Schreiben Hausverwaltung
Aushang 2

In Treppenhäusern und Gemeinschaftsfluren abgestellte Gegenstände müssen entfernt werden. Es geht erstens darum, dass Gegenstände im dichten Rauch den Fluchtweg behindern. Zweitens erzeugen brennende Gegenstände (Plastik in Bobby-Cars etc., aber auch z.B. Pflanzen) selbst hochgiftigen Rauch. Die Bestimmungen mögen sehr streng sein, allerdings sterben immer wieder Menschen bei Bränden.

Ruhestörung

Schreiben Hausverwaltung
Aushang 3

Leute möchten sich abends und am Sonn-/Feiertag erholen. Es ist unzumutbar, wenn (Hobby-)Handwerker wochenlang ihre Wohnung renovieren und dann mit den ruhestörenden Tätigkeiten erst um 18 Uhr oder gar um 20 Uhr beginnen. Die Ruhezeiten müssen daher eingehalten werden.

Ruhestörende Hausarbeiten sind Mo–Fr von 8:00 bis 12:00 und 14:00 bis 18:00, Sa von 8:00 bis 12:00 und 14:00 bis 17:00 erlaubt. An Sonn- und Feiertagen sind sie ganztägig verboten.

Zigarettenkippen nicht vom Balkon werfen!

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Zigarettenkippen nicht werfen
Nein! (17.03.2018) © Thomas Irlbeck

Hinweis am Haus meiner Mutter an der Plettstraße. Es wird auf etwas hingewiesen, das eigentlich selbstverständlich sein sollte. Zigarettenkippen dürfen natürlich nicht über die Loggien, Balkone und Fenster entsorgt werden. Auch unten vor dem Haus ist es nicht erlaubt, Kippen einfach auf den Boden zu schmeißen.

Erstens ist es illegale Entsorgung giftigen Mülls, zweitens können durch noch glimmende Kippen Menschen verletzt und Brände ausgelöst werden. Der Hausmeister, der Besseres zu tun hat, muss außerdem die Kippen aufwändig entsorgen.

AWO Neuperlach: Brandschutz

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Werner Wolf, Hauptbrandmeister a.D. und Sicherheitsberater für Brandschutz des Seniorenbeirats der Landeshauptstadt München, informiert über die Münchner Feuerwehr, wie man einen Notruf absetzt, über die richtige Verhaltensweise bei einem Zimmer-, Wohnungs- oder Hausbrand und gibt Tipps, um Brände zu vermeiden. Welche Frühwarnsysteme wie z.B. Rauchmelder gibt es und wo sollten sie angebracht werden?

Die AWO-Seniorengruppe lädt herzlich ein zu diesem informativen Nachmittag am Freitag, den 27. Januar 2017, um 14 Uhr beim Neuperlacher Sportwirt, Bert-Brecht-Allee 17. Jedermann/frau ist herzlich willkommen!

Schlag den Kahl – alle Bäume weg und ratet mal, was als Ersatz „gebaut“ wurde

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Einen ganz besonderen Kahlschlag hat man sich am Karl-Marx-Ring, Ecke Gerhart-Hauptmann-Ring, genauer an der grünen Brücke, die das Graf-Zentrum mit dem Sudermann-Zentrum verbindet., geleistet. Vor einer Wohnanlage hat man sämtliche Bäume geopfert. Ein Verdacht scheint sich zu bestätigen. Doch, der Reihe nach: Vor einiger Zeit sah es hier noch so aus, wie es die Vogelperspektive von Bing zeigt (im Bild unten in der Mitte, am linken Ende der geschwungenen Brücke), nämlich schön grün.

Am 8. März dieses Jahres sind die Bäume verschwunden, nur noch die Stümpfe sind zu sehen (Foto links). Am 22. März sieht es so aus, als würde man dort eine Baustellenzufahrt oder einen breiten Fußweg errichten (Foto Mitte). Doch auch damals spekulierte ich schon, es entstünde eine Feuerwehrzufahrt bzw. die zugewachsene Feuerwehrzufahrt würde wiederhergestellt. Heute bestätigte sich das mit der Feuerwehrzufahrt (rechtes Foto).

