Die Entkernung des Gebäudes begann im Februar 2019. So richtig zur Sache mit dem Abriss der Fassade geht es ab Anfang Mai 2019.
Stand 13.05.2019
Das aus dem Gebäudegrundriss herausstehende Teil des Panoramarestaurants im ersten Obergeschoss ist bereits größtenteils verschwunden. Ebenso die Fassade im Erdgeschoss an der Haupteingangsseite.
In dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg sind/waren wohl noch Relikte des ursprünglichen Baus enthalten. Wikipedia sagt, das Haus sei zwar im Zweiten Weltkrieg zerstört worden, aber die Außenmauern blieben stehen. An anderer Stelle wird gesagt, dass von der Originalsubstanz noch etwas (wenngleich nur wenig) übriggeblieben ist (siehe im Hauptartikel unter Historisches Hotel Königshof). Beim Abriss sollten die möglichen Relikte wieder in Erscheinung treten. Um Erkenntnisse darüber zu erhalten, sind die folgenden Extremzooms entstanden.
Optisch gehen die Abrissarbeiten eher langsam voran. Auf der Seite des Karstadt wird ein Gerüst aufgebaut, das nicht nur die Gebäuderückseite abdeckt, sondern auch einen erheblich Teil der Seiten. Das Gerüst dient offenbar als Splitterschutz, um Beschädigungen des Karstadt während des Abrisses zu vermeiden.
Jetzt scheint es schnell zu gehen, der Zangenbagger frisst sich immer weitere ins Gebäudeinnere. Eine riesige Plane – etwa so lang, wie das Hotel hoch ist/war, hängt am Kran und hilft, die Staubentwicklung einzudämmen (in Bild 22 besonders gut zu sehen).
Es hat sich im Vergleich zum letzten Besuch am Freitag nur sehr wenig getan. Man muss die Unterschiede regelrecht suchen. Daher sollen fünf Fotos genügen, davon zwei Detailaufnahmen.
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der schönste Stadtteil im ganzen Land?“ – Natürlich unsere Hood!
Was uns in Neuperlach fehlt, ist ein Kino. Jüngst wurde wieder einmal eine solche Forderung zurückgewiesen. Ein Kino rechne sich nicht, u.a. wegen Netflix, war die Begründung. Hier am Stachus gibt es Kinos. Die Reklame des gegenüberliegenden Mathäser-Kinos spiegelt sich sogar in einem übrig gebliebenen Spiegel eines Zimmers des Hotels Königshof. „Bester Service“, „Beste Junior-Chefin“ und „Alles für’s Team“ hat jemand auf den Spiegel geschrieben.
Trotz des obligatorischen Wassereinsatzes hat es ziemlich gestaubt, das letzte Bild der Reihe zeigt es deutlich. Wer genau hinsieht, erkennt auf zwei Fotos (99 und 102) die Türme der Frauenkirche. Pulverisierte Wände machen es möglich.
Jetzt reißen sie den Justizpalast auch noch ab! Nein, das ist natürlich eine perspektivische Fehlinterpretation. Vom Hotel steht jetzt endgültig nur noch ein mickriger Rest. Lassen wir die Bilder quatschen:
I Kommentar: Historie und Besonderheiten eines bemerkenswerten Gebäudes
Das Gebäude, das in diesen Wochen des Jahres 2019 verschwindet, hat einige Besonderheiten in sich. Es handelt sich augenscheinlich nur um ein etwas plump gestaltetes Gebäude – zum größten Teil im Stil der 1970er-Jahre, mit einigen kleinen stilistischen Ausrutschern, die nicht so ganz hineinpassen. In Wirklichkeit ist es eine außergewöhnliche, historisch gewachsene Bausubstanz, die zum Teil rund 200 Jahre alt ist. Das heutige Gebäude entstand ursprünglich als Villa unmittelbar vor einem Stadttor – in den allerersten Jahren, in denen man in Mitteleuropa endlich die mittelalterlichen Stadtmauern aufgeben konnte und sorglos auch außerhalb dieser bauen und wohnen konnte. Das noch sehr ländlich anmutende Stachus-Rondell in seiner ersten Variante war noch neu, und das Umfeld der dreistöckigen, schlichten, aber eleganten Villa war ländlich, nur eine breitere Straße führte vom Karlstor aus an ihr vorbei.
Das Schicksal des ganzen Areals änderte sich, als man beschloss, vor dem Karlstor auf die offene Wiese einen Bahnhof für München zu erbauen. Diese Neuigkeit der Technik wurde sehr schnell überall zum Hauptelement der Massenmobilität von Menschen und Gütern, und die Gegend der Vorstadtvilla wurde sehr schnell zu einem wichtigen Durchgangspunkt, an dem bald viel gebaut wurde und Gaststätten -– auch die legendäre Gaststätte „Zum Eustachi“ (das war der Rufname des damaligen Wirtes Mathias Eustachius Föderl), von welcher der Stachus seinen Namen hat – und dann Hotels entstanden. Die Villa war eines der ersten Gebäude in dieser Gegend. Der Garten wurde als Baugrund verkauft, aber sie blieb stehen, bis man sie erweiterte und auch sie zum Hotel wurde. Man bedenke, früher war es die Regel, Gebäude zu erweitern und sie umzugestalten statt sie abzureißen und neuzubauen, wie es heute üblich ist. Es war einfach eine praktische und pragmatische Lösung. Erst mit der überwiegenden Industrialisierung des Bauprozesses ist man davon abgekommen. Der Stil der Villa wurde im Großen und Ganzen beibehalten, sie wurde aber seitlich und nach hinten erweitert und das Erdgeschoss bekam einen städtischen Charakter.
Bild 2: Karlsplatz Stachus, ca. 1908. Lizenz: Public Domain
Die Besonderheit an diesem „Hotel Bellevue“ war, dass das Haus ab diesem Zeitpunkt nur dieser kommerziell intensiven Funktion diente und dass daran nichts angebaut wurde. Es blieb also immer auf allen Seiten frei stehen – auch da es der Spender der umliegenden Baugründe war. Es folgten weitere Umgestaltungen, eine erste mit Doppelgiebeln, eine zweite Variante mit Doppelgiebeln, eine schlichte und elegante Nachkriegsvariante, dann der Einbau des großen verglasten Restaurants, dann das Redesign in den 1970er-Jahren, das sich strikt an architektonische Details und Materialien der Olympiabauten anlehnte. Fast bis zum Schluss wurde aufgestockt, modernisiert und verbessert. Alte und neue Besitzer haben zirka alle 20 Jahre das Gebäude aktualisiert, damit es wieder modern und attraktiv wurde. Dabei sind sie fast den Tendenzen der Zeit hinterhergerannt. Da es sich um ein Hotel handelte, ist dies für ein gewerbliches Gebäude nicht wunderlich. So konnte man die Umbauten auch schnell durchführen, ohne extreme lange Schließzeiten in Kauf nehmen zu müssen. Und da es ein frei stehendes Gebäude in der Innenstadt ist, hatte man keine Rückfassade, an der man auf Umbauten hätte verzichten können. Deshalb hat von der ursprünglichen Identität des Hauses nie etwas überlebt – nur die Erker, die plumpen Proportionen und das Restaurant sind Volumen, die nicht so recht in die modern Variante passen.
Bild 3: Die Hervorhebung in der Bildmitte zeigt, wie die Proportionen des Vorgängerbaus – der Vorstadtvilla von 1818 – im Vergleich zum aktuellen Bau aussehen. Es geht dabei nicht nur um die Größenverhältnisse, denn ursprüngliche Bausubstanz aus den Zeiten der vielen Erweiterungen und Umbauten des Hotels bis wahrscheinlich zurück an die Anfänge vor 200 Jahren sind im aktuellen Bau noch vorhanden. Foto: Rufus46, bearbeitet durch Bruno Tamborino / Lizenz: CC BY-SA 3.0
Bestimmt werden beim Abriss sehr alte Gemäuer zum Vorschein kommen, vielleicht überraschenderweise Kellergewölbe in einem „Bau aus den Siebzigern“, bestimmt ist das Stück Fassade mit den mittleren fünf Fensterachsen und dem zweiten und dritten Obergeschoss 200 Jahre alt, vielleicht befinden sich da sogar noch unter vielen Farbschichten die alten Fassadenmalereien.
Was jetzt verschwindet, ist also keine große Schönheit, aber dennoch interessant wegen seiner ungewöhnlichen Geschichte. Leider war das Haus offensichtlich nicht mehr den Zeiten angepasst und bot auch keine Verbesserungsmöglichkeiten mehr. Man muss auch bedenken, dass der Neubau neun anstatt sechs Obergeschosse bieten wird, was wohl wegen geringerer Raumhöhe nur mit einem geringen Höhenzuwachs einhergeht, abgesehen von der Möglichkeit, den Untergrund mit mehreren großen Kellergeschossen viel besser nutzen zu können.
Es bleibt halt nichts anderes als eine Phantasie, sich eine Renovierung des alten Hauses vorzustellen, bei der eine Dokumentation und Zurschaustellung seiner 200 Jahre langen, intensiven Geschichte zum Leitmotiv wird – bei der man die verschiedenen Mauerwerke und jeweiligen Materialien klar zur Schau stellt und dem Ganzen dann nur einen modernen, transparenten Rahmen gibt, ohne nochmals etwas vertuschen und vortäuschen zu wollen. Leider ist eine solche Maßnahme für die Bauherren verständlicherweise überhaupt nicht rentabel. Bestimmt ist man sich im Denkmalamt der Situation bewusst, aber vom Historischen ist ja außer Mauerwerk wirklich nichts mehr übrig.
II Neubau ab 2019 im expressionistischen Stil
Für den Entwurf des Neubaus zeichnen sich die spanischen Architekten Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano verantwortlich. Von der Optik erinnert nichts mehr an das alte Hotel Königshof. Die expressionistische Fassade bietet einen starken Kontrast zu den umliegenden Gebäuden – dem denkmalgeschützten Nachkriegs-Kaufhausbau (vom Stachus-Rondell aus gesehen links) und dem ebenfalls denkmalgeschützten neubarocken Justizpalast (rechts). Dass der Neubau über neun statt sechs Geschosse verfügen wird, geht da schon fast unter.
Die Fassade ist – ebenso vom Stachus-Rondell aus gesehen – vertikal dreigeteilt. Diese Fassadenteile sind dabei so verschoben und gekippt, dass das doch ein Stück entfernte Stachus-Rondell noch einmal angedeutet wird. Die Fassade öffnet sich – akzentuiert durch einen senkrechten Spalt – quasi dem Betrachter, der auf diese Weise das Gefühl bekommt, nicht vor einer Blackbox zu stehen, sondern auch ein wenig in das Gebäude reinschauen und am Geschehen teilhaben zu können, selbst wenn er es gar nicht betritt.
Mit der Fassadenform wird der außerdem ohnehin schon runde Charakter des Stachus (Google-Maps zeigt das ganz gut) nun auch über die Hotelfassade betont und fortgeführt, was der alte Bau mit seiner geraden Fassade nicht leistete. Die Fassadenteile sind dabei unregelmäßig ausgeführt, was die Dominanz noch verstärken dürfte. In Worte ist das schwer zu fassen, daher soll an dieser Stelle an den Entwurf ist dem Artikel der Süddeutschen Zeitung verwiesen werden: Neubau am Stachus – Neunstöckiges Ausrufezeichen
Der Neubau wird über 95 Zimmer bzw. Suiten verfügen (bislang 71 Zimmer und 16 Suiten). Das Restaurant wird nun in die oberste Etage kommen, um einen Panoramablick über die Stadt zu ermöglichen.
