Bruno Tamborino hat dankenswerterweise einen hervorragenden Gastbeitrag zur Geschichte und Architektur Neuperlachs geschrieben, speziell zu Neuperlach Nord. Er nimmt uns mit in die Planungen, beschreibt die Philosophie des Stadtteils und die besonderen Umstände wie Zeit- und Kostendruck. Neben allgemeinen Vorgaben und Entscheidungen, was etwa Bauhöhe, Baumaterialien und Baustil betrifft, gibt es die besonderen Entscheidungen und Einrichtungen, die zeigen, dass Neuperlach keine anonyme Betonwüste ist, sondern lebenswert und praktisch. Der Autor lässt uns an der Entstehung der ersten Bauabschnitte teilhaben, stellt die verschiedenen Haustypen vor und lässt uns verstehen, warum Neuperlach so aussieht, wie es anfangs aussah und wie es heute aussieht. Etwa warum man die Gebäude ursprünglich nicht bonbonbunt angestrichen hat und mit welchen Tricks man Restriktionen umging und es dabei dennoch schaffte, diese Maßnahmen so zu gestalten, dass für die Bewohner sogar oft ein Mehrwert herauskam. Tamborino beleuchtet auch kritisch neue Entwicklungen, speziell im Hinblick auf Sanierungen der in die Jahre gekommenen Bauten. Entstanden ist ein Artikel, der mehr in die Tiefe geht und keine reine Bildkollektion mit ein paar Anmerkungen aus Bewohner- oder Laiensicht ist, sondern auf vielfältige Aspekte, speziell der Wohnhäuser, eingeht.
Hinweis: Falls nur ein Auszug des Artikels zu sehen ist, einfach die Überschrift anklicken oder den Link … weiterlesen am Textende, dann erscheint der gesamte Artikel.
Thomas Irlbeck
Über den Autor Bruno Tamborino (*1969) lebte von 1974 bis 1987 in Neuperlach und hat mit starkem Interesse sämtliche Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen in Neuperlach Mitte und Nord erlebt, heute lebt er in Italien. Er hat ein kleines Privatarchiv, bestehend aus Fotos, Postkarten, Zeichnungen und Bauplänen, mit persönlichen Aufzeichnungen und war immer daran interessiert, was aus Perlach Nord am besten werden könnte. Er ist ab der 5. Klasse im Werner-von-Siemens-Gymnasium zur Schule gegangen und war deshalb täglich in Perlach Nord unterwegs. 1983 schlug er der Neuen Heimat einen Neuanstrich für ein Haus vor, dieser Vorschlag wurde dann in der lokalen Wochenzeitung HALLO veröffentlicht, aber nicht ausgeführt. Er hat auch ein Modell von einem Haus in Neuperlach gebaut und in Neuperlach 1985 ausgestellt und Daten für weitere Modellgebäude gesammelt.
An der Plettstraße (ca. 1989). Foto: Bruno Tamborino
Die folgenden Ausführungen sind auf Neuperlach Nord und Nordost und auf die Planungs- und Baujahre von zirka 1967 bis 1973 beschränkt. Neuperlach Nordost ist nur in seinen Teilen nördlich und westlich des Marx-Zentrum betroffen. Genauer genommen werde ich bestimmte Wohnhausgruppen behandeln, die ja wohl den Charakter Neuperlachs sehr stark prägen und die eine erkennbare architektonische Gruppe innerhalb Perlachs bilden. … → Architektur und Geschichte in Neuperlach weiterlesen
Eine moderne Legende ist, dass die Eskimos so viele Wörter für Schnee haben. Es sollen um die 100 sein, so ist es in manchen TV-Dokumentationen zu hören. Diese hohe Anzahl ist verständlich. Wenn eine Kultur so von Schnee und Eis geprägt ist, muss sie sich so vieler Wörter bedienen.
