Hochhaus-Cam

Außer Betrieb

Neuperlach Linienplan

Neuperlach Linienplan

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Fotografieren auf öffentlichem Grund strengstens verboten – auch ohne Personen auf dem Bild

Ich fotografiere ja bekanntlich gerne Baustellen. Nachdem es bereits zu einigen kleineren Vorfällen gekommen war und praktisch jedes Herausholen der Kamera nach kürzester Zeit in einem Konflikt endete, fand ich es besser, nur noch nach Arbeitsschluss Fotos zu machen, um keine Arbeiter zu provozieren. Eine vernünftige Sache? Mitnichten.

Zunächst aber noch eine Vorbemerkung: Ich habe Firmen-, Personennamen und Ortsangaben weggelassen und ich zeige Bilder, auch wenn sie völlig unkritisch sind, nur so weit, wie es mir erlaubt wurde. Ich möchte nicht, dass jemand Ärger kriegt oder seine neue Karriere schneller vorbei ist, als sie begonnen hat.

Genug der Vorbemerkung. Am Freitag bin ich um 19:30 zu einer Tankstellenbaustelle marschiert, laut Aufschrift werde bis ca. 19:00 gearbeitet. Folgerichtig schien die Tankstelle verlassen zu sein. Sie war auch schon abgesperrt. Also alles gut. Doch kaum hatte ich das erste Bild gemacht, waren auf einmal Jugendliche auf dem Bild, die ich erst im Sucher sah. Ich dachte, sie wären illegal auf der Tankstelle. Sie liefen auf mich zu, es waren mindestens fünf Jugendliche, vielleicht knapp zehn.

Sie fragten, ob ich sie fotografiert hätte. Ich sagte, das wäre wenn dann unabsichtlich gewesen. Als ich fotografierte, sei ja niemand zu sehen gewesen außer einer scheinbar leeren Tankstelle. Ich würde die Bilder mit Personen aussortieren, sagte ich. Das reichte ihnen nicht, sie forderten ein sofortiges Löschen der Bilder.

Ich sagte, es sei ja nicht mal klar, ob überhaupt Personen darauf seien. Die Bilder wären auf jeden Fall legal, weil niemand gegen seinen Willen fotografiert wurde. Dazu müsste er ja erst sagen, er wünsche keine Fotos. Da war aber das Bild schon gemacht. Ein Jugendlicher drohte, wenn ich nicht sofort die Bilder löschen würde, riefen sie die Polizei. Ich sah das gelassen, einer wählte dann die 110 und schilderte den Fall. Angeblich würde die Polizei gleich kommen. (Hier ist anzumerken, dass ich solche Bilder nicht veröffentlichen sollte, aber ein Löschen von Fotos und Zeigen der Kamera ist sicher nicht gerechtfertigt, wenn versehentlich Personen [noch dazu in vielen Metern Entfernung aufs Bild gelangt sind].) Mittlerweile wurde ich übrigens von den Jugendlichen in extrem unfreundlichen Ton aufgeklärt, dass sie legal auf der Tankstelle seien, sie würden bei der Einrichtung des Shops helfen.

Tankstellenbaustelle

Die neue Tankstelle wird nun in Bälde eröffnen. Schön ist sie geworden, nicht? Auf dringenden Wunsch des Pächters zeige ich nur so viel, wie er es erlaubt (11.05.2012) © Thomas Irlbeck

Inzwischen kam ein Mann heraus und beschimpfte mich. Ich solle abhauen, ich dürfe hier keine Fotos machen. Er sei der Pächter. Ich klärte ihn auf, es gebe Gesetze, ich dürfe von öffentlichem Grund (Fußweg der Stadt München, der zu dem Zeitpunkt nicht gesperrt war!) aus alles fotografieren (Panoramafreiheit), nur bei Personen gebe es Einschränkungen. Das Tankstellengrundstück hatte ich zu keinem Zeitpunkt auch nur mit der Zehenspitze betreten. Er sagte, hau ab! Nach kurzer, hitziger Diskussion stieg er über die Begrenzung. Ich warnte ihn, er solle keine Gewalt anwenden. Er beschimpfte mich immer heftiger. Er würde mich verklagen, wenn er ein Foto seiner Tankstelle im Internet sähe, auch wenn darauf keine Personen zu sehen seien. Es sei seine Tankstelle, und er dulde nicht, dass seine Tankstelle fotografiert werde. Die Jugendlichen riefen mir inzwischen immer unschönere Sachen zu, etwa „Du minderwertiges…“, ich hätte keine Familie und nichts zu tun und noch viel mehr. Fast zehn gegen einen. Ich wies darauf hin, dass ich keine Genehmigung bräuchte, aber dennoch im Kontakt mit Herrn xxxxxxxxxx* stehe (den Chef der Baufirma), der die Fotos begrüßen und erlauben würde.

Der Pächter meinte, Herr xxxxxxxxxx* sei ja inzwischen verstorben und außerdem interessiere ihn die Baufirma nicht. Dann wurde ich gegen meinen Willen mit dem Handy (mit Kameralicht!) fotografiert, also ein Beweisfoto angefertigt, dass ich mit Kamera vor der Baustelle stehe. Begründet wurde es damit, dass ich schließlich illegal fotografiert hätte, man würde also auch nur das Gleiche wie ich machen, somit könnte ich mich nicht auf das Persönlichkeitsrecht berufen. Ich erklärte den Unterschied, das eine seien allenfalls Personen als Beiwerk, und noch dazu unabsichtlich, wohingegen ich bewusst als Hauptmotiv abgelichtet wurde. Nur Letzteres sei illegal. Doch die Beschimpfungen gingen weiter. Ich bot dem Pächter ihm an, er solle die Polizei holen, damit diese ihm sagen kann, dass ich hier fotografieren darf. Ein Jugendlicher meinte, die Polizei sei ja schon unterwegs.

Offenbar ist es nun auch schon ein Schwerverbrechen, eine offensichtlich verlassene Baustelle nach Bauarbeiter-Feierabend von öffentlichem Grund aus zu fotografieren. Der Pächter wolle mich hier nicht wieder sehen. Das heißt nicht mehr auf dem Gehweg stehenbleiben und vor allem keine Fotos machen.

Ich versuchte, den Pächter zu beruhigen, er solle seine Position überdenken. Meine Aktion sei völlig legal, ganz nebenbei seien die Fotos und Berichte ja auch eine Art Werbung für ihn. Er meinte, wenn er Werbung wolle, würde er jemand beauftragen, da bräuchte er nicht mich dazu. Das verstehe, wer will. Offenbar möchte der Pächter, indem er sich geschäftsschädigend verhält, einen Erfolg unbedingt und konsequent vermeiden, notfalls auch durch individuelle Auslegung bestehender Gesetze. Nach rund zehn Minuten weiterer Diskussion packte ich die Kamera ein und ging. Ein sehr unsympathischer Mann, der meiner Einschätzung nach kurz davor war, auf mich einzuprügeln, aber sich dann noch beherrschen konnte. Die Polizei kam nicht, ich tippe auf einen Fake.

Wie hättet ihr euch verhalten? Ich habe den Eindruck, die unschönen Ereignisse werden immer häufiger (oder ist das alles Zufall)? Die Polizei (selbst) anrufen bringt ja nichts, wie ich inzwischen weiß. Die interessieren sich erst dafür, wenn schon körperliche Gewalt angewendet wurde. Aber was kann man dann tun? Einfach weitergehen und alles hinnehmen?

So, abschließend wünsche ich dem sympathischen Pächter viel Erfolg. Ich werde dort jedenfalls kein Kunde werden, hätte ohne seine Gastfreundschaft da sicherlich ein paar Hundert EUR im Jahr gelassen. Aber wer nicht will, der hat schon. Außerdem muss ich ohnehin damit rechnen, dass ich beim Versuch, dort einzukaufen, hochkant vom Grundstück fliege. Ein Hausverbot ist meines Erachtens sogar völlig rechtens, selbst wenn die Gründe dafür extrem weit hergeholt sind. Aber begründet muss es auch gar nicht werden, oder?

Noch ein Schlusskommentar: Wie sich später herausstelle, waren auf den Bildern tatsächlich Personen zu sehen. Fünf Jugendliche sowie ein Arm an einer anderen Stelle, offenbar der des Pächters. In normaler Auflösung ohne Vergrößerung kann man niemand erkennen.

Revitalisierung des Sudermann-Zentrum (Update 10.05.2012)

Die Subzentren in Neuperlach sind weitgehend tot, die fußläufige Nahversorgung ist schon lange nicht mehr sichergestellt. Regelrecht verwaist sind vor allem das Sudermann-Zentrum und das Quidde-Zentrum.