Bereits 2021 sollte das neue Hotel eröffnet werden – was von Anfang an ein ambitionierter Zeitplan war, der nun endgültig nicht mehr zu schaffen sein dürfte.
III Historisches Hotel Königshof (1820–1944)
1818 wurde ein privates Wohnhaus – als eine Art Vorstadtvilla (München war damals an dieser Stelle nur schwach bebaut; das war quasi Vorstadt) im klassizistischen Stil errichtet. Der Architekt war Gustav Vorherr, daher auch die Bezeichnung Vorherrhaus. Es gab fünf Fensterachsen bei vier Geschossen (Erdgeschoss plus drei Obergeschosse):
Bild 4: Vorherrhaus als Hotelvorläufer (um 1820). Lizenz Public DomainBild 5: Detailvergrößerung des vorigen Fotos. Lizenz Public Domain
Aus diesem Bau entstand 1866 (einige Quellen sagen auch 1862) das Hotel Bellevue. Dabei wurde der Bau sehr wahrscheinlich schlicht und einfach an beiden Seiten im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss um jeweils drei Fensterachsen erweitert. Das Originalgebäude hatte auch an den Seitenfassaden fünf Fensterachsen, die blieben weiterhin, aber hinten wurde ein gleich hoher Querflügel angebaut und das Erdgeschoss der neuen Funktion angepasst. Der Architekturstil bleibt im Wesentlichen erhalten.
Bild 6: Hotel Königshof (rechts) um 1871. Das Hotel hieß damals noch Hotel Bellevue. Lizenz: Public Domain
Bei einem Aus- und Umbau 1880 wurden auch das zweite Obergeschoss und dritte Obergeschoss an den Seiten auf die volle Breite aufgestockt. Ferner bekam das Haus ein höheres Dach, die markanten Doppelgiebel im Neorenaissancestil mit Romanikeinflüssen und die prächtige Fassadenmalerei von Claudius Schraudolph dem Älteren, wie sie auf der folgenden Postkarte zu sehen sind:
Bild 7: Hotel Königshof (rechts) um 1900 (Postkarte). Das Hotel hieß damals noch Hotel Bellevue. Lizenz: Public DomainBild 8: Vergrößerung des vorigen Bildes. Lizenz: Public Domain
Irgendwann nach 1900, aber noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914, wurde nochmals umgebaut, die Dachgauben seitlich wurden zu einem vollen zusätzlichen Stockwerk, die Fenster seitlich wurden von drei auf zwei reduziert (jeweils das mittlere des Seitenflügels zugemauert), die Giebel vermutlich erhöht und etwas anders gestaltet um sich der neuen Höhe anzupassen, der schlichte Eingang mit einem Vorbau mit drei Bogentoren und zwei Bullaugen aufgewertet. Auf diesen Vorbau kam schon ein großer Balkon (dann wurde er zur Restaurantvitrine). Die Fassadenbemalungen wurden zum größten Teil beibehalten. Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs erhielt das Hotel den heutigen Namen „Hotel Königshof“, da französische Name inopportun geworden waren. 1938 wechselte das Haus, das damals 200 Betten aufwies, den Eigentümer. Seitdem gehört es der Familie Geisel.
1943 oder 1944 wurde das Gebäude im Zweiten Weltkrieg, so Wikipedia, „bis auf die Außenmauern zerstört“. Das Gebäude brannte wohl aus, das Dach war eingestürzt, die Außenmauern und wohl auch das Innenskelett waren noch vorhanden, wie ein Video von 1945 zeigt. Auch die Doppelgiebel waren damals noch vorhanden (zumindest der linke, denn das Video zeigt nicht das ganze Haus). In einer Aufnahme aus dem Februar 1948 auf der Seite 20 des Buches München farbig 1946–1965 fehlen die Doppelgiebel bereits, sie waren offenbar kurz nach Kriegsende wegen Einsturzgefahr entfernt worden.
IV Wiederaufbau und Renovierungen (1950–2007)
Von 1950 bis 1955 wurde das Hotel wieder aufgebaut. Dabei stand Rationalisierung im Vordergrund. Auf eine Wiederherstellung der Giebel wurde verzichtet, der Stuck verschwand. Es entstand die bekannte schlichte Fassade. Die Fensteranordnung blieb, auch die Proportionen im Großen und Ganzen. Die beiden Bullaugen des alten Vorbaus überlebten. Bemerkenswert ist auch, dass das Haus an den Seiten und hinten weiterhin seine Erker hat, die zwar nicht besonders auffallen, aber bereits in dieser Phase der Umbauten architektonisch anachronistisch waren.
Der Balkon der Beletage, also dem ersten Stockwerk, auf dem Vorbau wird überdacht und zur Panorama-Restaurantvitrine. Zur Verzierung dienen Ranken, als Sonnenschutz sind Markisen vorhanden, wie die Bildergalerie der Abendzeitung zeigt.
Bis Ende der 1950er-Jahre (eine der Quellen deutet eher auf Anfang bis Mitte der 1960er-Jahre hin) wird der Balkon über die komplette Fassade verbreitet, wie sie bis zu Ende stand. Ein Foto aus der Bauwelt, zeigt dies. Dafür wurde die Fassade im ersten Obergeschoss komplett herausgebrochen und die darüberliegenden Stockwerke mit Stahlpfeilern abgestützt. Die Stahlpfeiler wurden verkleidet, aber beim Abriss traten sie wieder hervor (Bild 13) .
Bild 9: Fassade (2014) mit kubanisierten Fenstern und Alurahmen (unten) sowie Aluverkleidung (oben)
1970 wurde eine Generalrenovierung durchgeführt. Das letzte Fassadendesign wurde 1972 zu den Olympischen Spielen fertiggestellt. Die ehemals schlanken Fenster wurden dem damaligen Stil entsprechend kubanisiert und so weit wie möglich horizontal orientiert. Als gestalterisches Element erhielten diese Fenster einen breiten Rahmen aus anodisiertem Aluminium, der an den Ecken deutlich abgerundet wurde. Nur im obersten Stockwerk blieben breite Fenster, die aber auch einem Redesign unterzogen wurden. Das so renovierte Haus zeigte sich in einem lebendigen Farbkontrast – zwischen dunklem Ocker und hellem Aluminium, aber auch mit sehr dominanter Leuchtreklame an der Fassade.
2007 wurde die Hotellobby neu gestaltet. Dabei dürften auch in diesem Zeitraum die Aluminiumelemente durchgehend hellgelb gestrichen worden sein. Vorher waren das oberste Stockwerk, die Fensterrahmen, das Erdgeschoss sowie die Leisten am Boden und Dach der Restaurantvitrine in Hellgrau gehalten.
Bild 10: Hotel Königshof (2010.) Rechts ist noch ein Stückchen vom Justizpalast zu sehen. Foto: Rufus46 / Lizenz: CC BY-SA 3.0
Trotz der gewaltigen Veränderungen dürfte die Bausubstanz zum Teil noch die ganz alte sein, vor allen Dingen betrifft das die mittleren fünf Fenster der Hauptfassade für das zweite und dritte Obergeschoss. Wikipedia weist darauf hin, dass „von der Originalsubstanz des Hotels kaum mehr etwas übrig geblieben“ und das Gebäude daher „zwar nicht als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen, aber trotzdem wegen seiner historischen Bedeutung in die Denkmaltopographie Denkmäler in Bayern aufgenommen“ worden sei. Es ist aber plausibel, dass von der alten Bausubstanz doch ein nicht geringer Teil noch vorhanden ist.
V Abriss 2019
Die Entkernung des Gebäudes begann im Februar 2019. So richtig zur Sache mit dem Abriss der Fassade geht es ab Anfang Mai 2019.
Stand 13.05.2019
Das aus dem Gebäudegrundriss herausstehende Teil des Panoramarestaurants im ersten Obergeschoss ist bereits größtenteils verschwunden. Ebenso die Fassade im Erdgeschoss an der Haupteingangsseite.
Optisch gehen die Abrissarbeiten eher langsam voran. Auf der Seite des Karstadt wird ein Gerüst aufgebaut, das nicht nur die Gebäuderückseite abdeckt, sondern auch einen erheblich Teil der Seiten. Das Gerüst dient offenbar als Splitterschutz, um Beschädigungen des Karstadt während des Abrisses zu vermeiden.
Jetzt scheint es schnell zu gehen, der Zangenbagger frisst sich immer weitere ins Gebäudeinnere. Eine riesige Plane – etwa so lang, wie das Hotel hoch ist/war, hängt am Kran und hilft, die Staubentwicklung einzudämmen (Bild 17).
Die Schlagzeile wurde absichtlich so gewählt, denn es handelt(e) sich um eine bekannte politische Parole. Sie wurde in Anführungszeichen gesetzt, weil sie inzwischen falsch verstanden werden könnte. Die einen (wohl die Mehrheit) sahen in diesem uralten Plan eine Schreckensvision in Gestalt einer Zerstörung des Truderinger Waldes und auch eine Zunahme des Verkehrslärms, da beim Übergang in die Autobahn die Verkehrsteilnehmer wohl schon irgendwo ab der Heinrich-Wieland-Straße Richtung Ost so richtig aufs Gas drücken würden, auch wenn man bis zum Karl-Marx-Ring bei maximal 60 km/h bleiben würde.
Andere sahen (manche sehen immer noch) eine äußerst sinnvolle Entlastung der Verkehrsströme Richtung Ost. Wer von Neuperlach zum Autobahnring (A99) will, müsste nicht durch Trudering oder Putzbrunn fahren. Auch eine Bürgerinitiative kämpfte für die Verlängerung und drückte Autofahrern Flyer in die Hand, um sie zu überzeugen.
Verlängerung kann missverstanden werden, denn die „Verlängerung“ wird als reiner Zubringer in Form einer Wohnstraße (wohl Tempo 30 km/h) erfolgen. Die Straße wird vor dem Alexisweg enden und nicht in den Wald hineingeführt. Eine echte Sackgasse ist diese Verlängerung aber auch nicht. Zwar endet diese formal betrachtet als Sackgasse, aber man kommt, indem man zunächst vor dem hinteren Stummel links abbiegt, im Zickzackkurs durch das neue Quartier und auf der Friedrich-Creuzer-Straße in Trudering raus.
Eine Visualisierung, wie das einmal aussehen wird, findet sich hier auf muenchen.de. Eine 3D-Map zeigt auch die beiden geplanten 52m-Hochhäuser. Zum Artikel (dort etwas runterscrollen) mit der 3D-Maps: (leider nicht mehr vorhanden!)
Auch galt es als sehr wahrscheinlich, dass das neue Straßenstück einen anderen Namen als Ständlerstraße tragen wird, schon einmal wegen der Hausnummernlücke, die entstehen würde. Die höchste Hausnummer der Ständlerstraße ist wohl momentan 85. Das zugehörige Haus im Stadtteil „Balanstraße West“, ein namentlich wenig bekanntes Quartier in Ramersdorf. (Andere, auch nicht wirklich bekannte Namen sind Ramersdorf Süd und Nußdorf.)