Oder etwa doch nicht? Tatsächlich handelt sich um einen Irrtum. Auf die 100 Wörter kommt man allenfalls, wenn man die Wörter aller Eskimo-Sprachen und alle Zusammensetzungen mit Schnee zusammenzählt. In anderen Sprachen findet sich im Allgemeinen eine vergleichbar hohe Anzahl an Wörtern für Schnee und Schnee-bezogene Ausdrücke. Im Deutschen etwa sind Harsch,Pulverschnee, Pappschnee, Sulzschnee, Griesel und Firn für bestimmte Arten an Schnee verbreitet.
Update: Kritik an der Bezeichnung Eskimo
Nachdem Kritik an der Verwendung des Begriffs Eskimo in diesem Artikel aufkam, die ich übrigens sehr ernst nehme, ein paar Worte dazu. Es ist richtig, dass es Bemühungen gab und gibt, den Begriff Eskimo zum politisch inkorrekten Wort zu erklären und zu ersetzen, vor allem durch Inuit. Nicht alle Eskimovölker sehen sich aber als Inuits, genauer sind nur die ein Inuktitut sprechenden Volksgruppen dazuzurechnen. Daher hat sich der Begriff Inuit nur teilweise als Ersatzsammelbezeichnung durchgesetzt. Da es hier um die Sprachen vieler arktischer Völker geht, wäre Inuit ohnehin als Bezeichnung verfehlt. Auch gilt die frühere linguistische Herleitung des Begriffs Eskimo aus der Sprache der Anishinabe ashkipok (Rohfleischesser) inzwischen als widerlegt, sodass der abwertende Charakter langsam verblasst. Ersatzweise wird nun die These vertreten, Eskimo leite sich etymologisch aus dem Wort aayaskimeew (Schneeschuhmacher) ab, das aus der Sprache der Cree stammt, einem nordamerikanischen Indianervolk.
Schnee in Neuperlach
Mit Neuperlach hat dies insofern zu tun, dass J. W. ein paar herrliche Schneebilder abgeliefert hat. Gestern hatte ich noch ein Streitgespräch (nicht mit ihm!), ob Neuperlach ein grauer oder ein grüner Stadtteil ist. Zumindest heute ist Neuperlach ein weißes Quartier.
Schnee in Neuperlach (20.01.2012) Foto: J. W.
Sonnenaufgang (21.01.2012) Foto: J. W.
Der Tag mit Neuschnee (21.01.2012) Foto: J. W.
Das weiße Neuperlach (21.01.2012) Foto: J. W.
Update
Gerhart H. hat noch zwei tolle Bilder aus einer Wohnanlage in Neuperlach Ost zu bieten. Vielen Dank für die Einsendung!
Der Abriss des Quidde-Zentrum verzögert sich. Das meldet die Wochenzeitung HALLO in ihrer heutigen Ausgabe „Neuperlach, Waldperlach, Neuperlach Süd“ auf Seite 2. Der Grund liegt darin, dass an einem neuen Entwurf gearbeitet wird. Bei der Auswahl und Art der Läden soll besser berücksichtigt werden, was bereits an Einkaufsmöglichkeiten in der näheren Umgebung vorhanden ist. Eigentlich sollte der Abriss noch im Frühjahr 2012 erfolgen (Neuperlach.org berichtete), jetzt aber scheint sich der Abriss auf frühestens im Laufe 2013 zu verschieben.
Die noch vorhandenen Einrichtungen im Quidde-Zentrum (Apotheke, Stadtsparkasse, Konditorei, Second-Hand-Laden, Schreibwarengeschäft, Frisör) bleiben bis auf Weiteres geöffnet. Allerdings stehen einige Läden bereits leer, der Mix Markt und die Stadtbibliothek sind bereits ausgezogen.