Doch in das Sudermann-Zentrum kommt endlich Bewegung (Neuperlach.org berichtete). Mit einer Revitalisierung werden Ladenzentrum und Wohnungen umfassend saniert. Auch Läden sollen zurückkehren, sodass wieder eine Nahversorgung erzielt wird. Auf der Bautafel ist ein EDEKA-Markt abgebildet ist. Ob dieser exemplarisch zu sehen ist oder tatsächlich schon ein Pachtvertrag existiert, wollte die Firma BARTELS noch nicht kommentieren. Warum der Abriss des Flachbaus abgeblasen wurde und dieser doch nicht durch einen dreigeschossigen Neubau ersetzt wird, sondern stattdessen renoviert und umgebaut wird, war ebenso noch nicht in Erfahrung zu bringen. Die Arbeiten am Flachbau laufen seit Tagen. Es wird dann wieder das Stadtteilbüro dort einziehen. Arbeiten an den anderen Gebäuden waren heute noch nicht zu beobachten, von einigen Bodenarbeiten vor dem alten REWE-Markt abgesehen.

Die eigentliche Revitalisierung des Sudermann-Zentrum soll im Oktober 2012 abgeschlossen sein. Das bedeutet für die Anwohner, noch ein halbes Jahr im pep oder wo anders einkaufen zu müssen. Das ist immerhin ein überschaubarer Zeitraum.

Revitalisierung Sudermann-Zentrum

Revitalisierung Sudermann-Zentrum (02.04.2012). © Thomas Irlbeck (Handycam)

Revitalisierung Sudernann-Zentrum

Revitalisierung Sudermann-Zentrum. Hier werden die Decken erneuert, ganz hinten im Eck wird der Supermarkt (Ex-REWE) renoviert (25.04.2012) © Thomas Irlbeck

Update (08.05.2012)

Inzwischen laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Der Supermarkt (Ex-REWE) wird offenbar gerade nach vorne hin vergrößert. Dies halte ich für eine lobenswerte Sache. Denn die ursprüngliche Ladenfläche war für einen Supermarkt arg klein. Damals gab es die Skurrilität, dass die Getränke in einem Personalraum (!) angeboten wurden, dessen erste Meter die Kunden ausnahmsweise betreten durften, aber nur zu dem Zweck, eben Getränke einzuladen. Da kann es nur von Vorteil sein, wenn etwas mehr Ladenfläche zur Verfügung steht. Allerdings habe ich bis heute keine definitive Bestätigung, wie viele Supermärkte wieder ins Sudermann-Zentrum einziehen werden.

Die alten Deckenelemente der Galerien wurden an mehreren Stellen abgenommen und werden wohl bald durch neue ersetzt, auch wurde durch neue große Beschriftungen deutlich gemacht, dass hier überhaupt das Sudermann-Zentrum ist (Identifikation!). Zwei weitere Läden (zwischen dem KiK und dem Euro-Shop) wurden komplett entkernt. An vielen Stellen wird gearbeitet, es ist nun richtig Schwung in der Sache.

Revitalisierung Sudermann-Zentrum, Vergrößerung Ex-REWE

Der Ex-REWE wird vergrößert (08.05.2012). © Thomas Irlbeck (Handycam)

Update (10.05.2012)

So schnell kann es gehen, schon sind die Räume des Ex-REWE größer und einen neuen Eingang hat er auch. Wie man am Türgriff unschwer erkennen kann, kommt der KiK in den Laden rein. Aber, keine Angst, es soll auch einen Supermarkt geben. Laut Bautafel kommt der Supermarkt dorthin, wo jetzt der KiK ist. Dessen alte Räume werden dazu deutlich vergrößert.

Vergrößerung Ex-REWE Sudermann-Zentrum

Die Räume des Ex-REWE wurden vergrößert (10.05.2012) © Thomas Irlbeck (Handycam)

Weitere Bilder auf Facebook:

Bilderalbum Revitalisierung Sudermann-Zentrum

Abriss Plett-Zentrum – das Finale

Abriss Plett-Zentrum

Der letzte Rest des Plett-Zentrum (04.05.2012). © Thomas Irlbeck

Weitere Bilder auf Facebook, dort gibt es unter anderem einen seltsamen Stellplatz und Bilder aus der Vogelperspektive:

Zum Bilderalbum

Mehr zum Plett-Zentrum (Geschichte des Baus)

Plett-Zentrum – was kommt danach? (Planungen des neuen Baus)

Pizzalieferung ins Nichts

Bringdienste sind eine feine Sache, sie liefern inzwischen Spezialitäten aus aller Welt, nicht nur die klassische Pizza. Ab und zu bestelle ich, schon seit Jahren, grundsätzlich über das Internet. Ich ließ mir die Gerichte immer an meine Adresse am Karl-Marx-Ring liefern. Probleme gab es selten. Zwischenzeitlich legte ich eine zweite Lieferadresse an und ließ mir dorthin in die Plettstraße im März ein paar Mal die feinsten Speisen schicken.

Dann, im April, wählte ich für eine weitere Bestellung wieder die ursprüngliche Adresse am Karl-Marx-Ring aus. Das hat auch einwandfrei geklappt. Gestern bestellte ich erneut. Doch die Pizza kam und kam nicht. Nach über einer Stunde schaute ich mir die Bestellbestätigung an und sah dort die alternative Adresse in der Plettstraße. Oh no, dachte ich mir, griff zum Telefon, aber es war schon kurz nach 23:00 und es ging keiner mehr ans Telefon. Die Bilder in meinem Kopf zeigten einen verzweifelten Boten, der klingelte, klopfte und einen Anfall bekam, weil er in eine Wohnung hineinwollte, die aber zu diesem Zeitpunkt verwaist war.

Pizza

Lecker Pizza. Wenn sie denn kommt. Foto: squidpants / Lizenz siehe: flickr

Wie kam es zu dem Fehler? Ich machte mir bei der Bestellung in Sachen Lieferadresse keine Gedanken, da ich die ursprüngliche Adresse ja zurückgestellt hatte und seitdem nichts mehr an die alternative Adresse liefern ließ. Ich ging davon aus, dass nun wieder die ursprüngliche Adresse die Vorgabe ist. Doch offenbar hat das System wieder die alternative Adresse zur Vorgabe gemacht, vermutlich durch einen Softwarefehler. Natürlich hätte ich das noch einmal genau kontrollieren müssen – habe ich aber nicht.

Heute ging ich zur Auslieferungsfiliale und klärte den Irrtum auf. Ich würde die Lieferung selbstverständlich bezahlen, sagte ich. Der Pizzamensch wollte das Geld aber unter keinen Umständen annehmen, eine anständige Geste, wie ich finde. Wer keine Lieferung bekomme, müsse auch nicht bezahlen, meinte er.

Nun habe ich die alternative Adresse Plettstraße gelöscht, damit der Fehler nicht mehr passieren kann. Das ist auch eine Lösung.

Plett-Zentrum: Ayinger Hof wehrt sich (noch)

Vom Haupteingang betrachtet steht fast nichts mehr vom Plett-Zentrum. Doch auch heute trotzt der Ayinger Hof noch dem Abrissbagger. Danke an Benedikt für die Fotoeinsendung! Informationen zu den Planungen für das neue Plett-Zentrum gibt es unter Neues vom alten Plett-Zentrum.

Pletz-Zentrum Abriss

Plett-Zentrum – es steht noch mehr, als es den Anschein hat (25.04.2012). Foto: Benedikt Bast

Plett-Zentrum Ayinger Hof

Plett-Zentrum: Ayinger Hof (25.04.2012) © Thomas Irlbeck

Weitere Bilder (alle von heute): Zum Bilderalbum

Mehr zum Plett-Zentrum (Geschichte des Baus)

Abstecher zum Quidde-Zentrum

Noch eine andere Aufnahme, auch von heute, aber nun vom Quidde-Zentrum. So sieht man das Quidde-Zentrum fast nie. Aber der Bau macht auch aus dieser Perspektive eine gute Figur. Also noch mal festhalten, wer weiß, wie lange das Zentrum noch steht. Ende nächsten Jahres soll das Gebäude abgerissen werden (Neuperlach.org berichtete). Ich appelliere an alle Verantwortlichen, noch mal als Alternative eine Sanierung – ggf. mit Nachverdichtung – zu prüfen. Einkaufen kann man übrigens im Zentrum fast nichts mehr, die meisten Läden stehen leer oder die Räumlichkeiten werden anderweitig genutzt. In den Räumen der Stadtbibliothek ist nun vor kurzem das „Deutsch-Islamische Kulturzentrum“ eingezogen.