Würde die „verlängerte“ Ständlerstraße also weiter so heißen, dann trüge das nächste Haus irgendwo viele Kilometer weiter östlich hinter dem Karl-Marx-Ring die nächste Hausnummer 86. Das Auffinden von Orten, speziell die Zustellung von Sendungen, würde das nicht gerade erleichtern.
So heißt die verlängerte Ständlerstraße
Nun sind die Würfel gefallen. Der erste Teil der Verlängerung wird mit Hans-A.-Engelhard-Straße beginnen. Die Straße biegt dann ein Stück später nach links ab. Der Rest der gedachten Verlängerung wird dann Zenzl-Mühsam-Straße heißen. Letztere endet wie schon vorher angedeutet, unmittelbar vor dem Alexisweg (Quelle: OpenStreetMap).
Warum gerade jetzt ein Bericht zur „Verlängerung der Ständlerstraße“? Ganz einfach: Derzeit finden symolträchtige Arbeiten am Ende der Ständlerstraße auf Höhe des Karl-Marx-Rings statt. Ein im Weg stehendes Wasserrohr war bereits Ende 2018 tiefergelegt worden. Nun aber wird der Durchstich vorbereitet und die T-Kreuzung Ständlerstraße/Karl-Marx-Ring wird so langsam zur vollständigen Kreuzung. Bereits im Februar war ein Behelfsweg für Fußgänger und Radfahrer angelegt worden, die dann wohl zwischen den Zäunen auf dem Hügel oben passieren können, während unten an der T-Kreuzung bereits mit dem ersten Teil des Durchstichs begonnen wird (siehe auch Bild 5). Die Alternative wäre, den östlichen Rad- und Fußweg an der Ständlerstraße zu unterbrechen und die Radfahrer und Fußgänger auf der anderen Straßenseite zu führen, was man aber offenbar vermeiden will.
Der Straßenablauf (Gully) in der Baustelle (Bild 1 in der Mitte und Bild 3) deutet bereits an, auf welchem Niveau bzw. mit welcher Schräge die neue Straße gebaut wird. Ein Höhenunterschied muss auf jeden Fall überwunden werden, aber er muss sanfter erfolgen. Der derzeitige Hügel – zwischen Graf-Zentrum und Heizwerk Perlach – ist viel zu steil.
Das folgende Foto – ebenfalls aus dem Archiv – lässt abschätzen, wie hoch das zu überwindende Plateau am Ende der Ständlerstraße ist. Das Bild zeigt, dass die Höhe etwa dem eines MVG-Busses entspricht. Der misst in der Höhe 3,08 Meter. Natürlich gibt es leichtere perspektivische Fehler und ein paar andere Faktoren, aber dennoch scheint eine Angabe 3 bis 4 Meter (vielleicht sogar eher 3 Meter) realistisch.
Update 16.05.2019 – Ein wichtiger Abwasserkanal muss umgeleitet werden
Oft kann man nicht einfach einen Durchstich machen, denn im Untergrund kann etwas Wichtiges im Weg sein. Wir haben gesehen, dass am Ende der Ständlerstraße bereits Rohre vorhanden sind, die auch mal im Weg sein können. Es wurde bereits im Herbst 2018 ein Wasserrohr ausgebaggert und verlegt.
Konkret befindet sich noch etwas Weiteres im Untergrund, das der Straße in die Quere kommen würde. Es ist ein wichtiger Abwasserkanal aus Beton. Hier ist das Besondere, dass die Verlegung im laufenden Betrieb erfolgen muss. Dazu wird der Kanal an beiden Seiten (einmal vor dem Parkplatz Stemplingeranger und einmal vor dem Heizwerk Perlach) aufgeschnitten. Damit man dann in Ruhe die Umleitung aus Beton bauen kann (diese wird wie ein „U“ gelegt – und weiter Richtung Wald bis zu einer Stelle „ausschlagen“, an der die relativ steil ansteigende Fahrbahn wieder auf normalem Höhenniveau ist, sodass der Kanal dann dort unter der Fahrbahn verlaufen kann – auf der Höhe des alten Kanals – und nicht mehr im Weg ist), werden die Enden mit einem sogenannten „Bypass“ verbunden (Bild 16 weiter unten). Das ist ein vorübergehendes Metallrohr, durch das dann die braune Brühe fließen kann. So einen Bypass braucht man logischerweise an beiden Stellen. Wenn der neue Betonkanal fertig ist, kann er angeschlossen werden. Die Bypass-Rohre können dann entfernt werden, bleiben also im Unterschied zu einem kardiologischen Bypass nicht dauerhaft am/im Herzen.
An der Baustelle wurden Hundehütten angeliefert. Nein, kleiner Scherz, das sind natürlich keine Behausungen für unsere geliebten Vierbeiner, sondern Betongussformen für den erwähnten Abwasserkanal. Ihre Form ist wohl ziemlich ungewöhnlich.
In einer bereits verlegtem Umleitung (Bypass) in Gestalt eines Metallrohrs fließt bereits das braune Abwasser (Bild 16).
Bild 13 (23.05.2019). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeBild 14 (23.05.2019). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeBild 15 (23.05.2019). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeBild 16: Alter Abwasserkanal aus Beton (jetzt trockengelegt) und neu verlegtes, temporäres Metallrohr (Bypass) (23.05.2019). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Update 07.06.2019
Der neue Abwasserkanal, der als Umleitung fungieren wird, macht große Fortschritte. Auf der Seite des Heizwerk Perlach ist in Sachen Bypass übrigenns noch nichts geschehen.
Links ist der Bypass zu sehen. In der Mitte in Schlangenform nach hinten der neue Abwasserkanal, der noch nicht in Betrieb ist. Dieser wird der kommenden Fahrbahn nicht mehr im Weg sein, da die Steigung der Fahrbahn dort beendet ist und diese etwa normales Höhenniveau erreicht hat. Bald werden auf der gegenüberliegenden Seite (näher am Heizwerk Perlach) die Arbeiten spiegelsymmetrisch wiederholt.
Der Hügel wurde abgebaggert. Jetzt kann die Verlängerung kommen! Das erste Foto zeigt zum Abschied noch den intakten Hügel.
Bild 26: Hier noch der intakte Hügel am 09.02.2020. Foto: Benno Steuernagel-GniffkeBild 27: Der Hügel ist weg (11.02.2020). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Update 17.04.2020
An der T-Kreuzung Karl-Marx-Ring/Ständlerstraße, der zukünftigen vollständigen Kreuzung, über die das Alexisquartier erschlossen wird, wurden Behelfsampeln aufgestellt. Es soll offenbar die Ampelanlage modernisiert und für die kommende Rolle als Wohngebietszubringer vorbereitet werden. (Nebenbemerkung: Auch an der Kreuzung Karl-Marx-Ring/Hugo-Lang-Bogen/Kurt-Eisner-Straße, die wenig damit zu tun hat, wurden vor ein paar Tagen Behelfsampeln aufgebaut, hier geht es wohl rein um eine Modernisierung.)
Das Baureferat führt Straßenbauarbeiten durch und baut den Kreuzungsbereich in mehreren Bauphasen um.
Vom 11. Mai bis Ende Juni 2020 verbleibt in der ersten Bauphase im Karl-Marx-Ring in Fahrtrichtung Süd eine Geradeausspur und im Stauraum zur Ständlerstraße eine Rechtsabbiegerspur. In der Ständlerstraße verbleibt in Fahrtrichtung West eine Fahrspur und in Fahrtrichtung Ost eine Linksabbieger- und eine Rechtsabbiegerspur neben der Baustelle.
Mit Bildern vom 13.06.2020. Der kurze begrünte Mittelstreifen der neuen Straße ist bereits angelegt (Bild 44). Als verkehrsberuhigter Zubringer wird sie nur unmittelbar im Kreuzungsbereich einen befestigten Mittelstreifen aufweisen.
Update 24.06.2020: Karl-Marx-Außenring punktuell für Fußgänger und Radler gesperrt!
Ab sofort gibt es eine Einschränkung: Fußgänger und Radler, die am Außenring des Karl-Marx-Ring unterwegs sind (d.h. vom Graf-Zentrum Richtung Hugo-Lang-Bogen), müssen auf Höhe der T-Kreuzung zweimal die Straßenseite wechseln, da der entstehende Abzweig Richtung Alexisquartier jetzt total gesperrt ist. Nur Autos haben noch eine Fahrspur. Das bedeutet, dort wo man früher ohne Ampel durchkam, muss man jetzt über drei Ampeln. Erst nach links auf den Karl-Marx-Innenring, dann über die Ständlerstraße drüber und schließlich wieder zum Außenring wechseln.
Demos-Werbeschild (28.06.2023). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeDemos-Werbeschild (28.06.2023). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeKreuzung Karl-Marx-Ring/Ständlerstraße/Hans-A.-Engelhard-Straße immer noch gesperrt (28.06.2023). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Das Werbeschildgerüst an der Kreuzung Karl-Marx-Ring/Ständlerstraße/Hans-A.-Engelhard-Straße wurde nun bestückt. Demos wirbt nun darauf für die Reihenhäuser „Townhouses“ sowie die Wohnanlage „Das Duett“.
Die Verlängerung ins Alexisquartier von der Kreuzung ist noch nicht freigegeben.
Demos-Werbeschild für „Townhouses“ und „Das Duett“ (28.06.2023). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Zufahrt ins Alexisquartier freigegeben (17.07.2023)
Umgebungskarte Alexisquartier. A/B: siehe im Text. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0Freigegebene Kreuzung Ständlerstraße/Karl-Marx-Ring/Hans-A.-Engelhard-Straße. Letztere ist die Straße, die in Richtung links oben wegführt (17.07.2023). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Die Verlängerung ins Alexisquartier von der Kreuzung Karl-Marx-Ring/Ständlerstraße (in der Karte mit „A“ markiert) wurde endlich freigegeben.
Vorerst ist es nur eine Stichstrecke (via Hans-A.-Engelhard-Straße) zur Pandion-Verde-Wohnanlage. Unmittelbar an der Kreuzung wurde wenige Tage nach Freigabe ein Tempo-30-Zone-Schild angebracht.
Die Durchfahrt zu den Demos-Wohnanlagen und dem Edeka im Alexisquartier ist nicht möglich, ebenso wenig die Weiterfahrt Richtung Trudering/Wabula/Haar. Denn die Querstrecke (weiter via Hans-A.-Engelhard-Straße) zur Franz-Heubl-Straße wurde nur für den Baustellenverkehr provisorisch asphaltiert. Der normale Verkehr darf hier nicht durch, an beiden Seiten (also auch im Demos-Teil) wurde wenige Tage nach Freigabe der Straße ein Schild „Durchfahrt verboten (Einbahnstraße)“ angebracht. Natürlich handelt es sich nicht um eine Einbahnstraße (diese hätte ja keine Einbahnrichtung, man darf ja von beiden Seiten nicht rein), dennoch hat man sich für diese Beschilderung entschieden. Möglicherweise werden diese Schilder eher beachtet als ein „Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art“.