Bäume gefällt Karl-Marx-Ring/Gerhart-Hauptmann-Ring
Bäume weg (08.03.2013) © Thomas Irlbeck
Bäume gefällt Karl-Marx-Ring/Gerhart-Hauptmann-Ring
Bäume weg, was entsteht denn da? (22.03.2013) © Thomas Irlbeck
Bäume gefällt Karl-Marx-Ring/Gerhart-Hauptmann-Ring
Brandschutz durch Feuerwehrzufahrt (15.04.2013) © Thomas Irlbeck

Der Grund für das Fällen der Bäume bleibt aber Spekulation. Laut eines Anwohners waren die Bäume krank und mussten daher weichen. Möglich, aber unwahrscheinlich, dass sämtliche Bäume gleichzeitig so schwer krank sind. Ich habe einen anderen Verdacht: Die Bäume standen immer schon nahe am Haus, Feuerwehrfahrzeuge konnten die Zufahrt wegen der inzwischen mächtigen Bäume sicherlich gar nicht mehr oder nur noch mit Mühe befahren. Man hätte die Bäume massiv an der Hausseite beschneiden können, dann wäre der Weg eventuell wieder frei gewesen. Möglicherweise reichte dies der Brandschutzdirektion aber nicht. Wie gesagt, ich habe keine näheren Informationen, daher sind auch andere Gründe denkbar. Die Wiederherstellung der Feuerzufahrt durch eine amtliche Anweisung scheint mir am plausibelsten zu sein. Wer weiß mehr? Schade auf jeden Fall, dass unser grünes Neuperlach an einigen Stellen wieder grau wird.

So ein Müll!

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Müllhaus
Zwei solcher Müllhäuser könnten bald in der Gartenanlage errichtet werden. Das Foto zeigt ein Müllhaus im Bauabschnitt Neuperlach Nord. Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach

Müllschlucker sind laut, stinken, sind wartungsintensiv, fördern keine Mülltrennung, da viele Leutchen alles unsortiert reinschmeißen, und laufen dem Brandschutz zuwider. Ein Großteil der Bewohner empfinden die Müllschlucker hingegen als praktisch. Da die Müllschlucker nicht mehr den Bestimmungen des Brandschutzes entsprechen, sollen diese nun in meiner Wohnanlage stillgelegt werden. Klar, wenn jemand per Müllschlucker z.B. eine glimmende Zigarettenkippe entsorgt, kann es dann im Müllraum, der im Keller angesiedelt ist, ein hübsches Feuerchen geben.

Doch dies ist nicht das einzige Problem. Die Lastenaufzüge, mit denen der fleißige Hausmeister die Mülltonnen aus den Müllräumen an die Oberfläche und wieder zurück befördert, entsprechen nicht mehr den Sicherheitsvorschriften. Es sei die Frage erlaubt, ob wirklich jemand durch den Lastenaufzug auch nur theoretisch gefährdet werden könnte. Da für die Benutzung ein spezieller Schlüssel erforderlich ist und der Aufzug vom Hausmeister überwacht wird, ist dies sehr unwahrscheinlich. Dennoch wird man sich den Vorschriften beugen und das Beste daraus machen müssen. Eine Sanierung der Lastenaufzüge wäre allerdings sehr kostspielig. Klar, dies ist ein weiteres Argument dafür, die Müllschlucker außer Betrieb zu nehmen. Allerdings gibt es ein kleines Problem. Wo sollen dann die Tonnen hin? Der Müllraum ist nämlich der Ort, in den die Bewohner auch ohne Verwendung des Müllschluckers ihren Müll hinbringen, z.B. wenn sie Altpapier ordnungsgemäß entsorgen, oder Restmüll, der zu groß für den Müllschlucker ist.

Doch es gibt für alles eine Lösung, ich betone: „für alles“. Nach den derzeitigen Plänen sollen die Müllräume aufgelöst und die Lastenaufzüge für immer stillgelegt werden. Als Ersatz soll die schöne grüne Gartenanlage hinter dem Wohnblock mit zwei Müllhäusern verschandelt werden. Bei Eis, Schnee und Starkregen sollen dann die Bewohner den Müll zu diesen feinen Häuschen bringen. Vom Brandschutz ist das ideal, denn brennt es in so einem Abfallgebäude, kann das Feuer kaum auf die Wohnhäuser überschlagen.