Quidde-Zentrum

Quidde-Zentrum aus seltener Perspektive. Die Räume der ehemaligen Stadtbibliothek sind im Bereich Bildmitte bis rechter Bildrand zu finden, gewissermaßen im 1. Stockwerk, also eine Ebene höher als die Autostellflächen (25.04.2012) © Thomas Irlbeck

Der Absturz

Den Eingang zu meinem schönen (9-stöckigen) Haus zierte heute Nachmittag ein abgestürzter, heruntergeworfener oder hingeworfener Blumentopf:

Abwurf Blumentopf

Armer Blumentopf (21.04.2012)

Abwurf Blumentopf

Näher dran (21.04.2012)

Sollte der Blumentopf abgestürzt sein und vom Bewohner nicht bemerkt worden sein, dann bleibt nur ein „Ja, mei!“. Wenigstens wurde offenbar kein Mensch getroffen. Vielleicht ging ja nachts ein kleiner Wind. Ansonsten bliebe anzumerken, dass erst vor kurzem meine Hausverwaltung zu mehr Ordnung aufgerufen hatte (Neuperlach.org berichtete). Im Schreiben wird genau erklärt, was man nicht von der Loggia herunterwerfen darf. Von Blumentöpfen steht da aber nichts :D :

Freiluft-Müllschlucker

Freiluft-Müllschlucker

Jetzt wird‘s bunt! (Update, 21.04.2012)

Letztes Jahr war der Wohnblock an der Kurt-Eisner-Straße in einem bemitleidenswerten Zustand. Nun wurde eine umfassende Sanierung abgeschlossen. Neben einer Wärmedämmung erhielten die Häuser unter anderem neu gestaltete Eingangsbereiche sowie einen neuen Anstrich mit dominierendem Weiß und Fahrstuhltürmen in Rosa und Rot. Dabei wurde eine Art Farbverlauf erzeugt, die Fahrstuhltürme gehen Haus für Haus von einem startenden Rosaton immer mehr in ein knalliges Rot über. Zunächst der alte Stand:

Das hässliche Neuperlach

Bilder aus dem April 2011 © Thomas Irlbeck

Das hässliche Neuperlach

Die Schäden sind nicht zu übersehen © Thomas Irlbeck

Nun ganz aktuelle Bilder:

Kurt-Eisner-Straße

Nicht wiederzuerkennen: Der … (21.04.2012) © Thomas Irlbeck

Wer ganz genau hinschaut, erkennt oben einen ganz besonderen Hausbewohner:

Kurt-Eisner-Straße

… gleiche Wohnblock (21.04.2012) © Thomas Irlbeck

Kurt-Eisner-Straße

Und nun aufgenommen etwas weiter Richtung … (19.04.2012) © Thomas Irlbeck

Kurt-Eisner-Straße

… Fußgängerunterführung (19.04.2012) © Thomas Irlbeck

Und hier der besondere Bewohner gezoomt:

Scream

Wer ist denn da? Horror am helllichten Tag (21.04.2012) © Thomas Irlbeck

Update (21.04.2012)

Zusätzliche Fotos, um die Vergleichsmöglichkeit Alt / Neu zu verbessern.

Unterführung Neuperlach Nord im Wandel: (Noch) nicht das Gelbe vom Ei (Update 21.04.2012)

Sie war die Unterführung, über die man die Trambahnhaltestelle Neuperlach Nord erreichte – die Unterführung unter der Heinrich-Wieland-Straße. Sie ist aber weiter gut frequentiert und verbindet Neuperlach Nordost mit der U-Bahnstation Quiddestraße, auch wenn die U-Bahn noch ein schönes Stückchen weiter hinten ist (Richtung West). Nun wurde die ehemals betongraue Unterführung knallgelb gestrichen. Es fällt auf, der alte Untergrund scheint noch durch, die Kanten sind nicht sauber geworden. Entweder ist das eine Art Grundierung, die noch mal überstrichen wird, oder die Aktion war keine offizielle. Ein Bewohner berichtet, er habe Typen gesehen, die das gemacht haben, die ausdrücklich nicht so aussahen wie von einer Malerfirma. Auf den Fliesen stehe „Hier entsteht ein Graffiti“. Möglicherweise ist es auch eine Aktion, bei der die Stadt München Flächen für (legale) Graffiti zur Verfügung stellt. Was meint ihr?

Unterführung Neuperlach Nord

Unterführung Neuperlach Nord (19.04.2012) © Thomas Irlbeck

Unterführung Neuperlach Nord

Unterführung Neuperlach Nord (19.04.2012) © Thomas Irlbeck

Inzwischen sieht es hier so aus. Danke an Benedikt für die Einsendung:

Unterführung Neuperlach Nord

Unterführung Neuperlach Nord (21.04.2012). Foto: Benedikt Bast

Unterführung Neuperlach Nord

Unterführung Neuperlach Nord (21.04.2012). Foto: Benedikt Bast

Plett-Zentrum – nichts ist so, wie es scheint

Von der Ständlerstraße aus gesehen wirkt das Gebäude noch intakt. Doch es ist alles nur Fassade. Der Nordteil des Gebäudes ist unter Schutt begraben, wie die Vogelperspektive zeigt.

Plett-Zentrum Abriss

Plett-Zentrum Abriss (19.04.2012) © Thomas Irlbeck

Weitere frische Bilder von heute (auch mit dem noch einigermaßen intakten Südteil):

Zum Bilderalbum

Mehr zum Plett-Zentrum (Geschichte des Baus)

Wer sich übrigens wundert, wo die Galerien geblieben sind: Auch das zweite Plug-In hat sich leider nicht bewährt. Zum einen kostete es massiv Performance, selbst bei schneller Reaktion des Facebook-Servers. Zum anderen trat beim Internet Explorer der Effekt auf, dass der Bildschirm lange Zeit leer blieb, während die Seite schon aufgebaut wurde. Erst wenn alles geladen war, wurde der Inhalt sichtbar. Daher wurden die Galerien in direkte Links zu den jeweiligen Facebook-Alben umgewandelt.

Grüne Zähne im grellblauen Studio

Vieles unterzieht sich einem Wandel. In Neuperlach etwa werden die Häuser nach Sanierungen bunter. Grautöne und eher sehr blasse Farben werden nun oft ganz schön knallig. Eigentlich bin ich ein Freund des Bunten. Inzwischen habe ich aber auch eine andere Seite gesehen, nämlich dass die Architekten Hochhäuser ursprünglich als Hochgebirgsfelsen begriffen und ihnen daher Farben verpassten, die dort, ganz weit oben, zu finden sind, also weiß, beige, braun, grau, vielleicht auch ein gepflegtes Blaugrau.

Knallige Farben sind nicht jedermanns Fall. Ich verurteile sie nicht, habe aber in letzter Zeit gemerkt, dass ein knalliger Anstrich störend sein kann, wenn man sich in einem Raum aufhält, in dem man eine solche farbliche Herausforderung beim Haus gegenüber aus dem Fenster erblicken darf. Selbst wenn man nicht gezielt aus dem Fenster schaut, wirkt das Knallige im eigenen Raum. Der ganze Raum scheint was von der Farbe abzubekommen, das ganze Licht davon infiziert zu sein. Vermutlich kann man sich daran gewöhnen. In einem Wartezimmer einer Arztpraxis in Ramersdorf war ich aber dennoch froh, als ich wieder draußen war, zu störend empfand ich das strahlende Gebäude auf der anderen Straßenseite.

Ein Zahnarzt hat sich mal beschwert, dass er nun bei der Herstellung seines Zahnersatzes Probleme mit dem Weißabgleich habe. Das grelle Dach der Trambahnwendeschleife an der Münchenr Freiheit sei schuld. Wenn Sie also jemand mit grünen Zähnen sehen, dann wissen Sie nun, zu welchem Zahnarzt er geht.

Neue Farben: Darf es ein kräftiges Rot sein? Gesehen an der Kurt-Eisner-Straße (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Auch Neonfarben sind derzeit schwer „in“. Der Nighttalker Domian ist gestern in ein neues Studio gezogen. Man hat sich an das alte Studio gewöhnt. Über viele Jahre sendete er tagtäglich oder besser „nachttäglich“ oder noch besser „nachtnächtlich“ daraus. Mir war von vornherein klar, dass es eine gewisse Zeit dauern dürfte, bis ich mich an ein neues Studio gewöhnen würde. Doch mit einer so grellen Kulisse hatte ich nicht gerechnet. Kann man sich mit dem Neonblau wirklich arrangieren? Bei den vielen Facebook- und Twitter-Reaktionen der Zuschauer fand ich keine einzige positive Meinung. Es wurde sogar der Tipp verbreitet, das TV-Bild auf Schwarzweiß zu schalten. Zumindest den WDR sollte man in WDR NEO(N) umbenennen.