Der Zugang vom Alexisweg zur Pandion-Verde-Wohnanlage („B“ in der Karte) wurde ebenso geöffnet, was eine Verbesserung für Fußgänger und Radfahrer darstellt. Allerdings muss man sich hier derzeit noch durch einen Spalt am Bauzaun zwängen. Ob der Bauzaun bald wegkommt oder aber der Zugang wieder versperrt wird (ggf. nur nachts), ist unklar.
Freigegebene Kreuzung (17.07.2023). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeFreigegebene Kreuzung (17.07.2023). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeBlick vom Alexisweg in Richtung der Pandion-Verde-Wohnanlagen. Auch hier ist nun ein Zugang möglich, der aber noch nicht so ganz offiziell ist (17.07.2023). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Bereits im September 2022 hat das Hotel Ibis Styles eröffnet, am 7. Oktober 2022 die L’Osteria, Am 13. Oktober 2022 folgten dann Lidl, Tegut und Wimmer. Später schlossen sich in mehreren Etappen die Stadtsparkasse, die Bäckerei Müller, Plana Küchenland, das Restaurant Haiky, der Laden „Tabak / Lotto /Hermes“ und das Hamburgerlokal Five Guys an. Statt Vodafone wird nun „Mr. Box Tea“ kommen.
Neuperlachs Neue Mitte – Lage der Perlach Plaza sowie der anderen Bauten: Loge №1und №2 (fertiggestellt) und der Gewofag-Bauten (im Bau befindlich, gekennzeichnet“). Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0
Die Bauarbeiten zur Perlach Plaza sind am 29.04.2019 gestartet! In Zukunft muss man sich noch einen Begriff in Neuperlach merken: Die Perlach Plaza ist Teil des Kultur Quadrat auf dem Hanns-Seidel-Platz, also unserer Mitte. „Plaza“ ist spanisch und bedeutet „(Markt-)Platz“. Ob es korrekt „die“, „der“ oder „das“ Plaza heißt, darüber kann man streiten. Im Duden steht das Wort nicht und Wiktionary gibt kein Genus an. Auch wenn „Platz“ maskulin ist, haben wir uns für „die Plaza“ entschieden, da das „a“ am Wortende dem Ausdruck eine feminine Note gibt.
Perlach Plaza – unser neuer Marktplatz mit unterirdischer Ladenstadt und überirdischem Gewerbe, Hotel und Wohnbau
Nach den beiden Logen-Wohnhäusern und den beiden Gewofag-Bauten (Neuperlach.org berichtete) ist dies bereits das dritte Bauprojekt auf dem Hanns-Seidel-Platz. Die Perlach Plaza findet sich dort, wo früher der Sonntags-Flohmarkt war, also am Eck Thomas-Dehler-Straße/Von-Knoeringen-Straße. Die wörtliche Übersetzung Marktplatz deutet bereits vorsichtig an, was geboten werden wird. Konkret werden Einzelhandel (13.000 m²), Gastronomie, ein Hotel (150 Zimmer), insgesamt 110 Mietwohnungen und dazu noch Studentenappartements realisiert. Die Planung wird vom Architekturbüro AllesWirdGut aus Wien realisiert. Weitere Partner sind die BHB und Concrete Capital (der Link zeigt eine Visualisierung).
Beim Einzelhandel standen bereits vor Baubeginn die Biolebensmittelkette Tegut sowie der Discounter Lidl als Mieter fest.
Ein paar Baudetails
Es werden insgesamt vier Baukörper errichtet, die längs der Thomas-Dehler-Straße 6 Obergeschosse umfassen, hofseitig 5.
Zur Plaza wird auch ein 5.000 Quadratmeter großer Park gehören, denn schließlich soll man da auch flanieren können, sonst würde es dem Namen nicht gerecht werden. Dabei wird auch ein neuer Zugang zum U-Bahnhof realisiert. Die Einzelhandelsflächen werden dabei primär im Untergeschoss errichtet – mit direktem Zugang zum U-Bahnsteig.
Die Fertigstellung der Perlach Plaza ist für 2022 anvisiert.
Wie die heute entstandenen Fotos zeigen, wurde nun angefangen, den Asphalt des alten Parkplatzes abzutragen. Auch ein Rammgerät zur Herstellung der Spundwand wurde angeliefert.
Perlach Plaza (03.05.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (06.05.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (06.05.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (06.05.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
Perlach Plaza (21.08.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (21.08.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (21.08.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (21.08.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (21.08.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
06.11.2021
Perlach Plaza (06.11.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (06.11.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (06.11.2021). Foto: Georg und Marcus PantelPerlach Plaza (06.11.2021). Foto: Georg und Marcus Pantel
08.03.2022
Das Gerüst wurde teilweise abgebaut, sodass die endgültige Fassade immer mehr in Erscheinung tritt.
Die erste Reklame ist schon dran. Ein Lidl kommt und das Restaurant L’Osteria. Laut Eigenwerbung steht L’Osteria für die „beste beste (sic!) Pizza, Pasta d’amore und eine einzigartige Atmosphäre – ein unschlagbares Rezept“.
Inzwischen sind weitere Ladenlogos dazugekommen. Auffällig ist ein zweites Lidl-Logo am anderen Ende des Gebäudes. Das erste Logo Nähe U-Bahn wurde wie hier berichtet vor kurzem angebracht. Sehr wahrscheinlich ist eines der Logos nur Verkaufsförderung, damit niemand übersieht, dass es hier einen Lidl gibt. Solche mehrfachen Schilder sind nichts Ungewöhnliches.
Die Ladenlogos (Lidl etc.) in den Bögen (wir berichteten) sind verschwunden. Stattdessen wurden zwei überdimensionale Plakate angebracht, aus denen 12 der geplanten Läden hervorgehen.
Heute, 13.10.2022, war es so weit. Unser Neuperlach hat eine neue Attraktion. Die ersten drei Läden in der Perlach Plaza haben nun seit 7 Uhr geöffnet: Lidl, Tegut und die Bäckerei Wimmer (integriert im Tegut), alle im Untergeschoss. In Betrieb waren bereits das Hotel Ibis Styles und das Restaurant L’Osteria. Am 18. Oktober kommt die Stadtsparkasse hinzu.
Das Untergrundgeschoss macht noch einen sehr unfertigen Eindruck. Die restlichen Läden werden aber bereits eingerichtet.
Der Zugang zu Tegut und Lidl erfolgt über
das U-Bahn-Sperrengeschoss,
an der Oberfläche am Perlach-Plaza-Eck mit der Müller-Reklame (Nähe Fußgängerampel, das heißt Verbindung pep/Busbahnhof) befinden sich unweit davon Rolltreppen und ein Fahrstuhl ins Untergeschoss,
einen Eingang weiter südlich an der Thomas-Dehler-Straße, dort wo die Lidl-Reklame hängt. Hier stehen eine Treppe und ein Fahrstuhl zur Verfügung. Man gelangt hier auch in die Parkgarage, die noch ein Geschoss tiefer liegt als die Ladenpassage im Untergrund.
Die Einfahrt zur Tiefgarage ist in der Von-Knoeringen-Straße.
Am 18.10.2022 wurde die Stadtsparkasse eröffnet. Für die offizielle Eröffnungsfeier der Perlach Plaza am darauffolgenden Tag wird eine Bühne aufgebaut, wie ebenso auf dem Foto zu sehen ist.
Eröffnung der Perlach Plaza (19.10.2022)
Am 19.10 wurde die Perlach Plaza mit einer kleinen Feier offiziell eröffnet. Am gleichen Tag haben die Bäckerei Müller und Plana Küchenland ihren Betrieb aufgenommen.
Der unterirdische Zugangsbereich vom U-Bahnsperrengeschoss zur Perlach Plaza wird derzeit noch als trist angesehen. Wird? Es hat sich schon teilweise geändert. Eine große und eine kleine Wand wurden mit Graffiti verschönert. Die offizielle Eröffnung der Graffiti-Wand ist am 10.11.22 von 16-18 Uhr.
Geschaffen wurden die Graffiti von den niederländischen Künstler*innen Krista Burger Heimprofi Burger, Kenneth Letsoin mit Unterstützung von einigen Kindern und Jugendlichen. Mehr Infos: Facebook
Unsere Perlach Plaza wird immer leistungsfähiger. Zwei neue Läden haben eröffnet: „Can Supermarkt“ und der Schönheitssalon L’Amour Beauty.
Der „Can Supermarkt“ über sich selbst:
Ihr internationaler Supermarkt im Zentrum Münchens und jetzt auch neu am Neuperlach Zentrum. In der Nähe das Bahnhofes, entlang der Goethestraße, dort wo sich Tradition und internationale Kultur treffen, finden Sie uns. Can Supermarkt bietet Ihnen ein breites, farbiges und vor allem frisches Sortiment an Lebensmitteln. Wir freuen uns auf Sie. Besuchen Sie uns einfach in der Gothestraße 21 und im neuen Perlach Plaza am PEP Einkaufszentrum (Thomas-Dehler-Straße 15).
Noch immer wird an den Außenanlagen gearbeitet. Dabei habe ich den Eindruck, dass man immer noch ganz am Anfang ist. Dabei ist der gesamte Zugang zur Plaza aus dem U-Bahnhof eine Baustelle mit schmalen Gehfuhrten. Auch an der Oberfläche ist es nicht viel besser. Leider ist das der Eindruck auch bei anderen Bauprojekten. Das Gebäude an sich ist fertig, aber das Außenrum, das letztlich auch etwas fürs Auge ist und Lust auf das Gebäude machen soll, längst sehr lange auf sich warten.
Die Grundschule am Karl-Marx-Ring wird neu gebaut. Sie wird auf dem bestehenden Sportplatz errichtet. Der Schulbetrieb geht im Altbau weiter. Nach Eröffnung der neuen Schule erfolgt der Abriss des Altbaus. Auf diesem Teil wird dann der Sportplatz angelegt. 2023 soll alles fertig sein.
Die Grundschule am Karl-Marx-Ring (Höhe Friedrich-Engels-Bogen an der orangen Fußgängerbrücke) war meine erste Schule in Neuperlach. Ich besuchte hier die dritte und vierte Klasse, das war ab 1974. Ich weiß noch die Namen meiner Klassenlehrerin und des Rektors.
Das Schulgebäude ist nun marode – und auch zu klein. In der Presse ist zu lesen, auch die Vergrößerung Neuperlachs durch das Alexisquartier sei ein Grund dafür, dass die Schule nun neu – und größer – gebaut werde. Dabei wird zuerst das neue Schulgebäude auf dem Sportplatz errichtet. Nach Eröffnung soll dann das alte Schulgebäude abgerissen werden und auf dessen Grund dann der Sportplatz neu entstehen. So kann der Schulbetrieb weitergehen, ohne dass die Aufstellung von Containern oder ein vorübergehender Umzug erforderlich wären.
Neuperlach ändert sich, ich erkenne es bald wohl nicht wieder. Natürlich tut es irgendwie weh, wenn die eigene Schule der Abrissbirne zum Opfer fällt. Eine Sanierung wäre eine angemessene Alternative, hat aber natürlich auch ihre Haken. Ein Neubau ist oft die wirtschaftlichere Variante, zumal dann das Gebäude nach modernsten Erkenntnissen errichtet werden kann.