Kommentar
Das Einkaufsangebot im nahen Umfeld (das Life, das pep, der Penny auf der grünen Wiese gegenüber, der unfern liegende LIDL) ist eigentlich bekannt, und es gab keine großartigen Veränderungen. Warum ergibt sich jetzt die Einsicht, dass das Quidde-Zentrum (das neben Läden auch Wohnungen vorsieht) in der ursprünglich vorgesehenen Form am Bedarf vorbeigehen wird? Grundsätzlich ist es richtig, dass man lieber noch einmal umplant, bevor neue Leerstände produziert werden. Aber der keineswegs zufriedenstellende Status quo bleibt dadurch noch einmal erhebliche Zeit erhalten. Schon jetzt kann man im Quidde-Zentrum praktisch keine Lebensmittel mehr einkaufen, denn mit dem Mix Markt ging der letzte Supermarkt. Der Mix Markt hätte vermutlich noch geöffnet, wäre die Betreiberkette nicht von einem baldigen Abriss ausgegangen. Viele Bürger würden sich lieber ein renoviertes Quidde-Zentrum wünschen als einen Neubau. Das weiß ich aus zahlreichen Kommentaren und persönlichen Nachrichten. Immerhin gehen Gebäude, die zu den architektonischen Urgesteinen in Neuperlach gehören und eng mit dem besonderen Konzept der Satellitenstadt Neuperlach verbunden sind, unwiederbringlich verloren. Die Sanierung ist aber schon einmal politisch nicht gewünscht, weil man Wohnungen bauen will, die Wohnungsnot in München ist weiterhin groß. Auch wird damit argumentiert, dass eine Sanierung nicht wirtschaftlich sei und ohnehin nur ein Kompromiss, da ein Neubau leichter die Kriterien erziele, die man ein modernes Einkaufszentrum stelle, etwa Barrierefreiheit. Doch bei Letzterem war das Quidde-Zentrum durchaus seiner Zeit voraus. Zwar erfolgt der Zugang vom Parkplatz aus über eine steile Treppe, aber durch das Quidde-Zentrum führt das Neuperlacher Fußwegsystem. Dadurch wird das Zentrum ohne Treppen über nur sanfte Steigungen von zwei Seiten aus erschlossen (Richtung Hachinger Bach und Richtung Plett-Zentrum/U-Bahn Quiddestraße) und ist damit zumindest dort barrierefrei.
Wie schon mehrfach berichtet, entsteht am Grundstück Karl-Marx-Ring 48, das sich unmittelbar neben dem Marx-Zentrum befindet, wieder eine Tankstelle. Es wird eine JET-Tankstelle. Nachdem die letzten Tage schon Baufahrzeuge angerückt waren, wurde nun so richtig mit den Arbeiten angefangen. Manche Anwohner sehen es mit Freude wegen der Einkaufsmöglichkeiten im Tankstellenshop, andere mit gemischten Gefühlen. Der Baulärm ist das eine, der spätere Betrieb der Tankstelle, die lärmendes Publikum anziehen könnte, das andere.
Der Kiesberg ist bereits zu gewaltigen Höhen angewachsen. Laut Auskunft eines Arbeiters ist mit einer Bauzeit von ca. 4 Monaten zu rechnen. Dies ist aber nur eine nicht offizielle Schätzung!
Die Sonne geht auf, das Heizwerk Perlach am Karl-Marx-Ring läuft auf Hochtouren an diesem kalten, herrlichen Wintertag. J. W. war so früh auf, dass ihm diese Aufnahme gelingen konnte. Vielen Dank!
Sonnenaufgang mit Heizwerk Perlach (16.01.2012). Foto: J. W.
Gestern protestierten etwa 400 Demonstranten vor dem Amtssitz des Bundespräsidenten Christian Wulff. Sie hielten einer arabischen Tradition nach Schuhe hoch, um ihren Ärger und ihre Verachtung dem Bundespräsidenten gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Sie fordern den Rücktritt des Präsidenten, dem eine Reihe von Verstößen vorgeworfen werden – Ungereimtheiten bei seiner Hausfinanzierung sowie Drohanrufe bei Redaktionen, um eine unliebsame Berichterstattung zu verhindern. Manche sehen da einen Angriff auf die Pressefreiheit.