Neonblau Domian

Etwas gewöhnungsbedürftig. Der Kullttaker vor grellblauer Kulisse. Der Hirsch hebt ab bei solch berauschenden Farben. Sendung vom 17.04.2012

Update 19.04.2012

Die Wand ist nun nicht mehr so grell, Domian hatte ein Einsehen.

„Gefällt mir“ gefällt mir

Was mir bei Facebook noch fehlt, ist die Möglichkeit, dass man auf ein „Gefällt mir“ per Klick zum Ausdruck bringt, dass einem ein „Gefällt mir“ eines anderen Benutzers gefällt.

Gefällt mir

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Heizwerk Perlach heizt den Alpen ein!

Hier eine Aufnahme vom Donnerstag. Danke an J.W. für das sehr gelungene Foto!

Alpenpanorama

Die Alpen thronen über den Häusern am Karl-Marx-Ring. Nur das Heizwerk Perlach gibt den Blick nicht frei (12.04.2012). Foto: J. W.

„Auf Wiederhören“ – die Polizei, dein Freund und Helfer – neuer Ärger auf der Baustelle (Update 15.04.2012)

Heute machte ich mal wieder ein paar Fotos am Plett-Zentrum. Ich führte nichts im Schilde, ganz brav knipste ich auf einem öffentlichem Fußweg hinter dem Bauzaun. Ich gefährdete niemand. Ein Bagger verrichtete Abrissarbeiten, drei Männer in Schutzanzügen entsorgten offenbar Dämmmaterial. Eigentlich ein schöner Tag. Doch der Baggerfahrer B. Aggro (Phantasiename, ich kenne seinen Namen nicht) hatte keinen guten Tag. Er beschimpfte mich, er wolle nicht, dass ich hier fotografiere. Ich wies ihn darauf hin, ich dürfe das (öffentlicher Grund, Panoramafreiheit, keine Behinderung der Arbeiten), ich würde auch nicht ihn fotografieren, sondern die Baustelle. (Im Bagger sieht man gerade mal seinen Kopf, wenn überhaupt, den man im Fall der Fälle unkenntlich machen könnte, aber darum geht es nicht). Was ich mit den Fotos vorhabe, danach fragte er erst gar nicht, sondern er rief mir zu „Es ist mir wurscht, was du mit den Fotos machst, ich will das nicht“. Der Bagger war übrigens nur ein Motiv von vielen, die Baustelle ist groß. Neben mir standen weitere Zuschauer, einer fotografierte mit seinem Handy. Doch B. Aggro hatte es auf mich abgesehen. „Ich komme gleich runter, wenn Du nicht aufhörst“, rief er mir zu, was ich natürlich als Drohung verstand. Er stellte den Motor ab und öffnete die Türe. Ich wich einige Meter zurück. Immer wenn ich mich der Baustelle wieder näherte, brachte er offenbar den Motor wieder zum Schweigen. Er schaute mich immer wieder an, arbeitete nicht weiter, rief mir immer wieder etwas Unfreundliches zu. Ich begriff das als Strategie, mir sollte klargemacht werden, dass ich den Betrieb aufhalte. Es wird nur gearbeitet, wenn ich nicht mehr vor Ort bin, ich wäre schuld, wenn nichts mehr voranginge, das ist die Botschaft. Das Dumme ist nur, unmittelbar vor dem Bauzaun ist die Haustüre des Wohnblocks meiner Mutter, den ich fast täglich betrete. Selbst wenn ich mich nur dem Eingang näherte, ging in schöner Regelmäßigkeit der Motor wieder aus und die Blicke trafen mich, kaum kein Zufall. Mir schien es so, dass auch die drei Schutzanzugarbeiter nun gegen mich aufgehetzt wurden und mich genau beobachteten.

Mir war die Lage nun zu kritisch, ich entfernte mich mindestens 20 Meter vom Haus und rief die Polizei. Keine 110, sondern die lokale Neuperlacher Polizeistation. Ich schilderte freundlich die Lage. Ich bat um Rat und fragte, ob sie eventuell jemand vorbeischicken könnten. Polizist 1 hörte lange zu und übergab dann an den Kollegen. Polizist 2 hörte auch zu. Und wie. Er wollte wissen, warum ich da fotografieren würde. Ich sagte, nur aus Spaß, ich wolle nichts Böses, nur ganz harmlos eine Baustelle ablichten. Zu meinem Erstaunen sagte der Polizist dann (zitiert aus dem Gedächtnis) „Ich kann den Baggerfahrer verstehen. Sie sind vielleicht im Recht und dürfen da fotografieren, aber es gibt Dinge, die stehen nicht auf dem Gesetzespapier. Die kann man ganz einfach menschlich untereinander regeln. Das Problem lässt sich ganz einfach lösen, indem man sich nicht vor der Baustelle aufhält, sondern einfach weitergeht.“. Ich wies ihn auf die Drohungen hin. Er wiederholte sich und er stellte mich als eine Art Querulant dar, ohne das Wort zu nennen. Ich sagte ihm, ich könne ja nicht mal mehr in das Haus meiner Mutter, der Baggerfahrer würde an der Stelle sicher noch tagelang arbeiten und ich fühlte mich von ihm bedroht. Er ging darauf nicht ein und wiederholte seinen Standpunkt. Ich sagte dem Polizisten, dass ich seine Meinung respektieren würde, aber von seinem Rat enttäuscht sei. Ich blieb freundlich. Der Polizist sagte dann „Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, auf Wiederhören“.

Ich frage mich, sehe ich da was falsch? Soll man immer nachgeben? Meine Meinung ist, wenn Leute hinter der Absperrung stehen und zuschauen, vielleicht sichtbar oder heimlich fotografieren, dann muss das ein Baggerfahrer aushalten. Es ist nichts Unübliches, überall auf der Welt wird so was fotografiert. Es ist auch kein Gaffen, es ist schließlich kein Unfall zu sehen, sondern eine interessante Aktion. Der Stadtteil ändert sich, Neues entsteht, und die Bürger dürfen nicht zuschauen.

Abriss Plett-Zentrum

Abriss des Plett-Zentrum. Solche Fotos, die in sicherer Entfernung hinter dem Bauzaun angefertigt wurden, sind also "verboten", selbst bei Unkenntlichmachung der Personen dürfen sie nicht mal gemacht, geschweige den veröffentlicht werden. Zuschauen ist auch nicht erwünscht, auch wenn der Bauzaun unmittelbar vor der Haustüre ist (12.04.2012) © Thomas Irlbeck

Mehr Bilder: Zum Bilderalbum

Update (15.04.2012)

So sah es am Sonntag aus. Das Gebäude ist schmaler geworden:

Plett-Zentrum Abriss

Abriss des Plett-Zentrum (16.04.2012) © Thomas Irlbeck

Wasserfontäne an der Plettstraße

Heute war an der Plettstraße eine Wasserfontäne zu beobachten, die fast die Höhe der umliegenden Häuser erreichte. Offenbar ein Wasserrohrbuch. Ob die nahegelegene Baustelle am Plett-Zentrum damit in Verbindung steht, ist derzeit unklar. Danke an J. W. für die Einsendung!

Wasserfontäne

Wasserfontäne (11.04.2012) Foto: J. W.

Das war‘s: Abriss des Plett-Zentrum beginnt

Heute begann der eigentliche Abriss des Plett-Zentrum (Neuperlach.org berichtete von den Vorbereitungen). Der Bagger arbeitet sich vom Westen her durch das Gebäude. Ein nicht kleiner Teil wurde schon dem Erdboden gleich gemacht. Insbesondere die Stadtbibliothek musste daran glauben. Vorne steht noch die Fassade, dahinter – wo viele von uns früher in Büchern schmökerten – ist bereits alles Geschichte.

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16 Kilometer unter uns

Heute fand ich in meinem Briefkasten einen DIN-A4-Zettel, beidseitig bedruckt, eine schlichte Fotokopie einer schlechten und notdürftig ausgebesserten Schreibmaschinenvorlage. Das nennt man wahrscheinlich Web 0.0. Gezeichnet ist das Ganze mit einem Nachnamen, einer Telefonnummer, und für Web 0.0 nicht untypisch fehlt die Internetadresse. Eine Sekte, Organisation oder dergleichen ist nicht namentlich aufgeführt, versteckt im Text gibt es aber eine Bezugsadresse für eine „Tonkassette“.