Inzwischen starten die ersten Vorbereitungsarbeiten auf dem Sportplatz. Konkret wird das Gelände auf mögliche Kriegshinterlassenschaften untersucht (Kampfmitteluntersuchung). Später kommen dann noch geologische Untersuchungen hinzu.
In der Ausschreibung ist das Projekt so beschrieben:
Die Neubauten umfassen eine 5-zügige Grundschule (nach Lernhauskonzept der LHM) mit 20 Klassen in Lernhaus-Clusterstruktur, Räume für die Sing- und Musikschule, eine Mensa, eine Zwei- oder Dreifachsporthalle mit Vereinsnutzung, Freisportflächen, eine THV-Dienstwohnung und ein Haus für Kinder als Integrationseinrichtung. Zusätzlich ist eine Tiefgarage für ca. 49 Stellplätze vorgesehen. Die Bauabwicklung ist in mehreren Bauabschnitten geplant.
Der zur Grundschule gehörige Hort (ganz am anderen Ende des Grundstücks nahe der Kreuzung Karl-Marx-Ring/Hugo-Lang-Bogen/Kurt-Eisner-Straße) wird entkernt.
Das Bestandsgebäude (ganz vorne befindet sich wie hier zu sehen die Turnhalle) wird erst 2023 abgerissen. Damit die Turnhalle nicht vorzeitig den Tod stirbt und in die Baugrube abrutscht, wurde hier eine Spundwand errichtet. Auch die anderen Seiten des Baugrunds wurden mit Spundwänden abgesichert.
Am Dienstagmorgen klopft noch einmal der Winter an, es ist eben April. Dennoch startete der Aufbau des ersten Krans. Es kommen noch zwei weitere Kräne.
Nun sehen wir erstmals eine Grafik vom neuen Schulgebäude auf der Bautafel. Auch gibt es Bilder vom Baustand. Der Keller ist bereits weit fortgeschritten.
Die Mehrzweckhalle der neuen Grundschule am Karl-Marx-Ring hat inzwischen bereits eine Menge Dachträger erhalten.
Am Sonntagabend, den 06.02.2022, ging gleich zweimal eine Sirene auf der Baustelle los, ein Kran hatte vermutlich wegen des starken Windes Alarm ausgelöst. Zum Glück konnte die Sirene beide Male wieder abgestellt werden, sodass wir Anwohner unseren Schlaf fanden.
Am Montag, den 07.02.2022, wurde ein dritter Kran aufgebaut. Ich sehe nun zehn Kräne von meiner Loggia aus. Drei gehören zur Grundschule, die übrigen zum Alexisquartier. Neu aufgestellt wurde der Kran links unten – der kleine, mit blau-orangem Ausleger.
Die neue Grundschule am Karl-Marx-Ring ist ja doch ein ganz schöner Brummer geworden, wie die Fotos zeigen.
Grundschule am Karl-Marx-Ring. Im Hintergrund: die Glashäuser am Friedrich-Engels-Bogen, das Marx-Zentrum sowie die Wohnanlage am Karl-Marx-Ring 52–62 (07.11.2022). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeGrundschule am Karl-Marx-Ring (07.11.2022). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeGrundschule am Karl-Marx-Ring (07.11.2022). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeGrundschule am Karl-Marx-Ring (07.11.2022). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeGrundschule am Karl-Marx-Ring (07.11.2022). Foto: Benno Steuernagel-GniffkeGrundschule am Karl-Marx-Ring (07.11.2022). Foto: Benno Steuernagel-Gniffke
Eröffnung
Am 8. Januar 2024 wurde der Neubau eröffnet und der Schulbetrieb gestartet. Es ist allerdings noch nicht alles fertig, an vielen Stellen ist noch Baustelle.
P: Der Parkplatz wird bebaut. Die beiden anderen Häuser im eingekreisten Bereich werden um ein Geschoss aufgestockt. Quelle: OpenStreetMap, Lizenz: Open Database License 1.0
Am Oskar-Maria-Graf-Ring/Ecke Karl-Marx-Ring wird nachverdichtet. Zur Orientierung: Der Aldi ist hier ganz in der Nähe (vgl. auch Karte). Dabei wird der Parkplatz direkt am Eck Oskar-Maria-Graf-Ring/Karl-Marx-Ring mit einem fünfgeschossigen Wohnhaus bebaut. Eine Tiefgarage ist vorgesehen, ins Parterre wird eine Kinderkrippe einziehen. Die beiden nebenliegenden Häuser (Oskar-Maria-Graf-Ring 3 und 5) werden saniert und bemerkenswerterweise auch um jeweils ein Geschoss aufgestockt. Bauherr ist die GWG AG.
Bei den aufgestockten Häusern wurden die neuen Balkone montiert, die zwar jetzt nicht mehr ums Eck gehen, aber dafür teilweise erheblich tiefer ausgefallen sind als früher. Stellenweise wird noch an der Fassade gearbeitet.
Nach langer Zeit der Vorbereitungen und auch des Wartens scheint es nun endlich loszugehen mit den eigentlichen Bauarbeiten – beginnend mit dem Kelleraushub. Entsprechendes Gerät zum Setzen von Spundwänden wurde angeliefert, wie die Fotos von heute zeigen.
Derzeit werden an den Begrenzungen der späteren Baugrube im engen Abstand Löcher gebohrt und Stahlträger in den Boden gelassen. Daraus werden später Spundwände entstehen, welche die Baugrube stabilisieren und u.a. ein Abrutschen der umliegenden Häuser verhindern. Die beiden Häuser, die aufgestockt wurden, wurden bereits vor einiger Zeit eingerüstet.
13./14.05.2020: Ratatazong, ratatazong. Weg ist der Balkon!
Bei den beiden zu sanierenden und aufzustockenden Häusern werden gerade die Balkone abgefräst. Die Architektenpläne zeigen die sanierten/aufgestockten Häuser mit Balkonen, gehen wir also davon aus, dass wieder Balkone kommen. Die ersten drei Fotos stammen von Harry Weber. Vielen Dank, dass ich die Fotos zeigen darf!
Zwei Neubauten? Oder doch nicht? (Update 15.05.2021)
Die Sanierung und Aufstockung sind bald abgeschlossen. Die beiden Häuser sind nicht wiederzuerkennen. Man glaubt, Neubauten vor sich zu haben. Zusammen mit dem wirklich Neubau glaubt man drei neue Häuser vor sich stehen zu haben. Ein Vergleichsfoto zeigt, wie es früher aussah. Das zweite Foto (von heute) und das dritte Foto (2018) sind vom etwa selben Standpunkt entstanden.
Bei den aufgestockten Häusern wurden die neuen Balkone montiert, die zwar jetzt nicht mehr ums Eck gehen, aber dafür teilweise erheblich tiefer ausgefallen sind als früher. Stellenweise wird noch an der Fassade gearbeitet.
Bei Sanierungen kann man meist auf einen Kran verzichten. Doch in Neuperlach Ost ist von weitem schon ein Kran zu sehen. Es scheint sich also um etwas Größeres zu handeln. Nein, es ist kein Neubau. Vielmehr werden in der Kafkastraße, Höhe Tucholsykstraße, gegenüber der Kirche St. Philipp Neri, zwei derzeit achtstöckige Wohnhäuser (Baujahr 1972) um ein Geschoss aufgestockt. Es entstehen insgesamt vier zusätzliche Dachterrassenwohnungen mit jeweils rund 100 m² in gemischter Ziegel- und Betonbauweise. Es gibt dabei auch eine soziale Komponente. Mit der vereinbarten Mietpreisgarantie müssen die Bewohner keine unerwarteten, drastischen Mieterhöhungen befürchten.
Man darf sich fragen, ob der enorme Aufwand der Aufstockung für nur vier zusätzliche Wohnungen gerechtfertigt ist. Aber da das Dach ohnehin undicht und damit sanierungsbedürftig war, entstand die Idee, die Gelegenheit zu nutzen und noch ein Geschoss aufzusetzen. Schließlich ist der Bedarf an Wohnraum enorm. Da die beiden Häuser damit zu echten Hochhäusern werden (bei der üblichen Neuperlacher Geschosshöhe ist die Grenze in der Regel mit dem 9. Stockwerk, also dem 10. Geschoss, überschritten), sind verschärfte Vorschriften insbesondere beim Brandschutz zu beachten. Auch gibt es inzwischen bei der Wärmedämmung erhöhte Anforderungen. Dies alles bedeutete sehr intensive Verhandlungen. Oft scheitern solche Projekte am Widerstand von Eigentümern, Bewohnern, Nachbarn und Behörden. Doch hier hat es geklappt. Damit findet nun eine der ganz wenigen Aufstockungen statt, die es bislang in Neuperlach gegeben hat.
Das Projekt ist so spannend, dass ich mir das vor Ort mal anschaue. Der Projektleiter der ausführenden Planungsgruppe Hochbau empfängt mich. Auf dem Rasen liegen vormontierte Platten aus Ziegeln. Sie sehen aus wie Wände, doch ich werde aufgeklärt, dass diese der neue Boden des zusätzlichen Geschosses werden.
Mit dem Behelfslift am Gerüst geht es auf das Dach. Die oberste Schicht des alten Daches wurde abgetragen. Das Dach war wie erwähnt undicht und war bereits mehrfach notdürftig geflickt worden. Tragfähig für ein zusätzliches Geschoss wäre es ohnehin nicht gewesen.
Die Umrisse der Wohnungen sind bereits zu sehen. In die Aussparungen wird schwarzes Dämmmaterial, das an Kohle erinnert, eingefüllt. Tatsächlich handelt es sich um Foamglas (Schaumglas), das extrem leicht ist. Die neuen Böden werden dann darauf gesetzt und mit Beton vergossen. An einigen Stellen ist es bereits passiert, wie die Bilder zeigen. Die bestehende Attika als Abschluss der entstehenden Dachterrassen muss erhöht werden, die Vorschriften wollen das so.
Die Aufzüge werden bis ins neue oberste 9. Stockwerk fahren. Heutige Aufzüge benötigen keinen Maschinenraum mehr, der ein Geschoss über das Dach hinaussteht. Daher muss der bestehende Maschinenraum nur minimal erhöht werden, um ein zusätzliches Geschoss zu bedienen.
Bewohner profitieren: Neuer Aufzug schneller und halbe Treppe im Erdgeschoss entfällt
Bild 7: Blick auf das Marx-Zentrum (19.06.2017) Thomas Irlbeck
Für die bestehenden Bewohner hat der Umbau Vorteile: Denn es wird ein neuer, schnellerer Lift eingebaut. Und nicht nur das: Bislang musste man im Erdgeschoss ein halbe Treppe nach oben steigen. Erst von dort – im Hochparterre – startete der Lift. Nun wird er auch auf Straßenniveau halten. Gerade für Ältere, Familien mit kleinen Kindern und Menschen mit körperlichen Einschränkungen ist das eine erhebliche Verbesserung.
Wenn man derzeit das Haus betritt, steht man zunächst vor dem Aufzugschacht, aber letztlich nur vor einer Wand. Man muss erst ein paar Stufen raufsteigen und steigt dann von der gegenüberliegenden Seite in den Lift.