"Shoe for you, Mr. President!". Ob Wulff das mit dem Ausspruch "Der Islam gehört zu Deutschland" so gemeint hat, dass diese Tradition nun auch bei uns heimisch geworden ist? Foto: spreelichter.info / Lizenz siehe: flickr
Inzwischen breiten sich diverse Verschwörungstheorien aus, warum Wulff aus dem Amt gedrängt werden soll. Eine davon ist diese:
Kurz zusammengefasst hat sich Wulff in der Vergangenheit kritisch zum Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) geäußert. Es wird spekuliert, er könne einem möglicherweise verfassungswidrigen Vertrag zum permanenten Rettungsschirm die Unterschrift verweigern. Nun soll ihm mit der derzeit laufenden Enthüllung eine Lehrstunde erteilt werden, wie schnell man aus dem Amt fliegen kann. So soll der Präsident gefügig gemacht werden.
Selbst wenn da was dran wäre, was würde es bringen? Der Autor der Verschwörungstheorie will Wulff weiter im Amt sehen. Wenn Wulff nun den ESM-Vertrag unterschreibt, weil er nun keinen Widerstand mehr leisten darf, was ist dann gewonnen? Und warum soll er erst jetzt abgeschossen werden, wo er doch schon länger dazu schweigt und offenbar auf dem richtigen Kurs ist, den die dunkle Macht in Gestalt der internationalen Finanzwelt und der Europakommission fordert?
Verweigert Wulff seine Unterschrift und tritt dann ggf. doch noch zurück, würde man dies vor allem auf die laufende Affäre schieben, nicht auf sein Gewissen in puncto Verfassungstreue. Also wäre dies zumindest ein Ablenkungsmanöver, meint der Verschwörungstheoretiker.
Warum kann die viel einfachere Erklärung – Mitnahmementalität und menschliche Schwächen, die sich z.B. in Wutranrufen, unter anderem bei einer Redaktion, zeigen – nicht wahr sein? Warum muss da immer eine Verschwörung einer unheimlichen Macht dahinter stecken? Weil es interessanter ist. Wer will schon die triviale Erklärung hören, dass einer lediglich ein cholerischer Schnorrer sein soll? Findet sich mancher, der Theorien dieser Art aufstellt oder diese glaubt, vielleicht sogar selbst in seinem eigenen Charakter beschrieben und damit angesprochen? Dann muss es ja eine andere Wahrheit geben, der Bundespräsident kann ja nicht so sein wie man selbst, der ist größer und wichtiger…
Update: WulffPlag rekonstruiert Mailbox-Abschrift von Wulffs Anruf bei BILD
Guttenplag diente noch dazu, Plagiatsstellen in der Doktorarbeit eines Ausnahmepolitikers zu finden. Dann kamen weitere Plags dazu, die sich ähnlichen Aufträgen verpflichtet fühlten. Es ging immer um Plagiate.
Jetzt aber gibt es „WulffPlag“. Dieses Projekt hat einen ganz anderen Zweck. Es versucht, Wulffs umstrittene Mailboxnachricht, die er beim BILD-Chefredakteur Kai Diekmann hinterlassen hatte, anhand bereits bekannter Bruchstücke zu rekonstruieren:
Inzwischen hat man bereits einen schönen Teil zusammenbekommen, wie ich finde. Was es nicht alles nicht gibt!
Hinweis: Der Link zur Abschrift-Rekonstruktion führte seit kurzem zu einer leeren Seite, wodurch der Eindruck entstanden sein könnte, das Projekt wäre eingestellt worden. Dies ist aber nicht der Fall, allerdings hat sich die Adresse geändert. Sie wurde nun repariert.
Vor ein paar Tagen, am 2. Januar, ereignete sich vor dem pep ein schwerer Unfall. Gegen 18:50 überquerten zwei Buben, 14 und 15 Jahre alt, die Thomas-Dehler-Straße, um zum gegenüberliegenden Hanns-Seidel-Platz zu gelangen. Das Rotlicht der Fußgängerampel missachteten sie. Ein Automobillenker konnte den Buben nicht mehr ausweichen und erfasste beide frontal mit seinem BMW. Die Buben wurden dabei schwer verletzt, der 14-Jährige verstarb tragischerweise kurze Zeit später im Spital.