Passend zu Ostern geht es um Gott, um Jesus Christus und vor allem um Menschen, die dem Teufel und der schwarzen Magie verfallen sind. Warum Gott zulässt, dass es Leid und so extrem viel Leid gibt, wird in einer kruden Theorie erklärt. Die Lösung der Probleme, auch die steigender Mieten und Luxussanierungen (kein Witz!), liege im Gebet und im Exorzismus.

Auch einen Beweis der Existenz der Hölle bleibt der Autor nicht schuldig:

Dass es eine Hölle gibt, haben 1989 russische und norwegische Wissenschaftler bewiesen, als sie bei Erforschung von Erdbeben in 16 km Tiefe einen Hohlraum erreichten, aus dem das Geschrei unzähliger menschlicher Stimmen zu hören war. Auch ein Dämon kam hervor. Alle Zeitungen in Oslo berichteten darüber. Kardinal Lehmann hatte das im Februar 2005 dem Präsident Bush mitgeteilt. Dieser kam und überzeugte sich bei Präsident Putin. Er besuchte am 14.03.2007 den Papst.

Nichts gegen den Glauben an sich, nichts gegen religiöse Gefühle. Aber die Existenz von Gott, Himmel und Hölle kann nicht durch irdische Tiefbohrungen bewiesen werden. Wer sich dann auf solche lächerlichen, etwas freundlicher gesagt, wackeligen Konstrukte stützt, verliert den Halt, sollten diese sich als haltlos rausstellen. Es werden dann neue Konstrukte gesucht und auch gefunden, aber nicht die eigene Überzeugung infrage gestellt.

Das Leiden sieht der Autor als Strafe Gottes. Dass Gott Sünder sogar extra lange leiden lässt, selbst weit über die Verbüßung ihrer Sünden hinaus, liegt in der Aufgabe begründet, die Gott ihnen auferlegt hat. Mit ihrem christlichen Geist werden sie – nennen wie sie mal die Erleuchteten – andere bekehren. Nicht immer gelingt dies, also werden die anderen, die diesen christlichen Geist nicht ertragen können, gegen die Erleuchteten kämpfen, sie vielleicht sogar töten. Dieser Glaubens- und Heldentod beinhaltet eine Eintrittskarte ins Himmelreich, auch ein Upgrade ist möglich, es gibt dann einen Schatz oder der Neuankömmling steigt gar zum Heiligen auf. Auch das ist kein Witz, sondern die These des Autors. Eine derartige religiöse Verblendung kann schnell blind machen und damit den Blick auf weltliche Problemlösungen, mit denen sich Ungerechtigkeiten, Krankheiten, Umweltschäden, Verbrechen und dergleichen bekämpfen lassen, versperren.

Allen Ernstes wird auch behauptet, Muslime würden nicht zu Allah beten, sondern zu Satan. Dies ist eine ungeheuerliche Provokation und dient sicher nicht der Verständigung der einzelnen Welt- und Splitterreligionen, die eigentlich alles was Ähnliches wollen, aber nicht mehr ihre Gemeinsamkeiten und Ursprünge erkennen.

Es gibt Planungen, in Zukunft Hochhäuser nach unten zu bauen. Es entstünde eine umgekehrte Pyramide, gewissermaßen ein Earthscraper, ein Erdkratzer. Man wohnt in der Tiefe, im Keller. Ein bisschen Tageslicht gibt es auch, und zwar von oben, da der Fuß des Hauses aus Glas ist. Wenn ich dort mal einziehen werde, darf ich mein Mikrophon nicht vergessen.

Earthscraper

Earthscraper. Ein Hochhaus wächst umgedreht in die Tiefe. Wer will da nicht ganz oben, ähhh unten wohnen? Bild: caseorganic / Lizenz siehe: flickr

THW-Einsatzübung am Plett-Zentrum

Heute fand am Plett-Zentrum eine Einsatzübung des THW (Technisches Hilfswerk) statt. Die Feuerwehr waren ebenfalls vor Ort. Ein vielleicht letztes Mal kommt das Plett-Zentrum als Gebäude zur Geltung. Die Flusssteine auf dem Flachdach wurden als Abrissvorbereitung bereits abgetragen, ebenso werden immer mehr Elemente wie Türen und Stahlteile entfernt.

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Auch Stephan Gelbmann hat die THW-Einsatzübung festgehalten:

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Update 06.04.2012

Laut HALLO vom 05.04.2012, S. 3, wurde die Rettung einer vermissten Person geprobt. Mit Hilfe einer Hundestaffel konnte die Person in einem verschlossenen Raum lokalisiert werden. Mittels eines Kernbohrgeräts und einer Betonkettensäge wurde eine Rettungsöffnung geschaffen und die Person schließlich befreit.

Das THW beklagt, dass Übungsgelände wie hier das Plett-Zentrum zu selten von den Eigentümern zu Übungszwecken zur Verfügung gestellt werden.

Requiem – in Erinnerung an das Plett-Zentrum

Viele sahen und sehen im Plett-Zentrum eine Betonbausünde aus den 1960er-Jahren, der man keine Träne nachweinen sollte. Doch dies wird dem Bau nicht gerecht. Denn der Gebäudekomplex war etwas Besonderes, er war durchdacht, er hatte seine berühmten Vorbilder und nahm Anleihen bei Stararchitekten. Vieles ist jedoch dem Normalsterblichen nicht bekannt und kann auch nicht mehr erkundet werden, da der Bau schlicht nicht mehr existiert – zum Zeitpunkt dieses Artikels liefen bereits die Abrissaktivitäten des verbliebenen Westteils. Speziell für Interessierte, die den ursprünglichen Bau nie oder nur flüchtig gesehen haben, ist es schwer, mehr zu erfahren. Auch hat nicht jeder das erforderliche architektonische Hintergrundwissen, ebenso sind manche Details nur mit aufwändiger Recherche in Erfahrung zu bringen, wenn sie überhaupt öffentlich zugänglich sind. So weist der Bau einige bemerkenswerte Raffinessen auf. Außerdem war das Plett-Zentrum in stärkerer Weise als Zentrum Neuperlachs konzipiert, als es gemeinhin bekannt ist. Bruno Tamborino entführt uns in die Entstehungsgeschichte des Baus und bringt uns in diesem hochinteressanten Artikel dessen Charakteristika und Eigenheiten nahe. Mit dieser Beschreibung liefert der Autor ein Plädoyer für den Erhalt vergleichbarer Gebäude, im Besonderen in Neuperlach.

Neue Heimat/Plett-Zentrum 2007

Das Plett-Zentrum (2007). Foto: Bruno Tamborino

Thomas Irlbeck

Über den Autor Bruno Tamborino (*1969) lebte von 1974 bis 1987 in Neuperlach und hat mit starkem Interesse sämtliche Bau- und Umgestaltungsmaßnahmen in Neuperlach Mitte und Nord erlebt, heute lebt er in Italien. Er hat ein kleines Privatarchiv, bestehend aus Fotos, Postkarten, Zeichnungen und Bauplänen, mit persönlichen Aufzeichnungen und war immer daran interessiert, was aus Perlach Nord am besten werden könnte. Er ist ab der 5. Klasse im Werner-von-Siemens-Gymnasium zur Schule gegangen und war deshalb täglich in Perlach Nord unterwegs. 1983 schlug er der Neuen Heimat einen Neuanstrich für ein Haus vor, dieser Vorschlag wurde dann in der lokalen Wochenzeitung HALLO veröffentlicht, aber nicht ausgeführt. Er hat auch ein Modell von einem Haus in Neuperlach gebaut und in Neuperlach 1985 ausgestellt und Daten für weitere Modellgebäude gesammelt.

Der Zweck dieses Beitrages ist, vom Plett-Zentrum eine Erinnerung zu erhalten und die Gründe seines Verschwindens zu verstehen.

Das Plett-Zentrum ist nach zirka 40 Jahren Existenz nur noch Erinnerung und das ist sehr schade. Die Hoffnung dieses Beitrages ist, dass, nachdem dieser Bau lieblos behandelt und recht flott abgebrochen wurde, dies nicht auch anderen Gebäuden in Neuperlach droht. Trotz einer sehr traurigen Indifferenz der Leute, die doch mit und in diesen Bauten aufgewachsen sind, stellen diese für viele ein Stück Heimat dar, das jetzt verschwindet, obschon man es schützen sollte.