Das bedeutet aber, dass der bestehende Aufzugsschacht wie gemacht ist für einen Umbau, so als hätte der Architekt Visionen gehabt. Man fräst vorne – auf Straßenniveau – eine zusätzliche Türe rein. Ganz so einfach ist es natürlich nicht, da an dieser Wand das Gegengewicht der Fahrstuhlkabine läuft. Niemand möchte von so etwas geköpft werden. Daher muss das Gegengewicht an die Seite verlegt werden. Die Fahrstuhlkabine bekommt logischerweise zwei gegenüberliegende Türen, die zusätzliche ist dann für den neuen Halt im Erdgeschoss (Straßenniveau) vorgesehen.
Bild 1: Dauerbaustelle der Griechischen Schule in München (01.04.2017). Foto: Lesereinsendung
Aktueller Stand (2020): Die Griechische Schule wurde nie fertiggestellt und ab Ende 2019 abgerissen. Der Artikel ist als Chronik der Ereignisse zu verstehen.
Der BER-Flughafen ist nichts dagegen. Zumindest was die Bauzeit betrifft. Denn die Griechische Schule in unserem Nachbarstadtteil Berg am Laim an der Hachinger-Bach-Straße 14a (einige Quellen sagen abweichend Hausnummer 19), Höhe Langkofelstraße (am FC Phönix), wird voraussichtlich nie fertig werden. 2001 übernahmen die Griechen das Grundstück, das neben dem Michaeli-Gymnasium liegt. Aber erst 2014 begannen nach langen bürokratischen Querelen und Stillständen endlich die Bauarbeiten. Im Juni 2016 sollte der Rohbau stehen, aber der Bau ist bis heute nur wenig über das Erdgeschoss hinausgekommen (Fotos). Da Griechenland sämtliche Fristen überschritten hat, gehört das Grundstück nun wieder der Stadt München. Die Stadt will das Gebäude nun abreißen, was aber nun an einem Schloss scheitert. Den Schlüssel dazu wollen die Griechen nicht rausrücken. Die Griechen sagen, sie hätten das Grundstück so lange in ihrer Hand gehabt, dass es weiterhin zu ihrem Hoheitsgebiet zähle.
Sogar der Bis-vor-kurzem-Außenminister Frank-Walter Steinmeier wurde eingeschaltet, der daraufhin den Griechen als Ersatz das Gelände der Bundesmonopolverwaltung für Branntwein am Leuchtenbergring angeboten hat.
Nun drohen die Griechen mit dem Äußersten: vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu gehen. Die Stadt München widerspricht der Auffassung der Griechen, das wäre griechisches Hoheitsgebiet, denn es handle sich nicht um ein Botschafts- oder Konsulatsgelände.
Auch der BR berichtet (18.05.2017) und verrät Erstaunliches. Das Fundament ist nicht nach bayerischen, sondern griechischen Standards gebaut – das heißt erdbebensicher!
„Griechische Schule München: Es bleibt nur ein Trümmerfeld“ (Update 14.01.2020)
Das berichtet die Abendzeitung. Auf dem Gelände wird nun das Michaeli-Gymnasium erweitert. Auch für 400 griechische Kinder wird Platz sein, die Stadt vermietet entsprechende Räume an die Griechen.
Unterkünfte für Geflüchtete aus der Ukraine (März 2022)
Noch wurde mit dem Neubau nicht angefangen. Nun wird der Platz erst einmal zur Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine genutzt. Es entstehen vier Leichtbauhallen mit insgesamt bis zu 400 Bettplätzen. Der Baubeginn ist eben erfolgt.
Unser pep (Perlacher Einkaufs-Paradies) wird größer und schöner. Wenn aber das Grundstück schon ausgereizt ist, wird es schwer, mehr Läden und Ladenfläche unterzubringen. Doch man hatte hier eine gute Idee: Das Parkhaus Nord war marode. Anstatt es zu sanieren oder es eins zu eins neu zu errichten, konstruiert man den Nachfolgebau nun mit zusätzlichen Etagen. So hat man ein würdiges Nachfolgeparkhaus und gleichzeitig Platz für weitere Ladenflächen. Es entstehen 7.900 m2 zusätzliche Verkaufsflächen Der Textil-Discounter Primark soll hier einziehen (dieser erhält mit 6.000 m² den Löwenanteil), die Drogerie Müller sowie weitere Läden und auch Gastronomie. Das alte pep-Konzept der zwei oberirdischen Etagen (Erdgeschoss und erstes Stockwerk) wird aufgegeben, der Erweiterungsbau wird auf drei oberirdischen Verkaufsetagen basieren, bietet also noch zusätzlich ein 2. Verkaufsstockwerk.
Die Bauarbeiten sind bereits im vollen Gange. Das alte Parkhaus wurde ab März 2016 abgerissen (Neuperlach.org berichtete), jetzt zieht man gerade den neuen Bau nach oben. Die Bilder zeigen den Stand der Bauarbeiten.
Es soll aber nicht nur neu gebaut werden, sondern auch das bestehende Gebäude modernisiert und aufgehübscht werden. Konkret sollen Decken, Beleuchtung und Möblierung erneuert werden.
Inwieweit das pep das größte Münchner Einkaufszentrum ist, gibt es unterschiedliche Angaben. In der Wikipedia heißt es, mit rund 120 Läden und 60.000 m² Nutzfläche sei das pep bereits heute das größte Einkaufszentrum Münchens. Die offizielle pep-Website gibt sich aber bescheidener und sieht das pep nur als das größte Einkaufszentrum im Münchner Osten.
Wie auch immer, nach der Erweiterung wird das pep auf jeden Fall das größte Münchner Einkaufszentrum sein. Eröffnung soll im Frühjahr 2018 sein. 135 Läden werden dann zum Shoppen einladen.
Es geht noch viel größer
Freilich gibt es noch viel größere Einkaufszentren. Das weltweit größte ist die Dubai Mall mit 1.200 Läden und 350.000 m². Die imposanten 95 Aufzüge und 150 Rolltreppen lassen ahnen, dass man hier nicht klein denkt. Aus Umweltgesichtspunkten wenig überzeugend ist jedoch die zum Einkaufszentrum gehörige Eislaufbahn, die auch bei 40 Grad Außentemperatur in Betrieb ist.
Die Wohnungsnot ist in München so groß wie noch nie, vor allem fehlt bezahlbarer Wohnraum. Da sind die Gewofag-Mietwohnungen, die derzeit in Neuperlach Süd an der Carl-Wery-Straße, Höhe Therese-Giehse-Allee, gegenüber dem Leonardo Hotel, entstehen, eine Bereicherung. Die 438 Wohnungen werden sozial gefördert, wobei verschiedene Fördermodelle zum Einsatz kommen. Der größte Teil der Teil der Wohnungen fällt unter den KMB (Konzeptioneller Mietwohnungs-Bau), ein weiterer Teil der Wohnungen basiert auf dem Modell München-Modell-Miete und beim Rest kommt eine einkommensorientierte Förderung zum Tragen. Bei den KMB-Wohnungen gelten keine Einkommensgrenzen, sodass sie für alle Münchner interessant sind, dennoch werden diese Wohnungen über 60 Jahre verhältnismäßig günstig vermietet. Denn in dieser Zeit ist garantiert, dass die Miete nur im Rahmen der Anpassung an den Verbraucherpreisindex erhöht wird.
Doch leider gibt es mit dem Bauvorhaben derzeit mächtig Ärger. Wie die Abendzeitung berichtete, darf der südliche Gebäudekomplex (WA2) vorerst nicht weitergebaut werden. Nachbarn hatten geklagt, weil die Stadt die Gebäude nicht wie ursprünglich geplant bei sechs Geschossen belassen, sondern teilweise auf acht Geschosse aufgestockt hatte. Dabei seien laut Gericht unter anderem Mindestabstände überschritten worden. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) wehrt sich gegen Kritik seitens der CSU, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Reiter bringt dabei unter anderem vor, dass die Aufstockung der beiden Gebäude von sechs auf acht Geschosse auch von den CSU-Stadträten im Gewofag-Aufsichtsrat beschlossen worden sei.
Der Komplex WA1 (nördlich) ist nicht betroffen. Hier gehen die Bauarbeiten weiter und es bleibt entsprechend bei acht Geschossen.
Hoffen wir einmal, dass der teilweise Baustopp bald aufgehoben werden kann, aber erfahrungsgemäß ziehen sich solche Umplanungen oft stark in die Länge. Etwaige weitere Gerichtsverfahren könnten weiter auf die Bremse treten. Eine etwaig geänderte Planung soll so erfolgen, dass auch der südliche Komplex WA2 mit acht Geschossen errichtet werden kann. Die Fotos zeigen die Baustelle und sind gestern, am Sonntag, den 26.02.2017, entstanden.
Update (24.06.2017)
Es soll nun einen Kompromiss mit gestaffelter Höhe geben. Der Nordbau soll sechs bis acht Geschosse erhalten, der Südbau zwischen zwei und sieben. Es sollen 376 Wohnungen entstehen statt 422 (anderen Quellen zufolge waren es 438). In den ältesten Planungen mit sechsgeschossiger Bauweise waren es noch 327 Wohnungen. Das Ziegelrot verschwindet zugunsten eines weißen Anstriches, damit der Bau nicht so dominant wirkt.
Die beiden Wohnblöcke nähern sich der Fertigstellung. Auf der Südwestseite ist die Fassade schon sehr weit fortgeschritten. Auch die Frage, die jüngst an mich herangetragen wurde, ob es Balkone geben werde, wird beantwortet: Ja, es gibt welche, genau genommen sind es sogar Loggien, die nach meinem Empfinden aber ruhig noch etwas breiter hätten ausfallen können.
Nun ist auch die Vorderseite so weit fertiggestellt (zur Rückseite siehe weiter oben, dass das Gerüst abgebaut werden kann. Mächtig und wie eine Wand wirkt der Bau, sodass ihn manche schon als neue Chinesische Mauer bezeichnen. Hat der Bau dieses eher nicht nett gemeinte Attribut verdient?
Bild 1: Brañtwein Breñerei (Februar 2010). Foto: Roman Ludwig
Wer die Nachbargemeinde Putzbrunn von früher noch kennt, dem ist das Gebäude ein Begriff: die Brañtwein Breñerei Putzbrunn e.G., die sehr prominent an der Hauptstraße des Orts lag (genauer Münchner Straße/Übergang Glonner Straße) – übrigens gegenüber dem Haus, das ich wegen der Ähnlichkeit mit dem Extraterrestischen gerne E.T.-Hochhaus nenne. Die Bushaltestelle, die sich dort befindet, heißt bezeichnenderweise „Brennerei“. Oft geben so markante Gebäude ganzen Ortsteilen ihren Namen (wie die Michaeliburg etwa).
Bild 2: Brañtwein Breñerei (Februar 2010). Foto: Roman Ludwig
Im August 2014 wurde die Brañtwein Breñerei abgerissen (Bild 3), der Schornstein stand noch kurze Zeit (Bild 4).
Das Gebäude hatte nach meinem Empfinden durchaus Charme, war nicht unästhetisch. Das Problem ist, es stand nicht unter Denkmalschutz. Laut Wikipedia sind in Putzbrunn nur die Kirche St. Stephan und das Kleinbauernhaus denkmalgeschützt.