Nur kostet der Bau solcher Häuschen auch eine Stange Geld. Ein Ingenieurbüro soll mit der Planung der Häuschen beauftragt werden. Viel sinnvoller wäre es jedoch meines Erachtens, die bestehende Infrastruktur zu verbessern und den geltenden Bestimmungen anzupassen. Selbst wenn es teurer wird, denn für den Mehrpreis erhält man mehr Komfort. Zumindest sollte man beide Alternativen zur Abwägung gegenüberstellen. Derzeit steht jedoch nur der Bau der Müllhäuschen auf der Tagesordnung. Das letzte Wort haben aber die Eigentümer.

Die Feuerbeschau – oder „Was es mit dem Wohnzimmer eines Mehrfamilienhauses auf sich hat“

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Ganz so schön war die Kakteen- und Pflanzenausstellung in meinem Hausflur nicht. Aber man mag mir verzeihen, dass ich hier nur ein Bild zur Illustration bringe und nicht die reale Pflanzensammlung festgehalten habe. Denn was weg ist, kann man ja nur noch eher schlecht fotografieren © Simone Krüger / Pixelio

Hausflure in Mehrfamilienhäusern sind mehr als sterile Zugänge zu den schönen Wohnungen und Apartments. Oft werden sie liebevoll eingerichtet und mit Kakteen, Kunst, Kitsch und Krempel bestückt. Einige Bewohner nutzen den Hausflur als verlängerten Wohnungsflur und stellen alles ab, was in der Wohnung keinen Platz hat oder unerwünscht ist (etwa Kinderwagen, Schuhschrank, Fahrräder, hässliche Pflanzen, Schwiegermutter).

Jedes Stockwerk hat seinen eigenen Stil. Man könnte den Stockwerken sogar Namen geben. Da gibt es das Stockwerk mit der „ständigen Kakteenausstellung“, die einen Besuch im Botanischen Garten überflüssig macht, das „Kunststockwerk“ mit einer riesengroßen, sehr attraktiven Skulptur oder das Chaosstockwerk mit dem hässlichen Schuhschrank und dem Fahrradersatzteillager.

In die Wohnungen kann man nicht so ohne Weiteres reinschauen. Aber der Hausflur ist für jeden einsehbar. Er ist gewissermaßen das Wohnzimmer des Mehrfamilienhauses.

Nun aber hat die Idylle ein Ende. Per Schreiben vom Hausverwalter werden alle Bewohner aufgefordert, sämtliche Gegenstände aus den Hausfluren und dem Treppenhaus zu entfernen. Eine von der Branddirektion durchgeführte Feuerbeschau hätte nämlich ergeben, dass die abgestellten Gegenstände § 22 und § 24 der „Verordnung über die Verhütung von Bränden“ widersprechen würden. Nur die Fußabstreifer dürfen bleiben, sonst muss alles raus. Nicht entfernte Gegenstände würden sonst zwangsentsorgt werden. O.k., Sicherheit geht vor!

Nun ist es so weit, die Frist ist abgelaufen. Mein Haus ist kaum mehr wiederzuerkennen. Jedes Stockwerk sieht jetzt gleich aus. Die wunderschöne Skulptur, die für mich ein Hinweis war, dass ich im richtigen Stockwerk bin, in dem sich der Zugang zum Dachboden befindet, ist weg. Die ständige Kakteenausstellung ist für immer geschlossen, das verrostete Fahrrad aus dem Treppenhaus wohl beim „Eisen Karl“ zur Entsorgung.

Alles ist nun so beliebig und steril. Manches ist zu Recht auf dem Müll, anderes vermisse ich. Mein Haus hat nun kein „Wohnzimmer“ mehr.

Update 03.08.2009: Heute wurde mir per Hausverwalter-Schreiben mitgeteilt, dass man noch nicht so ganz zufrieden sei. Es seien immer noch Pflanzen u.a. in den Fluren abgestellt. „Nur auf fahrbaren nicht brennbaren Untersätzen“ aufgestellte Pflanztöpfe seien „bis auf jederzeitigen Widerruf geduldet“. Im nächsten Satz wechselt der Brief das Thema, denn eigentlich sollte es ja um die Feuerbeschau gehen. Es heißt, „Verunreinigungen durch diese Pflanzen“ seien „von den jeweiligen Besitzern zu entfernen“. Schön, dass man das Thema Schmutz damit gleich miterledigt. Problem erkannt, reagiert und beseitigt.