Geschichte

Das Plett-Zentrum war 1967 schon ganz geplant (siehe das Titelbild und Hauptillustration vom Buch „Entlastungsstadt Perlach in München“, herausgegeben 1967 von der Neuen Heimat), es wurde aber erst ein oder zwei Jahre nach den Wohnhäusern in seiner Umgebung zusammen mit dem noch bestehenden gegenüberliegenden Bürohaus eingeweiht. 1971 bezog also die Neue Heimat Bayern ihr neues Verwaltungshaus, es kamen aber auch Geschäfte, ein Restaurant und eine Filiale der Stadtbibliothek München in das Zentrum. Es waren der Ayinger Hof, ein REWE-Supermarkt, die Papeterie Perlach, ein Solarium mit Kosmetikstudio und andere Geschäfte, die recht bald wieder verschwunden sind oder ihre Identität geändert haben, wie z.B. ein Tapetengeschäft. Der mittlere Teil des Plett-Zentrum bestand aus einem großen, offenen Platz, auf den auf einer Seite der Eingang der Verwaltung der Neuen Heimat schaute, auf der anderen Seite waren Geschäfte. Die Eingänge und Vitrinen aller Geschäfte (auch des Restaurants und der Bibliothek) bildeten drei Fronten, zwei schauten auf eine offene Passage, die andere auf diesen Platz. Der Platz war wie das ganze Hochparterre des Plett-Zentrum zirka 2,60 Meter über dem Straßenniveau. An seinen zwei gegenüberliegenden Seiten grenzten ihn nur zwei schmale Dachstreifen optisch ein und hier stand ab 1972 die Space Churn (Raumspindel, auch als Neuperlach Mobile bekannt), das Wahrzeichen Neuperlachs.

Plett-Zentrum Zeichnung

Bild 1: Von oben links zeilenweise nach unten sieht man die Ostfassade, daneben die Westfassade mit Laderampe, die Südfassade mit den Kellerfenstern und die Nordfassade mit den Treppen und den Einfahrten. Alles ist im Ursprungszustand noch ohne Brücke an der Südseite, aber mit der Space Churn. Auch die dunklen Brüstungsabdeckungen gab es anfangs noch nicht. In Rot unterstrichen ganz unten ist der zuletzt noch stehende Bauteil markiert. Zeichnung: Bruno Tamborino

Plett-Zentrum Grundriss Zeichnung

Bild 2: Hochparterre-Grundriss des Plett-Zentrum. Man erkennt in Schwarz die Säulen in versetztem Doppelraster, alle parallelen Säulen stehen in 10,50 Meter Abstand. In Orange die Räume im Hochparterre, in Rot und Violett die Obergeschosse der Büros, rechts die Geschäfte. In Hellblau die Bedachung der Freiflächen im Hochparterre. Die gestrichelten Linien deuten schematisch die Tragebalken der Decke an, alle habe ich nicht rekonstruieren und einzeichnen können. Zeichnung: Bruno Tamborino

Anfang der 1980er-Jahre wurde die Fußgängerbrücke über die Ständlerstraße gebaut, als auch das Konzerngebäude der Vereinte Versicherung (damals noch Vereinigte Versicherung) und das pep fertig waren. Als Durchgang zur Brücke wurden die Brüstung und der Blumentrog hier unterbrochen, welche vorher durchgehend waren, obwohl diese Brücke schon von Anfang an geplant war. In der ersten Hälfte der 1980er-Jahre wurde der Bau auch einer Pflege unterzogen, bei der die vertikalen Brüstungsplatten per Hochdruckwasserstrahl gesäubert wurden und vor allen Dingen die Oberkanten dieser Platten mit optisch angepassten, dunklen Aluminiumprofilen geschützt wurden. 1986 wurde die Neue Heimat aufgelöst und die WSB Bayern zog ein, entsprechend wurde auch das große „NH“-Logo am Obergeschoss des Verwaltungsbaus durch ein „WSB“-Logo ersetzt.

1999 wollte die WSB schon neue Räume, bis sie einige Jahre später den Bau verließ und die Büros dann nicht mehr benutzt wurden. 2001 zog die Stadtbibliothek in das nahe Quidde-Zentrum um, auch dies war ein klares Zeichen, dass das Plett-Zentrum seine besten Zeiten leider schon hinter sich hatte. Spätestens 2005 standen die Verwaltungsräume und die meisten Geschäfte leer. Der großflächige Bau wurde unter zwei Besitzern geteilt, der Geschäftsteil kam in eine Hand, der doppelt so große Teil mit Büroräumen und Platz in die Hand von Aldi, um dort die Büros und den Platz mit einem Markt zu ersetzen. 2006 schenkte die WSB die Space Churn auch der Stadt München.

Im März 2008 wurde der größere Teil des Baus abgerissen, zu diesem Zweck wurde die Space Churn umgesiedelt und der übrige Teil des Baus an der Trennstelle funktionell wieder instand gesetzt. Nach dem Abriss wurde dann nicht der Aldi-Markt, sondern das Life-Einkaufszentrum erbaut, das an den noch stehenden Teil anschloss. Die offene, ehemalige Ladenpassage wurde abgezäunt und ihre Ladenvitrinen mit Holzplatten verschalt, um weiterhin als Durchgang zur Fußgängerbrücke zu dienen, während der Restbau leer und mehr oder weniger in der Hand der Vandalen war, aber aus einigen Blickpunkten sah er noch recht gut aus. Im März 2012 begann auch hier der Abbruch, um ein mehrstöckiges Gebäude an seiner Stelle zu erbauen. Damit enden die 41 Jahre Existenz des Plett-Zentrum.

Beschreibung

Das Plett-Zentrum war ein großzügiger, flacher Bau, der mit großen Spannweiten zwischen den wenigen, relativ dünnen Säulen und einer Totalverglasung der Büro- und Ladenräume imponieren sollte. Die Räume sollten ein Maximum an Licht und Flexibilität bieten, auch innen waren nur wenige Säulen und Mauern zu finden. Alle Fenster der Büros schauten auf das Grün der balkonartigen Brüstungen oder auf zwei grüne Innenhöfe, deren größerer quadratisch war und sich in drei stockwerkshohen, begrünten Stufen nach unten verkleinerte. Alle Brüstungen, auf die Fenster oder Fußgängerbereiche schauten, waren mit Sträuchern und Blumen bepflanzt. Alles am Bau war streng geometrisch und entsprechend fixer Regeln gestaltet.

Plett-Zentrum/Neue Heimat (2008)

Bild 3: Das Plett-Zentrum kurz vor dem Beginn der eigentlichen Abrissarbeiten des Ostflügels (2008) © Gelbmann Stephan, http://www.marx-zentrum.de

Das Plett-Zentrum war vollunterkellert, dieser Keller schaute über einen Meter aus dem Boden. Er diente als Büro- oder Archivraum, Tiefgarage und Nebenräumlichkeiten der Geschäfte. Das Hochparterre bedeckte den größten Teil der Oberfläche, abgesehen vom zentralen Platz, der Ladenpassage, den zwei Passagen von dieser zum Platz und beiden Innenhöfen der Verwaltung. Neben dem Platz befand sich der dreistöckige, quadratische Hauptbau der Verwaltung, dessen oberstes Geschoss nach außen keine Fenster hatte und deshalb nur wie eine sehr hohe Abschlussbrüstung aussah. Das Plett-Zentrum wies an der Nordseite drei breite Treppen zum Hochparterre auf, eine als Nebeneingang zur Verwaltung, zwei zu den offenen Flächen und zwei Tiefgarageneinfahrten. An der Südseite hatte nur der Keller unter dem dreistöckigen Bauteil große Fenster entsprechend den Stockwerken darüber. An der Westseite befand sich eine Laderampe für die Lagerräume der Geschäfte, auch hier war der Bau streng und komplett gestaltet. Außer an der Laderampe und an den Südfenstern war der Keller völlig fensterlos.

Es gab an dem Bau keine kleinteiligen Ausnahmen, alles folgte einem geometrisch-minimalistischem Stil, der aber sehr großzügig umgesetzt wurde. Die Decken waren alle in Innen- und Außenbereichen mit Rigipsplatten durchgehend flach und weiß verkleidet, mit eingebauten Neonleuchten. Horizontale, durchgehende Elemente waren dominant. Alle Brüstungen setzten sich aus vorgeblendeten, massiven Betonplatten zusammen, die gesägt, geschliffen und poliert waren, also fast wie natürliches Konglomerat aussahen. Alle Fenster- und Türrahmen und die sieben kubusförmigen Dachaufbauten waren aus brauneloxiertem Aluminium, die Säulen aus nicht bemaltem Beton und alle Kellermauern, außer den wenigen unter den Kellerfenstern, weinrot bemalt. Die Freiflächen bestanden aus großen, quadratischen, perfekt horizontalen Waschbetonplatten mit relativ breiten Fugen dazwischen, in die das Regenwasser abfloss und dann unter den Platten abgeleitet wurde. Auch die Treppen waren aus Waschbeton. In den meisten Räumen befand sich ein neutral gefärbter Teppich, in der Eingangshalle der Büros waren die Haupttreppe zu den Obergeschossen und die Empfangstheke imponierend und phantasievoll gestaltet. Die dominante Farbe außen war Betongrau, mit viel Verglasung.