Beide Buben sollen durch Musikberieselung über Kopfhörer abgelenkt worden sein. Speziell dieser Unfall wurde nun in einer Nachrichtensendung eines großen Kölner Privatfernsehsenders neben anderen Unfällen dieser Art als Beleg verwendet, wie gefährlich Ablenkung durch Kopfhörer im Straßenverkehr sein kann.
Kopfhörerverbot für Fußgänger?
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der Fahrradfahrern gerne einen Helm aufsetzen will (Neuperlach.org berichtete), möchte im Gegenzug am liebsten Fußgängern im Straßenverkehr die Kopfhörer und Ohrstöpsel abnehmen. Momentan hält er sich noch mit einem Verbot zurück und belässt es bei Appellen. Tatsächlich haben die tödlichen Fußgängerunfälle stark zugenommen, um erschreckende 25 % innerhalb eines Jahres. Oft waren die Verunfallten durch Musik aus dem MP3-Player oder Handy abgelenkt. Besonders stark sind die Unfallzahlen bei den 15- bis 17-Jährigen gestiegen. Daraus wird ein Zusammenhang konstruiert, da genau dieser Gruppe jugendlicher Leichtsinn gepaart mit dem Konsum zu lauter Musik, die auch unterwegs gehört wird, nachgesagt wird.
Ein Verbot wäre ein weiterer Schritt hin zum Nanny-Staat. Regeln schützen dann den Bürger vor seinem eigenen, gefährlichen Handeln. Dazu muss der Bürger die Regeln aber erst einmal einhalten. Zwar spricht die mangelnde Akzeptanz und Kontrollierbarkeit nicht generell gegen ein mögliches Gesetz. Doch man darf sich hier fragen, wie der Nachweis gelingen soll, dass jemand zu laut Musik gehört hat. Das generelle Tragen von Kopfhörern oder Ohrstöpseln wird man ja kaum verbieten können. Ergo müssen zwei Dinge zusammenkommen: Die Kopfhörer oder Ohrstöpsel wurden erstens im Straßenverkehr bzw. an gefährlichen/belebten Orten getragen, und zweitens war die Musik zu laut eingestellt. Der Nachweis wäre zumindest prinzipiell erbracht, wenn ein Kopfhörer tragender Fußgänger auf Zuruf eines Polizisten nicht reagiert, weil er diesen eben nicht hören kann.
Im Wald wäre ein Kopfhörerverbot mehr als nur leicht übertrieben. Foto: Mista.Boos / Lizenz siehe: flickr
All das geht aber zu weit. Mit jedem neuen Verbot geht ein Stück Eigenverantwortung verloren, der Staat breitet seine schützende Hand aus und kann den Bürger dann bei Missachtung des Verbots doch nicht schützen. Ein Kopfhörerverbot für Fußgänger hätte aber immerhin den Vorteil, dass man leichter eine Helmpflicht für Fußgänger einführen könnte. Denn das Aufsetzen eines Integralhelms mit Kopfhörer wird doch eher schwierig. Allerdings gibt es einen kleinen Haken: Mit einem Helm auf dem Kopf hört man viel schlechter, und das gute Hören sollte ja eigentlich verbessert werden. So was aber auch!
Mit China hat das Ganze nichts zu tun. Aber es geht gewissermaßen auch um ein Reich, das in der Mitte von Neuperlach entstehen soll. Nach 30 Jahre Warten und Planen (und vor allem Warten) könnte es nun ein wenig weitergehen mit der Bebauung des Hanns-Seidel-Platzes. Das berichtet der Südost-Kurier in seiner Ausgabe vom 28.12.2011. Neuperlach würde dann 45 Jahre nach Bezug der ersten Wohnungen endlich sein Zentrum kriegen. Im ersten Quartal 2012 soll eine Bürgerbeteiligung für die Bebauung stattfinden. Der genaue Termin soll demnächst bekanntgegeben werden.