Da ich das Gebäude der Brañtwein Breñerei nicht näher kenne, möchte ich mir kein Urteil anmaßen, ob der Abriss sinnvoll oder notwendig war, ob man nicht aus dem Gebäude durch einen Umbau noch etwas hätte machen können. Aber es ist dennoch schade, da ein Identifikationsmerkmal verlorengegangen ist.
Gebäude geben Orten ein Gesicht, sie liefern Halt und Orientierung. Zu viel Veränderung lässt Orte fremd werden, zumal oft Einheitsarchitektur nachkommt, die überall in Deutschland und darüber hinaus stehen könnte.
Immerhin hat die Gemeinde beschlossen, das Nachfolgegebäude, das als Wohnhaus dienen wird, an der alten Brennerei zu orientieren. So bleibt der Eingang des Ortsbildes zumindest einigermaßen erhalten. Der Betrachter mag an den folgenden Bildern entscheiden, ob das gelungen ist:
Was mir gar nicht gefällt, ist, dass die Klinkerfassade nur in der Front beibehalten wurde. Die Seite des Hauses (Garagenbereich) ist dagegen Weiß gestrichen. Dass das Haus breiter als der alte Bau geworden ist und der zusätzliche Teil in Weiß weitergffeührt wird, erhält zumindest optisch die früheren Proportionen.
Brañtwein Breñerei – Schreibfehler?
Detailansicht: Keine Rechtschreibfehler!
Auf dem Firmenschild fällt auf, dass Branntwein und Brennerei mit nur einem „n“ geschrieben sind, was man als klaren Rechtschreibfehler deuten könnte. Wenn man aber genauer hinsieht, ist ein Strich auf dem „n“ (ñ). Diese heute nicht mehr sonderlich verbreitete Kennzeichnungsform (in Gestalt eines
Man nennt diese Linien auch Nasal– oder Reduplikationsstriche. Verdoppelt werden können mit dem Nasal-/Reduplikationsstrich (Nasal bedeutet schlicht Nasenlaut) entsprechend nur die Buchstaben „m“ und „n“, da diese – etwas vereinfacht ausgedrückt – die einzigen Nasenlaute sind.
Hinweis: Tilde (~) oder waagrechte Linie (-)?
Korrekt ist als Nasal-/Reduplikationsstrich im Deutschen eigentlich nur eine waagrechte gerade Linie über dem „n“ oder „m“. Der Webbrowser ist dazu in der Lage, dies darzustellen, aber es kann Probleme geben. Daher wird hier eine Tilde verwendet (ñ), das ist die spanische Variante. Aber ein Test: n̅ . Sehen Sie die korrekte Form?
Peter Wahrendorff, der 2011 tragischerweise verstorben ist, hat Neuperlach in der Anfangszeit in einem äußerst bemerkenswerten Film festgehalten. Alles beginnt damit, dass der Flieger landet – die Wahrendorffs ziehen von Berlin nach München. Es gibt Bilder vom Bau der Häuser, von den Rohbauten, den ersten Jahren. Nach Neuperlach fährt die Trambahn, dem Ostpark fehlen noch der Ostparksee und der Michaeligarten, dafür düsen Flugzeuge mit ohrenbetäubendem Lärm über den Park, und auf der fast schon vergessenen Sommersprungschanze legte der Nachwuchs respektable Hüpfer hin. All das ist längst Vergangenheit, aber dieses Video holt diese zurück ins Jetzt.
Hinweis zum Bild
Das Video hat im linken Bereich einen Bildfehler, also bitte nicht wundern.
Danke!
Ein ganz besonderer Dank geht an die Kinder von Peter Wahrendorff, die mir die Genehmigung erteilt haben, dieses eigentlich private Video hier zu zeigen.
Neuperlach 1968 bis 1975, Teil 1 von 2
Inhalt: Die Berliner kommen – Rohbaubesichtigung Okt. 1968 – Der längste Block in Neuperlach, der Z-Block – Südseite Quiddestraße – Blick nach Altperlach – Die Zugspitze hinter St. Michael – Stadtblick nach München – Blick vom Dach im 8. Stock – Münchenblick – Unsere Wohnung Quiddestraße – Beim Ausmessen der Steckdosen usw. – Neuperlach 1975 (eher 1971/1972!?) – Blick ohne Wohnring – Rundgang über unsere Spielplätze – Unser Perlach Mobile (auch als Raumspindel „Space Churn“ bekannt, der Verfasser) – Die Ständlerstraße noch ganz leer
Neuperlach 1968 bis 1975, Teil 2 von 2
Inhalt: Die LVA in Neuperlach – Schulzentrum an der Quiddestraße –, Unser Ostpark: noch kahl! – Mit eigener Sprungschanze – Damals gab es noch Flugzeuge im Ostpark! – Michaeligarten: Wo bist du? – Das war Perlach damals!
Hinweis zur Musik
Als musikalische Untermalung waren ursprünglich Stücke von Bert Kaempfert zu hören. Sie sind authentisch für diese Zeit. Leider musste die Originalmusik erst einmal entfernt werden, denn bei einem Test identifizierte YouTube Material von UMG. Da sich YouTube, die GEMA und UMG bis heute nicht auf eine Lizenzierung des Materials einigen konnten, verpasste YouTube dem Video eine Sperre für Deutschland. Das Video wäre daher nur mit Tricks in Deutschland zu sehen gewesen. Daher musste die Musik vorläufig durch lizenzfreie Musik ersetzt werden. Als Notbehelf war aber der Soundtrack aufgelistet, den man sich manuell nebenher laufen lassen konnte.
Soundtrack
1. Catalania
2:08
2. Wonderland By Night (Wunderland bei Nacht)
3:12
3. A Swingin’ Safari
3:06
4. Danke Schoen
2:40
5. Red Roses For A Blue Lady
2:20
6. Moon Over Naples (Spanish Eyes)
2:36
7. Remember When
2:59
8. Strangers In The Night
3:20
9. Mister Sandman
2:30
10. Something
2:42
Alle Titel sind auf dem Album „Colour Collection“ enthalten, das es bei Amazon als CD gibt.
Originalmusik ist zurück (Update 2025)
Jetzt aber endlich gibt es den originalen Soundtrack im Video.
Inzwischen sind eine ganze Reihe von Gebäuden verschwunden, die unser Neuperlach geprägt haben. Etwa der ehemalige Sitz der Neuen Heimat am Plett-Zentrum nebst integriertem Ladenzentrum, das Bürohaus Peschelanger 3 und die Kleiderfabrik „Bruestle Textilien“ an der Nawiaskystraße. Auch die Kirche St. Jakobus am Quidde-Zentrum nebst zugehörigem Kindergarten ist dem Abrissbagger zum Opfer gefallen. Am Standort der Kirche wurde der neue Kindergarten gebaut. Dort, wo sich der Kindergarten befand, entstand das neue St. Jakobus. Beide tauschten also gewissermaßen die Plätze. Der neue Bau ist weit kleiner, um der sinkenden Zahl an Kirchengängerm gerecht zu werden, und wurde zunächst als Kapelle geplant, aber dann doch als Kirche eingeweiht (2019): Reinhard Kardinal Marx weiht neue Kirche St. Jakobus am Quidde-Zentrum ein
St. Jakobus musste gehen, da der Bau marode geworden war. Erst einmal gab es massive Betonschäden, sodass eine sehr aufwendige Betonsanierung notwendig gewesen wäre. Sogar Einsturzgefahr wurde dem Gebäude attestiert. Ferner sollen die Dachträger den Anforderungen des Brandschutzes nicht mehr genügt haben. Erschwerend kam hinzu, dass der Bau mit Formaldehyd und Asbest belastet war, berichtete die Süddeutsche Zeitung am 10.03.2012. Eine Sanierung wurde aus Kostengründen verworfen. Es gab damals aber auch Stimmen, die behaupteten, der Zustand von St. Jakobus sei nicht so schlimm gewesen und das Gebäude hätte sehr wohl mit vertretbarem Aufwand gerettet werden können.
Bereits im Dezember 2011 wurde die Kirche aus Sicherheitsgründen geschlossen. Der Abriss begann im November 2012. Die Bilderstrecke zeigt St. Jakobus vor und während des Abrisses.
Abriss
Der Abriss ging schnell. Am 18. November wurde die erste Wand eingerissen, am 20.12.2012 war bereits fast nichts mehr übrig von dem Bau.
St. Jakobus vor dem Abriss (02.10.2012). Foto: Georg und Marcus Pantel„Hier stirbt die Kirche“ ist zu lesen, wie wahr! (25.10.2012). Foto: Georg und Marcus PantelDas Gebäude sieht an dieser Stelle noch intakt aus, aber das täuscht … (18.11.2012) Foto: Benedikt Bast… denn die erste Wand ist bereits weg (18.11.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (18.11.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (21.11.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (23.11.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (23.11.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (23.11.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (25.11.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (25.11.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (25.11.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (26.11.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (03.12.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (03.12.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (03.12.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (03.12.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (03.12.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (03.12.2012). Foto: Georg und Marcus PantelAbriss St. Jakobus (07.12.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (07.12.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (07.12.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (16.12.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (16.12.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (16.12.2012) Foto: Benedikt BastAbriss St. Jakobus (20.12.2012) Foto: Benedikt Bast
Die neue Kirche
Am Ende darf der Nachfolger nicht fehlen. Die neue Kirche ist kleiner. Sie hat mit alten Bau den hohen Anteil an Sichtbeton (Brutalismus) gemeinsam.
Schon als Kind habe ich mich gefragt, woher denn die benachbarte Siedlung Michaeliburg (die heute teilweise in Trudering (Stadtbezirk Trudering-Riem) und teilweise im Stadtteil Neuperlach (Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach liegt) ihren Namen hat. Denn eine Burg hatte ich dort nie gesehen. Noch fast bekannter als die Siedlung ist das in der Nähe befindliche Michaelibad, welches das größte Freizeitbad von München darstellt. Es liegt zwar in Neuperlach, sein Name ist aber auch von der Michaeliburg abgeleitet.
Ich ging lange Zeit davon aus, dass es früher mal eine Burg gab, die schon lange nicht mehr existiert. Letzte Woche gab es im familiären Umfeld eine Erwähnung des Themas. Anlass waren neu angebotene Wohnungen in der Siedlung Michaeliburg. Damals konnte ich zur Entstehung des Namens Michaeliburg nichts beitragen außer Spekulationen.
Wie es der Zufall will, brachte am Montag der Pizzabote eine tz-Zeitung als Gratisangebot mit. Dort las ich, die Michaeliburg würde noch stehen, würde aber bald abgerissen werden. Das klingt spannend, aber auch traurig. Wie auch immer, es ist eine letzte Gelegenheit für Fotos.
Also machte ich mich auf die Suche. Die Burg sollte nach der Beschreibung in der Zeitung nur einen Steinwurf von meinem Haus entfernt sein. Immerhin befindet sich die Zehntfeldstraße, an der die Burg liegen soll, gleich hinter meinem Haus. Ich nahm den Ausgang in meinem Haus und schritt durch die Parkanlagen. Wenige Minuten später erblickte ich schon die Türme der Burg. Natürlich hatte ich das Gebäude schon mal gesehen, aber leider nicht genauer angeschaut und auch nicht als Burg eingestuft. Es ist ja auch eher ein „Bürgchen“ mit zwei „Türmchen“.