Das Plett-Zentrum repräsentierte einen Bau mit gemischter Funktion, es war gleichzeitig Verwaltungsbau, Ladenzentrum und öffentlicher Bau mit der Stadtbibliothek, dem großen Platz und der Passagenfunktion zur Brücke. Die Verwaltung besetzte den größten Teil. Die Position der Space Churn auf dem Platz war nicht zufällig, denn der Platz war als erster Neuperlacher Mittelpunkt vorgesehen, die große Treppe, die Space Churn und seine ganze würdevolle Gestaltung bestätigen dies (siehe auch Illustration in „Entlastungsstadt Perlach“), er sollte in moderner Form eine säulengerahmte, griechische Agora interpretieren. Die breiten, nicht steilen Treppen waren alle einladend, wenn auch nicht barrierefrei.

Als Verwaltungsbau der (damals Neuperlach erbauenden) Neuen Heimat Bayern war er das eigentliche Zentrum Neuperlachs, mehr als der heute noch völlig undefinierte Hanns-Seidel-Platz. Der Bau sollte das Paradepferd von Neuperlach Nord sein und war es auch. Das Plett-Zentrum war aber auch ein klares Machtsymbol der Neuen Heimat, mit seiner sehr großen Ausdehnung und seinen besonderen bautechnischen Lösungen. Kohärent mit ihrer Wirkungs- und Bauphilosophie hat sie aber auf teure und exklusive Baumaterialien, etwa Marmor, oder auf aufwändige Verkleidungen verzichtet.

Maße und Bautechnik

Ich werde jetzt technische Charakteristika und Maße angeben, die alle aus meiner Beobachtung stammen. Ich bin mir der Maße ziemlich sicher, aber mit maximal 10 % Toleranz kann ich deren ganz sicher sein.

Das Plett-Zentrum war ein ungeteilter Stahlbeton-Skelettbau mit vorgefertigten Deckenplatten, Bodenbelagsplatten und vertikalen Fassadenbrüstungen und -platten. Vor Ort wurden also der Keller, die Säulen, die Deckenträger und die Brüstungshalterungen gegossen; wie schon angedeutet, war die Struktur völlig ohne Dehnfugen. Das Muster der Säulenverteilung war ungewöhnlich, um von außen weniger Säulen erscheinen zu lassen, als effektiv vorhanden waren. Auf den Säulen befanden sich massive, vor Ort gegossene Betonträger, die dann die Deckenplatten trugen. Die begehbaren Außenbereiche hatten unter dem sichtbaren Bodenbelag eine geneigte, vor Wasser schützende Dachoberfläche, auf der die Platten waagrecht aufgestützt waren.

Alles am Bau basierte auf einer besonderen Baukonzeption: wenige, dünne Säulen, von denen man von außen den Eindruck haben sollte, es seien nur halb so viele, auf denen komplexe, verschieden strukturierte Dachkonstruktionen ruhten. Die großen Spannweiten und die vielen Anforderungen führten also zu sehr hohen Dachkonstruktionen. Das was von außen wie Balkonbrüstungen aussah, war ja in Wirklichkeit fast nur der vertikale Abschluss dieser Deckenkonstruktion. Die Betonbalken, die doppelte Struktur der Freiflächen und die Blumentröge verursachten das Surplus an Höhe, während die schlichte, weiß bemalte Verkleidung der Decken den Eindruck erweckte, man sehe von unten die eigentliche Decke.

Der ganze Bau maß beachtliche 172 mal 56 Meter und war größtenteils 6,50 Meter hoch, der Verwaltungsbau hatte auf 14,30 Meter seine Dachhöhe. Es war ein sehr ausgedehnter und flacher Bau. An den Fassaden sah man alle 10,50 Meter eine 30 Zentimeter dicke Säule, die Brüstungen waren 1,75 Meter hoch, die Fensterbänder 2,60 Meter. Im Inneren waren die Säulen auf einem doppelten, diagonal versetzten Quadratraster angeordnet, um den 10,50 Meter-Abstand zu halbieren. Die Kellerbasis ohne Treppen, Einfahrten, Rampen und der 1,75 Meter-Auskragung der Brüstungen bedeckte stolze 8.886 Quadratmeter. Die Deckenkonstruktion hatte als Hauptelement 60 Zentimeter hohe und 30 Zentimeter breite Tragebalken, auf der die Fertigteil-Deckenplatten lagen. Die Deckenverkleidung war 20 Zentimeter unter den Balken abgehängt. Darüber befanden sich die oben genannten Bodenbeläge der Außenbereiche, die Erde der Blumentröge oder die entsprechende Füllschicht der Innenbereiche. Vom Fußboden bis zur Deckenunterseite waren es reichlich mehr als ein Meter Höhe, oben schauten die Brüstungen nur 40 Zentimeter heraus, dieselbe Höhe der an den Innenseiten der Blumentröge angeordneten Betonsitzbänke um die Außenbereiche.

Architektur

Das gewollte Aussehen des Baus war das einer filigranen, vertikalen Struktur, mit viel Glas und minimalistischen, modernen Fensterrahmen, auf der große und mächtige, horizontal betonte Decken lagen, alles schlicht und geometrisch gestaltet. Glas, lange, durchgehende Brüstungen und der massive obere Abschluss charakterisieren den Bau. Die Fensterrahmen aus brauneloxiertem Aluminium mit quadratischen Profilen und sehr großzügiger Isolierverglasung waren sehr modern, wie auch die niedrigen Heizkörper dahinter und die Vollklimatisierung.

Die Architektur ist typisch für die 1950er- oder 1960er-Jahre und entspricht internationalen und amerikanischen Vorbildern. Man erkennt den Pavillon der Expo in Barcelona (Bild 4), die Neue Nationalgalerie in Berlin (Bild 5), die Lake Shore Drive Apartments in Chicago (Bild 6) als Vorbilder, alles Meisterwerke des Architekten Ludwig Mies van der Rohe. Auch die Villa Fallingwater des Architekten Frank Lloyd Wright (Bild 7) und das Lever House (Bild 8) in New York könnten als Vorbild gedient haben. Es sind alles Meilensteine des Modernismus.

Pavillon der Expo in Barcelona

Pavillon der Expo in Barcelona

Bild 4: Pavillon der Expo in Barcelona (van der Rohe, 1929). Foto: Hans Peter Schaefer / Lizenz siehe: Wikipedia

Als Vorbild für das Plett-Zentrum diente hier das Verhältnis zwischen Wänden und der Decke, die wie Platten aneinanderstoßen, auch die Sitzbank (Mitte) und die Fensterkonstruktion.

Neue Nationalgalerie in Berlin

Neue Nationalgalerie in Berlin

Bild 5: Neue Nationalgalerie in Berlin (van der Rohe, 1962). Foto: Manfred Brückels / Lizenz siehe: Wikipedia

Das große, markant horizontale, massive Dach auf dünnen Säulen diente als Vorbild, auch die dunkle Farbe der Metallkonstruktion und auf dem Bild nicht sichtbare große Untergeschossfenster.

Lake Shore Drive Apartments in Chicago

Lake Shore Drive Apartments in Chicago

Lake Shore Drive Apartments in Chicago (van der Rohe, 1962). Foto: End User / Lizenz siehe: flickr

Die Gestaltung der offenen Erdgeschossbereiche war hier das Vorbild, mit der peniblen und streng geregelten Detailgestaltung. Auch die schmalen Bedachungen sah man um den Platz des Plett-Zentrum.

Villa Fallingwater in Pennsylvania

Villa Fallingwater in Pennsylvania

Bild 7: Villa Fallingwater in Pennsylvania (Wright, 1939). Foto: Jack Boucher, HABS / Lizenz siehe: Wikipedia

Damals modernste Bautechniken erlaubten es, die massive Balkone wie schwebend erscheinen zu lassen, die Säulen waren relativ dünn und in den Schatten zurückversetzt. Einen ähnliche Eindruck ergab das Plett-Zentrum, erzielt mit einer ähnlichen Technik.

Lever House in New York

Lever House in New York

Bild 8: Lever House in New York (Studio S.O.M., 1957). Foto: David Shankbone / Lizenz siehe: Wikipedia

Das fensterlose oberste Geschoss des Hauses war ein technisches Stockwerk und bildete einen optisch gelungenen Abschluss-Akzent, diese Lösung wurde bei Hochhäusern auch von van der Rohe verwendet. Der Flachbau auf Stelzen, den man im Vordergrund sieht, hat einen begrünten Innenhof. Beide Motive sah man am Plett-Zentrum.