An dieser Stelle darf noch einmal kurz daran erinnert werden, was die Bürger an neuen Gebäuden und Plätzen erwartet. Detailliertere Infos gibt es im Artikel Ab in die Mitte – Neuperlach bekommt ein Zentrum.
Es sind die höchsten Gebäude in Neuperlach: die Zwillingstürme am Gerhart-Hauptmann-Ring nahe am Hanns-Seidel-Platz und damit auch unfern vom Einkaufszentrum pep.
Der linke Turm, der 17 Stockwerke (18 Wohnetagen) aufweist, wurde 1975 fertiggestellt. Eigentlich neigte sich damals die Zeit der Wohnhochhäuser in Neuperlach bereits langsam dem Ende. Doch Anfang der 1980er-Jahre wurde mit dem rechten Turm noch einmal ein Wohnhochhaus in Neuperlach gebaut. Es wurde 1982 fertiggestellt und ist gleichzeitig das derzeit letzte und höchste Hochhaus in Neuperlach. Mit 18 Stockwerken (19 Wohnetagen) ist der stolze Bau also noch mal ein Stockwerk höher als sein Zwillingsturm. Die Höhe mit Aufbauten liegt geschätzt bei 55 Metern. 2011 wurde der rechte Turm umfassend saniert.
30 Jahre nach dem letzten Hochhausbau in Neuperlach wird an der Plettstraße erstmals wieder ein Wohngebäude errichtet, das zumindest in die Nähe der Kriterien eines Hochhauses kommt. Das Gebäude, das als Ersatz für das alte Plett-Zentrum gebaut wird (Neuperlach.org berichtete), wird 7 Stockwerke (8 Etagen) haben und damit höchstwahrscheinlich die Kriterien für ein Hochhaus nicht ganz erreichen (der Fußboden des höchstgelegenen Aufenthaltsraums muss mehr als 22 Meter über der festgelegten Geländeoberfläche liegen; das ist in der Praxis ab 9 Stockwerken (10 Etagen) der Fall).
In einem Haus einer Wohnanlage in Neuperlach Nord an der Plettstraße haben es Leute ohne Schlüssel derzeit schwer, denn der Türöffner ist im gesamten Haus außer Betrieb. Und das bereits seit 1½ Wochen. Der Defekt wurde mehrfach der Hausverwaltung gemeldet, aber es geschieht nichts.
Eine schöne Wohnanlage an der Neuperlacher Plettstraße. Die Bewohner sind aber zum Großteil unzufrieden. Immer wieder kommt es dazu, dass dringende Reparaturen nur mit großer Verzögerung durchgeführt werden (Archivfoto). Foto: Franco und Manuel aus Neuperlach
Dies ist besonders unglücklich, da derzeit die Postboten die ganzen Weihnachtspakete anliefern möchten. Pizza- und China-Bringdienste stehen vor der gleichen Schwierigkeit, ebenso Besucher generell. Jedes Mal müssen die Bewohner ins Erdgeschoss, um die Türe manuell zu öffnen. Vorausgesetzt, die Boten oder Besucher sind nicht bereits entnervt abgezogen.