Laut dem tz-Artikel (30.06.2009, Seite 6) sei das Gebäude 1898 „angeblich“ vom Gastwirt Michael Neumeyer errichtet worden, der dort eine Gaststätte betrieben haben soll, was den Namen „Michaeliburg“ erklären würde (andere Quellen sagen „Obermayer“ oder „Obermeyer“). Das Haus habe Georg Seger gehört, dem Opa von Gabriele Strauß, die die Ex-Frau von Max Strauß ist (der bekanntlich wiederum der Sohn vom berühmten Franz Josef Strauß ist). Später sei das Objekt an Gabriele Strauß, ihren Bruder und eine Cousine gewandert. Vor sechs Monaten sei das Grundstück an den Unternehmer Pöttinger verkauft worden, der nun einen Neubau hinstellen will. Hier gäbe es nun Ärger, denn den Anwohnern ist die vorgesehene Bebauung zu dicht, es gäbe zu viel Beton und zu wenig Freiflächen und Grün. Allerdings sei die Bebauungsdichte bereits reduziert worden. Den Anwohnern ist es aber immer noch zu dicht. Vier Komplexe mit 23 Eigentumswohnungen sollen entstehen. Eine Modernisierung des Gebäudes wäre zu aufwändig. Die Burg sei nun nicht mehr zu retten, da sie nicht unter Denkmalschutz stehe.
Gabriele Strauß kenne das Gebäude aus der Kindheit. Die Geschichte mit der Gaststätte sei ein Märchen, meint sie, da sich im Haus lauter Ein-Zimmer-Wohnungen mit Küche und Klo auf dem Gang draußen befinden würden. Ihr Großvater, der Maurer war, habe das Gebäude gekauft und eine Baustoffhandlung aufgebaut. Er habe dann ein Logo entworfen, welches das Haus zeigt und diesem den Namen Michaeliburg gegeben – als eine Art Marketing-Gag.
Als ich die ersten Fotos schoss, sprach mich ein Anwohner an. Er behauptete, vieles, das in dem besagten Artikel stehen würde, würde nicht stimmen. Der Bauherr wäre ein anderer, er könne aber den genauen Bauherrn momentan nicht nennen. Laut dem Anwohner wurde das Gebäude ursprünglich als Jagdschloss errichtet. Die Remise wäre dann später abgerissen worden. Hinter dem Gebäude habe es einen Bauernhof gegeben. An dieser Stelle steht heute ein Lidl-Markt (Kreuzung Corinthstraße/Bajuwarenstraße/Zehntfeldstraße).
Ja, zumindest der Lidl-Markt ist nicht zu übersehen. Im Discounter einkaufen, im Schatten der Burg, das ist noch für kurze Zeit möglich.
Der Vorname „Michael“ des Burgbauers „Neumeyer“ (oder „Obermeyer“ bzw. „Obermeyer“) scheint auf den ersten Blick der Siedlung den Namen gegeben zu haben. Allerdings existiert seit 1900 in der Siedlung die Michaelikapelle, die St. Michael geweiht ist, was die Namenstheorie ins Wanken bringt.
Trivia zum Standort: Trudering? Perlach?
Auch noch interessant: Die Siedlung Michaeliburg lag schon von Anfang teils auf Perlacher und teils auf Truderinger Gebiet. Das Gebäude der Michaeliburg ist dabei Ersterem zuzurechnen. Das bedeutet, der Ort, an dem die Michaeliburg stand, gehörte früher zur Gemarkung Perlach, und so ist sie auch im Grundbuchamt eingetragen. Konkret sind dort die Grundstücke bis etwa zur Zehntfeldstraße unter Gemarkung Perlach verzeichnet. Nach dem Bau von Neuperlach und der Heinrich-Wieland-Straße sind die Stadtbezirksgrenzen entlang der Straße neu gezogen worden, sodass der Standort der Michaeliburg heute zum Stadtbezirk Trudering-Riem gehört.
Update 28.04.2011: Abriss und Nachfolger
Die Michaeliburg ist Geschichte. Knapp zwei Jahre nach Beginn der Entkernung ist es an der Zeit, mal nachzuschauen, ob das alte Burg einen würdigen Nachfolger erhalten hat. Ich würde sagen, nein, auch wenn das subjektiv ist. Der neue Bau ist ein Allerweltsbau. Schade, dass das historische Gebäude, das vermutlich der Siedlung den Namen gab, ein Opfer der Abrissbirne wurde.
In meinem Haus wurde heute ein Rollstuhllift eingebaut, der dem Haus zur Barrierefreiheit verhilft und die ersten 7 Stufen=rund 1,50 Meter vom Erdgeschoss zum Hochparterre überbrückt. Die Hausverwaltung sprach abwertend, mindestens aber unüberlegt von einem „Behindertenlift“ (siehe weiter unten – „Hintergrund – Schreiben vom Hausverwalter“). Die Anzahl der Fahrstühle erhöht sich auf damit im Haus auf 4. Neben diesem neuen Lift gibt es noch zwei normale Personenfahrstühle sowie einen Lastenaufzug.
Heute (19.11.2009) erhielt ich ein Schreiben von meinem Verwalter. Unter anderem wurde ich darüber informiert, dass in meinem Haus am rückwärtigen Eingang ein „Behindertenlift“ eingebaut werden solle. Dieser soll die ersten ca. 1,50 Meter zwischen Erdgeschoss und Hochparterre überbrücken und damit eine Barrierefreiheit herstellen. Der Begriff „Behindertenlift“ wird in den nachfolgenden Ausführungen des Verwalterschreibens durchgehend weiterverwendet.
Vor einiger Zeit empfahl mir ein Internetbekannter, dass man nicht mehr „Behinderter“ sagen sollte. Es hieße jetzt „Mensch mit Mobilitätseinschränkungen“. Recht hat er. Denn damit steht der Mensch wieder im Vordergrund und wird nicht auf seine Einschränkung reduziert. Der Bekannte kritisierte seinerseits noch mal die Terminologie, als eine Zeitung den Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl sprachlich in einen „Behindertenstuhl“ setzte. Warum spricht mein Verwalter nicht einfach von einem „Rollstuhlaufzug“?
Dass der Aufzug am rückwärtigen Eingang eingebaut wird, liegt daran, dass man nur dort auf das Niveau der Personenfahrstühle kommt, dieser Eingang liegt entsprechend höher. Beim Haupteingang muss man erst die Treppe außen überwinden und innerhalb des Hauses dann noch einmal ein paar Stufen. Somit bräuchte man gleich zwei Aufzüge.
Nach nur drei Jahren – Rollstuhllift soll wieder weg (29.11.2013)
Über drei Jahre sind nun vergangen, dass der Rollstuhlaufzug eingebaut wurde. Bezahlt wurden Anschaffung, Einbau und Wartung von Herrn N., einem Eigentümer, der große körperliche Einschränkungen beim Laufen hatte. Nur die Stromkosten wurden von der Eigentümergemeinschaft übernommen. Das Nutzungsrecht für den Lift erhielt ausschließlich Herr N.
Im Januar dieses Jahres verstarb Herr N. tragischerweise. Die Erbin hat nun angeboten, den Rollstuhllift der Eigentümergemeinschaft kostenfrei zu überlassen. Nur Wartungs- und Instandhaltungskosten seien von der Eigentümergemeinschaft zu tragen.
Für mich war klar, dass man den Lift übernehmen sollte. Zum Entsorgen ist er zu schade und es ist gut, wenn er da ist – für alle Fälle. Bei der gestrigen Eigentümerversammlung war der Rollstuhllift ein Tagesordnungspunkt. Die Verwalterin mahnt mit Recht, dass jeder von uns einmal auf den Rollstuhl angewiesen sein könnte.
Dennoch entwickelt sich eine sehr negative Stimmung im Saal gegen den Rollstuhllift. Ein Eigentümer weist darauf hin, dass der Rollstuhllift so gut wie nie verwendet worden und daher sinnlos sei. Dem wird entgegnet, dass Herr N. ihn sehr wohl benutzt habe – zumindest in den letzten Monaten, in denen er im Rollstuhl gesessen sei und nicht mehr auf Krücken gehen konnte. Der Eigentümer kontert, der Lift wäre an der falschen Hausseite eingebaut worden – nämlich am Hintereingang und nicht am Vordereingang.
Ich erwidere, dass es nicht anderes möglich gewesen sei, da nach der Türe des Haupteingangs (Südseite) im Flur noch einmal ein paar Stufen kämen. Die Fahrstühle wären so nicht barrierefrei zu erreichen gewesen. Der Hintereingang (Nordseite) ist dagegen höher und man steht nach dem Öffnen der Türe schon niveaugleich vor den Fahrstühlen.
Außerdem ist ja die Tiefgarage auf der Nordseite der Wohnanlage, die Südseite wäre noch weniger unpraktisch. Der Eigentümer beschreibt, wie umständlich der Rollstuhllift für Herrn N. gewesen sei. Aus der Tiefgarage habe Herr N. die normale Autorampe nach oben fahren müssen, da es sonst nur Treppen nach oben gebe. Dort sei er aber dann am anderen Ende der Wohnanlage rausgekommen und habe über die Lieferzufahrt quasi wieder zurückfahren müssen.
Ein anderer Eigentümer ruft „Wir übernehmen den Rollstuhllift nicht“ und muss sich belehren lassen, dass darüber alle Eigentümer abzustimmen hätten. Von verschiedenen Eigentümern wird auf die nicht geringen Wartungskosten hingewiesen. Außerdem könnte es ja mal gesetzliche Änderungen geben und dann müssten Sicherheitseinrichtungen für viel Geld nachgerüstet werden. Aufhänger dafür waren die Fahrstühle der Wohnanlage, die erst vor kurzem ausgetauscht wurden und jetzt mit einem Kabinenabrutschschutz versehen werden müssen.
Für mich ist das nicht überzeugend. Hin und wieder sehe ich einen Mann (Bewohner oder Besucher?), der im Rollstuhl sitzt und, da er keinen Schlüssel für den Lift besitzt, in einer strapaziösen und langwierigen Prozedur von seiner Begleiterin die Treppe „hinaufgestützt“ wird. Im Saal ist aber niemand, der nicht mehr Treppensteigen kann. Viele Eigentümer sind allerdings bereits jenseits der 70, da kann man nicht erwarten, dass es mit dem Laufen für alle Ewigkeit so gut funktionieren wird.
Dann kommt es, wie ich es vor Beginn der Versammlung nicht erwartet hatte. Mit gewaltiger Mehrheit wird der Antrag auf die kostenfreie Übernahme abgelehnt. Ich stimme mit „Ja“, aber ich bin fast der Einzige, der sich für die Übernahme ausspricht.
Nun wird der Rollstuhllift also demontiert und entsorgt. Es sei denn, es meldet sich noch jemand, der bereit ist, den Rollstuhllift in Eigenregie und auf eigene Betriebskosten zu übernehmen.
Update: Daraus wurde nichts, der Lift wurde entfernt.
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