Erklärungsversuche zum Abbruch

Das Plett-Zentrum hatte einige Mängel, die den Abbruch auf keinen Fall rechtfertigen, ihn aber vielleicht erklären. Bei 8.886 Quadratmetern Oberfläche (das Grundstück ist natürlich noch größer) bot es nur 7.828 Quadratmeter Büro- und Ladenflächen. Das ist wenig.

Der würdevolle Platz in der Mitte wollte eine Agora, also ein Treffpunkt sein, was er aber nie geworden ist. Ein Marktplatz (was das pep irgendwie ist) hätte besser funktioniert, der Platz ist leider immer leer geblieben.

Der flache, weitverglaste Bau war bestimmt unwirtschaftlich in der Beheizung, er war entsprechend der damaligen Technik wenig isoliert und hatte nach oben und nach unten potenziell große Wärmeverluste.

Dass man zu den Geschäften, der Verwaltung und dem Platz 2,60 Meter Höhe durch Treppen überwinden musste, machte den Bau bestimmt auch nicht beliebt, denn es gab keine barrierefreie Alternativen dazu.

Wahrscheinlich wurde das Plett-Zentrum als striktes ideologisches Eigentum und Symbol der Neuen Heimat angesehen, es war also den Nachfolgebesitzern unsympathisch, es wurde wohl als etwas Fremdes empfunden.

Komischerweise war der Bau 1967 als Erster schon fertig geplant, wurde aber erst vier Jahre später eingeweiht, trotz seiner schnell realisierbaren Bauweise. Wahrscheinlich musste man damals auf der Riesenbaustelle Neuperlach den Wohnhäusern Vorrang geben. Der Bau war also 1971 schon veraltet, die Planung geschah ja vor 1968 und der Energiekrise 1973, danach war eben viel schon wieder anders.

Es hat wohl auch Wassereinfallprobleme am Dach gegeben, die besondere, asymmetrisch ausgelastete Struktur des Baus ohne Dehnfugen mit Fertigteildachelementen hat vermutlich zu Spannungen im Dach geführt, die als Folge die dichtende Teerpappe darauf immer wieder aufgerissen haben könnten.

Schließlich litt der Bau wie alle Subzentren in Neuperlach schon seit den 1980er-Jahren unter der Konkurrenz des pep.

Eine Illusion …

Trotz allem hätte man den Bau retten müssen und können, ihn renovieren, reparieren und rentabel machen können. Mehrere, mit Spiegelglas verkleidete Stockwerke in Leichtbauweise auf den Geschäfts- und Büroteilen, ein Verglasen oder Zubauen des quadratischen Innenhofes und eine Umfunktionierung und Bedeckung der Agora hätten den Bau rentabel gemacht und ihn erhalten und modern gemacht. Aufzüge oder neu gestaltete, flachere Rampen (die alten Treppen hatten nur eine integrierte, mit einer hohen Stufe beginnende Kinderwagenrampe) hätten den Zugang erleichtert. So wäre der ursprüngliche Mittelpunkt Neuperlachs noch erhalten und die Identität dieses Stadtteils bewahrt, auch die Bibliothek könnte heute noch viele positive Jugenderinnerungen wachhalten. Das Plett-Zentrum war insgesamt ein einladender Bau mit Öffentlichkeits- und nicht Privatcharakter, der leider an einer Privatmentalität zu Grunde gegangen ist, obwohl er noch stehen sollte.

Bruno Tamborino
bruno.tam15@gmail.com

Foto-Nachschub

Bruno Tamborino hat noch ein paar bislang unveröffentlichte Fotos vom Plett-Zentrum 2007 nachgereicht:

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Schwerer Fahrstuhl-Unfall in Neuperlach: Mann stürzt 4 Meter in Schacht – schwer verletzt

Am Montag, den 26.03.2012, war gegen 17.00 Uhr ein 71-Jähriger dabei, seinen Sperrmüll zu entsorgen. Er transportierte diesen mit dem Fahrstuhl ins Erdgeschoss eines Neuperlacher Hauses. Er hatte zunächst einen Teil ausgeladen. Eine Stehlampe mit hängendem Elektrokabel war noch in der Fahrstuhlkabine. Der Mann stand vor dem Fahrstuhl und hielt das Kabel der Lampe in der Hand. In diesem Moment wurde der Fahrstuhl von oben angefordert. Die Türen des Fahrstuhls schlossen sich und die Fahrstuhlkabine setzte sich nach oben in Bewegung.

Der Mann hielt das Kabel weiterhin fest und dieses berührte unglücklicherweise die Sperrvorrichtung so, dass diese die Tür freigab. Die Fahrstuhltür öffnete sich und der Mann, der nach wie vor das Kabel hielt, stürzte rund 4 Meter in den Fahrstuhlschacht. Er erlitt Brüche an den Beinen sowie an der Schulter und wurde in ein Spital eingeliefert. Es besteht keine Lebensgefahr. Der Unfall wurde von unbeteiligten Zeugen beobachtet.

Der Fahrstuhl wurde vorübergehend außer Betrieb genommen.

Quelle: Polizei Bayern

Fahrstuhlschacht

Fahrstuhlschacht einer Anlage am Karl-Marx-Ring. Bild nur zur Illustration, es zeigt ausdrücklich nicht den Unfallfahrstuhl (Archivbild) © Thomas Irlbeck

Kommentar

Fahrstühle gehören zu den sichersten Verkehrsmitteln überhaupt. Dennoch kommt es gelegentlich zu schweren Unfällen. Es zeigt sich, dass die an sich sehr weitgehenden Sicherheitsmechanismen durch Verkettung unglücklicher Umstände versagen können. Wie der Unfall lehrt, sollte man Gegenstände mit langem Kabel für den Transport so präparieren, dass das Kabel fest am Gerät befestigt bzw. um dieses herumgewickelt ist.

Kommentar zum Fahrstuhltyp

So wie ich den Unfallhergang verstehe, handelt es sich offenbar um einen Fahrstuhltyp mit automatischer Schiebetür (Teleskoptür). In Neuperlach herrschen aber noch die früher üblichen schweren, manuell zu öffnenden Türen vor. Bei einer Fahrstuhlsanierung werden die alten Türen aus Kostengründen nur selten gegen die praktischeren automatischen Türen ausgetauscht. Ich möchte nicht so weit gehen, zu behaupten, dass die automatischen Schiebetüren weniger sicher sind. Im konkreten Fall wäre der Mann aber kaum in den Schacht gefallen, hätte sich nicht die Tür von selbst geöffnet. Mit dem Kabel in der Hand wäre er bei manueller Tür allenfalls gegen die Tür gezogen worden, aber nicht abgestürzt. Solange nicht klar ist, um welchen Fahrstuhltyp es sich handelt, bleibt das alles natürlich Spekulation.

„Entschuldigung“

Vorhin fuhr ich in Neuperlach mit dem Rad, natürlich auf dem benutzungspflichtigen Radweg. Ein Taxi stand halb auf dem Radweg, halb auf dem Bürgersteig. Ein Ausweichen war kaum möglich, weder auf die Fahrbahn noch auf den Bürgersteig, noch auf den Grünstreifen. Es war verdammt eng. Nur mit Mühe kam ich mit durch und musste kurz stehenbleiben.

Ein Meckern bringt in diesem Fall erfahrungsgemäß wenig, meist hat dies nur eine heftige Gegenreaktion zur Folge. Ich war leicht genervt. Der Taxifahrer kurbelte die Scheibe herunter und rief ein unglaubliches Wort, das ich schon lang nicht mehr gehört habe: „Entschuldigung“. Im ersten Moment dachte ich, er wolle etwas fragen, doch erst dann begriff ich, der will sich entschuldigen. Ansätze von Aggressionen meinerseits waren augenblicklich verschwunden.

Manche Probleme im Straßenverkehr würden gar keine sein oder zumindest nicht eskalieren, wenn die Leute sich entschuldigen würden, statt nach einem Fehlverhalten auch noch den Stinkefinger zu zeigen oder A… zu rufen. Klar, dass ein verlassenes Fahrzeug, das den Weg blockiert, sich nicht entschuldigen kann, es sei denn, es ist KITT aus Knight Rider.

Zugeparkt

Ziemlich schlecht geparkt. Hier kommt man zumindest mit Mühe noch durch. Das Bild zeigt keine Szene aus dem Artikel, sondern dient rein der Illustration. Foto: Michael_Lehet / Lizenz siehe: flickr