Die Probleme häufen sich. Der Austausch der Briefkastenanlage letztes Jahr war eine einzige große Panne. Eine ganze Woche stand die alte Briefkastenanlage auf dem Boden und die neue Anlage ließ auf sich warten. Doch da die Briefkastentüren zum Teil entfernt worden waren, weigerten sich die Postboten, die Sendungen in Fächer ohne Türe einzuwerfen. Einige Bewohner bekamen entsprechend tagelang keine Post (Neuperlach.org berichtete). Auch ist das Schloss zur Türe in den Müllraum, der von außen zugänglich ist, immer wieder defekt. Die Reparatur dauert jedes Mal Monate. Dem schließt sich dann eine kurze Phase an, in der das Schloss funktioniert. Dann beginnt das Spiel wieder von vorne. In den langen Intervallen ohne funktionierendes Schloss haben auch Unbefugte Zugang zu dem Raum und können dort ihren Müll abladen – auf Kosten der Eigentümer und Mieter. Bei einer Wärmedämmungssanierung wurden bestehende hochwertige Rollläden einfach entfernt und – in einer seltsamen Form der Entsorgung – in die Blumentröge geworfen. Erst auf Druck der Eigentümer wurden neue Rollläden auf Kosten der Eigentümergemeinschaft angebracht. Die Montage erfolgte unfachmännisch, Kabel wurden zum Teil nur provisorisch in die Steckdose gesteckt und quer durch den Raum gespannt, aber nicht hinter Leisten versteckt. Ein herbeigerufener Elektriker eines anderen Unternehmens meinte, es gehöre Mut dazu, so eine Installation zu hinterlassen.
Update
Heute, Mittwoch, den 21.12., nach ziemlich genau zwei Wochen, wurde nun der Türöffner endlich repariert. Kann es ein schöneres Weihnachtsgeschenk geben?
Im Marx-Zentrum gibt es beides: schöne und weniger schöne Seiten. Stephan Gelbmann hat ein eindrucksvolles HD-Video vom Marx-Zentrum erstellt und lässt die Bilder für sich sprechen. Das Ladenzentrum und die Wohnblöcke sind aus mehreren Perspektiven zu sehen. Viel Spaß!
Man sollte beim Spazierengehen immer eine Kamera dabei haben, denn es gibt immer was zu sehen. Meistens ergeben sich besten Motive aber dann, wenn man die Kamera vergessen hat. Heute war alles anders, ich hatte sie dabei.
Wer noch bei der Gymnastik im Park (in verschiedenen Münchner Parks) mitmachen will, es ist zu spät. Das Plakat sagt es, am 30. September war Schluss. Dafür hat man hier einen schönen Schaltkasten aufgestellt, im schönsten Warn-Orange. Er dient vermutlich für die Bauarbeiten der neuen Tankstelle am Karl-Marx-Ring 48 (Neuperach.org berichtete).
Die Pergola in meiner Wohnanlage ist nicht mehr zu retten. Auf der Eigentümerversammlung wurde ihr Abriss beschlossen. Es wird wegen der hohen Kosten keine neue Pergola aufgestellt. Der Blick auf dem nächsten Foto geht Richtung Tankstellengrundstück. Dieses ist hinter dem Holzzaun im Bildhintergrund.
In der Wohnanlage gibt es wunderschöne Flecken zu entdecken. Versteckt liegt ein herrlicher Rasen, ein Platz zum Erholen und Ballspielen. Hinter dem Holzzaun ist das Tankstellengrundstück.
Weniger idyllisch sind die Mülltonnenstandplätze. Bis voraussichtlich zum Sommer 2012 werden die Tonnen noch permanent im Freien stehen. Immerhin hat man nun auf die neuen Plastikmülltonnen umgestellt (EU-Norm!). Ist das kräftige, helle Blau nicht herrlich?
Ein Teil der Mülltonen steht nun am Fahrradständer vor dem Haus. Damit sollen die Wege im Winter verkürzt werden (Neuperlach.org berichtete). Es wird davon ausgegangen, dass im Winter ein Teil der Fahrradparkplätze nicht benötigt werde, da es zum Fahrradfahren viel zu kalt und zu glatt ist. Die unerschrockenen Radfahrer müssen mit den wenigen verbliebenen Fahrradparkplätzen auskommen.
Gerade erlebt: Eine Frau läuft auf dem Neuperlacher Fußwegsystem und redet ziemlich laut in ihr Handy. Es ist kein Deutsch, das da zu vernehmen ist. Ein Herr läuft wenige Meter entfernt von ihr und gibt lautstark von sich: „((Fluch, zensiert.)) In Deutschland wird Deutsch geredet!“.
Es wäre mir neu, dass es dafür eine Verpflichtung gäbe.
Leser-Hochstapeleien